Sprechstundenfrage

Werden bei niedrigem Blutdruck die Organe ausreichend durchblutet?

Ab Werten von etwa 100/60 mmHg und darunter sprechen Ärzte von einem niedrigen Blutdruck. Erfahren Sie, ob die Sorge von Betroffenen berechtigt ist.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Meine Frau ist 80 Jahre alt. Sie hat tagsüber häufig einen systolischen Blutdruck kleiner als 100 mmHg und einen diastolischen Blutdruck von etwa 60 mmHg. Da gelegentlich Blutdruckspitzen bis zu 160 mmHg systolisch auftreten, hat der Hausarzt ihr jetzt einen Blutdrucksenker verschrieben. Wir achten sehr darauf, gesund zu leben, wir essen viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch, wir trinken 1,5 Liter Wasser pro Tag, meine Frau ist schlank, sie hat noch nie geraucht oder Alkohol getrunken, und wir machen jeden Tag einen Spaziergang von mindestens einer Stunde.

Meine Frage ist: Wenn der Blutdruck häufig so niedrig ist – muss man sich dann sorgen, dass die Organe noch ausreichend durchblutet werden? Gerhard P. Balingen

Experten-Antwort:

Der Blutdruck ist bei Ihrer Frau in der Tat etwas variabel. Ich würde hier zunächst eine Überprüfung des Herzrhythmus (ist der Puls regelmäßig?) und eine Überprüfung des Blutdruckmessgerätes empfehlen. Insgesamt ist die von Ihnen geschilderte Lebensweise sehr erfreulich. Sie ernähren sich gesund und bewegen sich regelmäßig. Die Trinkmenge könnte erhöht werden, etwa um einen halben Liter. Dies ist womöglich ein Grund für den niedrigen Blutdruck. Sollten die häufig niedrigen Blutdruckwerte (systolisch kleiner 100 mmHg) trotz gesteigerter Trinkmenge weiterhin bestehen bleiben, sehe ich trotz der gelegentlichen Blutdruckspitzen keine Notwendigkeit für einen Blutdrucksenker, weil Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schwäche, unter Umständen auch kurze Bewusstlosigkeiten zu befürchten sind. Gelegentlich erhöhte Blutdruckwerte, wie Sie bei Ihrer Frau auftreten, sind beim Fehlen anderer Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, mangelnde Bewegung oder der Zuckerkrankheit nicht mit einer erhöhten Gefährdung für Herz-Kreislauf-Krankheiten behaftet. Sorgen bezüglich der Organdurchblutung können nicht hergeleitet werden.

Experte

Prof. Dr. Stephan Holmer

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