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Herzschäden und Covid-19

Was weiß man inzwischen über Herzschäden nach Corona-Infektionen wie auch Covid-19-Impfungen? Im Podcast-Gespräch gibt PD Dr. Dominik Rath Aufschluss.

Junger Mann mit Herzmuskelentzündung
Henrie – stock.adobe.com Nach einer Virusinfektion kann es zu einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung kommen)

Risikoabwägung nötig

Machen Sie sich auch Sorgen, dass eine Corona-Infektion vielleicht ihr Herz schädigen könnte? Was weiß man inzwischen Genaues über die Covid-Impfung und ihre Wirkung aufs Herz – hier vor allem zum Risiko einer Herzmuskelentzündung, also einer Myokarditis? Um diese und mehr Fragen geht es in unserem heutigen Podcast-Gespräch. 

Denn schon länger ist bekannt, dass das SARS-CoV-2-Virus auch das Herzgewebe angreift. Im Frühjahr 2021 kamen dann vermehrt Meldungen zu Myokarditis-Fällen nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff auf. Betroffen waren vor allem junge Männer. Am Ende wurde sogar die Packungsbeilage der mRMA-Impfstoffe um den Hinweis erweitert, auf Zeichen einer Herzmuskelentzündung zu achten. Mit Zulassung einer Covid-Impfung für Kinder ab 12 Jahren hat das Thema Myokarditis neue Brisanz gewonnen. 

Privatdozent Dr. Dominik Rath kennt sich gut mit Entzündungsprozessen am Herzen aus. Der Kardiologe forscht dazu am Universitätsklinikum Tübingen unter anderem in einem von der Herzstiftung geförderten Projekt. Im Podcast-Gespräch erläutert er, wie die jeweiligen Risiken zu bewerten sind, gerade mit Blick auf Herzschäden, die generell durch Virusinfektionen verursacht werden können. Und er hat auch eine mögliche Erklärung, warum eine Myokarditis gerade junge Männer trifft.

Vergleichsdaten aus Israel

Daten aus Israel (1) nach Auswertung der Versichertendaten von über einer Million Menschen ab 16 Jahren zeigen: Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist zwar mit einem erhöhten Risiko für Myokarditis in Verbindung verbunden (2,7 Ereignisse pro 100.000 Personen). Aber: Das Risiko für eine potenziell schwerwiegende Herzmuskelentzündung ist nach einer SARS-CoV-2-Infektion deutlich höher (11 Ereignisse pro 100.000 Personen).

Schätzungen zufolge erhöht eine SARS-CoV-2-Infektion zudem das Risiko für mehrere unerwünschte Ereignisse, für die eine Impfung kein erhöhtes Risiko darstellt, darunter ein geschätztes erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen (166 Ereignisse pro 100.000 Personen), akute Nierenschädigung (125 Ereignisse), Lungenembolie (62 Ereignisse), tiefe Venenthrombose (43 Ereignisse), Herzinfarkt (25 Ereignisse) und Herzbeutelentzündung (11 Ereignisse).

Experte

Dr. Dominik Rath
Bild von Dr. Rath

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Medizinisches Know-how hilft, eine Brücke zwischen Arzt und Patient zu bilden. In Podcast-Gesprächen wollen wir Wissen künftig spannend vermitteln.
  1. Fragen und Antworten zu Risiken durch Covid-19-Erkrankung und Impfung
  2. Ein Faktencheck mit dem bekannten Kinderkardiologen Professor Dietmar Schranz aus Frankfurt.
  3. Die Deutsche Herzstiftung e.V. fördert ein Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der koronaren Herzerkrankung

(1) Safety of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine in a Nationwide Setting; 16. September 2021; N Engl J Med; 385:1078-1090, DOI: 10.1056/NEJMoa2110475