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Diagnose von Herzrhythmusstörungen

Beschwerden wie Herzrasen und Herzstolpern sollten ärztlich abgeklärt werden.

Arzt schreibt ein EKG
Istock

Herzrhythmusstörungen lassen sich häufig durch das Fühlen des Pulses oder das Abhören des Herzens erkennen. Um die Diagnose abzuklären, sind weitere Untersuchungen nötig.

Diagnose unerkannter Herzerkrankungen

Unter Herzrhythmusstörungen werden eine Reihe von Störungen zusammengefasst, bei denen das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Nicht alle Herzrhythmusstörungen sind behandlungsbedürftig. Bei jungen und gesunden Menschen werden sie häufig durch Stress oder Genussgifte ausgelöst. Da unerkannte Herzerkrankungen ebenfalls Herzrhythmusstörungen auslösen können, ist eine sorgfältige Diagnostik bei neu auftretenden Herzrhythmusstörungen wichtig. Das gilt insbesondere, wenn zusätzlich Symptome wie Schwindelgefühl, Luftnot, Brustschmerzen oder sogar kurzdauernde Ohnmachtsanfälle auftreten.

Symptome ausführlich schildern

Am Anfang der Diagnose steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, bei dem Sie nach Symptomen,Vorerkrankungen, der Einnahme von Medikamenten und gegebenenfalls Herzerkrankungen in der Familie gefragt werden. Hier sollten Sie genau schildern, in welchen Situationen Sie die Herzrhythmusstörungen spüren, beispielsweise ob sie in Ruhe oder bei Belastung auftreten und ob sie sich durch Manöver wie das Trinken von kaltem Wasser oder tiefes Atmen beenden lassen.

EKG zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnostik von Herzrhythmusstörungen ist das Elektrokardiogramm, kurz: EKG. Hierbei werden die Herzströme in Ruhe aufgezeichnet. Dazu werden der Patientin oder dem Patienten im Liegen Elektroden an Brust und Beinen aufgeklebt. Diese sind mit dem EKG-Gerät verbunden, das die Herzströme abbildet. Die Messung dauert etwa zwei bis fünf Minuten. Mittels EKG lässt sich die Art der Herzrhythmusstörung gut erkennen. 

In vielen Fällen treten Herzrhythmusstörungen allerdings nur sporadisch auf und lassen sich im Moment der Messung nicht “einfangen”. In diesen Fällen bekommt der oder die Betroffene ein Langzeit-EKG mit nach Hause. Das kleine Gerät wird am Körper getragen und zeichnet die Herzströme über 24 Stunden bis zu sieben Tage auf. Eine weitere Möglichkeit der Dokumentation von Herzrhythmusstörungen ist der Ereignisrekorder. Er kann von der Patientin oder vom Patienten selbst eingeschaltet werden, sobald Beschwerden auftreten oder fortlaufend registrieren.

Herz-Ultraschalluntersuchung zur Diagnose von Herzerkrankungen

Zeigt das EKG Auffälligkeiten, die darauf hindeuten, dass die Herzrhythmusstörungen in den Herzkammern entstehen, sind weitere kardiologische Untersuchungen nötig, um eine zugrunde liegende Herzerkrankung zu erkennen. Üblich ist beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung des Herzens sowie ein Belastungs-EKG (Ergometrie). 

Zunächst wird das Herzultraschall von außen durchgeführt. Dazu wird zunächst ein Gel auf die Brust aufgetragen und anschließend ein Schallkopf aufgesetzt, der Schallwellen aussendet. Dieser Schallkopf wird hin- und herbewegt. Die Gewebe reflektieren die Schallwellen unterschiedlich gut. Auf diese Weise ergibt sich ein Bild der verschiedenen Gewebe. Mit dem Herzultraschall lassen sich Aufbau und Bewegung des Herzens sowie Veränderungen und Erkrankungen beurteilen. Auch Herzklappenerkrankungen lassen sich erkennen.

In seltenen Fällen bzw. besonderen Fragestellungen, beispielsweise bei stark übergewichtigen Patientinnen oder Patienten, wird das Herzultraschall durch die Speiseröhre vorgenommen (“Schluck-Echo”). Hierbei liegt weniger störendes Gewebe zwischen dem Schallkopf und dem Herzen, sodass sich ein genaueres Bild ergibt.

Weitere Untersuchungen zur Diagnose

Die folgenden Untersuchungen kommen in Einzelfällen ebenfalls zur Diagnose und Abklärung der Ursachen von Herzrhythmusstörungen zum Einsatz: 

  • Blutuntersuchungen können einen Hinweis auf Schilddrüsenerkrankungen oder Störungen im Mineralstoffhaushalt geben, beispielsweise einen zu niedrigen oder zu hohen Kaliumspiegel.
  • Eine Herz-CT oder –MRT zeichnen ein genaueres Bild vom Herzen.
  • Eine Herzkatheteruntersuchung zeigt Verengungen der Herzkranzgefäße.
  • Eine elektrophysiologische Herzkatheteruntersuchung zeigt den genauen Entstehungsort der Herzrhythmusstörung. 

Mit den genannten Diagnosemöglichkeiten lässt sich abklären, ob Ihre Herzrhythmusstörungen harmlos oder gefährlich sind und ob eine entsprechende Therapie eingeleitet werden muss. 

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz
Portrait von Prof. Thomas Meinertz

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