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Blutdruck messen: So bekommen Sie verlässliche Werte

Was Sie bei der Blutdruckmessung beachten müssen und worauf es bei der Benutzung von Blutdruckmessgeräten ankommt.

Blutdruck messen
Microgen - stock.adobe.com

Blutdruck messen erfordert Ruhe. Sonst sind die ermittelten Blutdruckwerte schnell zu hoch. Nicht umsonst liegt die Messgrenze in der Arztpraxis etwas höher – Patientinnen und Patienten sind oft aufgeregt. Blutdruck messen mit dem Blutdruckmessgerät: Darauf müssen Sie achten. 

Blutdruck messen: Welche Werte sind normal? 

Von Bluthochdruck sprechen Ärzte, wenn verschiedene Oberarmmessungen in der Arztpraxis an unterschiedlichen Tagen Werte von 140 zu 90 mmHg oder höher ergeben. Bei Selbstmessungen für zu Hause gilt eine Obergrenze von 135 zu 85 mmHg. Dass die Blutdruckwerte in der Praxis höher sein dürfen, hat einen Grund: Meist sind die Patientinnen und Patienten bei der Messung etwas aufgeregt. Mediziner sprechen dann von „Weißkittelhochdruck“. Hinzu kommt, dass sie davor vielleicht noch einkaufen waren und Stress hatten: All das erhöht die Blutdruckwerte. Zuhause in der eigenen Wohnung sind die meisten entspannter – und der Blutdruck automatisch etwas niedriger.

Liegen die in der Praxis und die zuhause ermittelten Werte deutlich auseinander, empfehlen Ärzte eine 24-Stunden-Langzeitblutdruckmessung. „Diese hat den Vorteil, dass auch der Blutdruck im Schlaf erfasst wird und somit die Folgen eines Schlafapnoe-Syndroms leichter erkannt werden können. Denn normalerweise fällt der Blutdruck im Schlaf ab (Dipping), um dem Körper und den Gefäßen Entspannung zu verschaffen. Kommt es dagegen nicht zum nächtlichen Blutdruckabfall, sollte der Arzt nach den Ursachen fahnden“, erklärt Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München. Zudem senkt die 24-Stunden-Blutdruckmessung das Risiko, dass aufgrund erhöhter Praxiswerte eine Medikation zusammengestellt wird, die für den „Heimgebrauch“ zu hoch ist. Doch auch in den eigenen vier Wänden gibt es einige Einflussfaktoren, die zu einer Fehleinschätzung des Blutdrucks führen können.

Blutdruck messen: die richtige Position 

Bevor Sie zuhause Ihren Blutdruck messen, sollten Sie zur Ruhe kommen. Setzen Sie sich fünf Minuten hin und entspannen Sie. Die körperliche Ruhe hilft Ihnen, möglichst nah an Ihr normales Blutdruckniveau zu kommen. Stellen Sie die Beine nebeneinander. Bei übereinander geschlagenen Beinen steigt der Blutdruck durch die Anspannung der Muskulatur. Legen Sie dann Ihren Unterarm auf eine Unterlage, etwa auf einen Tisch, sodass die Blutdruckmanschette am Oberarm auf Herzhöhe liegt. Liegt der Messpunkt tiefer, so ist der gemessene Wert zu hoch, bei einem höher liegenden Messpunkt ist er zu niedrig. Legen Sie die Manschette nicht über der Kleidung an und engen Sie Ihren Oberarm nicht durch enge Kleidung ein. Sonst sind die Messwerte unzuverlässig. Legen Sie die Manschette so an, dass sich der aufblasbare Teil an der Innenseite Ihres Oberarms befindet und der Verschluss außen liegt. Der Schlauch zeigt nach unten in Richtung Hand. Die Manschette sollte nicht zu stramm sitzen. Ein Finger sollte noch zwischen Manschette und Arm passen.

Kein Kaffee vor der Blutdruckmessung 

Trinken Sie vor der Messung weder Kaffee noch Schwarztee. Diese wirken anregend auf das Herz-Kreislauf-System und lassen den Blutdruck steigen. Ihre erfassten Blutdruckwerte sind dann ungenau. Rauchen und Alkohol erhöhen die Werte ebenfalls. Müssen Sie Blutdrucksenker und/oder andere Medikamente einnehmen, sollten Sie Ihren Blutdruck vor der Tabletteneinnahme messen. Ein guter Zeitpunkt für die Blutdruckmessung ist der Morgen.

Blutdruck besser mehrmals messen 

Messen Sie den Blutdruck an beiden Armen. Schauen Sie dann, an welchem Arm Ihre Werte höher sind. Dort führen Sie alle folgenden Messungen durch. Unterschiede bis zu 20 mmHg sind normal. Herzexperten empfehlen zudem, den Blutdruck zwei- oder dreimal in Folge mit einer Pause von einer halben Minute zu messen. Erfahrungsgemäß kommt es mit der Zeit zu einem gewissen Blutdruckabfall. Maßgeblich für die Erfassung der Blutdruckwerte ist der Durchschnittswert der letzten beiden Messungen.

Herz-Tipp: 

Führen Sie ein Bluthochdruck-Tagebuch. So haben Sie einen guten Überblick über Ihre Werte. Und Sie können es zu Ihrem Arzt mitnehmen.

Das richtige Blutdruckmessgerät finden 

Blutdruckmessgeräte sind zwar geeicht, doch nicht jedes misst den Blutdruck wirklich genau. Eine Orientierung, welche Blutdruckmessgeräte für die Armmessung und die Messung am Handgelenk geeignet sind, kann Ihnen beispielsweise das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga e.V. geben. Zudem können Sie mit Hilfe von Kontrollmessungen bei Ihrem Hausarzt sicherstellen, dass Ihr Gerät zuverlässige Werte ermittelt. Lassen Sie sich das Blutdruckmessen außerdem von Ihrem Arzt oder in einer entsprechenden Schulung zeigen. Das gibt Ihnen Sicherheit. Bluthochdruckpatienten sollten jeden Tag Ihre Werte erfassen.

Herz-Tipp:

Menschen mit Herzrhythmusstörungen brauchen ein spezielles Messgerät, um zuverlässige Werte zu erhalten. Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach.

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

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Ihre Fragen

  1. Erfahren Sie, wie Sie verfälschte Werte aufgrund von Aufregung beim Blutdruckmessung vermeiden können.

    Dieter Klaus

    Prof. Dr. med.

  2. Sind lediglich am Morgen die Werte immer mal wieder erhöht, ist es wichtig, dass Sie nicht sofort die Dosierung der Medikamente ändern.

    Gerd Bönner

    Prof. Dr. med.

  3. Bei den meisten Menschen schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages. Erfahren Sie, welcher Verlauf normal ist und wann eine Abklärung erfolgen sollte?

    Wolfgang Mäurer

    Prof. Dr. med.

Unsere Quellen

  • Internet: https://www.hochdruckliga.de/richtig-blutdruck-messen.html (Stand: o.D.)

5 Kommentare

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August S. Apartado

Bin mit dem was ich gelesen habe zufrieden.

Berthold Q. Hünfeld

Gute, hilfreiche Tipps.

Sabine G. Wien

Danke für den wertvollen Tipp! Ich habe seit 3 Jahren einen Arterien-Bypass über dem Knie und nun leider einen langstreckigen Thrombus dazu bekommen. Seither ist mein Blutdruck völlig aus der Kontrolle, was mir zuerst allerdings nicht auffiel. Doch dabei Werte um 180/95 und höher. Nun habe ich neben Blopress 16 mg, noch Ebrantil, 30 mg, bekommen und langsam beruhigt sich das System wieder. Das 2. Mal messen zeigt niedrigere Werte, was mich insgesamt beruhigt, dabei bleibe ich jetzt :-)

Joachim M. Bad Harzburg

Genauso verhält sich die Blutdruckmessung bei mir, da die Erwartungsangst auf Grund einer psychischen Erkrankung vor mehren Jahren noch immer beim Blutdruckmessen auftritt.Die Problembewältigung habe ich durch meinen Psychotherapeuten gelernt und bin jetzt viel ausgeglichener bei der Messung.

Peter A.

Das war sehr hilfreich - ich dachte ich spinne oder das Gerät ist kaputt, erste Messung, Systole 145, nächste Messung 125 und die 3. Messung 119. Jetzt bin ich beruhigter!