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Aspirin (ASS) wie lange einnehmen?

Nicht alle Personen profitieren von der vorbeugenden Anwendung.

Acetylsalicylsäure (ASS oder Aspirin) ist nicht nur ein Schmerzmittel. Der Wirkstoff verhindert auch, dass sich gefährliche Verklumpungen (Blutgerinsel) bilden. Wer sollte deshalb ASS regelmäßig anwenden? 

ASS bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen 

Von der langfristigen, regelmäßigen ASS-Einnahme profitieren Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder ischämischen (durch Durchblutungsstörungen) ausgelösten Schlaganfall in der Vergangenheit erlitten haben. Auch bei der koronaren Herzkrankheit mit fortschreitender Brustenge (instabiler Angina pectoris) verordnen Kardiologinnen und Kardiologen ASS. Der Wirkstoff kommt ebenfalls zum Einsatz, falls ein Blutgefäß geweitet und mit einem Metallgitter (Stent) stabilisiert worden ist. Falls erforderlich, wird ASS mit einem weiteren Wirkstoff kombiniert, etwa Clopidogrel. Diese duale (zweifache) Plättchenhemmung zeigt noch bessere Ergebnisse. 

ASS bei gesunden Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko 

Auch Personen ohne Herzinfarkt oder koronarer Herzerkrankung profitieren von ASS, falls ihr Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden, über 20 Prozent liegt. Der Wert erscheint auf den ersten Blick zwar willkürlich, berücksichtigt aber, dass jedes Arzneimittel auch Nebenwirkungen hat. Das lässt sich anhand von speziellen Programmen zur Risikoabschätzung, den PROCAM- oder CARRISMA-Score, ermitteln. Sie basieren auf großen Studien, bei denen untersucht wurde, welchen Effekt das Alter, das Geschlecht, der Blutdruck, Rauchgewohnheiten sowie der Spiegel an „schlechtem“ LDL-Cholesterin auf das Herzinfarkt-Risiko haben.  

Keine eigenmächtige Behandlung 

Nicht jede Person profitiert von ASS. Wer keine Vorerkrankungen und kein erhöhtes Risiko hat, Blutgerinnsel zu entwickeln, sollte nicht vorbeugend zu ASS greifen. Der Nutzen ist bei Gesunden so gering, dass die Gefahr eventueller Nebenwirkungen, die unter ASS auftreten können, normalerweise überwiegt. Dazu zählen Magengeschwüre und erhöhte Blutungsrisiken, vor allem im Bereich des Magen-Darm-Traktes. 

Experte

Prof. Dr. med. Thomas Meinertz
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Unsere Quellen:

  • Internet: https://www.fachinfo.de/ (Stand: 2020)