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Wandern macht das Herz stark

Warum Wandern ein echter Geheimtipp für Ihr Herz ist und selbst leichte Wanderungen viel bewegen.

Zwei Menschen Wandern im der Natur
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Wandern Sie gerne durch die Natur? Dann haben Sie den perfekten Fitmacher für Ihr Herz entdeckt. Bereits eine leichte Wanderung wirkt sich positiv auf das Herz aus und bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Doch was genau macht Wandern so gesund? 

Warum Wandern dem Herzen guttut

Regelmäßiger Ausdauersport gehört zu den besten Möglichkeiten, das Herz zu schützen und es bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu stärken. Wandern gehört zu den sanfteren Ausdauertrainings. Beim Wandern werden nur relativ geringe Belastungsintensitäten erreicht – doch das macht es nicht weniger effektiv: Bereits leichte Wanderungen haben positive Effekte auf Herz und Kreislauf. Für Herzspezialisten ist Wandern daher eine gute Ergänzung zu anderen Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren und Schwimmen. 

Für wen ist Wandern geeignet?

Wandern ist im Prinzip für jeden geeignet. Die Wanderrouten sowie die Intensität der Ausflüge können problemlos an die aktuelle Gesundheitssituation angepasst werden. Gut Trainierte kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Steigungen, unebene Pfade und lange Strecken bieten ausreichend Herausforderungen. Wichtig ist, sich vor der Wanderung über die gewählte Wanderroute zu informieren – damit sie nicht zur Unter- oder Überforderung wird. 

Darf ich mit verkalkten Gefäßen in die Berge?

Leichte Wanderungen im Flachland und bis 1.500 Meter Höhe sind in der Regel auch für Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) kein Problem. Wichtig ist, dass die Herzkrankheit gut behandelt und stabil ist. Ob es in den Bergen für Herzpatientinnen und -patienten gefährlich werden kann, ist abhängig von der jeweiligen Herzerkrankung und der körperlichen Fitness. Betroffene sollten vor Wanderungen im Hochgebirge daher unbedingt mit dem Arzt über das Vorhaben sprechen. Mit Hilfe eines Belastungs-EKGs, bei dem die elektrische Herzaktivität unter Belastung gemessen wird, kann der Arzt die individuelle Belastungsgrenze ermitteln. Wenn dabei ohne Probleme 120 bis 150 Watt erreicht werden, steht der Bewegung in luftiger Höhe in der Regel nichts mehr im Wege. Allerdings sollte man bedenken, dass möglicherweise über einige Zeit kein Mobilfunkkontakt mit der Außenwelt besteht.  

Was ist eine KHK?

Durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) kommt es zu Einengungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) und zur Minderversorgung bestimmter Herzbereiche mit Sauerstoff und Nährstoffen. Diese Mangelversorgung des Herzens bezeichnen Mediziner als koronare Herzkrankheit, kurz KHK. Zu den Folgen der KHK gehören Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt. Die koronare Herzkrankheit gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.  

Leichte Wanderung im Hochgebirge besser 

Die Deutsche Herzstiftung e.V. empfiehlt Herzpatientinnen und -patienten, die in den Bergen wandern möchten, eine Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Tagen vor Ort. In diesem Zeitraum kann sich der Körper an das Klima und den niedrigeren Sauerstoffgehalt in der Höhe gewöhnen. Kurze und leichte Wanderungen sind in der Eingewöhnungsphase kein Problem. Längere Etappen sollten Sie erst in den darauffolgenden Tagen einplanen. Hören Sie zudem auf Ihren Körper. Solange Sie sich beim Wandern ohne Atemnot unterhalten können, besteht kaum die Gefahr, dass Sie Ihr Herz überlasten. Wenn Sie beim Wandern dagegen in Atemnot geraten, haben Sie Ihre Grenze auf jeden Fall überschritten. Pausieren Sie und gehen Sie es in den kommenden Tagen entspannter an. Bleiben die Beschwerden nach der Wanderung bestehen, sollten Sie zum Arzt gehen.

Gesundheits-Tipps für Ihre Wanderung

Damit die Wanderung nicht nur Ihrer Gesundheit guttut, sondern auch Spaß macht, unterstützen sechs Tipps Ihren Ausflug:

1

Tipp: Weniger ist mehr

Packen Sie in Ihren Rucksack nur das, was Sie brauchen. Je weniger Gewicht Sie dabeihaben, desto besser ist es für Ihren Rücken.

2

Tipp: Warmhalten

Im Tal ist es oft angenehm warm. Doch je höher Sie steigen, desto kälter wird es. Denken Sie an Jacke, Mütze und Halstuch.

3

Tipp: Wanderausrüstung

Denken Sie an geeignete Wanderschuhe und Wanderstöcke. Diese senken das Sturzrisiko.

4

Tipp: Medikamente

Nehmen Sie die von Ihnen benötigten Medikamente mit und tragen Sie eine Medikamentenliste bei sich. Denken Sie an eine Erste-Hilfe-Tasche.

5

Tipp: Essen und Trinken

Mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr halten Sie Ihren Kreislauf stabil und gleichen Mineralstoffverluste aus. Denken Sie auch an Proviant.

6

Tipp: Kommunikation

Nehmen Sie immer ein Handy für den Notfall mit. Sind Sie alleine unterwegs, erzählen Sie jemandem, welche Wanderroute Sie nehmen.

Experte

Prof. Dr. med. Axel Schmermund
Portrait von Prof. Axel Schmermund

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