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Vorhofflimmern: Diagnose oft nur mit Langzeit-EKG

Anfallsartiges Vorhofflimmern wird manchmal erst durch Zufall entdeckt.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern – viele davon, ohne es zu wissen. Herzstolpern und ein schneller Herzschlag sind erste Hinweise auf die Herzrhythmusstörung. Eine sichere Diagnose von Vorhofflimmern ist nur per Elektrokardiogramm (EKG) möglich.  

Paroxysmales Vorhofflimmern

Bei vielen Betroffenen tritt Vorhofflimmern zunächst anfallsweise auf (paroxysmales Vorhofflimmern): Beschwerden wie Herzstolpern, Herzrasen, Unruhe oder ein Schwächegefühl treten plötzlich auf und halten für einige Stunden bis Tage an. Die Beschwerden können sehr unangenehm sein, verschwinden aber nach einiger Zeit von selbst. Dennoch sollten Sie mit solchen Symptomen zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen, um abzuklären, ob dahinter ein paroxysmales Vorhofflimmern steckt. Denn aus anfallsartigem Vorhofflimmern entwickelt sich häufig mit der Zeit ein dauerhaftes Vorhofflimmern, das dann persistierendes Vorhofflimmern oder auch nach langer Dauer permanentes Vorhofflimmern genannt wird. 

Persistierendes Vorhofflimmern

Persistierendes, also dauerhaftes Vorhofflimmern, endet nicht von selbst. Es muss medikamentös oder per Elektroschock (Kardioversion) beendet werden. Die Diagnose ist einfacher als bei paroxysmalem Vorhofflimmern, denn der unregelmäßige Herzschlag zeigt sich schon im EKG. In einigen Fällen lässt sich das Vorhofflimmern nur schwer oder gar nicht mehr beenden, es ist chronisch geworden. Diese Form des Vorhofflimmerns heißt dann: permanentes Vorhofflimmern.

Ärztin schaut sich EKG an
© Evgeniy Kalinovskiy - adobe.stock.com

Diagnose per EKG

Besteht der Verdacht auf Vorhofflimmern, fragt der Arzt oder die Ärztin zur Diagnose zunächst nach Vorerkrankungen und Beschwerden und fühlt den Puls. Eine sichere Diagnose ist jedoch nur mittels EKG möglich. Im Ruhe-EKG zeigt sich Vorhofflimmern durch typische Abweichungen vom normalen Sinusrhythmus. Beim paroxysmalen Vorhofflimmern kann es sein, dass das EKG zur Zeit der Messung einen normalen Rhythmus anzeigt. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, ein 24-Stunden- oder länger dauerndes Langzeit-EKG anzufertigen.

Abbildung von einem Ereignissrekorder
© herzmedizin.berlin EKG-Rekorder: Ein kleines EKG_Aufzeichnungsgerät, das über einen kleinen Hautschitt unter die Haut geschoben wird und von dort über 3 Jahre das EKG aufzeichnet.

Langzeit-EKG zur Diagnose 

Für ein 24-Stunden-EKG erhält der Patient oder die Patientin ein tragbares Gerät, das die Herzströme über 24 Stunden lang oder länger aufzeichnet. Tritt in diesem Zeitraum Vorhofflimmern auf, dokumentiert das Gerät die Abweichung und die Ärztin oder der Arzt kann die Diagnose Vorhofflimmern stellen. Manchmal genügt auch ein Langzeit-EKG nicht, um das Vorhofflimmern zu dokumentieren. In diesen Fällen kann ein Ereignisrekorder helfen, das Vorhofflimmern zu entdecken. Dieser Rekorder überwacht das Herz kontinuierlich über 3 Jahre.Sind die Symptome auf Vorhofflimmern zurückzuführen, wird dies von dem Gerät dokumentiert. 

Diagnose Vorhofflimmern – und jetzt? 

Steht die Diagnose Vorhofflimmern fest, gilt es, die Ursachen sowie die passende Behandlung zu finden. Mögliche Ursachen wie Bluthochdruck oder Schilddrüsenüberfunktion sollten in jedem Fall behandelt werden. Ob eine medikamentöse Behandlung des Vorhofflimmerns in Frage kommt oder eventuell eine Katheterablation, sollten Sie in einem ausführlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt klären. 

Experte

Prof. Dr. med. Andreas Götte
Portrait von Prof. Andreas Götte

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