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Herzprobleme bei Hitze: Das sollten Herzpatienten beachten

Temperaturen über 30 Grad Celsius können ernste Folgen haben – mit diesen Tipps bleiben Sie gesund.

Aktualisiert: 09.07.2021

Frau sitzt bei hohen Temperaturen auf einer Bank
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Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen kann heißes Wetter ernsthaft zusetzen. Mögliche Folgen: plötzlicher Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps oder ein Hitzschlag. 

So kommen Sie gesund durch den Sommer

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann besonders für ältere Menschen und diejenigen, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind, zur Herausforderung werden. Denn wenn das Herz nicht mehr normal arbeitet, funktioniert auch das körpereigene Kühlsystem nicht mehr richtig. Die Wärme wird dann vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung und häufig auch nur unzureichend aus dem Körper transportiert. Viele Menschen fühlen sich dadurch müde und erschöpft. Weitere Symptome können Konzentrationsstörungen, Muskelkrämpfe und sogar Herzrhythmusstörungen sein. Steigen die Temperaturen im Körperinneren in Extremfällen in Richtung 40 Grad Celsius, kann es zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag kommen. „Diesen Komplikationen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt spezielle Vorsichtsmaßnahmen für die Sommermonate besprechen, die je nach Herzerkrankung und Behandlung unterschiedlich sein können, zum Beispiel Anpassung der Trinkmenge oder notwendige Dosierungsänderungen bei Medikamenten. Dies betrifft insbesondere die Gabe und Dosis von wassertreibenden Tabletten.“, betont Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. 

Darauf sollten Sie achten

Viele Menschen, vor allem ältere, haben kein ausgeprägtes Durstgefühl. So kann es leicht passieren, dass wir an heißen Tagen und vor allem nach körperlicher Tätigkeit zu viel Flüssigkeit verloren haben, ohne entsprechend aufzufüllen. Deshalb gilt: Im Sommer nicht vergessen zu trinken! Wie viel man zusätzlich trinken soll, hängt von den jeweiligen Temperaturen und den körperlichen Aktivitäten ab und kann daher von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Als grober Anhaltspunkt werden bei Hitze oft ein bis zwei Liter zuzüglich zur sonstigen Trinkmenge genannt, wobei der tatsächliche Mehrbedarf insbesondere durch körperliche Aktivität auch deutlich höher ausfallen kann. Für Patienten mit einer Herzinsuffizienz gelten hierbei einige Besonderheiten (siehe Abschnitt „Achtung bei Herzinsuffizienz: Wiegen zur Kontrolle der Trinkmenge). Bei Hitze sollte man zu Mineralwasser, Kräutertee, verdünnten Fruchtsaft, trinken. Von Alkohol wird abgeraten. Die Getränke sollte man nicht stark kühlen, weil sonst die Wärmeproduktion im Körper angeheizt wird.

Herzpatienten sollten bei heißem Wetter vor allem ihren Kalium-Haushalt im Blick haben. Zu wenig Kalium im Blut (Hypokaliämie) kann die Herzfunktion beeinträchtigen und zu Herzrhythmusstörungen führen. Bei höheren Elektrolyt-Verlusten sind Gemüsebrühen empfehlenswert. Die Einnahme von Kalium-Tabletten empfiehlt die Deutsche Herzstiftung nur nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt.

Klingt simpel, ist aber effektiv: Herzpatienten sollten versuchen, ihren Tagesablauf auf das Wetter abzustimmen. Bei großer Hitze sollten sie beispielsweise die Mittagszeit meiden und viele Aktivitäten lieber in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.

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Bei Hitze weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Bei manchen Patientinnen und Patienten ist das so ausgeprägt, dass die Medikamentendosis angepasst werden muss. Deshalb ist es empfehlenswert, seinen Blutdruck immer gut im Blick zu haben, um gegebenenfalls reagieren zu können. Natürlich gilt dabei: Medikamentenanpassungen nie ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt vornehmen.

Die beste Möglichkeit, sich für heißes Wetter fit zu machen, ist, in Bewegung zu sein. Empfehlenswert sind beispielsweise Sportarten wie Walken, Radfahren, Joggen oder Schwimmen. An heißen Tagen sollte man sich bei einem vorbelasteten Herz-­Kreislauf­-System mit Aus­dauerbewegung und Sport ausnahmsweise zurückhalten. Je nach Temperaturen kann es dann entweder sinnvoll sein, tageweise kom­plett darauf zu verzichten oder die körperli­chen Aktivitäten auf die kühleren Morgen­ oder Abendstunden zu verschieben. Eine Alterna­tive bietet das Fahrradergometer in einer kühlen Wohnung oder im klimatisierten Sportstudio.

Herzpatienten müssen in den meisten Fällen Medikamente einnehmen. Bei manchen Arzneimitteln für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann wegen längerer extremer Hitze eine Änderung der Dosierung notwendig sein, z. B. bei den blutdrucksenkenden Medikamenten für Bluthochdruckpatienten (Betablocker, ACE-Hemmer, Sartane und Calciumantagonisten) und den Diuretika (Entwässerungsmittel) für Herzschwächepatienten. Herzpatienten sollten deshalb von ihrem Arzt regelmäßig die Dosierung überprüfen lassen und besprechen, welche Medikamente wie lange bei Hitze reduziert werden können.

Achtung bei Herzinsuffizienz: Wiegen zur Kontrolle der Trinkmenge

Besonders Patienten mit einer Herzschwäche müssen an heißen Tagen darauf achten genügend zu trinken. Allerdings heißt „genügend” aber auch: nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei herzkranken Patienten zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen. Patienten mit Herzschwäche sollten sich morgens vor dem Frühstück und nach dem ersten Gang zur Toilette wiegen (Generell ist ein regelmäßiges Wiegen am Morgen zur Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz ausreichend). Durch zusätzliches Wiegen am Abend lässt sich die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einschätzen. Ist das Körpergewicht um mehr als 1 Pfund angestiegen, ist die Trinkmenge zu hoch. Wer als Herzschwächepatient trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte – nur in Abstimmung mit dem Arzt – die Dosierung der Entwässerungsmittel herabsetzen.

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer
Portrait von Prof. Voigtländer

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Mann nimmt im SOmmer sein Medikament ein
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Lesen Sie, ob es sinnvoll ist an warmen Sommertagen we­ni­ger Blutdruck-Medikamente einzunehmen?

Dieter Klaus

Prof. Dr. med.

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