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Kann Aroniasaft Bluthochdruck senken?

Aroniasaft: Blutdruckwerte senken mit der Aroniabeere – was das vermeintliche Superfood leistet

Gefäß mit Aroniabeeren. Was nützt das Superfood?
Bild von honka13 - Pixabay

Die Aroniabeere scheint eine echte Wunderbeere zu sein. Der aus der Beere gewonnene Aroniasaft soll unter anderem den Blutdruck senken, vor Gefäßverkalkung schützen und das Herz stärken. Experten sind skeptisch. Aroniasaft und Bluthochdruck: Was die Aroniabeere kann.

Was sind Aroniabeeren? 

Die Aroniabeere, auch schwarze Apfelbeere oder schwarze Eberesche genannt, hat ihren Ursprung in Nordamerika. Mittlerweile wird sie auch in Europa angebaut. In Deutschland gehören die Bundesländer Brandenburg und Sachsen zu den hauptsächlichen Anbaugebieten. Aroniabeeren sind erbsengroße violett-schwarze Scheinbeeren, die zu der Familie der Rosengewächse gehören. Sie haben einen herben, süß-säuerlichen Geschmack. Sie werden vor allem in Marmelade, Saft, Püree, Kapseln und Pulvern verarbeitet. Aroniabeeren gelten als heimisches Superfood (Superbeere). Sie sollen besonders reich an wertvollen gesundheitsfördernden Stoffen sein.

 

Drei Fakten über Aroniabeeren

14 mg

Immunbooster

14 Milligramm Vitamin C sind in 100 Gramm Aroniabeeren enthalten.
28 %

Mineralstoffe-Lieferant

1 Glas Aroniasaft deckt 28 % der täglichen Kaliumzufuhr.
8 €

Exclusives Superfood

Rund acht Euro kostet ein Liter Aroniasaft. 

Aroniasaft: Blutdrucksenker oder leeres Versprechen? 

Aroniasaft als Blutdrucksenker: So mancher Bluthochdruck-Betroffene, der seine Blutdruckwerte auf natürlichem Wege ohne Medikamente senken möchte, wird bei seinen Recherchen im Internet auf die Aroniabeere aufmerksam. Der Aroniabeere wird eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt. Doch was ist dran an der vermeintlichen Wunderbeere? Kardiologen sind skeptisch. „Zur Behandlung des Bluthochdrucks stehen uns Medikamente zur Verfügung, die bei hunderttausenden Patienten ihre Wirkung gezeigt haben und deren Nebenwirkungen sehr gering und gut kalkulierbar sind. Die Wirkung von Aroniasaft ist beim Menschen dagegen nicht in belastbaren klinischen Untersuchungen erprobt worden. Zudem sind die Nebenwirkungen nicht kalkulierbar. Dabei muss auch an mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gedacht werden. Bevor die Einnahme von Aroniasaft ärztlich empfohlen werden kann, muss daher noch viel an wissenschaftlicher Arbeit geleistet werden”, erklärt Professor Dr. med. Heribert Schunkert, Mitglied im Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen im Deutschen Herzzentrum München.

Aroniasaft als Blutdrucksenker: Beweise fehlen 

Auch die Verbraucherzentralen sind vorsichtig: Klinische Studien zu den vermeintlichen Versprechen wie Stärkung des Immunsystems, Schutz vor Krebs und einer blutdrucksenkenden Wirkung gibt es den Verbraucherschützern zufolge nicht. Was aber stimmt: Aroniabeeren sind – ebenso wie Heidelbeeren, Brombeeren und Holunderbeeren – reich an sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoiden und phenolischen Säuren. Diese Substanzen können freie Radikale neutralisieren und so helfen, Zellschäden zu verhindern. Anthocyane und Proanthocyane beispielsweise sind für die rote bis schwarze Färbung der Früchte verantwortlich. Außerdem enthalten Aroniabeeren reichlich Vitamin C, Eisen, Folsäure und Jod. 

Achtung!

Allerdings enthalten die Kerne der Aroniabeere geringe Mengen an Amygdalin, welches im Körper giftige Blausäure freisetzen und zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Das Fazit der Verbraucherschützer lautet daher: Der Verzehr kleiner Mengen Aroniabeeren ist gesundheitlich unbedenklich und kann zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung beitragen. Eine blutdrucksenkende Wirkung sollte man sich nicht erhoffen.

Statt Aroniasaft: sechs Tipps zur Blutdrucksenkung 

Statt zu Aroniasaft oder zu Kapseln und Pulvern mit Aroniabeeren zu greifen, können Sie Ihren Blutdruck preiswerter und erfolgreicher mit den folgenden, von Kardiologen bestätigten Tipps senken:

  • Vermeiden Sie Übergewicht.

  • Sorgen Sie für mehr Bewegung im Alltag und treiben Sie Sport.

  • Kochen Sie mit wenig Salz und verzichten Sie weitestgehend auf salzreiche Fertigwaren wie Fertiggerichte, Wurst und Käse.

  • Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol.

  • Vermeiden Sie Stress.

  • Rauchen Sie nicht.

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

Ihre Fragen

  1. Fast immer kommen zur Blutdrucksenkung auch natürliche Maßnahmen in Frage. Erfahren Sie, inwieweit auch Aroniasaft dazuzählt.

    Dieter Klaus

    Prof. Dr. med.

  2. Besteht der Wunsch nach einer homöopathischen Bluthochdruck-Behandlung, sollten Sie unbedingt vorher mit ihrem behandelnden Arzt sprechen.

    Harald Klepzig

    Prof. Dr. med.

  3. Kann die Einnahme homöopathischer Arzneimittel eigentlich ein Risiko darstellen? Kommt drauf an, lautet die Antwort.

    Felix Friedrich

    Privatdozent​​​​​​​ Dr. med.

Unsere Quellen:

  • https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/trendbeere-aronia-7899 (Stand: 2019)
  • https://www.bzfe.de/_data/files/eif_180708_gesamt_aronia.pdf (Stand: 2018)

5 Kommentare

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Franz L. Graz

Ich hatte früher immer einen sehr hohen Blutdruck und nahm Medikamente. Auch hatte ich oft Nasenbluten. Mit der Einnahmevon Aronia- Saft verschwand das Nasenbluten und der Blutdruck war ohne Medikamente wieder normal.

Kexel Röttenbach

Werde versuchen unter stetiger Kontrolle die Menge meiner Blutdrucksenker zu reduziern. Sollte ich Erfolg haben, werde ich es Ihnen mitteilen.

Sigrid B. Bernburg (Saale)

Seit ich Aroniasaft täglich trinke ist mein Blutdruck normal. Etwa 200ml

Sebastian C. Frasnacht

Ich trinke jeden Tag handgepflücken Aroniasaft ca. 2 l seit Jahren. Fühle mich top, bin 69 Jahre. Einzig mein leicht erhöhter Blutdruck muss ich korrigieren. Meine Werte beim Urologen sind seit 9 Jahren immer sensationell mit 1,5 ARONIA entlastet die Krankenkasse!! Meine klare Überzeugung!

Hans-Joachim D. Friedberg

Diese Info war für mich sehr lehrreich. Ich habe seit einigen Jahren selbst Aroniasträucher im Garten angebaut und esse sie vom Strauch. Die Saison ist leider sehr kurz und die lieben Vögel mögen die Beeren auch sehr gerne.