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Ist Sport morgens ungesund?

Überfordert Sport am Morgen den Körper? Wann ist die beste Zeit für Ihr Training?

Aktualisiert: 24.08.2022

Gruppe Sportler
Rido

Raus aus dem Bett und rein in die Sportschuhe: Sport am Morgen wird immer beliebter. Manche lassen sogar das Frühstück ausfallen und laufen nüchtern. Aber ist Sport in den frühen Morgenstunden für das Herz gesund? Worauf Sie beim Sport am Morgen achten sollten.

Geht Sport morgens auf das Herz-Kreislauf-System?

Wer sich morgens fit und ausgeruht fühlt, kann ohne Probleme früh Sport treiben. Denn man sollte dann trainieren, wenn man sich am leistungsfähigsten fühlt. Während die einen Sport morgens als besonders erfrischend und aktivierend empfinden, wird bei anderen der Köper erst im Verlauf des Tages oder erst abends so richtig aktiv. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören und sich vor, während und nach dem Sport gut fühlen. Unbegründet ist die Sorge, dass Sport am Morgen schädlich für das Herz ist.

Fünf Hinweise dafür, dass Ihr Körper Sport morgens mag

Welche Tageszeit für Sie am besten geeignet ist, um Sport zu treiben, zeigt Ihnen Ihr Körper. Fünf Hinweise, dass Sie Sport morgens ausprobieren sollten:

  • Ihr Kreislauf ist morgens fit und Sie haben keine Kreislaufbeschwerden wie etwa Schwindelgefühl.
  • Sie kommen morgens gut aus dem Bett und fühlen sich ausgeruht und frisch.
  • Sie sind nach dem Sport am Morgen aktiv und fallen nicht in ein Müdigkeitstief.
  • Sie sind morgens motivierter als abends und haben Spaß am morgendlichen Sport.
  • Abendsport führt bei Ihnen zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen

Tipps für Sport am Morgen

1

Ihre Muskeln sind morgens müde?

Starten Sie Ihr Training mit ein paar Lockerungsübungen. Das aktiviert die Muskulatur und bereitet sie auf den Sport am Morgen vor.

2

Sie möchten sofort loslaufen?

Starten Sie langsam. Flottes Gehen ist eine gute Aktivierungsübung, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Lassen Sie das Training sanft ausklingen.

3

Sie frösteln morgens leicht?

Passen Sie Ihre Kleidung dem Wetter an. Tragen Sie eine z.B. eine Mütze, ein Tuch und atmungsaktive Kleidung.

4

Sie trainieren auch im Winter gerne draußen?

Als Herzpatient sollten Sie bei Minusgraden auf hohe Belastung im Freien verzichten und eher weniger anstrengende Bewegung wie Spaziergänge wählen.

Achtung!

Bei Beschwerden (Atemnot, Angina pectoris) sollten Sie die Bewegung umgehend beenden. Treten Beschwerden neu auf, womöglich durch Kälte oder Anstrengung ausgelöst, können diese ein Warnzeichen für eine mögliche Herzkranzgefäßverengung sein und sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Bei Auftreten sollte die sportliche Tätigkeit sofort abgebrochen und bis zur ärztlichen Abklärung kein Sport mehr ausgeübt werden (siehe dazu auch diese Alarmsignale eines Herznotfalls, bei denen der Notarzt gerufen werden muss).

Sport am Morgen und Medikamenteneinnahme:

Wer Medikamente nehmen muss, sollte auf folgende Punkte achten

  • Gerade bei Schmerzmitteln ist Vorsicht geboten. Ibuprofen, Diclofenac oder Aspirin können bei wiederholter Einnahme der Gesundheit Schaden zuführen. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutungen oder Krämpfe können die Folge sein.
  • Bei der Einnahme von entzündungshemmenden Präparaten (einschließlich Antibiotika) sollte auf sportliche Aktivität verzichtet werden.
  • Gerade für Patienten mit einer Herzerkrankung gehört regelmäßiger Ausdauersport zu den besten Möglichkeiten, das Herz zu stärken. Sprechen Sie vor Trainingsbeginn daher mit Ihrem Arzt über die Intensität, Art und Umfang sowie den besten Zeitpunkt. Stimmen Sie auch den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme ab.

Her-Tipp: Auf die regelmäßige Bewegung kommt es an

Legen Sie sich keine unnötigen Fesseln an. Bewegen Sie sich immer zu den Zeiten, in denen Ihnen Bewegung Freude bereitet oder sie gut in Ihren Tagesablauf passt. Übrigens: Weniger wichtig ist, ob Sie morgens oder abends trainieren, sondern dass Sie regelmäßig Sport machen. Ideal ist Ausdauerbewegung an fünf Tagen die Woche mindestens 30 Minuten. Zum Beispiel bei einer mäßigen Ausdauerbelastung Joggen, schnelles Gehen, Radfahren, Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen.

Experte

Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Scharhag
Portrait von Prof. Jürgen Scharhag

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    Frank Sonntag

    Dr. med.

  2. Sport ist für die Vorbeugung und Behandlung der Koronaren Herzkrankheit unverzichtbar. KHK und Sport: Was Sie wissen sollten.
  3. Bewegungsmangel setzt im Körper viele zerstörerische Prozesse in Gang und schadet dem Herzen. Wie viel Sport Sie brauchen, um Ihr Herz zu schützen.

3 Kommentare

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Hartmut Alt Stuttgart

Ich bedanke mich für die wichtigen Hinweise zur Ausübung sportlicher Betätigung und möchte Ihnen ergänzend mitteilen,das ich bereits Mitglied bei Herzblatt bin und keine Gelegenheit versäume für "unsere " Organisation auch zu werben.
Herzliche Grüsse aus Stuttgart ihr Hartmut Alt

Bernd R. Unterhaching

Seit fast 20 Jahren gehe ich dreimal wöchentlich zwischen 9 und 11 Uhr in den Wald. Viele Jahre bin ich gejoggt, seit etwa vier Jahren gehe ich stramm. Inzwischen bin ich 81 Jahre alt. Nachmittags zu joggen empfand ich oft als anstrengender.

Helmut T. Lindlar

Ich mache jeden Morgen Gymnastik und es tut mir gut.