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Herzschwäche-Medikamente: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Regelmäßige Blutkontrollen verhindern schwere Nebenwirkungen.

Wie alle hoch wirksamen Arzneimittel können auch Medikamente gegen Herzschwäche Nebenwirkungen haben. Da viele Wirkstoffe die Mineralstoffe im Blut (Elektrolyte) beeinflussen, müssen die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden. Schwere Folgen lassen sich so vermeiden.   

Hoch wirksame Medikamente: Nebenwirkungen möglich

Je nach Ursache, Beschwerden und Begleiterkrankungen kommen bei Herzschwäche verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz. Medikamente wie ACE-Hemmer, Sartane und Entwässerungsmittel (Diuretika) entlasten das Herz, beeinflussen aber beispielsweise den Kaliumspiegel im Blut und können dadurch Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen auslösen.  

Herz-Tipp:

Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie sich genau an die empfohlene Dosierung halten und regelmäßige Blutkontrollen wahrnehmen. Der Medikamenten-Pass für Menschen mit einer Herzschwäche hilft Ihnen dabei. Hier können Sie den kostenfreien Medikamenten-Pass bestellen.

ACE-Hemmer können Reizhusten auslösen 

Eine unangenehme Nebenwirkung bei der Einnahme von ACE-Hemmern ist ein trockener Reizhusten. Wenn Sie unter dieser Nebenwirkung leiden, sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an. In vielen Fällen verordnet er stattdessen Sartane, die ähnlich wirken wie ACE-Hemmer, aber praktisch keinen Husten verursachen. Eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist das sogenannte Angioödem. Dabei kommt es zu Schwellungen im Gesicht, an den Händen oder Beinen. Da auch die Schleimhäute in Mund und Rachen anschwellen können, sollten Sie bei ersten Anzeichen eines Angioödems sofort ärztliche Hilfe rufen.   

Schwellungen in der Brust durch Spironolacton 

Die Einnahme des Aldosteron-Antagonisten Spironolacton kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu schmerzhaften Schwellungen in der Brust führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn die Medikamente bei Ihnen die genannten Nebenwirkungen auslösen.  Bei der Einnahme von Aldosteron-Antagonisten kann es vor allem in Kombination mit Sartanen und ACE-Hemmern sowie bei eingeschränkter Nierenfunktion zu einer gefährlichen Erhöhung des Kaliumspiegels im Blut kommen. Lassen Sie daher regelmäßig Ihre Blutwerte kontrollieren, wenn Sie Aldosteron-Antagonisten einnehmen. 

Herzrhythmusstörungen durch Diuretika 

Diuretika fördern die Ausscheidung von Körperwasser und entlasten dadurch das Herz. Da durch diese Medikamente auch Elektrolyte wie Kalium und Magnesium ausgeschieden werden, können die Werte dieser Elektrolyte im Blut gefährlich sinken. Dadurch können Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen auftreten. Auch bei Einnahme dieser Medikamentengruppe sollten daher die Elektrolytwerte im Blut regelmäßig kontrolliert werden.  

Betablocker: Müdigkeit und Schwindel als Nebenwirkung 

Betablocker senken die Herzfrequenz und den Blutdruck und entlasten so das Herz. Das kann zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindelgefühl oder Durchblutungsstörungen in den Beinen führen. Sollten Sie bei der Einnahme von Betablockern Beschwerden bekommen, sollten Sie die Medikamente nicht einfach absetzen, sondern mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen. Ein plötzliches Absetzen der Betablocker kann zu einer überschießenden Reaktion des Herz-Kreislauf-Systems führen, was Herzjagen und gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Daher sollten Sie die Ihnen verschriebenen Medikamente immer vorrätig haben.   

Medikamente nicht eigenmächtig absetzen 

Viele Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Herzschwäche lassen sich verhindern, wenn Sie sich an die ärztlichen Anweisungen halten und Beschwerden frühzeitig ansprechen. Auch über die Einnahme frei verkäuflicher Mittel, beispielsweise Schmerzmittel, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen. Bei einigen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac kann es zu Wechselwirkungen mit Herz-Kreislauf-Medikamenten und zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen. Keinesfalls sollten Sie verordnete Medikamente eigenmächtig absetzen, da dies zu einer Verschlechterung der Herzleistung führen kann. 

Experte

Univ. Prof. Dr. med. Stefan Frantz
Portrait von Prof. Stefan Frantz

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    Maike Anderssohn

    Dr. med.

  2. Bei einigen Formen der Herzschwäche ist der Einsatz eines Herzschrittmachers sinnvoll. Mehr Informationen zur Therapie lesen Sie hier.
  3. Das Herztagebuch ermöglicht es, Verschlechterungen der Herzschwäche früher zu erkennen. Bestellen Sie sich jetzt Ihr Herztagebuch.

7 Kommentare

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Klaus-Werner Itzehoe

Sehr Hilfreich, fühle mich bei der Herzstiftung sehr gut aufgehoben und gut informiert.

Peter M. Jülich

Ich habe das Thema mit meinem Hausarzt besprochen und habe Spironolacton durch ein anderes Präparat ersetzt. Danke für den Bericht.

Peter Jülich

Ich werde auf jeden Fall Spironolacton gegen ein Eplerenon ersetzen. Danke für den Hinweis.

Maria M. Heidelberg

Herzlichen Dank für die informativen Beiträge zum Thema Blutdrucksenker.

Birgit K. Weyhe

Für den medizinischen Laien sehr gut verständlich und informativ.

Hans O. Simmerath

Sehr verständlich und informativ

Gundula B. Magdeburg

Wie immer sehr wichtige Informationen.