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Plötzlicher Bluthochdruck – was soll ich tun?

Wie Sie sich bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg richtig verhalten und die Werte wieder in den Griff bekommen.

Arzt-Patienten-Gespräch
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Ein plötzlicher Bluthochdruck macht Angst und verunsichert: „Wie schädlich ist der plötzliche Blutdruckanstieg für meine Gesundheit?“, fragen sich Betroffene dann. Was hinter zu hohen Werten stecken kann, was Sie tun können und wann Sie zum Arzt müssen. 

Plötzlicher Bluthochdruck: Wann gefährlich? 

Plötzlicher Bluthochdruck, beispielsweise mit Werten von über 220 zu 120 mmHg, macht Bluthochdruck-Betroffenen Angst. Wie gefährlich der plötzliche Blutdruckanstieg ist und auf welche Maßnahmen es dann ankommt, zeigt vor allem das Allgemeinbefinden. „Es hängt davon ab, ob mit dem hohen Blutdruck ernste Beschwerden verbunden sind (zum Beispiel Schmerzen im Brustkorb, Atemnot oder verschwommenes Sehen). Dann handelt es sich um einen Bluthochdrucknotfall, bei dem sofort die 112 (Rettungsleitstelle) alarmiert werden muss.“, sagt Herzspezialist Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung e.V. und Direktor der Klinik für Erwachsenenkardiologie am Deutschen Herzzentrum München. 

Bluthochdruckkrise überwinden: Das können Sie tun 

Auslöser einer Bluthochdruckkrise sind häufig Stress oder eine vergessene Medikamenteneinnahme. Während einer Bluthochdruckkrise treten in der Regel keine ernsten Beschwerden auf. Oftmals ist es ausreichend, wenn sich die Betroffenen hinlegen und ausruhen. Entspannt der Körper, sinken meist auch die Blutdruckwerte. Viele haben mit ihrem Arzt zudem besprochen, was dann zu tun ist und welche Blutdrucksenker sie dann einnehmen müssen. Oftmals verschreiben Ärzte für einen solchen Fall Medikamente wie Nitrendipin 10 mg oder Nisoldipin 10 mg. Meist lassen sich die Blutdruckwerte so gut in den Griff bekommen. Zu einem Arzt sollten Betroffene gehen, wenn der Blutdruck während der Bluthochdruckkrise einen neuen Höchstwert erreicht hat oder die kommenden Tage nicht sinkt. 

Herz-Tipp:

Fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie sich bei einem plötzlichen Blutdruckanstieg richtig verhalten. Das beruhigt und gibt Ihnen ein gewisses Maß an Sicherheit. Nehmen Sie zusätzliche Tabletten immer nur nach ärztlicher Rücksprache ein. Es gibt Blutdruckmedikamente, die nicht für eine kurzfristige Blutdrucksenkung geeignet sind. Außerdem besteht das Risiko, dass es zu einer gefährlichen Überdosierung kommt.

Bluthochdrucknotfall: So reagieren Sie richtig 

Bei starken Blutdruckanstiegen sollte immer der Notarzt unter 112 gerufen werden, wenn zu dem plötzlichen Bluthochdruck mindestens eines der genannten Symptome auftritt:

  • Brustschmerzen (Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl)
  • Atemnot
  • Schwindelgefühl (eventuell mit Kopfschmerzen verbunden)
  • Seh- oder Sprechstörungen (neurologische Ausfälle)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Benommenheit
  • Krampfanfälle
  • Lähmungen

Diese Beschwerden weisen auf akute Schädigungen der vom Bluthochdruck betroffenen Organe hin. „Möglich sind Hirnödem, Schlaganfall, Hirnblutung, Herzinfarkt, Herzversagen, Lungenödem, Einrisse von Arterien, schlimmstenfalls Einrisse der Hauptschlagader und andere Störungen“, sagt Prof. Dr. med. Heribert Schunkert.

Das erste Mal Bluthochdruck: Braucht es einen Arzt?

Die Herzstiftung rät Bluthochdruckpatientinnen und -patienten, aber auch gesunden Menschen, regelmäßig den Blutdruck zu messen. So werden Schwankungen und ein plötzlich hoher Blutdruck rasch erkannt. Was tun bei plötzlichem Bluthochdruck? Wer bislang noch nichts von den zu hohen Blutdruckwerten wusste oder plötzlich eine Steigerung der Werte bei sich beobachtet, sollte immer zu einem Arzt gehen. Bluthochdruck zählt zu den Hauptrisikofaktoren für Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher ist es wichtig, die Werte im Blick zu behalten und sie möglichst gut einzustellen. Meist funktioniert das mit einem gesunden Lebensstil und der Einnahme von Blutdrucksenkern gut. 

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

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5 Kommentare

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Annette L. Marsberg

sehr hilfreich, gibt Sicherheit, was zu tun ist befinde mich in einer akuten Bluthochdruckkrise. Dank.

Andreas Bochum

Ich bin 52 Jahre alt und reise beruflich seit 20 Jahren um die Welt. Ich gebe jedem, der einen plötzlichen Bluthochdruck bekommt in Begleitung mit Brustschmerzen und Übelkeit schnellst möglich einen Artzt aufzusuchen oder einen Notarzt zu rufen. Ich habe 2018 einen Herzinfarkt in Afrika, Nigeria erlitten und diesen überlebt. Jetzt reise ich mit zwei Stents. Bitte nehmt Bluthochdruck, Brustschmerzen und Übelkeit die gleichzeitig auftreten sehr ernst.

S. Meckenbeuren

Danke für die ausführliche Information. Damit kann ich beruhigter mit meinen manchmal auftretenden Bluthochdruck umgehen.

Kerstin Berlin

Ich hatte auch einen plötzlichen hohen Blutdruck von 143 zu 97, schmerzen im Brustbereich schon den ganzen Tag. Werde das im Auge behalten. Ging mir in letzter Zeit öfter so. Herz ist alt Arzt in Ordnung, habe angst mich in was reinzusteigern. Guter Artikel

Gesa C. Stade

Kurz, präzise und aufschlussreich