Sprechstundenfrage

„Muss ich als Marcumar-Patient auf Lebensmittel mit Vitamin K verzichten?”

In der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung wurden wieder interessante Fragen gestellt. Eines unserer Mitglieder aus Löhnberg in Hessen wollte z. B. wissen, ob man unter der Einnahme des Blutgerinnungshemmers Marcumar wirklich auf alle Lebensmittel verzichten muss, die nennenswerte Mengen an Vitamin K enthalten.

Experten-Antwort:

Zwar kann eine vermehrte Vitamin-K-Aufnahme die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Marcumar oder auch Falithrom abschwächen, allerdings ist das kein Grund auf Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie z. B. Spinat, Brokkoli oder verschiedene Kohlsorten zu verzichten. Diese Nahrungsmittel gehören zu einer gesundheitsfördernden Ernährung und bereichern den Genuss des Essens. Außerdem ist es möglich, bei einer Ernährungsweise, die eine erhöhte Vitamin-K-Aufnahme beinhaltet, dies durch eine leichte Erhöhung der Marcumar-Dosierung auszugleichen. Allerdings ist es wichtig, den erhöhten Bedarf durch häufigere INR-Bestimmungen festzustellen.

Tipp: Wie viel Vitamin K in welchen Lebensmitteln enthalten ist, können Sie der Herzstiftungs-Liste Vitamin K in Lebensmitteln entnehmen, die Sie sich hier kostenfrei herunterladen können.

Fazit: Statt auf Vitamin-K-reiche Lebensmittel zu verzichten, sollte man vielmehr darauf achten, im Laufe der Tage möglichst ähnliche Mengen an Vitamin K aufzunehmen und dadurch größere Schwankungen der Blutgerinnung zu vermeiden.

Tipp für Marcumar-Patienten:

Kontrollieren Sie Ihren INR-Wert, mit dem sich die Gerinnung genau überwachen lässt, möglichst in wöchentlichen Abständen. Eventuelle Schwankungen der Blutgerinnung lassen sich auf diese Weise rechtzeitig erkennen und mit einer Veränderung der Marcumar-Dosierung ausgleichen. Oft erfolgt in Deutschland die INR-Messung allerdings noch in monatlichen Abständen, was für eine optimale Gerinnungskontrolle jedoch als zu lang angesehen werden muss. Leider wird auch häufig in Deutschland noch der Quick-Wert statt des INR-Wertes benutzt. Dies sollte möglichst vermieden werden, da der INR-Wert eine zuverlässigere, Aussage über die Intensität der Gerinnungshemmung erlaubt.

Expertin

Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf

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6 Kommentare

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Herr Jörg Abele Köln

Da muss ich leider widersprechen.
Bei mir kam es bei regelmäßiger Einnahme von Marcumar und einem sehr Konstanten INR von 3,2 (Selbsttester) nach dem zweimaligen Genuss von Grünkohl zu einem leichten linksseitigen Schlaganfall.
Eine wöchentliche Kontrolle ist in diesem Falle zu spät gewesen!
Seitdem habe ich die Liste der Herzstiftung und verzichte bis auf geringe Mengen auf die stark Vitamin K haltigen Lebensmittel.
Grüße J.A.

Eva E. Bochum

Meine Frage, ob Vitamin K bei Marcumar-Patienten eingenommen werden darf, wurde kompetent beantwortet! DANKE!

Hildegard F. Essen

Die Antwort interessierte mich, da ich nicht genau wußte senkt oder erhöht Vitamin K reiche Kost den INR Wert.Daher war für mich dieser Artikel sehr aufschlußreich. Danke

Angelika S. Bottrop

Angelika S. aus Bottrop (17.09.2019): Ich warte darauf, dass sich bei mir Blutgerinnsel auflösen, damit eine Elektrokardioversion gemacht werden kann. Meine INR-Werte schwanken stark. Jetzt habe ich gelesen, dass Vitamin K in fast allen meiner Lieblingslebensmittel steckt. Jetzt kann ich da schon mal selbst gegensteuern.

Wolfgang S. Solingen

Ich muss in der Woche fünfeinhalb Tabletten nehmen. Meine INR Wert pendeln zwischen 2,5-2,8. Esse normal und habe keine Schwierigkeiten mit meinen Werten. Ich gehe einmal im Monat zur Kontrolle.

Angelika K. Lathen

Ich nehme seit meinem Schlaganfall 2011 Marcumar nach Bedarf. Ich weiß, in welchen Lebensmitteln viel Vitamin K enthalten ist, da ich eine Liste an der Pinnwand hängen habe. Bei Aufnahme von zu viel Vitamin K mache ich eine Selbstmessung und bestimme die Höhe der Marcumareinnahme. Das ist sehr angenehm und ich kann viele Vitamin K enthaltende Lebensmittel essen.