Herzstiftungs-Sprechstunde

Blutdruck-Schwankungen: Manchmal sind ganz einfache Dinge schuld

Bislang ➞ 7 Kommentare zu dieser Sprechstunde

Blutdruck-Schwankungen: Ursache

Nicht immer ist es einfach, gute Blutdruck-Werte zu erreichen oder unerwünschte Schwankungen im Tagesverlauf zu verhindern. Manchmal liegt es allerdings an ganz einfachen Dingen, warum sich keine befriedigenden Werte einstellen und Probleme auftreten, wie die folgende Sprechstunden-Antwort verdeutlicht.

Die Sprechstunden-Frage: Immer öfter stelle ich fest, dass ich nachts hohe Blutdruckwerte bekomme und deswegen nicht schlafen kann. So hatte ich neulich um 3 Uhr morgens z. B. einen Blutdruck von 169/95 mmHg. Da ich nur bei Bedarf Valsartan nehme, nahm ich erst 80 mg und um 4 Uhr nochmals 80 mg. Ich dachte, nach den 160 mg Valsartan könnte ich tagsüber vor Schwindel gar nicht mehr gehen. Aber es ging. Der Blutdruck lag um 9 Uhr bei 136/62 mmHg. Von meinem Kardiologen wurde mir eine Langzeitblutdruckmessung empfohlen. Aber die wurde schon vor einem Jahr gemacht und hat mein Problem nicht gelöst. Gibt es keine anderen Überlegungen? (Victor Z., Überlingen)

Die Experten-Antwort:

Dr. med. Vinzenz von Kageneck
Dr. med. Vinzenz von Kageneck.

Nach Ihrer Schilderung der Probleme, die Sie mit der Blutdruckeinstellung haben, scheint uns ein typisches Missverständnis über die richtige medikamentöse Behandlung des Blutdrucks vorzuliegen.

Bei einem Bluthochdruck ist es sicher falsch, ausschließlich auf eine Behandlung je nach täglich gemessenen Blutdruckwerten zu setzen.

Eine gute Einstellung des Blutdrucks baut zunächst auf einer fest angesetzten Medikation auf, bei der sowohl feste Einnahmezeiten als auch die jeweilige Dosis festgelegt werden. Insbesondere wenn bei einer Blutdruck-Behandlung eine Phase der Dosisfindung vorausgeht, entsteht häufig das Missverständnis, dass die Medikation im Anschluss an eine solche Dosisfindungsphase auch weiterhin über aktuell gemessene Blutdruckwerte gesteuert werden müsse.

Eine stabile Blutdruckeinstellung ist aber nur möglich, wenn Blutdruck-Medikamente nicht „bei Bedarf“ eingenommen werden, sondern kontinuierlich, wie es wahrscheinlich von Ihrem Arzt auch vorgesehen war. Lediglich in Fällen, in denen die Basismedikation zwar überwiegend wirksam ist, aber es dennoch zwischenzeitlich zu Blutdruckspitzen kommt, sind zusätzlich spezielle Medikamente zur Behandlung solcher Bluthochdruckkrisen angezeigt, wobei das von Ihnen genannte Präparat dafür allerdings ungeeignet ist.

Diesen Tipp gebe ich meinen Patienten

Um solche Missverständnisse wie in Ihrem Fall zu vermeiden, kann es hilfreich sein, sich schon vor dem Arztbesuch die eine oder andere Frage zu notieren und sich außerdem im abschließenden Gespräch mit dem Arzt, Notizen zu den Empfehlungen des Arztes zu machen. Auch ist der behandelnde Arzt häufig sehr gerne dazu bereit, seine abschließende Gesprächsführung mit der gleichzeitigen Abfassung eines schriftlichen Medikamentenplans zu begleiten. Zusätzlich ist die umfangreiche Ratgeber-Reihe der Herzstiftung sehr zu empfehlen, in der sich nach einem Arztbesuch zu Hause und in Ruhe wichtige Informationen zu den verschiedenen Herzkrankheiten nachlesen lassen.

In Ihrem Fall wäre das aus der Ratgeber-Reihe z. B. der ➞  Sonderband „Bluthochdruck“, der von ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet speziell für Patienten geschrieben wurde und genau erläutert, worauf es bei erhöhten Blutdruckwerten ankommt. Enthalten ist auch ein Medikamenten-Teil mit wichtigen Empfehlungen, wie sich z. B. Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern vermeiden lassen und welche Präparate man wegen langfristiger Nebenwirkungen nur einnehmen sollte, wenn diese tatsächlich erforderlich sind und die Blutdruckmedikamente der ersten Wahl nicht zum Einsatz kommen können.

Meine Empfehlung: Sprechen Sie noch einmal mit Ihrem Arzt, wie Sie Ihre Medikamente ganz genau einnehmen sollen. Die von Ihnen angesprochene Langzeitblutdruckmessung ist dabei ein sehr wichtiges Instrument und eine wertvolle Hilfe zur Überprüfung, ob die Blutdruck-Medikamente richtig dosiert sind oder z. B. auch ob Sie von einer Medikamenten-Umstellung profitieren können.

•••

Sonderband-BluthochdruckBluthochdruck-Ratgeber: Worauf Menschen mit erhöhtem Blutdruck achten müssen, erläutert ausführlich der umfangreiche ➞ Herzstiftungs-Sonderband zum Thema Bluthochdruck (z. B. wie tief der Druck in welchem Alter gesenkt werden sollte, was man über die Nebenwirkungen von Blutdruck-Medikamenten wissen muss oder wie sich die Werte mit der Ernährung senken lassen).

Dr. Vinzenz von Kageneck

Diese Sprechstunden-Frage hat beantwortet: Dr. med. Vinzenz von Kageneck, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie.

(Redaktion: Dr. med. Karl Eberius)

Ihre Meinung

Fanden Sie die Informationen auf dieser Seite zum Thema Blutdruck-Schwankungen hilfreich?

Dürfen wir Ihren Kommentar mit Ihrem Namen und Wohnort auf den Internetseiten der Herzstiftung veröffentlichen?


Bislang 7 Kommentare zu dieser Sprechstunde

Ralf L. aus Bexbach (22.04.2017): Es ist interessant, wie auch andere Patienten mit dem Problem umgehen und was andere Ärzte empfehlen.

Heike B. aus Dresden (19.04.2017): Diese Infos sind sehr gut.

Verena B. aus Freiburg (19.04.2017): Ich finde die Informationen so wichtig für mich, alles was ich bisher von der Herzstiftung erfahren habe, hat mich weitergebracht, oft auch bestätigt und vor allem beruhigt. Ich bin total dankbar für alle Fragen und Antworten, die ich dort finde. Ich habe es noch nie bereut Mitglied geworden zu sein und kann es jedem nur empfehlen!

Hannelore M. aus 0snabrück (18.04.2017): Man sollte Blutdruckmittel nicht "bei Bedarf" nehmen, sondern jeden Tag regelmäßig zur gleichen Uhrzeit. Und nicht nachts messen, das macht einen nur verrückt! Morgens und abends! Evtl. auch nach dem Sport, so mache ich es.

Thomas B. aus Mainz (18.04.2017): Sehr informativ. Vielen Dank!

Gunder S. aus Beeskow (18.04.2017): Tja, so kann man (Patient und Arzt) aneinander vorbeireden. Deshalb ist eine klare Kommunikation schon sehr wichtig und der Hinweis, sich Fragen schon zu Hause aufzuschreiben, ist unbedingt empfehlenswert. Probieren Sie es einfach aus.

Till aus Endingen (18.04.2017): Ich habe feste Zeiten, wann ich den Blutdruck messe. Sollte er einmal zu hoch sein, versuche ich durch gezielte Atmung den Puls zu senken. Zusätzliche Tabletteneinnahme außerhalb der Verordnung kann ich dann meistens vermeiden.

Tipp

Nichts mehr verpassen

herz-infos

Wenn Sie WhatsApp auf Ihrem Handy nutzen, können Sie damit kostenfrei wichtige Tipps zu Herzkrankheiten erhalten. ➞ Einfach auf den Button klicken und unkompliziert anmelden:

➞ Auf WhatsApp verbinden

Aktuelle Mitglieder-Zahl

97.000

Die Herzstiftung wurde 1979 ge­grün­det und hat heute mehr als 97.000 Mitglieder (ein­schließ­lich 1.700 Eltern herz­kran­ker Kinder).
➞ Vorteile der Mitgliedschaft u. Online-Antrag
➞ 3.436 Meinungen zur Mitgliedschaft

Herzstiftungs-Sprechstunde

Haben Sie Fragen zu Ihrer Herzkrankheit?

Sprechstunde

© istockphoto.com/lovleah

Bei Fragen zu Ihrer Herzkrankheit können Sie als Mitglied unsere ➞ Online-Sprechstunde nutzen.

Bluthochdruck

Tipp: Sonderband für Betroffene

Sonderband-Bluthochdruck

Was muss man über die Ne­ben­wir­kun­gen von Blutdruck-Medikamenten wissen? Welche Ernährung hilft bei einem Blut­hoch­druck? Das und vieles mehr beantwortet der Son­der­band, den die Herz­stiftung Men­schen mit einem zu hohen Blutdruck emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Sonderband ➞ hier kostenlos bestellen.

Aus der Herzstiftungs-Sprechstunde

Natürliche Blutdrucksenkung: Aroniasaft empfehlenswert?

Empfehlung

Sonderband zu KHK
und Herzinfarkt

Abbildung KHK-Herzinfarkt-Sonderband

Dieser Sonderband ist allen Menschen mit einer KHK oder einem Herzinfarkt zu empfehlen. Aus­ge­wie­se­ne Herzspezialisten er­läu­tern darin aus­führ­lich die wichtigsten Therapien bei ei­ner koronaren Herzkrankheit und nach einem Herzinfarkt. Mitglieder können den Son­der­band hier kostenlos bestellen.

Tipp für Herzpatienten

Exklusive Zeitschrift zu Herzerkrankungen

HERZ HEUTE

In HERZ HEUTE geben un­ab­hän­gi­ge Herz­ex­per­ten, die z. B. als Chef- oder Oberärzte an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken tätig sind, wertvolle Rat­schlä­ge zu Herz­krank­hei­ten (wel­che neuen The­ra­pien tatsächlich zu em­pfeh­len sind oder wie Be­trof­fe­ne ihre Er­kran­kung selbst po­si­tiv be­ein­flus­sen können).
Mitglieder bekommen die ex­klu­si­ve Zeitschrift, die nur über die Herz­stif­tung und nicht am Kiosk erhältlich ist, kostenfrei 4x/Jahr im Abon­ne­ment nach Hause ge­lie­fert.
Weiter zum Archiv

Tipp

Sonderdruck „Stress“

Sonderdruck Stress

Schützen Sie Ihr Herz und la­den Sie sich als Mit­glied auch folgende Herzstiftungs-Experten­schriften zum Thema Stress he­runter:

  • Sonderdruck Stress (inkl. prak­ti­schen Bei­spie­len und Zu­satz­er­läu­te­rungen, wie man sein Herz im Alltag vor Stress schützen kann)
  • Wie Stress den Blutdruck erhöht (mit wei­te­ren in­te­res­san­ten Tipps, um ge­fähr­li­chem Stress zu ent­kom­men)

Tipp: Wenn Sie noch kein Mit­glied sind, können Sie dies hier un­kom­pli­ziert nachholen und damit gleich die Ge­bühr für den Son­der­druck spa­ren. Alle Infos zur Mitgliedschaft

Aktuelle Medizin-Beiträge

Herzrhythmusstörungen

Wichtige Infos für Betroffene

Herzrhythmusstörungen

Worauf kommt es bei welcher Herzrhythmusstörung an? Diese und viele weitere Fragen beantwortet ausführlich der 144-seitige Sonderband, den die Herzstiftung allen Menschen mit Rhythmusstörungen emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Band ➞ hier kostenfrei herunterladen.

Empfehlung

Herzschwäche-Sonderband

Abbildung Herzschwäche-Sonderband

Allen Menschen mit einer Herz­schwäche empfiehlt die Herz­stif­tung den Sonderband „Das schwa­che Herz”, in dem aus­ge­wie­sene Herzspezialisten ausführlich die wichtigsten Therapien bei einer Herz­schwä­che erläutern. Für wei­tere Infos zu dem 160-seitigen Son­der­band bitte » hier klicken.