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Diastolischer und systolischer Blutdruck

Was hinter den Begriffen diastolischer Wert und systolischer Wert steckt und was sie über Ihre Gesundheit verraten.

Systolischer Bluthochdruck
Photo Sesaon - stock.adobe.com

Diastolischer Blutdruck und systolischer Blutdruck: Beide Werte verraten, wie es um den Druck in Ihren Gefäßen bestellt ist. Doch was ist der Unterschied zwischen diastolischem Wert und systolischem Wert? 

Systolischer und diastolischer Wert: Normalwerte

Blutdruckwerte sollten bei der Messung beim Arzt unter 140 zu 90 mmHg liegen. Wer zu Hause misst, sollte Werte unter 135 zu 85 mmHg haben. Die Werte in der Praxis liegen höher, da viele Menschen vor der Messung etwas aufgeregt sind und der Blutdruck dadurch steigt. Sind die Grenzwerte 140 zu 90 mmHg beziehungsweise 135 zu 85 mmHg erreicht oder überschritten, sprechen Mediziner von Bluthochdruck. Sie möchten wissen, welche diastolischen und systolischen Werte Ihr Blutdruck aufweist? Lassen Sie Ihren Blutdruck bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen messen. Auch viele Apotheken bieten Blutdruckmessungen an – fragen Sie nach. Messen Sie zuhause mit Ihrem eigenen Messgerät Ihren Blutdruck, sollten Sie vor der Messung im Sitzen mindestens fünf Minuten körperliche Ruhe einhalten. Trinken Sie zuvor weder Kaffee noch Alkohol, da diese den Blutdruck beeinflussen. Messen Sie den Blutdruck zwei- oder dreimal in Folge mit einer Pause von einer halben Minute. Der Durchschnittswert Ihrer letzten beiden Messungen ist maßgeblich.

Herz-Tipp:

Erfassen Sie zu Beginn Ihren Blutdruck an beiden Armen. Die weiteren Messungen führen Sie an dem Arm durch, an dem Sie die höheren Werte gemessen haben. Für die Diagnose "Bluthochdruck" müssen nicht beide Grenzwerte des Blutdrucks überschritten sein. Auch wenn nur einer der beiden Grenzwerte erreicht ist, liegt ein Bluthochdruck vor.

Der systolische Wert ist erhöht

„Ist nur der obere (systolische) Blutdruckwert erhöht, handelt es sich um eine isolierte systolische Hypertonie. Meist kommt diese Form des Bluthochdruckes bei älteren Menschen vor. Hauptursache für den systolischen Bluthochdruck ist die altersbedingte Arteriosklerose der Hauptschlagader beziehungsweise der großen Gefäße, was zu einer verminderten Gefäß-Elastizität führt.“, erklärt Professor Dr. med. Heribert Schunkert, Mitglied im Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Klinikdirektor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen  im Deutschen Herzzentrum München. Unbehandelt ist der isolierte systolische Bluthochdruck ebenso gefährlich wie ein Bluthochdruck beider Blutdruckwerte.  

Der diastolische Wert ist erhöht

Ist ausschließlich der untere Blutdruckwert erhöht, sprechen Mediziner von einem diastolischen Hochdruck. Dieser ist häufiger bei jungen Bluthochdruckpatienten zu finden. Zu den Auslösern gehören sekundäre Ursachen des Bluthochdrucks, darunter Nierenerkrankungen, endokrinologische Erkrankungen wie Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Cushing-Syndrom und Conn-Syndrom, Atemaussetzer beim Schlafen (Schlafapnoe-Syndrom), Schwangerschaftshypertonie, Verengung der nierenversorgenden Arterie aufgrund von Verkalkungen (Arteriosklerose).

Blutdruck senken: Was hilft? 

Welche Blutdrucksenker und Lebensstilfaktoren Ihnen helfen, Ihren Blutdruck zu senken. 

Blutdruckwerte

1/3

Schwer einstellbarer Bluthochdruck

Nur etwa ein Drittel der Bluthochdruckpatientinnen und -patienten erreicht den angestrebten Blutdruck von unter 140 zu 90 mmHg.
120/80

Normalwerte

Der ideale Blutdruck liegt zwischen 120-130 zu 70-80 mmHg. Insbesondere bei jungen Hypertonikern sollte dieser Bereich angestrebt werden.
<140

Bluthochdruck im Alter 

Bei unter 140 mmHg sollte der systolische Blutdruck bei über 80-Jährigen liegen. 

Experte

Prof. Dr. med. Heribert Schunkert
Portrait von Prof. Heribert Schunkert

Broschüre

Abbildung einer Zeitschrift
  • Unabhängige Informationen
  • Von Herzexperten verfasst
  • Medizinisches Wissen einfach geschrieben
  • Verfasst nach aktuellem medizinischen Wissensstand

Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung 

 In welchem Alter sollte der Blutdruck wie tief gesenkt werden? Welche Ernährung ist bei einem Bluthochdruck sinnvoll? Das und vieles mehr beantwortet die Bluthochdruck-Broschüre der Herzstiftung.

Ihre Fragen

Menschen-Feier
lev dolgachov
Wie sich Alkohol auf den Blutdruck auswirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Worauf sollten Sie achten?

Dieter Klaus

Prof. Dr. med.

  1. Was Sie tun können, wenn der Blutdruck trotz der Einnahme von zwei Blutdruck-Medikamenten immer noch nicht ausreichend runtergeht

    Gerd Bönner

    Prof. Dr. med.

  2. Lesen Sie, ob es sinnvoll ist an warmen Sommertagen we­ni­ger Blutdruck-Medikamente einzunehmen?

    Dieter Klaus

    Prof. Dr. med.

  3. Bei den meisten Menschen schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages. Erfahren Sie, welcher Verlauf normal ist und wann eine Abklärung erfolgen sollte?

    Wolfgang Mäurer

    Prof. Dr. med.

7 Kommentare

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Christa Mai münchen

Ich habe mal in "Herz Heute" gelesen, dass eine Diastole unter 70 nicht gut sei. In dieser Broschüre stand auch die Begründung.
Ich, geb.1934, habe z.Zt. 128/60/76 bzw. 129/59/75. Fühle mich sehr matt und antriebslos.
Wäre nett, wenn Sie mir Schreiben würden in welchem Heft der Artikel war. Ich habe alle Hefte aufgehoben.

Deutsche Herzstiftung

Die Artikel zu dem Thema finden Sie in den Heften:

HERZ heute 2/2016 ab Seite 4 (Artikel) und HERZ heute 1/2018 Seite 45 (Sprechstunde)

Dominik J. Wien

In wenigen Worten gut erklärt, war sehr hilfreich, wenn man einen Angehörigen für eine Operation vorbereiten muss. Im Rahmen dieser Vorbereitung muss für den Blutdruck eine Historie aufgebaut werden.

Michael M. Berlin

Der Pumpvorgang und die daraus resultierenden Druckwerte wurden allgemeinverständlich erklärt.

Renate J. Lörrach

Für mich war es ein guter Hinweis, seitdem bin ich auch Mitglied bei der Herzstiftung. Hier bekommt man gute hilfreiche Informationen.

Dietrich Biblis

Klasse so gut wurde es mir noch nie erklärt selbst mein Hausarzt konnte es mir nicht erklären er sagte immer nur „ja das ist eben der Unterschied zwischen den beiden Pumpvorgängen“

Hugo Messerschmitt

Sehr gut erklärt, auch für einen Laien.