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Herzprobleme bei Kälte: So schützen Sie sich im Winter

Minusgrade lassen den Blutdruck steigen – diese Tipps sollten Herzpatienten beachten

Frostige Temperaturen können Menschen mit Herzproblemen empfindlich schaden. Es kann sogar eine gefährliche Überlastung des Herzmuskels entstehen.

So kommen Sie gesund durch den Winter 

Viele Menschen kennen das Phänomen: Sinken die Temperaturen, reagieren sie mit meist harmlosen Symptomen wie Kreislaufproblemen, Müdigkeit oder schlechtem Schlaf. Für Menschen mit Herzproblemen können Minusgrade allerdings zu einem ernsten Problem werden. Denn extreme Kälte bringt unseren Körper ganz schön durcheinander: Die Blutgefäße der Haut und verschiedener anderer Körperregionen können sich stark verengen. Der Blutdruck steigt dann an und das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand durch die Adern pumpen. Das kann einen hohen Dauerstress für den Herzmuskel und die Gefäßwände darstellen – es kann sogar eine gefährliche Überlastung des Herzmuskels entstehen. Es gibt zahlreiche Statistiken, die belegen, welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Winter besonders häufig auftreten oder sich besonders häufig verschlechtern. In folgenden Fällen sollten Patienten besonders auf sich achtgeben:

  1. bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK)
  2. nach einem Herzinfarkt
  3. bei Angina-Pectoris-Beschwerden
  4. bei Bluthochdruck, Herzschwäche, Vorhofflimmern
  5. bei tiefen Beinvenen-Thrombosen

Darüber hinaus existieren erste Hinweise auf ähnliche Zusammenhänge zwischen der kälteren Jahreszeit und dem häufigeren Auftreten von Schlaganfällen, Lungenembolien und bestimmten Herzrhythmusstörungen.

Wichtig zu wissen:

Auch Gesunde sollten Herzschmerzen bei Kälte unbedingt ernstnehmen! Wenn Sie bei frostigen Temperaturen vor die Tür gehen und plötzlich einen Druck oder ein Brennen im Brustkorb oder Atemnot bekommen, ist das ein Warnzeichen. Sie sollten sich dringend von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt untersuchen lassen.

 

So verhindern Sie Herzprobleme bei Kälte

Einzelne Studien deuten darauf hin, dass in manchen Fällen eine zu kalte Wohnung für winterliche Blutdruckanstiege mitverantwortlich sein könnte. In einer japanischen Untersuchung an Gesunden zeigten sich z. B. messbar niedrigere Blutdrücke bei einer Raumluft von 24 °C gegenüber 14 °C.

Regelmäßige Bewegung zählt zu den besten natürlichen Blutdrucksenkern, die abgesehen von einer medikamentösen Therapie existieren.

Steigt der Blutdruck bei kaltem Wetter an, kann eine Dosis-Anpassung der Blutdruckmedikamente eine Lösung sein. Halten Sie vor einer Medikamentenanpassung jedoch immer Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.  

Experte

Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig
Portrait von Prof. Karl-Heinz Ladwig

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