Artikel

Blutdruck senken: Welche Blutdrucksenker gibt es?

Bluthochdruck senken mit Blutdrucksenkern und Lebensstil – was wirklich hilft.

Ein zu hoher Blutdruck ist ein bedeutendes Herz-Kreislauf-Risiko. Ihren Bluthochdruck senken können Sie mit Blutdrucksenkern und einem gesunden Lebensstil. Erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Medikamente helfen, wo die Vorteile der einzelnen Präparate liegen und auf welche Lebensgewohnheiten es ankommt.

Blutdruck senken: Warum ist ein hoher Blutdruck riskant?

Ein nicht oder nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck gehört zu den gefährlichsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall, Herzinfarkt und viele andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der anhaltend hohe Druck belastet die Gefäße enorm. Im Laufe der Zeit kommt es zu Schäden an wichtigen Organen wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Aus diesem Grund gilt Bluthochdruck als wesentlicher Faktor für einen vorzeitigen Tod. „Man sieht ihn nicht und spürt ihn nicht, dies ist das Tückische am hohen Blutdruck. Deswegen wird der Bluthochdruck auch ‚stiller Killer‘ genannt“, sagt Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München. Etwa 20 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck. Vier von fünf Bluthochdruck-Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung, fast 90 Prozent lassen sich behandeln. „Jeder sollte sich beim regelmäßigen Gesundheits-Check ab 35 Jahren beim Hausarzt auf die Risikofaktoren für eine Herz- oder Gefäßerkrankung untersuchen lassen. Damit senkt man sein Risiko einer schleichenden Gefährdung durch unerkannten Bluthochdruck, Verengungen der Herzkranzgefäße oder sich entwickelnde Herzrhythmusstörungen“, betont Professor Schunkert.

Zu hoher Blutdruck: Diese Blutdrucksenker helfen

Medikamente, sogenannte Blutdrucksenker, gehören zu der Basistherapie von Bluthochdruck. Die Einnahme von Blutdrucksenkern wird ab Blutdruckwerten von 140 zu 90 mmHg empfohlen, insbesondere, wenn Lebensstil-Optimierungen nicht erfolgreich den Blutdruck gesenkt haben. Die verschiedenen Wirkstoffe, die häufig kombiniert verabreicht werden, setzen an den Organen an, die den Blutdruck steuern:

  • Gehirn: Die Steuerung der Herz- und Kreislauffunktionen geschieht über das Gehirn. Wird der Sympathikus aktiviert, werden die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Das führt zu einer Steigerung der Herzleistung, zu einer Gefäßverengung und damit zum Blutdruckanstieg.
  • Herz: Das Herz pumpt Blut in das Gefäßsystem und erzeugt dadurch den Blutdruck.
  • Blutgefäße: Je enger und je steifer die Blutgefäße sind, desto höher ist der Blutdruck.
  • Nieren: Spielen eine zentrale Rolle in der Blutdruckregulation, weil sie für die Balance der Blutsalze entscheidend verantwortlich sind.

Die häufigsten Blutdrucksenker (Wirkstoffe) sind: 

Verhindern weitestgehend die Bildung des Hormons Angiotensin II, das die Gefäße eng stellt und den Blutdruck erhöht. ACE-Hemmer gehören zu den am häufigsten eingenommenen Arzneimitteln überhaupt.

wie Candesartan, Valsartan, Losartan: Blockieren die Wirkung von Angiotensin II an den Rezeptoren im Gewebe. Sartane gehören zu der zweitwichtigsten Gruppe von Blutdrucksenkern, als Alternative zu ACE-Hemmern.

Wirken entwässernd, steigern die Salzausscheidung über die Nieren und erweitern die Gefäße.

Hemmen das Einströmen von Kalzium in die Muskelzellen der Gefäße oder des Herzens und wirken so auf die Gefäße entspannend. Die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt.

Blockieren die Stellen am Herzen, an denen blutdrucksteigernde Stresshormone andocken. Sie schirmen das Herz und den Kreislauf somit vor den Wirkungen der Stresshormone ab. Beta-Blocker gehören zu den wichtigsten Herz-Kreislauf-Medikamenten.

Setzt an dem Enzym Renin an und greift so in die Hormonbildung von Angiotensin II ein.

Herz-Tipp:

In der Regel müssen mindestens 2 Wirkstoffe kombiniert werden, um den Blutdruck effektiv zu senken. Das Absetzen von Medikamenten ebenso wie eine Dosis-Reduktion sollte immer nur in Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. 

Bluthochdruck senken: Was Sie noch tun können

Neben den Medikamenten gegen Bluthochdruck spielt der Lebensstil die zweite große Rolle in der Behandlung. Mit einer gesunden Lebensführung tragen Sie dazu bei, dass die Dosis der Blutdruckmedikamente gesenkt werden kann. Manchmal ist es sogar möglich, durch eine gesunde Lebensweise komplett auf die Einnahme von Blutdrucksenkern zu verzichten. Zu den wichtigsten Lebensstilfaktoren zur Blutdrucksenkung gehören: 

  1. Bewegung: Mit Sport und Alltagsbewegung können Sie Ihre Werte um etwa 5 bis 10 mmHg senken. Seien Sie mindestens fünfmal in der Woche für 30 Minuten aktiv.
  2. Normalgewicht: Übergewicht ist ein bedeutender Bluthochdruck-Risikofaktor. Eine Gewichtsabnahme von im Durchschnitt vier Kilogramm kann den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 4 bis 5 mmHg und den diastolischen Blutdruck um 3 mmHg senken. 
  3. Weniger Salz: Essen Sie täglich einen Teelöffel weniger Salz – das entspricht etwa vier Gramm –, können Sie den systolischen Blutdruck um etwa 5 mmHg und den diastolischen um etwa 3 mmHg senken.
  4. Wenig Alkohol: Männer sollten pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol trinken, Frauen nicht mehr als zehn Gramm.  Zehn bis zwölf Gramm Alkohol entsprechen einem „Standardglas“, also 0,25 Liter Bier, 0,1 Liter Wein, 0,1 Liter Sekt oder 0,33 Liter Biermixgetränk. So können Sie eine Blutdrucksenkung um 2 bis 4 mmHg erreichen.
  5. Stressvermeidung: Berufliche oder private Spannungen und Sorgen können die Blutdruckwerte in die Höhe treiben. Achten Sie auf Pausen, Entspannung und ausreichend Schlaf.
  6. Rauchverzicht: Der Rauchstopp lohnt sich. Bereits eine Woche nach dem Rauchstopp sinkt der Blutdruck. Zwei Jahre nach einem Rauchstopp hat ein Ex-Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein lebenslanger Nichtraucher.

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

Blutdruck natürlich senken

Alles, was Sie wissen müssen

Die besten natürlichen Blutdrucksenker und blutdrucksenkenden Lebensmittel auf einen Blick.

Unsere Broschüre

Abbildung einer Zeitschrift
  • Unabhängige Informationen
  • Von Herzexperten verfasst
  • Medizinisches Wissen einfach geschrieben
  • Verfasst nach aktuellem medizinischen Wissenstand

Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung 

 In welchem Alter sollte der Blutdruck wie tief gesenkt werden? Welche Ernährung ist bei einem Bluthochdruck sinnvoll? Das und vieles mehr beantwortet die Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung.

Unser Download-Angebot

Als Mitglied der Herzstiftung erhalten Sie Zugang zum Downloadbereich und können alle Medien direkt lesen. Als Nicht-Mitglied können Sie Informationsmaterial unter 069 955128-400 oder über den Button Produkt bestellen kostenfrei anfordern.

Ihre Fragen

Mann sitzt auf einer Bank und reibt sich die Augen vor Müdigkeit
Photo by Bruno Aguirre on Unsplash
Erfolgt die medikamentöse Blutdrucksenkung nicht mit bedacht, können Nebenwirkungen auftreten. Erfahren Sie, was in einem solchen Fall zu tun ist.

Dieter Klaus

Prof. Dr. med.

  1. Was Sie tun können, wenn der Blutdruck trotz der Einnahme von zwei Blutdruck-Medikamenten immer noch nicht ausreichend runtergeht

    Gerd Bönner

    Prof. Dr. med.

  2. Welche Vorteile das Entwässerungsmittel Chlortalidon gegenüber dem hierzulande viel häufiger verschriebenen HCT (Hydrochlorothiazid) hat?

    Thomas Eschenhagen

    Prof. Dr. med.

  3. Sprechstundenfrage

    Zu starke Blutdrucksenkung

    Erfahren Sie, ob eine zu starke Blutdrucksenkung zu Müdigkeit und Erschöpfung führen kann.

    Dieter Klaus

    Prof. Dr. med.

Unsere Quellen:

  • Internet: https://www.hochdruckliga.de/bluthochdruck-in-zahlen.html (Stand: o.D.)
  • Internet: https://www.kenn-dein-limit.info/a-z-lexikon/standardglas.html (Stand: o.D.)
  • Internet: https://www.gesundheitsinformation.de/den-blutdruck-ohne-medikamente-senken.2083.de.html?part=behandlung-ne (Stand: 2019)
  • Internet: https://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/folien/Foliensatz_4.pdf (Stand: o.D.)

7 Kommentare

Sie sind bereits Mitglied? Loggen Sie sich ein, um für alle sichtbar als verifiziertes Mitglied zu kommentieren.

Folgende Angaben werden zusammen mit Ihrem Kommentar veröffentlicht. Alle Felder sind dabei optional und editierbar. Für mehr Details lesen Sie bitte die Datenschutzhinweise

Überprüfen Sie bitte das Recaptcha.
Ellen P. Leipzig

Ich kann jedem empfehlen sich sportlich zu bewegen oder Regelmäßig zu laufen. Mein Blutdruck ist normal. Ich bin 77 Jahre alt. Gesunde Kost ist ebenfalls wichtig!

Alfred F.

70 Jahre, 1x Telmisartan 80 mg/12,5 mg, erblich vorbelastet: tägliche Bewegung (wandern, Radfahren oder schwimmen), gesunde Ernährung, Reisen, neugierig bleiben, Kontakte und Geselligkeit

M. Berlin

Ich möchte anderen Mut machen, es zu versuchen. Ich konnte meinen Blutdruck um ca 15 Punkte systolisch senken, indem ich fünf mal die Woche eine Stunde (2.x 30 Min) flott spazieren gehe, etwas Gymnastik täglich (10 Min) betreibe, Salz reduziert habe, 9 kg Gewicht durch pflanzenbasierte Ernährung verloren habe. Selbst, lecker und gesund kochen - auch optisch das Essen schön anrichten und in Ruhe genießen(!) - das geht bei mir auch neben dem Beruf zum Glück. Wichtig zu wissen: Die Ärzte tragen das oft nicht lange genug mit. Auch ich selbst musste erst merken, dass ich Zeit brauche. Ich habe alles in allem 3 Jahre gebraucht - man sollte wohl nicht auf Medikamente verzichten, solange die Werte nicht besser werden. Also ist es oft nötig, darauf zu bestehen, dass man es langsam versuchen möchte. Ich habe auf Erfolge verwiesen; der Mensch ist ein Gewohnheitstier und meine sehr gute Erfahrung ist: Man kann sich neue Gewohnheiten schaffen und Freude dabei haben! Mein Schwachpunkt ist Stress, der zu Spitzen führt, die ich durch tiefes Atmen (Meditation) in innerere Distanzierung durchaus manchmal, aber nicht immer in den Griff bekomme. An regelmäßiger Meditation werde ich im nächsten Jahr "arbeiten". Unwichtiges identifizieren, es wegzulassen, zuhause und in meinen Prioritäten Ordnung und Ruhe zu schaffen und die Unterstützung, sogar der bewusste Körperkontakt zu meinem Partner - das alles ist für mich auch Herzschutz.

Peter T. Lübeck

Herzlichen Dank für diesen sehr informativen Artikel. Für einen über sechsigjährigen Mann ist es nicht leicht, abzunehmen. Ich erlebe es seit vielen Jahren als Auf- und Abwanderung. Und Stress mit all seinen Anlässen und seinen Varianten,ist leider auch nicht immer leicht zu händeln, sofern andere an seinem Entstehen mitwirken. Hier spielt für mich dann das Alter doch eine vorteilhafte Rolle: mehr Gelassenheit als früher. In ihrer Gesamtheit sind die Tipps von Herrn Prof. Gohlke mit Sicherheit sehr hilfreich, etwas Gutes für das eigene Herz und den Kreislauf zu tun.

Wenke W. Ihringen

Aufgrund der Nebenwirkungen von Medikamenten ist es immer besser auf natürliche Weise den Blutdruck zu senken.

Hanne V. Thessaloniki

Die Nebenwirkungen der Blutdrucksenker machen mir Angst und ich möchte auf eine natürliche Weise meinen Blutdruck senken.

L. Hannover

Ich werde versuchen Sport zu machen. Ernährung umstellen Salz benötige ich nur wenig.