Artikel

Herzstolpern: Ursachen sind häufig Extrasystolen

Einzelne Extraschläge des Herzens sind meist harmlos. In einigen Fällen steckt jedoch eine Herzerkrankung dahinter.

Frau fasst sich an das Herz
lev dolgachov - adobe.stock.com

Fast jeder kennt es, dass das Herz bei Stress oder Erschrecken mal „stolpert”. Unangenehm oder sogar beängstigend kann es sein, wenn das Herzstolpern in Ruhe auftritt. Spüren Sie dies häufiger oder treten weitere Beschwerden auf, sollten Sie die Ursache ärztlich abklären lassen. 

Stress oder Aufregung als Ursachen für Herzstolpern

Eine häufige Ursache für Herzstolpern sind Extraschläge des Herzens, die etwas früher als der normale Herzschlag einsetzen, sogenannte Extrasystolen. Sie können als Einzelschläge, Doppelschläge oder Salven auftreten. Bei gesunden Menschen werden sie häufig durch Stress, Aufregung, Angst oder Freude verursacht. Auch nach dem Genuss von Alkohol, Nikotin oder Kaffee können Extrasystolen auftreten. Eine weitere Ursache für Herzstolpern sind Verschiebungen der Elektrolyte im Blut, beispielsweise nach dem Sport oder dem Saunieren. Insbesondere ein kurzfristiger Mangel an Kalium oder Magnesium kann Herzstolpern auslösen. Außerdem können Erkrankungen der Schilddrüse Auslöser für Extrasystolen sein.

Herzstolpern im Liegen

Einige Menschen spüren, dass Herzstolpern vorwiegend oder ausschließlich in Ruhe, beispielsweise im Liegen, auftritt. Die Ursachen sind häufig die gleichen wie die oben genannten. Die Extraschläge können in Ruhe leichter auftreten, da der langsamere Grundrhythmus das Auftreten von Extrasystolen eher zulässt als ein schnellerer Grundrhythmus. Zudem werden in Ruhe Extraschläge besser wahrgenommen als während einer Aktivität, weil Ablenkung fehlt.

Vorhofflimmern als Ursache für Herzstolpern

Eine weitere wichtige Ursache von empfundenem Herzstolpern ist Vorhofflimmern. Es tritt zunächst meist sporadisch auf und hält mindestens 30 Sekunden oder länger an. Neben dem Herzstolpern, vor allem im Sinne eines unregelmäßigen Herzschlages, spüren Betroffene häufig eine deutliche Leistungseinschränkung, gelegentlich auch Herzrasen, Übelkeit oder ein Angstgefühl. Allerdings bemerken nur 20 bis 50 Prozent der Menschen mit Vorhofflimmern entsprechende Symptome. Daher wird es häufig nur zufällig entdeckt. Vorhofflimmern birgt das Risiko, Schlaganfälle auszulösen. Um das Schlaganfallrisiko zu minimieren, benötigen die meisten Betroffenen dauerhaft ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung (orale Antikoagulation). Diese Behandlung soll die Bildung von Gerinnseln im linken Vorhof, die häufigste Ursache von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern, verhindern. 

Expertin

Prof. Dr. med. Ellen Hoffmann
Portrait von Prof. Ellen Hoffmann

Download- und Bestellangebot

Als Mitglied der Herzstiftung erhalten Sie Zugang zum Downloadbereich und können alle Medien direkt lesen. Gerne können Sie Informationsmaterial unter 069 955128-400 oder über den Button "Produkt bestellen" kostenfrei anfordern.

Ihre Fragen

  1. Auch wenn Extrasystolen meist ungefährlich sind, können Beschwerden so stark werden, dass eine Behandlung ratsam ist.

    Ellen Hoffmann

    Prof. Dr. med.

  2. Meist bringen Extrasystolen das Herz aus dem Takt. Erfahren Sie, ob solche Extrasystolen gefährlich sind und eine Behandlung erforderlich ist.

    Ellen Hoffmann

    Prof. Dr. med.

  3. Hier finden Sie einen Überblick über alle Sprechstunden-Fragen zu Rhythmusstörungen, Schrittmacher-Systemen und dem Defibrillator.

Unsere Empfehlungen

  1. Extraschläge des Herzens zeigen sich oft durch unangenehmes Herzstolpern. Treten die Beschwerden häufig auf, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
  2. Nicht jede Herzrhythmusstörung muss behandelt werden. Eine Abklärung der Ursachen ist dennoch sinnvoll.
  3. Nur jeder zweite Betroffene spürt Symptome. Eine Behandlung ist wichtig, um das Schlaganfallrisiko zu senken.

10 Kommentare

Sie sind bereits Mitglied? Loggen Sie sich ein, um für alle sichtbar als verifiziertes Mitglied zu kommentieren.

Folgende Angaben werden zusammen mit Ihrem Kommentar veröffentlicht. Alle Felder sind dabei optional und editierbar. Für mehr Details lesen Sie bitte die Datenschutzhinweise

Überprüfen Sie bitte das Recaptcha.
Peter Müller Hamburg

Eigentlich habe ich kein Magnesiummangel. Jedenfalls wurde dahingehend nie etwas untersucht oder festgestellt. Ich leide/litt an Herzstolperern, oftmals mehrmals täglich. Kardiologische habe ich alles zwei Mal abklären lassen. Alles in Ordnung. Trotzdem bekommt man immer eine Höllenangst, wenn das Herz stolpert. Ich habe mal angefangen 1/2 Tablette Magnesium 400 hochdosiert pro Tag zu nehmen. Seitdem sind die Herzstolperer sogut wie weg. Setze ich das Magnesium ab, kommen sie nach ein paar Tagen wieder. Seltsam und erschreckend, dass das damals kein Kardiologe in Betracht gezogen hat.

Anonymer Gast

Hab jetzt seit fast ein Monat so Herzstolpern aber ich war schon beim Arstzt und habe ein EKG gemacht
Ich habe kein schwindel oder Ohnmacht bei dem
Aber es stört mich immer nachts und morgens

Sandra Seehausen altmark

Habe oft stolpern nach aortenop.Habe dann immer schreckliche Angst.

Stephan Ringgenberg

Nachdem ich diesen Beitrag las, bin ich etwas ruhiger. Danke

Gabriele S. Leisnig

Vielen Dank für den Beitrag. Es beruhigt mich sehr da bei mir die Symptome selten auftreten. Es ist nur ganz kurz unangenehm.

E. Hannover

Ich habe seit 2-3 Jahren solch ein Herzstolpern. Zum Schluß auch immer verbunden mit leichter Atemnot. Besonders nach Stress, einem Bier oder einem Likör. Aber endlich habe ich die Hauptursache bei mir gefunden. Seit 6 Wochen habe ich kein Herzstolpern mehr. Bei mir war es der Espresso. Obwohl ich nur einen oder zwei am Tag getrunken habe. Eine Woche nachdem ich aufgehört habe den Espresso zu trinken, war alles verschwunden. Ein sehr schönen Gefühl. Besser als der Espresso.

Franz K. Waidhaus

Das war eine beruhigende Information zu dem Thema.

Petra B. Leutenberg

Ich wache manchmal nachts durch Herzstolpern auf. Durch tiefes durchatmen hört es sofort auf. Der Artikel hat mich sehr beruhigt.

Anonymer Gast

Bei mir wurde es gerade erstmals bei einem EKG festgestellt - ich hatte jedoch keines Symptome. Ab und zu leichten Schwindel für ich auch diverse Medikamente zurück, die ich einnehmen muss (Asthma, Myasteniagravis, Osteoporose)

Monika C. Paphos

Ihr Artikel beruhigt ... danke Habe demnächst grossen Belastungstest. Aber da ich sport treibe sollte alles ok sein. Postiv denken relaxen ...