Pressemeldung

Herzstiftung ruft zu konsequenter zeitgerechter Booster-Impfung auf

Herzstiftung unterstützt den breiten Konsens zur Covid-19-Impfung. Logistische Probleme bei Corona-Impfstofflieferung „nicht akzeptabel“

Bild von drei aufgezogenen Spritzen
janvier - stock.adobe.com

(Frankfurt a. M., 2. Dezember 2021) Die aktuelle Pandemie-Lage erhöht insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Dringlichkeit einer (Auffrischungs-) Impfung zum Schutz vor Covid-19 enorm. Viele Herzpatienten fragen zu Recht, wie die aktuelle Situation in der vierten Welle zu beurteilen ist. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen eindeutig, dass Impfdurchbrüche zunehmen (in der Zeit von 01.02. bis 28.11.2021: 312.502 Impfdurchbrüche). Was ist ein Impfdurchbruch? Es wird von einem Impfdurchbruch gesprochen, wenn bei einem vollständig Geimpften ein positiver PCR-Test und Symptome vorliegen. Liegen bei einem Geimpften keine Symptome vor und der PCR-Test ist positiv (zeigt Virusmaterial an), spricht man nicht von einem Impfdurchbruch.

Portrait von Prof. Voigtländer
© DHS

Impfdurchbruch: Infektionsverlauf wesentlich leichter bei Geimpften

Impfdurchbrüche nehmen mit dem zeitlichen Abstand von der zweiten Impfung zu. Nach sechs Monaten (teilweise auch früher) zeigt sich bei den Geimpften eine zunehmende Abnahme des Impfschutzes, der sich unter anderem auch am Rückgang der Antikörper gegen das Spike Protein des SARS-CoV-2-Virus zeigt. „Tritt eine Durchbruchsinfektion auf, ist der Verlauf der Infektion insbesondere auch bei Risikopatienten, also auch den Patienten mit Herzerkrankungen, wesentlich leichter als bei den Ungeimpften. Es werden weniger Intensivbehandlungen erforderlich, es sterben weniger Patienten aus dieser Gruppe“, betont der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Daten des RKI weisen darauf hin, dass Ungeimpfte im Vergleich zu den Geimpften ein ca. 10-fach höheres Risiko für eine schweren Verlauf haben.

Booster-Impfungen müssen verfügbar sein

„Die Booster-Impfung ist die entscheidende Maßnahme, um Durchbruchsinfektionen zu verhindern. Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um diese zu ermöglichen. Logistische Probleme in diesem Zusammenhang sind nicht akzeptabel“, sagt der Herzstiftungs-Vorstandsvorsitzende. Anforderungen von Impfstoffen seitens der Ärztinnen und Ärzte sowie Impfstellen müssten „unbürokratisch und schnell“ umgesetzt werden. „Wir gehen davon aus, dass unter Einbeziehung aller Institutionen und insbesondere der Hausärzte und der niedergelassenen Fachärzte insbesondere auch die vulnerablen Gruppen, zu denen ein großer Teil der Patienten mit Herzerkrankungen gehört, schnell einen ausreichenden Impfschutz haben.“

Sowohl bei den Patienten mit einer Durchbruchsinfektion als auch bei den Patienten ohne Impfung sind die über 60-Jährigen und Patienten mit Vorerkrankungen besonders gefährdet. Wie in der ersten Welle betrifft dies besonders häufig die betagten Patienten, die in Pflegeheimen oder in Krankenhäusern betreut werden. Diese Patienten müssen aus Sicht der Herzstiftung lückenlos geimpft werden und eine Booster-Impfung muss spätestens nach sechs Monaten erfolgen. „Viele Einrichtungen haben dies bereits vorbildhaft umgesetzt“, so der Kardiologe, und weiter: „Aus Sicht der Herzstiftung müssen diese Patienten in den Pflegeheimen und den Krankenhäusern auch davon ausgehen können, dass neben ihrem eigenen Impfschutz auch bei den in den Einrichtungen Beschäftigen ein Impfschutz besteht.“  Darüber hinaus unterstützt die Deutsche Herzstiftung alle Bemühungen, die zu einer gesteigerten Impfquote insgesamt führen. Nur so kann die Zahl der schweren Verläufe weiter reduziert werden.

Wichtige Informationen für Herz-Kreislauf-Patienten zum Thema Corona-Impfung bietet die Herzstiftung auf ihrer Homepage unter www.herzstiftung.de/corona-impfung an.

Ansprechpartner

Michael Wichert (Leitung)
Bild von Mike Wichert, Leiter der Pressestelle

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