Interview

Covid-Impfung schon ab 5 Jahren? Interview mit einem Kinderkardiologen

Kinderkardiologe Professor Dietmar Schranz nimmt im Gespräch Stellung, warum auch schon jüngere Kinder gegen Covid-19 geimpft werden sollten.

Mädchen bekommt die Corona-Impfung
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Im November, mitten in der vierten Welle, hat sich die Europäische Zulassungsbehörde EMA auch für die Zulassung des mRNA-Impfstoffs von Biontech für Kinder ab 5 Jahren ausgesprochen. Der Kinderkardiologe Professor Dr. Dietmar Schranz gibt im Interview mit der Herzstiftung eine aktuelle Einschätzung, warum er diese Entscheidung begrüßt.

Herzstiftung: Die Studiendaten zur Covid-Impfung von Kindern unter 12 Jahren wurden schon länger angekündigt. Seit Anfang November sind sie da und die EMA hat auch prompt eine Zulassung für den Biontech-Impfstoff bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren ohne Einschränkung empfohlen. In Anbetracht der aktuellen Lage: War das höchste Zeit?

Schranz: Ja! Die EMA hat, wie nicht anders zu erwarten, den mRNA Impfstoff von Biontech auf Basis der Daten einer Studie bei Kindern von 5-12 Jahren zugelassen. Die Anfang November publizierten Daten der Zulassungsstudie mit über 2000 Kindern waren eindeutig. Darin wurde eine Impfeffektivität von gut 90 Prozent zur Vermeidung einer symptomatischen Infektion ermittelt. Konkret haben sich von 1305 geimpften Kindern nur 3 infiziert. Von den 663 Kindern, die eine Scheinimpfung erhielten, infizierten sich hingen 16. (1)

Die EMA geht ihrerseits von einer Impfstoffeffektivität zwischen rund 68 und 98 Prozent aus und verweist darauf, dass die Impfnebenwirkungen sich nicht von denen bei Kindern ab 12 Jahren unterscheiden. Diese sind meist lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Schmerzen und Schwellungen. Außerdem kann es zu Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Fieberreaktionen wie Schüttelfrost kommen. (2)

Die Dosis für die jüngeren Kinder entspricht 10µg. Diese Dosis wurde zuvor „off-label“ bei einigen kardiovaskulär und pulmonal-erkrankten Risikokindern unter 12 Jahren schon appliziert. Dies entspricht einem Drittel der Dosis von Erwachsenen. Es ist mit einer 1.5x höheren Immunantwort bei den Kindern zu rechnen. Es ist gut, dass jetzt eine offizielle Zulassung vorliegt. Auch Moderna hat für Kinder ab 5 Jahren eine Zulassung mit Dosisanpassung bereits beantragt.

Sollte die Ständige Impfkommission nun auch schnell reagieren und eine offizielle Empfehlung für die Impfung in Deutschland aussprechen?

Natürlich, aber die Empfehlung der STIKO lässt erwartungsgemäß auf sich warten, obgleich sie zustimmen wird, ja muss. Eigene, in Deutschland initiierte Studien, werden keine Daten liefern, die die Entscheidung unterstützen. Hinzu kommt, dass die Corona-Inzidenz in unserem Schlaraffenland oder doch besser „Abend“-land inzwischen eine für viele zuvor unvorstellbare Höhe erreicht hat – obgleich wissenschaftliche Daten auf die weit höherer Infektiösität, vor allem aber auch Krankheitsintensität der Delta-Variante hingewiesen haben. Doch im Sommer wurden bei niedrigen Inzidenzzahlen zum Teil Scherze über das Delta-Virus gemacht. Das war fatal, wie sich jetzt im Herbst zeigte. Und was mit der neuen Variante Omikron auf uns zukommt, ist erst recht unklar. Die Ausweitung der Impfungen über alle Altersgruppen, um einen Herdenschutz zu erreichen, wurde meines Erachtens verschlafen oder besser gesagt zerredet – mit Folgen vor allem für die (Schul-)Kinder.

Kind mit Maske in der Schule
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Nach allem, was wir über die Folgen der pandemische Coronainfektion für den Einzelnen wissen, sowie zu den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen gerade auf Schulkinder, aber auch Auszubildende und Studenten, ist es für mich schwer nachzuvollziehen, dass der STIKO-Vorsitzende, wie zuvor bei den 12-jährigen und Jugendlichen, auch jetzt wieder Verständnis bezüglich des Zauderns der Eltern bei Kinderimpfungen äußert, anstatt eine Impfung für alle zu fordern. Auf welcher Basis dieses Verständnis beruht, bleibt mir als Kinderkardiologe und pädiatrischer Intensivmediziner ein Rätsel. 

Ich würde mir von ihm als Virologen Fakten wünschen, die sich darauf beziehen, das bei einer Impfung im Vergleich zur Virusinfektion keine negativen Wirkungen zu erwarten sind,  – und damit eine Impf-bejahende Aufklärung der Bevölkerung, vor allem der Eltern von Kindern und der Lehrer*innen/Betreuer*innen. Statements zu Erkrankungen bei Kindern sollte man denjenigen überlassen, die sich mit kranken Kindern befassen. Ein infiziertes Kind ist als Patient zu 100 Prozent betroffen – da sind Statistiken und Zitate aus Publikationen keine Hilfe und Trost. Es sollte in die Impfentscheidung auch einfließen, dass die Kinderkliniken zur Zeit mit Patienten voll sind, die an Nicht-Corona-Infektionen erkrankt sind (u.a. durch RSV und Adenoviren). 

Nach wie vor bremst jedoch gerade bei jungen Menschen die Furcht vor einer Myokarditis die Bereitschaft zum Impfen. Und inzwischen wird zumindest der mRNA-Impfstoff von Moderna auch nicht mehr für Menschen unter 30 Jahren empfohlen. In einer kleinen Studie wurde zudem bei einer magnetresonanztomografischen Untersuchung des Herzens (3) bei Kindern nach einer Covid-Erkrankung keine Myokarditis gefunden, allenfalls ein leichter Perikarderguss. Wie sind die Risiken gegeneinander abzuwägen? 

Wie bereits im ersten Interview kann ich erneut nur darauf hinweisen, dass eine impfbezogene „Myokarditis-Reaktion“ nicht mit einer Corona-Virus-Myokarditis gleichgesetzt werden kann. Wer aufgrund einer Impfung eine kardiale Inflammationsreaktion bekommt, der sollte erst recht keine Corona-Infektion bekommen, da diese viel eher lebensbedrohend sein kann. Dass eine leichte inflammatorische Herzbeteiligung nach der Moderna-Impfung etwas häufiger aufritt, liegt an der höheren Dosis. So war die in der ursprünglichen Dosisfindungsstudie zur Zulassung des Moderna-Impfstoffes eingesetzte Dosis von 250 µg eindeutig zu hoch und zeigte Nebenwirkungen fast wie bei einer Virusinfektion. Deshalb wurde die mittlere Dosis mit dem besten Wirk-Nebenwirkungsprofil letztendlich zugelassen.

Bezüglich des Risikopotenzials „Vorerkrankung“ werde ich oft mit der Frage konfrontiert, ob sich ein ehemaliger Patient mit einer infektbedingten Myokarditis (u.a durch die Erreger Parvo-B 19, Coxsackie, Herpes-6) nun gegen Covid impfen lassen sollte, da man mit einer Persistenz der Viren zurechnen ist. Ich empfehle dann meist die Impfung – allerdings mit einer individualisierter Betreuung entsprechend den aktuellen kardialen Daten. 

Um das Myokarditis-Risiko richtig einzuschätzen, muss man außerdem wissen, dass bei einer SARS-Cov-2-Infektion eher die Endothelzelle der Gefäßinnenseiten das Hauptziel ist – ähnlich wie bei der Parvo-B-19-„Myokarditis“. Das Corona-Virus greift weniger die Myokardzelle als die Gefäßinnenwände an. Dort ist auch die höchste Dichte an ACE-2-Rezeptoren, an denen das Virus andockt. Es kommt somit eher zu einer Vaskulitis und nur sekundär zur Myokarditis. 

Die (noch) vorherrschende Delta-Variante ist zudem ein sehr viel aggressiveres Virus als der ursprüngliche Wild-Typ. Das Endothel wird nicht nur im Sinne einer passageren Lähmung geschädigt, wie es beim „Wild-Typ“ zu sehen war, sondern es ist unter dem Delta-Typ mit einer Endothelzerstörung zu rechnen und somit auch mit einem längerem Heilungsverlauf. 

Impfen oder Infektion?

Dr. Jana Schroeder, Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital, stellt auf einem Plakat Nutzen und Risken der Corona-Impfung den Gefahren einer Covid-19-Infektion gegenüber.
Nach wie vor ungeklärt ist auch die Frage, ob und welcher Form Long-Covid bei infizierten Kindern auftritt. Hier hat nun eine kanadische Studie neue Zahlen präsentiert. 

Ja, der kanadischen Studie zufolge hielten bei rund sechs Prozent der Kinder „long-covid“-Probleme auch drei Monate nach einer Virusinfektion noch an. (4) Bei einer Million infizierter Kinder wären dies 60.000 Kinder, das entspräche fast 10 Prozent unserer Geburtenrate die bei etwa 750.000 Kindern liegt. Nicht nur das könnte man vielen Kindern mit einer verpflichtenden Impfung zum Schuleintritt vermutlich ersparen.

Kind mit Mutter beim Arzt
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Was also tun?

Für mich ganz klar: Wäre ich politischer Entscheider würde ich auf Basis der individuellen Auswirkungen einer SARS-CoV-2 Infektion und den gesellschaftspolitischen Konsequenzen der Pandemie wie folgt entscheiden:

A) Impfpflicht für alle. 
B) Impfplicht für alle Kinder, die in die Schule gehen wollen. Die anderen sollten einen virtuellen Unterricht erhalten.
C) Alle geimpften Kinder sollten auf Masken und blödsinnige und teure Luftfilter verzichten. Sie sollten sich wie vor der Corona-Pandemie infizieren –  allerdings unter dem allgemeinen Impfschutz (sechsfach-Impfung, Masern Mumps, Röteln, HPV-Impfung etc.) – um immun zu werden und damit wir uns zusätzlich gegenseitig immun-kompetent machen!

Die Isolierung von Leprakranken war schon früher eine Fehlentscheidung. Daher sind jetzt Impfungen mit uneingeschränkter Empfehlung (vor allem durch Entscheidungsträger) gefragt sowie eine Impflicht für alle Nicht-Geimpften!  Wären alle Erwachsenen und Kinder geimpft, wären unsere Impfstoffe nicht wegen Verweigerung verfallen und wäre die Weltbevölkerung stattdessen weiter durchgeimpft worden. Dies wäre auch die beste Vorbeugung vor weiteren Mutationen. Omikron wird nicht die letzte Mutation sein. 

Aber was ist von einer „sozialistischen“ Einstellung al la Wagenknecht (Sozialismus für alle nur für mich nicht) schon zu erwarten? Wir werden vermutlich wieder die Schulen schließen und es werden nicht nur die Intensivstationen der Erwachsenen, sondern auch die der Kinderkrankenhäuser überfüllt sein. Dank Mundschutz und Abschottung werden zudem nicht nur Erkältungsviren wie RSV, sondern auch andere Viren pathogener für Kinder werden, vor allem für Kleinstkinder. Die Schwangeren sollten ebenfalls alle geimpft sein; eine weitere vulnerable Gruppe sind nämlich die Säuglinge ohne Nest- oder Impfschutz. Wer je das Bild eines Corona-erkrankten Neugeborenen mit ECMO-Beatmung gesehen hat, wird das nicht vergessen können!

Ich zumindest bekomme langsam apokalyptische Alpträume in Anbetracht unserer komplett falsch verstandenen “Freiheits-Rechte“.  Bei virtuellen kinderkardiologischen Vorträgen zu einer Jahrestagung in Indien im Oktober wurde mir mit Stolz über den Milliardsten geimpften Inder berichtet. In Anbetracht dessen schäme ich mich für unseren Impf-Verweigerungs- und Wegwerf-Überfluss.

Prof. Schranz

Steckbrief: Prof. Dr. Dietmar Schranz

Prof. Dr. med Dietmar Schranz  hat Humanmedizin in Homburg/Saar und Mainz studiert und machte später den Facharzt für Pädiatrie mit den Schwerpunkten Neonatologie und Intensivmedizin. Als junger Arzt bereiste er die Welt und behandelte Leprakranke in Pakistan und war mit "Cap Anamur – Deutsche Not-Ärzte" in Asien. Später arbeitet er als Kinderarzt an der Universitätsklinik Mainz. 1989 gründete er dabei den Verein KIKAM (Kinder Intensiv Kinderkardiologie Mainz). Bis zu seinem Ruhestand 2017 war er schließlich Leiter der Kinderkardiologie am Klinikum der Universität Gießen und des Hessischen Kinderherzzentrums Gießen und Frankfurt. Heute arbeitet er weiterhin als Consultant für Kinderkardiologie an den Universitätskliniken Frankfurt und Mannheim, unterstützt dort die Weiterbildung von Kinderkardiologinnen und -kardiologen und unterrichtet teilweise auch im Ausland.

Das sagt die STIKO (Stand 24.05.2022)

Mitte Dezember hat die STIKO sich erstmals zur Impfung von 5-11-Jährigen geäußert. zunächst empfahl das Gremium die Impfung nur für Kinder mit Vorerkrankungen, durch die sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben, sowie Kindern, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, wenn diese sich selbst nicht impfen lassen können.

Ende Mai 2022 hat die STIKO ihre COVID-19-Impfempfehlung nun aktualisiert und empfiehlt nun auch gesunden Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren zunächst eine mRNA-Impfstoffdosis gegen COVID-19 –vorzugsweise mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty (10 µg). Die Verwendung des Moderna-Impfstoffs Spikevax (50 µg) sei für 6- bis 11-jährige Kinder ebenfalls möglich. Die STIKO spricht die Impfempfehlung vorsorglich aus, da ein erneuter Anstieg von SARS-CoV-2 Infektionen im kommenden Herbst bzw. Winter zu erwarten sei.

Gesunde Kinder, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die durch eine Impfung selbst nicht sicher geschützt werden können, sollen laut STIKO hingegen eine Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen bekommen.  

Kinder mit Vorerkrankungen sollen weiterhin eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen sowie eine Auffrischimpfung erhalten.

Konkret nennt die STIKO als Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf in dieser Altersgruppe:

  • Adipositas
  • angeworbene oder erworbene Immunschwäche oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler mit einer Sauerstoffsättigung in Ruhe unter 80 % sowie Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • schweres oder unkontrolliertes Asthma bronchiale
  • chronische Nierenerkrankungen
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diabetes mellitus (nicht gut eingestellt bzw. mit HbA 1c -Wert > 9,0 %)
  • schwere Herzschwäche
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • seltene (syndromale) Erkrankungen mit schwerer geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung
  • Trisomie 21
  • Tumorerkrankungen und bösartige Bluterkrankungen (hämatologische Erkrankungen)

Erste PEI-Daten zu Kindern (Stand 7.2.2022)

Der mRNA-Impfstoff Comirnaty ist seit 21.12.2020 für Personen ab 16 Jahren zugelassen. Diese Zulassung wurde am 31.05.2021 auf Kinder von 12 bis 15 Jahren erweitert. Seit dem 12.12.2021 ist eine entsprechende zugelassene Darreichungsform für die Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren verfügbar. Seit dem 23.07.2021 ist zudem Spikevax für die Altersgruppe der 12- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen zugelassen, wird aber derzeit für diese Altersgruppe nicht von der STIKO empfohlen. Im Sicherheitsbericht von Februar 2022 des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gibt es erstmals ein eigenes Kapitel zu Nebenwirkungsverdachtsfällen bei Kindern unter 12 Jahren.  

Insgesamt sind in der Altersgruppe der 12-17-Jährigen 3.120 Verdachtsfälle einer Nebenwirkung bis Ende Dezember 2021 nach Impfung mit Comirnaty gemeldet worden. Es wurde damit eine Gesamtmelderate von 0,6 auf 1.000 Impfdosen ermittelt. Am häufigsten wurden Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Ermüdung und Fieber berichtet.

Acht Verdachtsfallmeldungen (0,26 %) beziehen sich auf einen tödlichen Ausgang im Abstand von zwei Tagen bis fünf Monaten nach Impfung mit Comirnaty. Ein Todesfall steht in Zusammenhang mit einer Arrhythmie bei einer angeborenen Herzrhythmusstörung fünf Monate nach Impfung, die nicht als Ursache angesehen wurde. Ein Jugendlicher mit einer besonders schweren Vorerkrankung des Herzens starb kurz nach Impfung mit Comirnaty vermutlich an einer Myokarditis. Die Impfung wurde nicht als alleiniger Auslöser angesehen. In vier weiteren Fällen ist ein ursächliche Zusammenhang mit der Impfung nicht abschließend beurteilbar.

Besonderes Augenmerk wurde auf Meldungen zu Myokarditis/Perikarditis gelegt: Die Melderate unter Berücksichtigung fehlender Angaben zur Impfdosis betrug bei männlichen Kindern bzw. Jugendlichen 5,1 Fälle pro 100.000 Impfdosen und bei weiblichen Kindern bzw. Jugendlichen 0,6 Fälle pro 100.000 Impfdosen. Dabei war bei männlichen Kindern und Jugendlichen die Melderate nach der zweiten Impfung mit 8,6 pro 100.000 Impfdosen höher als mit 2 pro 100.000 Impfdosen nach der ersten Impfung.

In der Altersgruppe unter 12 Jahren wurden insgesamt 505 Verdachtsfälle einer Nebenwirkung gemeldet, davon 498 Fälle nach Impfung mit Comirnaty (4 nach Spikevax, 2 nach Vaxzevria, 1 Fall nach Covid-19 Vaccine Janssen). Bei insgesamt 103 Verdachtsmeldungen wurde sogar ein Alter unter 5 Jahren zum Zeitpunkt der Impfung angeben. Diese wurden alle als nicht schwerwiegend klassifiziert.

Die überwiegende Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle (306) bezog sich auf Impfreaktionen nach der ersten Comirnaty-Impfung, vor allem Schmerzen an der Einstichstelle. In drei Viertel der Fälle waren die Kinder zum Zeitpunkt der Meldung wieder vollständig genesen. Es wurde kein bleibender Schaden und kein Todesfall berichtet.

Unter den als schwerwiegend klassifizierten 5 Verdachtsmeldungen befanden sich keine Meldungen zu Myokarditis/Perikarditis, dafür ein neu aufgetretener Typ-1-Diabetes, eine Immunthrombozytopenie, einmal Erbrechen plus Fieber, einmal hohes Fieber allein sowie eine Synkope. Rechnerisch ergibt sich daraus eine Melderate von rund einem schwerwiegenden Nebenwirkungsfall pro 100.000 Impfungen mit Comirnaty bei Kindern zwischen 5 und 11 Jahren.

Seit Anfang März ist Spikevax von Moderna in Europa nun zudem auch für die Anwendung bei Kindern ab 6 Jahren zugelassen.

 

  1. www.ema.europa.eu/en/news/comirnaty-covid-19-vaccine-ema-recommends-approval-children-aged-5-11
  2. Evaluation of the BNT162b2 Covid-19 Vaccine in Children 5 to 11 Years of Age; DOI: 10.1056/NEJMoa2116298
  3. Cardiovascular magnetic resonance findings in non-hospitalized paediatric patients after recovery from COVID-19, doi.org/10.1002/ehf2.13678
  4. www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/kanadische-studie-etwa-6-der-infizierten-kinder-entwickeln-long-covid/
  5. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Impfung_Kinder_Jugendliche.html
  6. PEI Sicherheitsbericht 7.2.2022; www.pei.de

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