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Plötzliche Blutdruckschwankungen: Was ist die Ursache?

Diese häufigen Gründe für einen schwankenden Blutdruck sollten Sie kennen.

Arzt misst beim Patienten Blutdruck
Alexander Raths - stock.adobe.com

Blutdruckschwankungen kennen die meisten Bluthochdruck-Betroffenen. Es ist nicht immer einfach, gute Blutdruckwerte zu erreichen. Manchmal schwankt der Blutdruck plötzlich und scheinbar ohne Grund. Was ist die Ursache für die Blutdruckschwankungen? 

Blutdruckschwankungen sind ein häufiges Problem 

Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck kennen das: Im Tagesverlauf kommt es ganz plötzlich zu Blutdruckschwankungen. Der schwankende Blutdruck verunsichert viele Betroffene oftmals. Immer wieder ändern sie aus Sorge in Eigenregie ihre Medikamenten-Dosis, um die Werte zu regulieren. Doch das birgt Risiken, wie die Deutsche Herzstiftung e.V. betont. Kardiologen warnen eindrücklich davor, bei schwankendem Blutdruck die Medikamente ohne ärztliche Absprache anzupassen. Eine gute Einstellung des Blutdrucks baut auf einer kontinuierlichen (regelmäßigen) Einnahme einer fest angesetzten Medikation auf, bei der sowohl feste Einnahmezeiten als auch die jeweilige Dosis festgelegt sind.

Sieben Ursachen für schwankenden Blutdruck

Warum schwankt der Blutdruck im Tagesverlauf so häufig? Oft sind es bestimmte Lebensstilfaktoren, welche die Blutdruckschwankungen verursachen. Sieben Faktoren, die Ihren Blutdruck beeinflussen: 

  1. Kaffee, Schwarztee und grüner Tee können die Werte kurzfristig um bis zu 20 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) ansteigen lassen. 
  2. Eine salzreiche Mahlzeit beeinflusst den Blutdruck und kann die Werte erhöhen. Aufpassen sollten Sie vor allem bei (tiefgekühlten) Fertiggerichten, Konserven, Brot, Käse und Wurstwaren. Sie enthalten meist reichlich Salz. Mediziner schätzen, dass rund 50 Prozent der Bluthochdruckpatientinnen und -patienten salzempfindlich sind. 
  3. Alkoholkonsum ist ebenfalls ein Einflussfaktor, da er unter anderem das sympathische Nervensystem anregt. Teilweise ist ein Blutdruckanstieg von bis zu 7 mmHg des oberen Wertes (systolisch) und 5 mmHg des unteren Wertes (diastolisch) möglich. Beim Mann sind die Anstiege des Blutdrucks stärker als bei der Frau und bei Rauchern stärker als bei Nichtrauchern. 
  4. Stress, psychische Belastungen und Aufregung lassen den Blutdruck steigen. Nicht umsonst liegen die Grenzwerte für die Blutdruckmessung in der Arztpraxis höher. Meist sind die Patientinnen und Patienten vor der Messung etwas aufgeregt. Mediziner sprechen dann von „Weißkittelhochdruck“. 
  5. Rauchen lässt den Blutdruck ebenfalls steigen und kann eine Ursache von Blutdruckschwankungen sein. 
  6. Vergessene Medikamente beziehungsweise die Einnahme bestimmter Medikamente sind ein häufiger Auslöser der Blutdruckschwankungen. 
  7. Sport wirkt sich auf die Blutdruckwerte aus. Beim Sport und kurz nach dem Sport sind die Werte höher, in der Ruhephase sinken sie ab. 

 

 

Besorgt wegen Blutdruckschwankungen? Fünf Tipps

Was können besorgte Bluthochdruckpatientinnen und -patienten tun? Fünf Tipps:

1

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Zögern Sie nicht, bei Unsicherheiten oder Sorgen bezüglich der Blutdruckschwankungen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt anzusprechen.

2

Vorbereitet sein

Bereiten Sie sich schon im Vorfeld auf Blutdruckschwankungen vor. Klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, was Sie im Bedarfsfall tun sollen.

3

Medikationsplan

Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen Medikamentenplan erstellen. So haben Sie alle Medikamente im Blick.

4

Tagebuch führen

Notieren Sie, wann die Schwankungen kommen, wie stark sie sind, wie lange sie anhalten und was Sie davor getan haben. So bekommen Sie einen Überblick.

5

Langzeitmessung

Fragen Sie Ihren Arzt, ob er eine 24-Stunden-Blutdruckmessung für erforderlich hält. Die Messung zeichnet 24 Stunden Ihre Blutdruckwerte auf.

Blutdruckschwankungen: Wann Basismedikation ändern?

Lediglich in Fällen, in denen die Basismedikation zwar überwiegend wirksam ist, es aber dennoch zwischenzeitlich zu Blutdruckspitzen kommt, kann die zusätzliche Einnahme spezieller Medikamente zur Behandlung solcher Blutdruckschwankungen notwendig werden. Doch auch diese sollte nur nach Absprache mit ihrem Arzt und unter Einhaltung der empfohlenen Dosis erfolgen. „Eine stabile Blutdruckeinstellung ist nur möglich, wenn Blutdruckmedikamente nicht „bei Bedarf“ eingenommen werden“, sagt Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München.

Schwankender Blutdruck im Tagesverlauf

Neben den äußeren Einflussgrößen für Blutdruckschwankungen unterliegt der Körper ganz natürlichen Veränderungen im Tagesverlauf. Mediziner sprechen von einem Tagesrhythmus der Blutdruckwerte, dem sogenannten circadianen Rhythmus. „Morgens zwischen acht und neun Uhr ist ein erster Gipfel, mittags ein Abfall der Werte zu beobachten und spätnachmittags zwischen 16 und 18 Uhr kommt es zu einem zweiten Gipfel. Während der Nachtstunden sollte der Blutdruck abfallen“, erklärt Prof. Schunkert. Diese Blutdruckveränderungen, die ohne willkürliches Zutun erfolgen und vom autonomen Nervensystem gesteuert werden, sind in der Regel sowohl bei Menschen mit normalem Blutdruck anzutreffen als auch beim sogenannten primären Bluthochdruck. Schätzungsweise 80 bis 90 Prozent der Bluthochdruck-Betroffenen haben einen primären Bluthochdruck. „Primär“ bedeutet, dass für den Bluthochdruck keine Ursache erkennbar ist. Der „sekundäre“ Bluthochdruck hingegen ist die Folge einer bestimmten Erkrankung oder Ursache, zum Beispiel einer gestörten Nierendurchblutung. 

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

Ihre Fragen

  1. Bei den meisten Menschen schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages. Erfahren Sie, welcher Verlauf normal ist und wann eine Abklärung erfolgen sollte?

    Wolfgang Mäurer

    Prof. Dr. med.

  2. Manchmal liegt es an ganz einfachen Dingen, warum sich keine befriedigenden Werte einstellen und Probleme auftreten.

    Vinzenz Graf von Kageneck

    Dr. med.

  3. Sind lediglich am Morgen die Werte immer mal wieder erhöht, ist es wichtig, dass Sie nicht sofort die Dosierung der Medikamente ändern.

    Gerd Bönner

    Prof. Dr. med.

Broschüre

Abbildung einer Zeitschrift
  • Unabhängige Informationen
  • Von Herzexperten verfasst
  • Medizinisches Wissen einfach geschrieben
  • Verfasst nach aktuellem medizinischen Wissenstand

Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung 

 In welchem Alter sollte der Blutdruck wie tief gesenkt werden? Welche Ernährung ist bei einem Bluthochdruck sinnvoll? Das und vieles mehr beantwortet die Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung.

5 Kommentare

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Peter P. Starnberg

Klar und deutlich, doch zurückhaltend höflich, diese "Lehrstunde" zum Fehlverhalten des Patienten. Danke.

Helmut H. Schwalmstadt

Vielen Dank, werde diese Medikation mit meinem Hausarzt besprechen.

Aabine F. Werchau

Sehr gute Info die ich bei meinem Arzt vorbringen kann um besser ein gestellt zu werden Danke

Bärbel B. Oberhausen

Meine Mutter war seit September das 4. mal wegen überhöhten Blutdruck im Krankenhaus. Sie sitzt heute wieder auf ihre Tasche weil der gerade wieder so hoch ist. Zuhause nimmt sie schon Spray für unter der Zunge wenn es ganz schlimm wird. Wir sind mit ratlos was noch gemacht werden soll. Sie bekommt noch Medikamente wegen Schmerzen an der Wirbelsäule und hat Zucker der aber gut eingestellt ist. Sind dankbar für jeden Rat.

Ernste Wesseling

Ich habe das gleiche Problem. Leider bin ich in der Ecke der Übervorsichtigen und psychisch Kranken gelandet. Ich habe mich aber dazu durchgerungen in Zukunft meinen Arzt zu wechseln. Ich würde mit meinen Problemen gerne ernst genommen werden. Habe z. B. auch die Sorge bei der Blutdrucksenkereinnahme zu viel zu bekommen und dann quasi umzukippen. Danke für diesen Beitrag.