Sprechstundenfrage

Ist der Betablocker Metoprololsuccinat besser als Metoprololtartrat?

Mittlerweile existiert eine Vielzahl an Betablockern, die sich teilweise deutlich unterscheiden. Aktuell tauchte dazu in unserer Sprechstunde die Frage auf, ob Metoprololsuccinat tatsächlich besser ist als Metoprololtartrat.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Neulich wurde in einem Vortrag des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz über verschiedene Betarezeptorenblocker berichtet. Unter anderem wurde das Medikament Metoprololsuccinat als vorteilhafter in Bezug auf die Gesamtsterblichkeit angesehen als Metoprololtartrat. Da ich Metoprololtartrat nehme, bin ich verunsichert. (Dagmar S., Wahlstedt)

Experten-Antwort:

Wie unterscheiden sich Metoprololtartrat und Metoprololsuccinat? Beide Substanzen haben als wirksamen Bestandteil Metoprolol, das jeweils als Salz mit unterschiedlichen Säuren vorliegt. Zwischen den beiden Substanzen gibt es jedoch Unterschiede in der Geschwindigkeit, mit der das Metoprolol aufgenommen wird.

In der nicht-retardierten Form wird Metoprololtartrat verhältnismäßig schnell in den Körper aufgenommen, was dazu führt, dass in der Regel eine häufigere Gabe in niedrigeren Dosierungen notwendig ist und die Arzneistoffkonzentrationen im Blut stärker schwanken.

Metoprololsuccinat erscheint günstiger als Metoprololtartrat

Metoprololsuccinat wird hingegen deutlich langsamer aufgenommen, sodass eine einmal tägliche Gabe ausreicht und gleichmäßigere Medikamentenspiegel erreicht werden. In der Therapie der Herzschwäche ist eine gleichmäßige, langdauernde Wirkung der Betablocker erwünscht, diesbezüglich erscheint Metoprololsuccinat günstiger als Metoprololtartrat.

Metoprololtartrat in Retardform?

Inwiefern Metoprololtartrat-Retardtabletten, die ebenfalls nur einmal täglich eingenommen werden müssen, diesen Nachteil auszugleichen vermögen, ist bislang noch nicht in entsprechenden Studien untersucht worden und schon gar nicht im direkten Vergleich zu Metoprololsuccinat. Die Basis für Therapieempfehlungen sollte jedoch weiterhin die nachgewiesene Wirkung in großen, gut kontrollierten Studien sein.

Fazit:

Metoprololsuccinat wird dem Metoprololtartrat vorgezogen, da für Metoprololsuccinat die Datenlage aus solchen Studien günstiger ist.

Expertin

Dr. med. Maike Anderssohn
Portrait von Dr. Maike Anderssohn

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  3. Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn es unter dem Betablocker Metoprolol 50 zu Nebenwirkungen wie einer Gewichtszunahme oder Potenzproblemen kommt?

    Axel Schmermund

    Prof. Dr. med.

4 Kommentare

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Werner K. Wolfratshausen

Seit Jahren Mitglied der deutsche Herzstiftung. Ich habe von meinem Kardiologen Metoprololtartrat verordnet bekommen, um mein VHF zu reduzieren. Seit ich das nehme, (seit Okt.19) habe ich kein VHF mehr gehabt. Also bin ich dem Arzt und dem Medikament sehr dankbar. Nun las ich aber in, das Metoprololsuccinat besser ist als Met-tartrat. Nachdem ich diese Information lese, frage ich mich, was ist denn jetzt besser für mich. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich informieren würden, damit ich mit meinem Kardiologen die Angelegenheit besprechen kann. Ich wäre Ihnen für eine kurzfristige Stellungnahme sehr dankbar

Deutsche Herzstiftung

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Stellungnahmen/ Empfehlungen zu den Medikamenten, Nebenwirkungen etc. geben können Unsere Expertenberichte beziehen sich auf Studien. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

F. W.

ich suche eine Alternative zu Metoprololsuccinat 47,5 mg da die Nebenwirkungen extrem sind.

Liane S. Hamburg

Ich nehme seit 11 Jahren Metoprololsuccinat und bin sehr zufieden damit ich bin 92 Jahre alt und hin und wieder habe ich das Gefühl mein Herz hat mitunter leichte Schwierigkeiten wenn ich mir zuviel zumute na ja bin eben schon ein altes Semester.