Pressemeldung

Kampf gegen Covid-19: Eine Million Euro für patientennahe Forschung

Deutsche Herzstiftung stellt rund eine Million Euro für neue Erkenntnisse zu Coronavirus-Erkrankung im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Verfügung. 14 Forschungsvorhaben erhalten Fördermittel.

(Frankfurt am Main, 10. Juni 2020) Die Pandemie durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 mit derzeit über 184.500 Covid-19-Infektionen und über 8.700 Sterbefällen ist für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und angeborenen Herzfehlern mit hohen Risiken verbunden. Für viele Covid-19-Erkrankte sind die Folgen für das Herz und andere Organe gravierend bis hin zu langfristigen Beeinträchtigungen der Herz- und Lungenfunktion. Mit dem Ziel, möglichst rasch zur Klärung der dringlichsten Fragestellungen zum neuartigen Coronavirus im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und angeborenen Herzfehlern beizutragen, hat die Deutsche Herzstiftung in einer Ad-hoc-Initiative eine Million Euro für die Forschungsförderung im Kampf gegen SARS-CoV-2 bereitgestellt. Von insgesamt 60 Forschungsanträgen konnten innerhalb kürzester Zeit 14 Forschungsvorhaben für eine Projektförderung mit einem Gesamtfördervolumen von über 940.000 Euro bestimmt werden. Über die einzelnen Forschungsvorhaben informiert die Herzstiftung hier.

„In einer Extremsituation wie der Pandemie durch das neuartige Coronavirus sind neue Forschungsergebnisse äußerst wichtig, um Prävention und Behandlung zu verbessern“, betont der Notfallmediziner und Kardiologe Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen zählen zu den Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer Coronavirus-Infektion. Das gilt für herzkranke Kinder wie für Erwachsene mit erworbenen Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzschwäche oder Bluthochdruck. „Wir wollen deshalb mit der Förderung möglichst rasch auf dem Boden hochkarätiger Forschung verlässliche Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie gewinnen, die helfen, Herz-Kreislauf-Patienten vor den Folgen einer Covid-19-Erkrankung zu schützen“, betont der Kardiologe und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer.

Forschungsvorhaben werden facettenreicher Corona-Thematik gerecht

Sieben Gutachter aus dem Vorstand der Deutschen Herzstiftung haben unter der Leitung von Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, selbst im Vorstand der Herzstiftung und Kardiologe am Deutschen Herzzentrum München, in insgesamt drei Evaluationsrunden alle Anträge geprüft. Nach mehreren Sitzungen zur Bewertung der Projektanträge hat sich das Gremium auf 14 Anträge geeinigt. „Sämtliche leistungsstarken Wissenschaftler haben mit Forschungsanträgen auf die Ausschreibung reagiert. Das Feld der förderungswürdigen Projekte wird der Komplexität und des Facettenreichtums der Corona-Thematik gerecht und ist folgerichtig interdisziplinär aufgestellt: neben den herzmedizinischen Disziplinen sind auch andere Fachbereiche involviert, darunter die Transfusionsmedizin, die Pathologie und Biochemie“, betont Schunkert.

Corona-Impfstoff muss sich auch für herzkranke Kinder und Erwachsene eignen

Entsprechend groß ist auch die Bandbreite der Fragestellungen aus den bewilligten Vorhaben: „Die Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 bei vorerkrankten Risikopatienten ist Gegenstand eines der unterstützten Vorhaben. Schließlich sollen Impfstoffe auch bei herzkranken Kindern und Erwachsenen eingesetzt werden können“, erklärt Schunkert. „Ebenso beschäftigen sich Forscher mit Verfahren, die herztransplantierte Patienten aufgrund ihres unterdrückten Immunsystems besser für eine Coronavirus-Infektion rüsten sollen, hier spielen die Antikörper-Bildung nach einer Covid-19-Erkrankung und die Verträglichkeit von Impfstoffen eine Rolle.“ Auch unter welchen Konstellationen das Coronavirus das Herz von Menschen direkt schädigt, die noch nicht als herz- oder gefäßkrank in Erscheinung getreten sind, ist Thema der Forschungsförderung. So soll mit Hilfe von Gewebeanalysen verstorbener Covid-19-Patienten die Frage geklärt werden, durch welche Mechanismen das neuartige Coronavirus möglicherweise zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen kann. „Wissenschaftler verfolgen hierzu mehrere Hypothesen. Analysen sollen hier Klarheit schaffen“, betont Schunkert. Auch andere hochaktuelle Fragestellungen etwa zu epidemiologischen Themen oder zur Rolle gefährlicher Gerinnungsstörungen bei Covid-19-Erkrankten sind bei der Bewilligung der Projektförderung berücksichtigt: Wie kommt es zu den in Notfallambulanzen in Deutschland (wie auch im Ausland) häufig berichteten Rückgängen von Herzinfarkteinlieferungen im Zuge der Corona-Pandemie – und wie wirkt sich dieser besorgniserregende Trend auf die Morbidität und Sterblichkeit in bestimmten Regionen aus? „Nur mit Hilfe einer Forschungsförderung, die diesen vielschichtigen Problemen der Corona-Pandemie für die herzmedizinische Versorgung gerecht wird, können wir wirkungsvoll Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung vor schwerwiegenden Beeinträchtigungen und Tod durch das Coronavirus schützen“, erklärt Prof. Voigtländer. Der Vorstand der Deutschen Herzstiftung hat die Förderung der folgenden Projekte mit einer Gesamtsumme von € 941.414,- beschlossen.

Bild- und Foto-Material zu den Vorstandsmitgliedern Prof. Dietrich Andresen, Prof. Heribert Schunkert und Prof. Thomas Voigtländer erhalten Sie auf Anfrage in druckfähiger Form unter presse@herzstiftung.de, Tel. 069 955128-114

Kontakt

Pressestelle: Michael Wichert und Pierre König

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