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Impfung gegen Covid-19: Fragen und Antworten

Warum man sich als Herzpatient gegen Covid-19 impfen lassen sollte.

Aktualisiert: 28.07.2021

Frau bekommt die Corona-Impfung
francescoridolfi.com

Mit den Impfungen gegen Covid-19, der von dem neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) hervorgerufenen Infektionskrankheit, wurde Ende Dezember 2020 begonnen. Eine Impfung gegen Covid-19 trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei. Welche Impfstoffe derzeit zur Verfügung stehen, wie sicher sie sind und was Patienten mit Herzerkrankungen beachten müssen, beantwortet Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Die Deutsche Herzstiftung folgt den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut.

Fragen zu Gerinnungshemmern:

Ist eine Covid-19-Impfung unter Einnahme von Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom) möglich?

Patienten die Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom) einnehmen müssen, können gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Impfung muss intramuskulär erfolgen. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in diesen Fällen die Verwendung einer möglichst feinen Kanüle. Im Anschluss an die Impfung sollten Patienten die Einstichstelle etwa 5 Minuten komprimieren.

Wie hoch sollte der INR-Wert am Tag der Corona-Impfung sein?

Am Tag der Injektion sollten Patienten, die z. B. wegen einer künstlichen Herzklappe dauerhaft Marcumar/Falithrom einnehmen, darauf achten, dass der INR-Wert im therapeutischen Bereich liegt. Das minimiert das Risiko einer intramuskulären Blutung. Im Anschluss kann die Wiedereinstellung auf den therapeutischen INR-Bereich erfolgen. Schon am Tag der Impfung kann die normale Dosis von Marcumar wieder eingenommen werden.

Soll ich für die Covid-19-Impfung meinen Gerinnungshemmer absetzen und/oder mir als Ersatz Heparin spritzen?

Auf keinen Fall darf man für die Covid-19-Impfung den Gerinnungshemmer eigenmächtig absetzen. Ein Ersatz durch Heparin ist weder sinnvoll noch notwendig. Im Zweifelsfall halten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, inwieweit der INR-Wert abgesenkt werden kann. Gute Erfahrungen hat man gemacht, wenn man am Tag der Impfung den INR-Wert auf etwa 2 absinken lässt.

Neue oder direkte orale Gerinnungshemmer (NOAKs/DOAKs): Ist eine Corona-Impfung z. B. unter Eliquis möglich?

Das Risiko einer Blutung an der Injektionsstelle ist bei den neuen direkten oralen Gerinnungshemmern (kurz DOAKs/NOAKs, nicht-Vitamin-K-basierte orale Antikoagulanzien), zu denen auch Eliquis gehört, gering bzw. nicht vorhanden. Somit stellen die Blutverdünner keine Kontraindikation gegen die Corona-Impfung dar. Auch hier sollte man jedoch die Empfehlung des RKI beachten und die Impfung mit einer dünnen Kanüle durchführen.

Zur Behandlung meiner Herzkrankheit nehme ich ASS 100 mg ein. Kann ich gegen Covid-19 geimpft werden?

Die Corona-Impfung ist uneingeschränkt bei gleichzeitiger Therapie mit ASS 100 mg möglich. Gerade Herzpatienten sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, da sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, wenn sie sich mit dem COVID-19-Virus infizieren.

Kann ich als Marcumar-Patient Injektionsnadeln mit dem Durchmesser 0,6 mm akzeptieren oder soll ich auf eine feinere Nadel bestehen?

Eine Nadelgröße von 0,6 mm können Sie für die Corona-Impfung akzeptieren. Bislang sind mit dieser Technik, soweit bekannt, keine größeren Blutungen im Muskel aufgetreten. Zwar gibt es auch feinere Nadeln, diese sind aber meist kürzer, so dass ggf. die Muskulatur nicht erreicht wird.

Ich habe im Impfzentrum auf die Injektion mit einer "sehr feinen Injektionskanüle" hingewiesen. Hier wurde jedoch nicht weiter drauf eingegangen. Was soll ich tun?

In aller Regel werden für die intramuskuläre Injektion des Impfstoffs schon die dünnstmöglichen Injektionskanülen verwandt, auch für nicht antikoagulierte Patienten. Insofern braucht man bei einer Impfung von Patienten, die mit Antikoagulanzien behandelt werden, nicht auf noch feinere Kanülen zurückzugreifen. Auch bei den Impfungen, bei denen ich anwesend war, wurden für die Patienten, die mit Antikoagulanzien behandelt wurden, die gleichen Kanülen verwandt, wie bei den übrigen Patienten. Bislang habe ich nicht von irgendwelchen Blutungskomplikationen oder größeren Blutergüssen bei der Covid-19-Impfung gehört. Auch nicht bei Patienten, die unter einer Antikoagulation standen.

Die Vorsichtsmaßnahmen bei der Corona-Impfung für Patienten, die regelmäßig Blutverdünner einnehmen (dünne Kanüle, längerer Pressdruck auf der Impfstelle) müssten doch auch für andere intramuskuläre Impfungen gelten, oder?

Welche Kanülen für eine intramuskuläre Impfung verwandt werden, richtet sich u.a. auch nach der Konsistenz und Zusammensetzung des Mittels, das injiziert werden soll. Bei wässrigen Lösungen ist das kein Problem, vielfach müssen jedoch auch dickflüssige Lösungen injiziert werden. Dies gelingt besser mit größerlumigen Kanülen. Die Impfung gegen Influenza erfolgt nicht intramuskulär, sondern subkutan mit dünnen Kanülen.

Fragen zum AstraZeneca-Impfstoff

Bild von Astrazeneca-Impfstoff
Wolfgang Filser
Die Deutsche Herzstiftung gibt einen Überblick zur derzeitigen Faktenlage und informiert, worauf Herzpatienten besonders achten sollten.

Fragen zu Herzerkrankungen:

Hat die Impfung Nebenwirkungen für Patienten mit Herzinfarkt und Stent?

Für Patienten mit Herzinfarkt und Stent sind durch die Corona-Impfung keine Nachteile oder Nebenwirkungen zu erwarten. Natürlich sollte man die Impfung nicht während der akuten Phase eines Herzinfarktes (d.h. innerhalb der ersten 8 Tage) vornehmen.

Kann ich mich trotz koronarer Herzerkrankung gegen Covid-19 impfen lassen und wenn ja, mit welchem Immunserum?

Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen sollten sich gegen Corona impfen lassen. Diese Patientengruppen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, wenn sie sich mit dem Covid-19-Virus infizieren.

Ist eine Corona-Impfung trotz Herzrhythmusstörung möglich?

Herzrhythmusstörungen stellen keinen Gegengrund gegen eine Corona-Impfung dar. Für Patienten mit einer Herzkrankheit ist die Impfung angesichts der Gefährlichkeit einer Covid-19-Infektion besonders sinnvoll.

Drei Tage nach der ersten Covid-19-Impfung hatte ich eine Woche lang schlimme Herzrhythmusstörungen. Besteht ein Zusammenhang mit der Impfung? Soll ich auf die zweite Dosis verzichten?

Dass die Herzrhythmusstörungen durch die Impfung selbst ausgelöst worden sind, ist außerordentlich unwahrscheinlich – aber nicht völlig undenkbar. Unwahrscheinlich insofern, als mehrere Hunderttausend Menschen mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen die Impfung mittlerweile erhalten haben, ohne dass es zum Auftreten erneuter Herzrhythmusstörungen gekommen ist. In jedem Fall ist auszuschließen, dass durch die Impfung schwerwiegende und gefährliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Was man nicht gänzlich ausschließen kann: Eine ausgeprägte Immunreaktion mit verstärkter Aktivität des Sympathikus (Antreibernerv) kann womöglich im Körper Herzrhythmusstörungen zur Folge haben, die zwar belästigend, aber harmlos sind. Wie Sie sicher aus Erfahrung wissen, treten Herzrhythmusstörungen auch unabhängig von allen äußeren Faktoren plötzlich auf, halten eine Zeit an und verschwinden wieder. In keinem Fall sind sie ein Argument gegen die zweite Impfung. Insofern würde ich mich an Ihrer Stelle ohne Bedenken der zweiten Impfung unterziehen.

Ich nehme zur Blutdrucksenkung Medikamente ein, kann ich mich gegen Covid-19 impfen lassen?

Bei chronisch kranken Menschen ist die Gefahr, an einer Covid-19-Erkrankung zu sterben, deutlich höher als bei jüngeren Menschen bzw. nicht chronisch kranken Personen. Patienten mit Bluthochdruck sollten sich daher gegen eine Covid-19-Infektion impfen lassen. Wichtig ist, dass der Bluthochdruck gut eingestellt ist. Setzen Sie die Blutdruckmedikamente daher auf keinen Fall vor der Impfung eigenmächtig ab.

Ist eine Impfung gegen Covid-19 auch bei Herztransplantierten mit Immunsuppression möglich und auch empfehlenswert? Gibt es schon Studien, welcher Impfstoff an Transplantierte „verimpft“ werden sollte?

Die Corona-Impfung ist bei Patienten mit transplantiertem Herz nicht nur möglich, sondern empfehlenswert. Es scheint unter immunsuppressiver Therapie zu einer verminderten Antikörperbildung zu kommen. In welchem Ausmaß und wie lange diese anhält, wird wissenschaftlich untersucht. In Deutschland wird zurzeit mit Unterstützung der Deutschen Herzstiftung eine wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Thema durchgeführt. Beteiligt sind nahezu alle transplantierenden Herzzentren. Führendes Zentrum ist das Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Nach jetzigem Kenntnisstand ist keiner der zur Verfügung stehenden Impfstoffe zu bevorzugen.

Ist eine Corona-Impfung trotz implantiertem Defibrillator möglich?

Ja, die Corona-Impfung ist auch für Träger eines implantierbaren Defibrillators möglich. Sie können sich ohne weiteres gegen Covid-19 impfen lassen.

Mein Herz wurde wegen Vorhofflimmern mit einer Katheter-Ablation behandelt. Kann ich mich gegen Corona impfen lassen?

Sie können sich ohne weiteres gegen Corona impfen lassen. Wenn Sie geimpft sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an Covid-19 erkranken, sehr viel geringer.  

Meine Mutter ist 90 Jahre alt und hat eine bestehende Herzinsuffizienz. Würden Sie trotz des hohen Alters und potenziellen Nebenwirkungen die Corona-Impfung empfehlen?

Die Covid-19-Impfung hat keine negativen Auswirkungen bei einer Herzinsuffizienz. Im Gegenteil, Patienten im hohen Alter können von einer Covid-19-Impfung nur profitieren. So weiß man, dass Patienten mit 90 Jahren und einer Herzinsuffizienz, die sich mit Covid-19 infizieren, ein sehr hohes Risiko haben, eine lebensbedrohliche Infektion mit möglicher Todesfolge durchzumachen.

 

Fragen zu Herzklappenersatz:

Ist eine Corona-Impfung trotz biologischer oder mechanischer Herzklappe möglich?

Patienten mit einer biologischen Herzklappe können sich ohne Probleme und ohne ärztliche Voruntersuchung gegen Corona impfen lassen. Bei der Impfung ist zu beachten, was auch bei der Impfung von Herzgesunden wichtig ist.

Patienten mit einer mechanischen Herzklappe (Metall/Kunststoff), die lebenslang die Einnahme eines Blutverdünners (Marcumar) zur Thromboseprophylaxe erfordern, können sich ohne Probleme impfen lassen. Da die Impfung allerdings intramuskulär erfolgt, empfiehlt das RKI in diesen Fällen die Verwendung einer möglichst feinen Kanüle. Im Anschluss an die Impfung sollten Patienten die Einstichstelle etwa 5 Minuten komprimieren.

Mit über 80 Jahren eine Herzklappe, die eigentlich ersetzt werden müsste, und ein Herzschrittmacher: Ist unter diesen Umständen eine Impfung gegen Covid-19 möglich?

Eine nichtintakte Herzklappe, die eigentlich ersetzt werden müsste, stellt keinesfalls einen Gegengrund gegen die Corona-Impfung dar. Ebenfalls nicht der implantierte Herzschrittmacher.

Muss ich für die Corona-Impfung eine Endokarditisprophylaxe vornehmen?

Bei Patienten mit einer künstlichen Herzklappe ist in der Regel keine Endokarditisprophylaxe notwendig. Auch hier gilt jedoch: Sprechen Sie vorab mit Ihrem behandelnden Arzt.

Fragen zu FFP2-Masken

Beim Einkaufen oder im Nahverkehr müssen ab sofort FFP2-Masken oder leichtere medizinische (chirurgische/“OP“-) Masken getragen werden. Was raten Sie Herzpatienten, auch für Bus- und Bahnfahrten?

Auch wenn das Ein- und Ausatmen mit den FFP2-Masken gerade für bestimmte Personengruppen anstrengender ist, spricht auch für Patienten mit einer Herzerkrankung grundsätzlich nichts gegen das Tragen einer FFP2-Maske – auch weil es in der Regel im Alltag nicht zum stundenlangen Tragen einer FFP2-Maske kommt. Gerade bei kurzen Einsätzen der Maske wie beim Einkaufen oder einer 30-minütigen Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wo es leicht zur Unterschreitung von Abständen kommen kann, ist das Tragen einer FFP2-Maske auch für Herzpatienten tolerabel. Wer sich als Herzpatient aus subjektivem Empfinden außer Stande fühlt, solch eine FFP2-Atemschutzmaske zu tragen, kann auf eine leichtere chirurgische (OP-) Maske ausweichen. Für die Bus- oder Bahnfahrt kann man, wenn nötig, zwischen beiden Masken wechseln. Bei längeren Fahrten könnten Sie im Zug die OP-Maske tragen und beim Ein- und Aussteigen und an Bahnhöfen, wo es zu einer schnelleren Unterschreitung von Abständen kommen kann, die FFP2-Schutzmaske

In den Medien und vom RKI gibt es unterschiedliche Aussagen zum Tragen von FFP2-Masken für bestimmte Risikogruppen. Können Sie mich aufklären?

Sicherlich hat zu Irritationen im Zusammenhang mit dem Tragen von FFP2-Masken eine Formulierung auf der Seite des RKI geführt. Dort steht unter den Maßnahmen zum Infektionsschutz: „Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z. B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen“ (Stand 21.6.2021). Dies führt auch in den Medien zur Fehlinterpretation, FFP2-Atemschutzmasken seien möglicherweise eine Gefahr für die Gesundheit. Hier möchte die Herzstiftung nochmals drauf hinweisen, dass das RKI keine explizite Warnung vor dem Tragen der Masken ausgesprochen hat. Zu dieser Aussage kommt es nur, weil es bislang keine systematischen Untersuchungen außerhalb des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz gibt. Dies betont das RKI auch in den Hinweisen.

Auch wenn das Ein- und Ausatmen mit den FFP2-Masken gerade für bestimmte Personengruppen  anstrengender ist, spricht daher auch für Patienten mit einer Herzerkrankung grundsätzlich nichts gegen das Tragen einer FFP2-Maske – zumal es in der Regel im Alltag nicht zum stundenlangen Tragen einer FFP2-Maske kommt.

Weitere Fragen:

Ist eine Covid-19-Impfung trotz starker Allergien möglich?

Patienten mit "normalen Allergien" können ohne weiteres geimpft werden. Hierzu zählen zum Beispiel Allergien gegen Hausstaub, Medikamente oder Kontaktallergien. Polyallergiker dagegen sollten vorher unbedingt mit dem behandelnden Facharzt sprechen. Nicht geimpft werden sollten die Patienten, die schon einmal im Rahmen einer allergischen Reaktion einen anaphylaktischen Schock gehabt haben. Diese Situation ist lebensbedrohlich. Besteht bei Ihnen der Verdacht auf einen durchgemachten anaphylaktischen Schock, sollten Sie unbedingt vor einer geplanten Impfung einen Hausarzt bzw. Allergie-Spezialisten konsultieren.

Kann ich mich trotz Kontrastmittel-Allergie und überstandenem Allergieschock gegen das Coronavirus impfen lassen?

Wenn Sie bereits einen Allergieschock hatten, müssen Sie vor einer möglichen Covid-19-Impfung mit Ihrem Hausarzt Rücksprache halten. Auf keinen Fall darf man ohne weiteres eine Covid-19-Impfung bei Ihnen vornehmen. Hier sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Impfarzt besprechen, ob eine entsprechende Vorbehandlung durchgeführt werden muss.

Ich leide an familiärer Hypercholesterinämie. Kann ich mich trotz meiner Medikamente gegen Covid-19 impfen lassen?

Die von Ihnen wegen Ihrer Hypercholesterinämie eingenommenen Medikamente (Statine, Aspirin-Cardio und Ezetrol) sind kein Hindernis für die Corona-Impfung. Wechselwirkungen mit dem Impfstoff sind nicht zu erwarten. Die Hypercholesterinämie selbst ist auch kein Risikofaktor für die Covid-19-Infektion. Da jedoch mögliche Folgekrankheiten, die durch die Hypercholesterinämie entstehen können, durchaus ein Risikofaktor für einen schwereren Verlauf einer Covid-19-Infektion sind, spricht alles für eine Impfung.

Allgemeine Fragen zur Covid-19-Impfung

Derzeit sind in Europa vier Covid-19-Impfstoffe zugelassen. Der Impfstoff BNT162b2 (Handelsname: Comirnaty), eine Entwicklung der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer, und die Covid-19-Vakzine (mRNA-1273, Handelsname: Spikevax) des amerikanischen Unternehmens Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Ende Januar 2021 wurde zusätzlich der Covid-19-Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford zugelassen (AZD1222, Handelsname: Va­x­ze­vria). Im März folgte die Covid-19-Vakzine der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V.(Ad26.COV2.S). Bei diesen beiden handelt es sich um sogenannte Vektorimpfstoffe.

 

Laut Weltgesundheitsorganisation gibt es derzeit fast 300 Impfstoffprojekte. Die Impfstoffe (Vakzinen) haben dabei verschiedene Wirkweisen und befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung. Etwa 100 sind zum Beispiel schon in der klinischen Erprobungsphase. Geforscht wird dabei auch an Vakzinen, die gegen die neuen Virusvarianten noch besser schützen sollen.

 

 

Das Prinzip aller Impfstoffkandidaten ist es, der körpereigenen Abwehr Bauteile des Coronavirus zu präsentieren, damit der Körper eine Immunität gegen den Erreger aufbauen kann. Die Wissenschaftler folgen dabei derzeit im wesentlichen zwei Entwicklungslinien: mRNA-Impfstoffe nutzen eine bestimmte Nukleinsäure (Boten-Ribonukleinsäure, englisch messenger RNA, kurz mRNA) als Informationsübermittlerin; für Vektorimpfstoffe werden Proteine oder Teile des Erbmaterials des Coronavirus in Viren (Vektoren) verpackt, die für Menschen harmlos sind.

Grundlage der mRNA-Impfstoffe ist die sogenannte Boten (messenger)-Ribonukleinsäure (mRNA). Sie ist die Abschrift des Gens, das im Erbgut der Coronaviren die Bauanleitung für die sogenannten Spike-Proteine trägt. Die Spikes („Stacheln“) befinden sich auf der Oberfläche der Viren, mit ihnen docken sie an menschliche Zellen an und dringen in sie ein. Im Innern der Zellen “missbrauchen“ die Viren dann die zelleigenen Protein-Produktionsstätten, um sich selbst zu vermehren.

Zur Herstellung des Impfstoffs wird die mRNA mit der Bauanleitung für die Spike-Proteine im Labor vervielfältigt und in kleine Fettkügelchen (Lipidnanopartikel) verpackt, die das empfindliche Botenmolekül vor einem vorzeitigen Abbau im menschlichen Körper schützen. Diese Partikel werden, in Flüssigkeit fein verteilt, für die Impfung verwendet.

Im menschlichen Körper stellen Zellen nach den Instruktionen des Botenmoleküls virale, nicht infektiöse Spike-Proteine her. Diese werden vom Immunsystems als fremd erkannt. Die körpereigene Abwehr reagiert darauf unter anderem mit der Produktion von Antikörpern und sogenannte T-Zellen, die gezielt gegen das Virus vorgehen und zudem langfristig ein Immungedächtnis aufbauen, damit das körpereigene Abwehrsystem beim nächsten Kontakt mit dem Virus schnell in Aktion treten kann. Die zur Impfung verwendete mRNA wird in den Körperzellen nach kurzer Zeit abgebaut.

Hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit werden die beiden mRNA-Impfstoffe als gleichwertig beurteilt: Die Studien belegen eine Impfeffektivität von 95 %. Ein hoher Schutzeffekt vor schweren Verläufen wird auch bei den neuen Virusvarianten, vor allem gegenüber der besonders ansteckenden Delta-Variante beobachtet. Voraussetzung für einen hohen Impfschutz ist, dass eine zweite Impfung erfolgt ist.

Da bislang noch kein mRNA-Impfstoff zugelassen worden ist, ist über die langfristige Sicherheit nichts bekannt; die zuständigen Behörden begleiten die aktuelle Impfkampagne daher intensiv. So wurde nun auf Berichte über eine Häufung von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) und Herzbeutelentzündung (Perikarditis) in zeitlichem Zusammenhang mit einer mRNA-Impfung – vor allem bei jungen Männern unter 30 Jahren – reagiert. Die Sicherheitsabteilung der europäischen Zulassungsbehörde EMA rät, dass Ärzte wie Patienten in den 14 Tagen nach einer Impfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe auf mögliche Anzeichen einer kardialen Entzündung achten sollen. Diese sind: Kurzatmigkeit, starkes, eventuell unregelmäßiges Herzklopfen („Herzstolpern“) und Schmerzen in der Brust. Bis Ende Mai 2021 wurden im Europäischen Wirtschaftsraum 315 Fälle von Myokarditis /Perikarditis nach Comirnaty-Impfung gemeldet bei insgesamt 177 Millionen Impfungen mit der Vakzine. Bei Spikevax waren es 38 Fälle bei 20 Millionen Applikationen.  

Anhaltende negative Langzeitwirkungen sind nach Expertenmeinung dennoch nicht zu erwarten. Die Vorteile der Impfung überwiegen nach wie vor mögliche Risiken, betonen Kardiologen wie auch die Sicherheitsbehörden, zumal es bei einer Covid-19-Erkrankung ebenfalls zu einer Myokarditis kommen kann.

Bei dieser Art von Impfstoffen handelt es sich um eine weitere Methode, mit der Informationen, die das Immunsystem braucht, um einen wirksamen Immunschutz aufzubauen, in menschliche Zellen transportiert werden können. Als Fähren dienen dabei Viren („Vektoren“), die für den Menschen ungefährlich sind. Vektorimpfstoffe gibt es bereits, sie werden etwa gegen das Ebola- und Gelbfiebervirus eingesetzt.

Zumeist werden Adenoviren als Transporteure benutzt, Erkältungsviren, die gentechnisch verändert sind und beim Menschen keine Erkrankung auslösen. Die Transportviren schleusen die genetische Information für das Spike-Oberflächenprotein des Coronavirus in einige menschliche Körperzellen ein. Darauf reagiert das Immunsystem mit der Produktion von Abwehrstoffen und -zellen.

Der Ende Januar zugelassene Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca (ChAdOx1-S, Vaxzevria) besteht aus Adenoviren, in die das Gen für das virale Spike-Protein eingeschlossen ist. Das zugrundeliegende Adenovirus – ein aus Schimpansen isoliertes Erkältungsvirus – wurde gentechnisch so verändert, dass es beim Menschen keine Erkrankung auslösen kann. Im menschlichen Körper soll der Vektorimpfstoff die Bildung von Antikörpern und von T-Zellen fördern – beides ist für die Immunabwehr wichtig. Nach den derzeitigen Daten ist der Impfstoff etwas weniger wirksam als die neuartigen mRNA-Impfstoffe. Das Robert Koch-Institut spricht von einer Impfeffektivität von circa 80 %. Die Schutzwirkung vor schwerer Covid-19-Erkrankung mit Klinikeinweisung ist ähnlich wie bei den mRNA-Impfstoffen – ein Argument, diesen Impfstoff als Patient nicht vorschnell abzulehnen.

Der im März in Europa zugelassene Vektorimpfstoff von Janssen (Ad26.COV2.S) besteht ebenfalls aus Adenoviren, in die das Gen für das virale Spike-Protein eingeschlossen ist. Als Transportvirus wird das abgeschwächte humane Adenovirus 26 genutzt. Das Besondere bei diesem Impfstoff ist, dass er nur einmal verabreicht werden muss, um einen hohen Impfschutz gegen einen mittleren bis schweren Covid-19-Krankheitsverlauf zu erzeugen (65 Prozent Impfschutz). 

Ein weiterer Vektorimpfstoff ist Gam-Covid-Vac, besser bekannt als „Sputnik V“, eine Entwicklung des Gamaleja-Instituts für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Nach der in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Zwischenanalyse der Phase-3-Studie mit rund 20.000 Freiwilligen hat der Impfstoff eine Schutzwirkung von 91,6 %, schwere Erkrankungen wurden verhindert, Sicherheitsprobleme sind der Studie nach nicht aufgetreten. Im Unterschied zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca, der für beide Impfdosen dasselbe Adenovirus als Gentransporteur nutzt, wird für Sputnik V bei der ersten Dosis das Adenovirus 26 und für die zweite Dosis das Adenovirus 5 als Genfähre verwendet. Darauf führen Experten die breitere Abwehrreaktion des Immunsystem zurück.

Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) hat laut Robert Koch-Institut eine Impfeffektivität von circa 70 % und ist in Bezug auf den Schutz vor schweren Verläufen mit Klinikeinweisung und Sicherheit mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbar. Typisch sind Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskelschmerzen und leichte Erkältungssymptome inklusive Fieber in den ersten beiden Tagen nach der Impfung. Stärkere, aber harmlose Impfreaktionen, wie sie von dem AstraZeneca-Impfstoff berichtet wurden und auch bei den mRNA-Impfstoffen vorkommen können, scheinen bei jüngeren Menschen eher aufzutreten als bei Älteren. Diese Impfreaktionen sind lästig, ähneln denen anderer Virusimpfungen und können „insgesamt als Grippe-ähnliche Beschwerden zusammengefasst“ (Paul-Ehrlich-Institut) werden. Anaphylaktische Schockreaktionen, also starke bis lebensbedrohliche allergische Reaktionen, zählen zu den seltenen Nebenwirkungen. In Großbritannien waren es 41 Fälle bei fünf Millionen Impfungen (Stand 12. März 2021). In sehr seltenen Fällen sind zudem bei Geimpften – vor allem Frauen unter 60 Jahren – in den ersten drei Wochen nach der Impfung Blutgerinnsel aufgetreten, speziell in Hirnvenen   (sogenannte Sinusvenenthrombosen). Pro 1 Million Impfung kommt es statistisch nur zu 2 Sinusvenenthrombosen und 1 anderen Thrombose. (mehr Infos hier.)

Der Vektor-Impfstoff von Janssen, der nur einmal geimpft werden muss, zeigte in den Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von 65 %  gegen SARS-CoV-2, und einen mit anderen Vakzinen vergleichbaren Schutz vor Krankenhauseinweisungen (fast 100 %). Auch gegen die neue Delta-Variante wird eine hohe Wirksamkeit angegeben. Die bislang bekannten Nebenwirkungen ähneln im Wesentlichen denen nach einer Impfung mit anderen Vektorimpfstoffen.

Nachdem in den USA sehr seltene Fälle einer entzündlichen, neurologischen Erkrankung (Guillain-Barré-Syndrom, GBS) nach Impfung mit dem Janssen-Impfstoff, aufgetreten sind, wurden nun entsprechende Warnhinweise in die Packungsbeilage aufgenommen. Es wird von etwa 100 Fällen der neurologischen Krankheit mit Lähmungen bei fast 13 Millionen verabreichten Impfungen in den USA berichtet. In Deutschland heißt es im aktuellen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts, dass zwar bei den Covid-19-Impfstoffen von AstraZeneca, Biontech und Moderna sehr selten Fälle von GBS in Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten seien. Ein direkter, kausaler Zusammenhang habe sich aber nicht bestätigt. Die Sicherheit aller Covid-10-Vakzinen werde dahingehend weiter geprüft.

Die Ablehnung einer angebotenen Impfung mit dem AstraZeneca- oder Janssen-Impfstoff ist in Anbetracht der gut dokumentierten Wirksamkeit unbegründet und unvernünftig. Auch bei diesen Impfstoffen überwiegt der Nutzen bei weitem das Risiko.

 

Die Impfstoffe werden in die Muskulatur des Oberarms injiziert. Bis auf den Impfstoff von Janssen ist bei allen eine zweite Dosis für einen ausreichenden Impfschutz erforderlich. Eine begonnene Impfserie soll nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) mit dem gleichen Impfstoff abgeschlossen werden. Ausnahme: Patienten – gleich welchen Alters – ,  denen bei der ersten Impfung AstraZeneca verabreicht wurde, sollen nach den jüngsten STIKO-Empfehlungen nun als zweite Dosis generell einen mRNA-Impfstoff erhalten. Zuvor galt diese Regelung nur für Patienten unter 60 Jahren.

Vor dem Hintergrund neuer Varianten des SARS-CoV-2-Virus – vor allem der Delta-Variante – hat die STIKO zudem Anfang Juli die Empfehlungen zu den Impfabständen angepasst. Danach sollen:

  • bei Impfung mit Comirnaty  von Biontech/Pfizer zwischen Erst- und Zweitimpfung nun 3 - 6 Wochen liegen.
  • Bei Spikevax, dem Impfstoff von Moderna, werden 4 - 6 Wochen empfohlen.
  • Bei Vaxzevria sollte der Abstand bis zur Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff mindestens vier Wochen betragen.
  • Wird zweimal mit Vaxzevria von AstraZeneca geimpft, sollten 9 - 12 Wochen dazwischen liegen.
  • Und für Genesene empfiehlt die STIKO nun die Covid-19-Impfung bereits ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome, wenn z.B. Kontaktgefahr mit den neu auftretenden Virusvarianten gegeben ist.

Nach dem Auftreten immer neuer Virusvarianten betont die STIKO zudem nochmals die Bedeutung einer vollständigen, zweifachen Impfung. Denn nur einmal geimpfte Personen sind unabhängig vom verwendeten Impfstofftyp deutlich schlechter geschützt. Dies gilt vor allem für eine Infektion mit der inzwischen vorherrschenden Delta-Variante. Bei vollständiger Impfung ist der Schutz hingegen fast ebenso gut wie gegenüber dem ursprünglichen Virus SARS-CoV-2 (Wildtyp) oder der ersten Variante (Alpha) .

Für Herzpatienten sind alle vier derzeit zugelassenen Impfstoff-Präparate gleich gut. Dies gilt sowohl für Patienten nach Herzinfarkt, mit implantierten Herzklappen als auch Schrittmachern und ICD/CRT Geräten.

Grundsätzlich gilt: Bei Impfstoffen und Medikamenten gibt es keine absolute Sicherheit. Die bisherigen Studien konnten auch noch nicht alle Fragen zu den neuen Impfstoffen gegen Covid-19 klären. Laut Risikoabschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde sind beim Verabreichen der mRNA-Impfstoffe moderate Nebenwirkungen aufgetreten, wie sie auch von anderen Impfstoffen bekannt sind, etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. In sehr seltenen Fällen kam es zu stärkeren allergischen Reaktionen oder Thrombosen. Auch eine Herzmuskelentzündung wird in seltenen Fällen in Zusammenhang mit der SARS-CoV-2-Impfung festgestellt, jedoch ebenso auch in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Mehr dazu unter den Fragen: Wie sicher und wirksam sind die mRNA-Impfstoffe? Und unter diesem Link (zur AstraZeneca-Seite).

Die bisherigen Studien erlauben keine abschließenden Aussagen dazu, wie lange ein Impfschutz bestehen bleibt. Neue Daten, vor allem aus der praktischen Anwendung des Biontech-Impfstoffs in Israel, deuten inzwischen auf ein Nachlassen der Schutzwirkung 6 - 12 Monate nach der Zweitimpfung, so dass inzwischen diskutiert wird, ob, wann und mit welchem Impfstoff eine weitere, dritte Impfung zur Auffrischung des Schutzes gegen Covid-19 sinnvoll ist. Mit Auftreten neuer Virusvarianten wurden daher zugleich die Weiterentwicklung von Vakzinen und die Anpassung der bisherigen Impfstoffe intensiviert.

Da zuvor noch kein mRNA-Impfstoff zugelassen worden war, ist über die langfristige Sicherheit nichts bekannt; die zuständigen Behörden begleiten die Impfungen laufend weiter. Negative Langzeitwirkungen sind nach Expertenmeinung nicht zu erwarten . Das gilt im übrigen auch für die Vektorimpfstoffe.

Offen ist auch, ob die Impfstoffe nicht nur die Erkrankung (Covid-19), bzw. deren Schwere unterdrücken können, sondern auch, wie stark sie die Ausbreitung des Virus an sich bremsen. Das Robert Koch-Institut vertritt hier die Auffassung, dass „das Risiko einer Virusübertragung nach derzeitigem Kenntnisstand sehr stark durch eine Impfung   reduziert wird“. (Epidemiologisches Bulletin 25/2021 vom 8. Juli)

Da die Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen noch nicht ausreichend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht sind, gilt die ihre Zulassung nur für Erwachsene ab 18 Jahren. Eine Ausnahme bildet Comirnaty von Biontech/Pfizer. Der Impfstoff war zunächst ab 16 Jahren zugelassen, seit Mai gilt das bereits für Kinder ab 12 Jahren. Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist derzeit noch zurückhaltend. Sie empfiehlt den Impfstoff vor allem für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen, wie chronische Lungenerkrankungen, Herzkrankheiten oder Trisomie 21 bis mehr Daten vorliegen. Die Impfung von gesunden Kindern ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich.

Aus dem gleichen Grund wird eine Impfung gegen SARS-CoV-2 in der Schwangerschaft derzeit nicht generell empfohlen. Schwangeren mit Vorerkrankungen und hohem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf sowie bei hohem Infektionsrisiko kann jedoch nach Nutzen-Risiko-Abwägung ein mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden. Bei einer Impfung während der Stillzeit ist ein Risiko für den Säugling unwahrscheinlich.

Solange nicht ein großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist, besteht keine Herdenimmunität. Das Robert Koch-Institut geht nach aktuellen Erkenntnissen davon aus, dass dazu mindestens 85 Prozent der 12 – 59-Jährigen, bzw. 90 % der Über-60-Jährigen vollständig gegen Covid-19 geimpft sein müssen. Bis es so weit ist, müssen weiterhin die allgemeinen Maßnahmen eingehalten werden, um das Ansteckungsrisiko zu senken (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, regelmäßiges Lüften – AHA + L-Regeln). Die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen gelten auch für geimpfte Personen.

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Weitere Informationen

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  3. Stellungnahme zur „Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung - CoronaImpfV)“

Unsere Quellen:

  • European Medicines Agency (21. 12. 2020; Pressemitteilung): EMA recommends first COVID-19 vaccine for authorisation in the EU. www.ema.europa.eu/en/news/ema-recommends-first-covid-19-vaccine-authorisation-eu
  • Polack F. et al. (2020): Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. N Engl J Med. doi: 10.1056/NEJMoa2034577
  • Oxford COVID Vaccine Trial Group (2020): Safety and immunogenicity of ChAdOx1 nCoV-19 vaccine administered in a prime-boost regimen in young and old adults (COV002). Lancet. doi: 10.1016/S0140-6736(20)32466-1
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  • https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/19/Art_01.html
  • https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Sicherheit.html#FAQId15315270