Sprechstunde

Flugreise fünf Wochen nach PFO-Verschluss: Was sagt der Kardiologe?

Ein Leser stellt die Frage, ob fünf Wochen nach einem PFO-Verschluss aus kardiologischer Sicht eine Fernreise per Flugzeug möglich ist.

Nach einem vorausgegangenen Schlaganfall ist ein PFO-Verschluss geplant – und der Jahresurlaub mit einer zweiwöchigen Fernreise liegt fünf Wochen später. Können nach einem solchen Eingriff Gründe gegen eine Flugreise sprechen? Der Kardiologe ordnet ein, dass grundsätzlich nichts gegen eine Flugreise nach erfolgreichem PFO-Verschluss spricht. Er verweist zugleich auf die voraussichtliche vorbeugende Medikation gegen Gerinnselbildung und nennt Punkte, die gerade auf längeren Flügen sinnvoll sind.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Infolge eines vorausgegangenen Schlaganfalls wird bei mir ein PFO-Verschluss vorgenommen. Es soll also das persistierende Foramen ovale verschlossen werden, eine Öffnung in der Trennwand zwischen den beiden Herzvorhöfen. Fünf Wochen nach diesem geplanten Eingriff liegt mein Jahresurlaub, welchen ich sehr gerne für eine zweiwöchige Fernreise nutzen würde. Gibt es nach einem solchen Eingriff Gründe, welche gegen eine Flugreise nach fünf Wochen sprechen? (Marc K., Korbach)

Expertenantwort:

Auf Ihre Frage kann ich aus kardiologischer Sicht antworten, dass grundsätzlich nichts gegen eine Flugreise nach erfolgreichem PFO-Verschluss spricht. Ich gehe davon aus, dass Sie dann aufgrund des relativ frischen Schirmchenverschlusses eine vorbeugende Medikation gegen Gerinnselbildung einnehmen werden, beispielsweise Clopidogrel. Ergänzend dazu ist gerade auf längeren Flugreisen eine ausreichende Trinkmenge sinnvoll. Auf Langstreckenflügen kann auch das Gehen durch die Gänge zwischen den Sitzreihen helfen, einer Gerinnselbildung in den Beinvenen vorzubeugen („economy class“-Syndrom“ bei längerem, beengtem Sitzen). Auch gehe ich davon aus, dass Sie in eine Region reisen, in der im Bedarfsfall, also in Ihrem Fall bei Zustand nach Schlaganfall und PFO-Verschluss, adäquate medizinische Hilfe verfügbar ist.

Experte

Prof. Dr. med. Christian Jux
Univ.-Prof. Dr. med. Christian Jux Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Intensivmedizin und angeborene Herzfehler Hessisches Kinderherzzentrums, Standort Gießen, Kinderherztransplantationszentrum  Überregionales Zentrum für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)  Universitätsklinikum Gießen & Marburg GmbH