Sommerliche Hitze ist für viele Menschen anstrengend. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sie den Körper zusätzlich fordern: Die Gefäße weiten sich, der Puls steigt, der Körper verliert Flüssigkeit und Salze. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Belastung jedoch reduzieren.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- warum Hitze Herz und Kreislauf belastet
- wer besonders gefährdet ist
- welche Warnzeichen wichtig sind
- wie Sie Trinkmenge, Blutdruck und Medikamente im Blick behalten
- wie Sie sich und Angehörige an heißen Tagen schützen
Warum Hitze Herz und Kreislauf belastet
Der Körper besitzt ein eigenes Kühlsystem. Wird es draußen heiß, versucht er, überschüssige Wärme abzugeben. Dafür werden die Blutgefäße in der Haut weitgestellt. Mehr Blut fließt an die Körperoberfläche, damit Wärme abgegeben werden kann.
Das ist sinnvoll, belastet aber den Kreislauf. Denn das Blut wird stärker nach außen umverteilt. Dem Herzen steht dadurch kurzfristig weniger Füllung zur Verfügung. Es muss schneller und kräftiger schlagen, um Gehirn, Nieren, Muskeln und andere Organe weiterhin ausreichend mit Blut zu versorgen.
Gleichzeitig schwitzt der Körper. Verdunstet Schweiß auf der Haut, kühlt das. Mit dem Schweiß verliert der Körper jedoch Wasser und Salze. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, nimmt das Blutvolumen ab. Das Blut kann zähflüssiger werden, der Blutdruck sinkt, die Nieren werden schlechter durchblutet und der Kreislauf wird instabiler.
Bei einem vorgeschädigten Herzen sind die Reserven kleiner, solche Veränderungen zu tolerieren. Ein Herz, das ohnehin schwächer pumpt, kann bei Hitze schneller an seine Grenzen kommen. Auch bei verengten Herzkranzgefäßen kann ein schnellerer Puls Beschwerden begünstigen, etwa Brustenge, Luftnot oder Herzrhythmusstörungen.
Deshalb ist es sinnvoll, Warnzeichen zu kennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten am besten schon mit ihrer Hausärztin, ihrem Hausarzt oder ihrer kardiologischen Praxis besprechen, welche Vorsichtsmaßnahmen für sie persönlich sinnvoll sind, bevor längere Hitzeperioden auftreten.
Hitze kann Blutdruck und Puls verändern
Extreme Hitze kann den Blutdruck in beide Richtungen beeinflussen. Einerseits setzt Hitze den Körper unter Stress – dadurch kann der Blutdruck steigen. Andererseits weiten sich die Blutgefäße, damit Wärme über die Haut abgegeben werden kann. Dadurch kann der Blutdruck auch deutlich abfallen.
Beides kann problematisch sein. Ein zu niedriger Blutdruck kann zu Schwindel, Schwäche, Ohnmacht oder Herzrhythmusstörungen führen. Ein zu hoher Blutdruck belastet Herz und Gefäße zusätzlich.
Auch der Puls kann sich verändern. Bei Hitze muss das Herz häufig schneller schlagen, um die Körpertemperatur zu regulieren und die Organe weiter ausreichend zu versorgen. Besonders bei Menschen mit Herzrhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche sowie mit Blutdruck- und Entwässerungsmedikamenten ist es deshalb sinnvoll, an heißen Tagen nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Puls im Blick zu behalten.
Falls die Blutdruckwerte auffällig niedrig oder hoch sind, der Puls ungewohnt schnell oder unregelmäßig ist oder Beschwerden auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden.
Wer bei Hitze besonders gefährdet ist
Besonders gefährdet sind ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter lässt oft die Fähigkeit nach, Hitze wahrzunehmen. Das Durstempfinden ist verringert und der Kreislauf passt sich nicht mehr so schnell an neue Gegebenheiten an. Häufig bestehen außerdem mehrere Erkrankungen gleichzeitig.
Ein erhöhtes Risiko haben insbesondere Menschen mit:
- Herzschwäche
- koronarer Herzkrankheit
- früherem Herzinfarkt
- Herzrhythmusstörungen
- Bluthochdruck
- Diabetes
- chronischen Lungenerkrankungen
- Nierenerkrankungen
- eingeschränkter Mobilität oder Pflegebedürftigkeit
Besondere Aufmerksamkeit brauchen auch Menschen, die allein leben, bettlägerig sind oder sich bei großer Hitze nicht gut selbst versorgen können. Wer dement oder stark pflegebedürftig ist, kann oft nicht selbständig ausreichend trinken, er kann kühlere Räume nicht allein aufsuchen oder rechtzeitig Hilfe holen.
Auch die Wohnsituation spielt eine Rolle. Stark aufgeheizte Wohnungen, vor allem in höheren Etagen oder in dicht bebauten Stadtgebieten, können die Belastung deutlich erhöhen. Wenn Räume über längere Zeit nicht abkühlen, kann der Körper sich schlechter erholen – besonders in warmen Nächten.
Welche Beschwerden können bei Hitze auftreten?
Hitze kann unterschiedliche Beschwerden auslösen oder bestehende Symptome verstärken. Dazu gehören:
- Müdigkeit und starke Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen
- Schwindel oder Kreislaufprobleme
- Muskelkrämpfe
- Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
- Blutdruckabfall
- Luftnot
- Brustdruck oder Brustenge
- Verwirrtheit oder Benommenheit
- sehr wenig Urin (intensiv gelb gefärbt)
- trockene, heiße Haut
- Ohnmacht
Steigt die Körpertemperatur stark an, kann es im Extremfall zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag kommen. Besonders alarmierend ist heiße, trockene Haut, wenn Betroffene nicht mehr schwitzen und gleichzeitig Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot oder starke Schwäche auftreten.
Als kritische Schwelle gilt eine Körperkerntemperatur von über 40 Grad. Hält diese Situation länger an, werden wichtige Stoffwechselprozesse beeinträchtigt. Oberhalb von 42 bis 43 Grad Celsius Körperkerntemperatur besteht Lebensgefahr. Sowohl durch Fieber als auch stark Wärmeentwicklung kann eine solche Situation eintreten. Eine heiße, trockene – also nicht verschwitzte – Haut kann zusammen mit den zuvor genannten Beschwerden darauf hinweisen, dass bereits ein Hitzschlag eingetreten ist, der lebensbedrohlich sein kann.
Herzpatientinnen und Herzpatienten sollten daher bei Hitze aufmerksam bleiben und Beschwerden ernst nehmen. Ärztlich abgeklärt werden sollten neu auftretende oder zunehmende Symptome wie Luftnot, Brustdruck, Herzrasen, ausgeprägter Schwindel, starke Schwäche, Verwirrtheit oder deutlich weniger Urin.
Bei starken Beschwerden wie Brustschmerz, schwerer Atemnot, Ohnmacht, Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsstörungen gilt: sofort den Notruf 112 wählen.
Was tun bei Schwindel oder Schwäche?
Bei ersten Beschwerden sollte man nicht abwarten. Am besten ist, sich sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum zu begeben und die Beine hochzulegen. Gut ist auch, die . Haut mit einem feuchten Tuch oder durch das Besprühen mit Wasser zu kühlen und langsam etwas Wasser zu trinken.
Bessern sich die Beschwerden nicht oder kommen Atemnot, Brustschmerz, Ohnmacht, Verwirrtheit, starkes Herzrasen oder ein sehr unregelmäßiger Puls hinzu, deutet dies auf einen Notfall.
Angehörige sollten besonders bei älteren, alleinlebenden, dementen oder pflegebedürftigen Menschen aufmerksam sein. Wenn Betroffene ungewöhnlich schläfrig, verwirrt, schwach oder kaum ansprechbar wirken, sollte medizinische Hilfe geholt werden.
Darauf sollten Sie achten
Viele Menschen, vor allem ältere, haben kein ausgeprägtes Durstgefühl mehr. An heißen Tagen und nach körperlicher Tätigkeit kann der Körper viel Flüssigkeit verlieren, ohne dass Betroffene es bemerken.
Grundsätzlich gilt: Bei Hitze sollte man regelmäßig trinken – auch ohne Durst. Wie viel zusätzlich sinnvoll ist, hängt von Temperatur, körperlicher Aktivität, Vorerkrankungen und Medikamenten ab. Als grober Anhaltspunkt werden bei Hitze oft ein bis zwei Liter zusätzlich zur sonstigen Trinkmenge genannt. Der tatsächliche Mehrbedarf kann bei körperlicher Aktivität deutlich höher sein.
Geeignet sind vor allem: Mineralwasser, Kräutertee, stark verdünnte Fruchtsäfte oder andere leichte, nicht zu stark gekühlte Getränke, weil der Körper sonst als Gegenreaktion zusätzlich Wärme produziert.
Von Alkohol wird abgeraten. Er weitet die Gefäße, was den Kreislauf zusätzlich belasten kann, und fördert den Flüssigkeitsverlust. Menschen mit Herzschwäche, Nierenerkrankungen oder mit aus anderen Gründen begrenzter Trinkmenge sollten vor Hitzewellen mit dem Arzt klären, welche Trinkmenge für sie an diesen Tagen dann persönlich gilt. Denn für sie kann sowohl zu wenig als auch zu viel Flüssigkeit problematisch sein.
Bei Hitze beginnen die Schweißdrüsen verstärkt zu arbeiten, da Schweiß, der auf der Haut verdunstet, kühlend wirkt. Beim Schwitzen verliert der Körper aber nicht nur Wasser, sondern auch Salze. Gerät dadurch der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht, kann das Kreislaufbeschwerden, Schwäche, Muskelkrämpfe oder Herzrhythmusstörungen begünstigen.
Für die Herzfunktion ist unter anderem Kalium wichtig. Ein zu niedriger Kaliumwert kann Herzrhythmusstörungen fördern. Bei stärkerem Schwitzen können zum Ausgleich leichte salzhaltige Speisen, Gemüsebrühe oder mineralstoffreiche Getränke sinnvoll sein. Auch Kalium-reiche Lebensmittel wie Bananen, Aprikosen oder Pfirsiche können dann helfen.
Die Einnahme von Kalium-Tabletten sollte allerdings nur nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt erfolgen.
Der wichtigste Schutz beginnt vor der Hitzewelle: Wer auf Wettervorhersage und Hitzewarnungen achtet, kann sich vorbereiten. Der einfachste Schutz ist jedoch der wirksamste: Hitze meiden.
Herzpatientinnen und Herzpatienten sollten ihren Tagesablauf an heißen Tagen möglichst anpassen. Körperliche Anstrengungen, Einkäufe, Arzttermine und längere Wege sollten möglichst in die frühen Morgenstunden oder in kühlere Abendstunden verlegt werden. Besonders belastend ist häufig die Zeit von der Mittagszeit bis zum späten Nachmittag.
Auch die Wohnung sollte möglichst kühl gehalten werden: tagsüber Fenster verschatten und geschlossen halten, nur lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen – meist spätabends, nachts oder frühmorgens. Wenn die Wohnung stark überhitzt ist, kann es sinnvoll sein, für einige Stunden einen kühleren Ort aufzusuchen, etwa ein klimatisiertes öffentliches Gebäude.
Warme Nächte können zusätzlich belasten, weil sich der Körper dann schlechter erholt. Kühlt die Wohnung nachts nicht ab, dauert das Einschlafen länger, der Schlaf wird oberflächlicher mit weniger Tiefschlaf- und mehr Aufwachphasen. Diese einfachen Maßnahmen helfen in heißen Nächten, den Körper zu entlasten:
- Leichte Bettwäsche (z.B. aus Seide oder Leinen);
- luftige und atmungsaktive Kleidung tragen
- Wärmequellen in der Wohnung reduzieren, z.B. nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten
- Vor dem Schlafengehen den Körper mit feuchten Tüchern auf Stirn, Nacken, Armen oder Beinen oder durch lauwarmes Duschen oder Fußbäder kühlen, Haut an der Luft trocknen lassen
- Ventilatoren sorgen für Luftbewegung im Schlafzimmer, eventuell auch in einem anderen kühleren Raum schlafen. Extra-Tipp: Ein Gefäß mit Eiswürfeln vor dem Ventilator aufgestellt, verstärkt die kühlende Wirkung zusätzlich!
- leichte Mahlzeiten und kleine Portionen am Abend bevorzugen. Scharfe Gewürze fördern die natürliche Kühlung, ebenso Minze und Koriander
Eiskaltes Duschen ist übrigens wenig geeignet zum Abkühlen, weil es den Blutdruck in die Höhe treibt, die Schweißbildung als Gegenregulation anregt und den Kreislauf zusätzlich belasten kann.
Regelmäßige Bewegung ist grundsätzlich wichtig für Herz und Kreislauf. Wer das ganze Jahr aktiv ist, ist meist besser auf Belastungen vorbereitet.
An sehr heißen Tagen sollten Menschen mit vorbelastetem Herz-Kreislauf-System jedoch vorsichtig sein. Je nach Temperatur und Gesundheitszustand kann es sogar sinnvoll sein, den Sport ausnahmsweise zu verschieben, deutlich zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.
In jedem Fall sollte das Training bevorzugt am frühen Morgen stattfinden oder in kühlen Innenräumen oder am späteren Abend, wenn die Temperaturen wieder gesunken sind. Sport in der prallen Sonne oder während der heißesten Tagesstunden gilt es zu vermeiden.
Bei Beschwerden wie Schwindel, Brustdruck, Luftnot oder Herzrasen sollte die Aktivität beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Herz-Kreislauf-Medikamente sollten auch bei Hitze weiterhin regelmäßig eingenommen werden. Da hohe Temperaturen aber gerade bei bei Entwässerungsmitteln und Blutdrucksenkern die Körperreaktion darauf verändern können, kann eine Dosisanpassung erforderlich sein. In Rücksprache mit dem Arzt kann hier der beste Weg besprochen werden. Keinesfalls sollten die Medikamente eigenständig abgesetzt oder nach Gutdünken anders dosiert werden.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte deshalb am besten schon vor dem Sommer oder bei angekündigter Hitzewelle mit der Ärztin oder dem Arzt klären, was bei der Trinkmenge, Blutdruck-, Puls- und Gewichtskontrollen sowie bei der Medikamenteneinnahme im individuellen Fall beachtet werden muss.
Auch die Lagerung von Medikamenten ist wichtig: Arzneimittel sollten nicht in direkter Sonne oder in stark aufgeheizten Räumen aufbewahrt werden. Der feuchte Kühlschrank ist in der Regel ebenfalls nicht der optimale Lagerungsort. Trockene und kühle Plätze sind ideal. Konkrete Hinweise zur richtigen Lagerung eines Medikamentes können in der Apotheke erfragt werden und finden sich zudem in der Packungsbeilage.
Für Menschen mit Herzinsuffizienz gilt eine Besonderheit: Genügend trinken ist wichtig – aber zu viel Flüssigkeit kann das Herz zusätzlich belasten. Die Herzleistung verschlechtert sich dann weiter und Wassereinlagerungen (Ödeme) werden gefördert.
Menschen mit Herzschwäche sollten deshalb mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt klären:
- Welche Trinkmenge ist an normalen Tagen sinnvoll?
- Soll die Trinkmenge an heißen angepasst werden? Wenn ja, wie?
- Wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden?
Wie merke ich, dass die Flüssigkeitsbalance nicht stimmt?
Zur Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz kann regelmäßiges Wiegen helfen. Empfehlenswert ist das Wiegen morgens nach dem ersten Toilettengang und noch vor dem Frühstück. Als Orientierung für eine gestörte Balance gelten:
- Körpergewichtszunahme von mehr als 1 kg über Nacht
- Zunahme von mehr als 2 kg innerhalb von drei Tagen
- Zunahme von mehr als 2,5 kg in einer Woche
Bei großer Hitze kann zusätzliches Wiegen am Abend helfen, nochmals die Veränderungen über den Tag einzuschätzen. Eine Gewichtsabnahme deutet dann zum Beispiel auf eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme hin.
Als grober Anhaltspunkt für die bei Hitze zusätzlich benötigte Trinkmenge werden ein bis zwei Liter genannt. Bei Herzschwäche und Nierenerkrankungen oder besonderen Erkrankungen, bei denen der Körper nicht mehr selbständig überschüssiges Wasser ausscheiden kann, sollte die passende Trinkmenge mit dem Arzt besprochen werden.
An heißen Tagen kommt häufig ein weiteres Problem hinzu: Luftverschmutzung. Ozon und Feinstaub können Atemwege, Gefäße und Herz zusätzlich belasten. Luftverschmutzung geht zudem oft mit Verkehrslärm einher, einem weiteren eigenständigen kardiovaskulären Risikofaktor, Besonders in Städten ist das relevant. Wer in einer Stadt mit hoher Schadstoffbelastung an einer lauten Verkehrsachse und massiven Stein- und Betonbauten, Plätzen wohnt, die sich in der Sommerhitze extrem aufwärmen und diese gespeicherte Hitze in der Nacht abgeben (Hitzeinseleffekt), der bündelt dadurch mehrere Risiken.
Alle Faktoren können nachweislich Kreislauf, Gefäßfunktion, Sauerstoffversorgung und Atmung negativ beeinflussen. Luftverschmutzung verkürzt zum Beispiel die Lebenserwartung in einem ähnlichen Ausmaß wie das Rauchen. Wie aktuelle Berechnungen nahelegen (Global Burden of Disease Studie). Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sollten deshalb bei hoher Ozon- oder Feinstaubbelastung körperliche Anstrengung im Freien möglichst vermeiden. Das gilt an heißen Tagen umso mehr.
Sinnvoll ist es, an solchen Tagen körperliche Aktivitäten in die frühen Morgenstunden zu legen, stark befahrene Straßen zu meiden, die Stoßlüftung nicht nur an die Außentemperatur anzupassen, sondern auch an die Verkehrsintensität, und eventuell HEPA-Luftreiniger bei chronisch hoher Belastung zu verwenden. Manche davon gibt es mit Kühlfunktion.
Fazit: Hitze ernst nehmen und vorbereitet sein
Hitze trifft nicht alle gleich. Für ältere Menschen und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie deutlich stärker belastend. Viele hitzebedingte Probleme lassen sich dennoch durch gute Vorbereitung vermeiden.
Wer seine optimale Trinkmenge kennt, regelmäßig Blutdruck und Puls kontrolliert, bei Herzschwäche das Gewicht im Blick behält, mit dem Arzt eine eventuelle Anpassung der Medikamente frühzeitig bespricht und den Tagesablauf an heißen Tagen anpasst, der kann viel für seine Sicherheit tun und muss sich zumindest nicht durch Ängste und Sorgen ins Schwitzen bringen lassen.
Experte
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung e.V., Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses Frankfurt a. M. und Mitglied im Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt a. M. Zu den Schwerpunkten des Herzspezialisten zählen u. a. die interventionelle Kardiologie und nichtinvasive Bildgebung.
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