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Psyche und Stress: So schützen Sie Ihr Herz!

Bei psychischen Belastungen kann unser Blutdruck gefährlich ansteigen – lesen Sie hier, wie Sie in Balance bleiben

Mann lehnt sich an die Pinnwand
Nattakorn - stock.adobe.com

Stress wird häufig als harmlose Alltagserscheinung hingenommen. Dabei ist er einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Herz und Stress: Wenn der seelische Druck zu groß wird

„Ich habe solchen Stress“ – fast jeder von uns hat diesen Satz schon einmal gesagt. Heutzutage stehen die meisten Menschen unter enormem Druck. Ob verstopfte U-Bahnen am Morgen, das lärmende Verkehrschaos, Ärger am Arbeitsplatz oder belastende Situationen in der Familie – psychischer Stress kann unserem Herzen unter Umständen beträchtlich schaden. Denn Stress sorgt dafür, dass unser Blutdruck ansteigt. Im schlimmsten Fall – bei ständigem Stress – kann das zu einem Herzinfarkt, einer Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Herzversagen führen. 

Stress? Was ist das eigentlich?

Um zu verstehen, warum Stress unserem Herzen schaden kann, müssen wir verstehen, was psychische Anspannung in uns auslöst.  Eigentlich ist Stress nämlich etwas ganz Natürliches. Wir brauchen ihn sogar, um die Anforderungen, die an uns gestellt werden, zu bewältigen. Er mobilisiert unsere Energie und bringt unser Nervensystem auf Hochtouren. Allerdings muss nach der Anspannung eine Phase der Entspannung folgen. Unsere Seele und unser Körper sind darauf angewiesen, dass wir zwischen Spannung und Entspannung pendeln. Bleibt die Entspannung aus, entsteht Dauerstress. Unser Blutdruck bleibt dann dauerhaft zu hoch, und auch die Blutgefäße verengen sich und verstopfen leichter, weil sich die Blutgerinnung bei Stress verändert. Es drohen Herzkrankheiten. Außerdem schütten wir zu viel Insulin aus, was zu Diabetes führen kann. Unser Immunsystem wird schwächer und möglicherweise leiden wir unter Schlafstörungen. 

Angst belastet die Psyche

Liegt bereits eine Herzkrankheit vor, kann auch das die Psyche stark unter Stress setzen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Therapie mit zusätzlichen Belastungen einhergeht – etwa mit Schockabgaben eines implantierten Defibrillators oder häufigen Krankenhausaufenthalten. Daraus können sich Ängste und psychische Probleme entwickeln, die das Herz belasten. So entsteht häufig ein Teufelskreis aus Herzkrankheit und Problemen mit der Psyche. Um gar nicht erst hineinzugeraten, arbeiten inzwischen viele kardiologische Akutkliniken eng mit psychosomatischen Diensten zusammen. Sie bieten unterstützende Gespräche sowie Hilfe bei der Therapieplanung an.   

Stress abbauen – aber wie?

Sie stehen im Stau und müssen pünktlich zu einem Termin? Dann versuchen Sie, die Situation einmal ganz bewusst von oben bzw. von außen zu betrachten. So schaffen Sie emotionale Distanz und werden schnell zu dem Ergebnis kommen, dass der Stau ein Tatbestand ist, den Sie nicht beeinflussen können. Wenn Sie sich aufregen, wird die Situation für Sie nur schlimmer. Dieser Wechsel in die Vogelperspektive ist eine der wirkungsvollsten Techniken, um Stress zu umgehen.

Bereits eine halbe Stunde Nordic Walking, Schwimmen oder Joggen kann Ihr Stress-Level enorm senken. Toller Nebeneffekt: Sport gehört gleichzeitig zu den besten Mitteln gegen Schlafprobleme. Wichtiger Tipp: Nicht abends direkt vor dem Schlafengehen trainieren, sondern tagsüber.

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Sie geraten immer wieder mit demselben Kollegen in Konflikte? Im Streit mit dem Partner oder der Partnerin geht es immer um dieselben Themen? Dann probieren Sie, diese Konfliktsituationen aufzulösen. Versuchen Sie zu verdeutlichen, dass Sie ein wohlwollendes Miteinander anstreben und geben Sie Ihrem Gegenüber auch genügend Raum für Argumente. Natürlich lassen sich so nicht alle Probleme aus der Welt schaffen. Bei großen Belastungen können Partner- oder Familientherapien helfen. Auch bei beruflichen Problemen können Sie sich Beratung suchen.

Ob Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training – Entspannungstechniken sind ein hervorragendes Mittel gegen Stress. Was am besten hilft? Das erfahren Sie nur durch Ausprobieren. Manche Menschen entspannen beispielsweise am besten allein und in völliger Ruhe. Andere fühlen sich in einer Gruppe am wohlsten. Wichtig ist es, die ausgewählte Technik regelmäßig zu üben, damit Sie sie in Stress-Situationen abrufen können.

Ein Hobby kann wahre Wunder bewirken. Sie treffen sich liebend gerne mit Freunden, singen im Chor oder spielen Handball? Prima! So lassen sich angespannte Büro-Situationen effektiv in den Hintergrund rücken – und Sie schaffen Platz für positive Energie.

Nach einem stressigen Tag wirken Couch und Fernseher natürlich verlockend. Allerdings sind wir beim Fernsehen passiv, was uns bei Stress-Abbau nicht weiterhilft. Suchen Sie sich lieber schöne Alternativen wie ein gemeinsames Abendessen mit der Familie. Wenn Ihnen der TV-Verzicht schwerfällt, dann könnte Ihnen ein Fernsehplan helfen. Halten Sie schriftlich fest, an welchen Tagen Sie fernsehen möchten und wann Sie bewusst eine Pause einlegen.

Zwar gibt es Medikamente, die beruhigend wirken und Stress-Gefühle vermindern. Allerdings sollten solche Arzneimittel immer nur unter kritischer Kontrolle eines erfahrenen Arztes zum Einsatz kommen und nicht einfach im Internet bestellt werden. Bestes Beispiel sind Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine, die für eine langfristige Stress-Bewältigung oft völlig ungeeignet sind, da sie schon nach wenigen Wochen zur Abhängigkeit führen. Sie sind eher für extreme Krisensituationen und nur für kurze Zeit geeignet.

Wer viel Stress hat, achtet häufig nicht ausreichend auf einen gesunden Ernährungsstil. Oft vernachlässigen wir nicht nur die Auswahl hochwertiger Lebensmittel, wir essen auch zu viel und trinken vermehrt Alkohol. Kommt ein Bewegungsmangel hinzu, ist Übergewicht die typische Folge – was häufig zur Verstärkung von Stress-Gefühlen führen kann. Achten Sie daher auch in schwierigen Lebensphasen unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung.

Diese Musikrichtungen sind gut für Ihr Herz!

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Experte

Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig
Portrait von Prof. Karl-Heinz Ladwig

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Matthias Lindner
Wie wirkt Stress auf die Gesundheit? Wie geht man mit belastenden Phasen im privaten um? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Broschüre.

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