Aus der Herzstiftungs-Sprechstunde

„Seit einem grippalen Infekt leide ich unter Müdigkeit und ständiger Schwäche“

Bislang ➞ 27 Kommentare zu dieser Sprechstunde

Schwäche und Müdigkeit nach grippalem Infekt
Nach einem grippalen Infekt immer wieder schlapp und müde?

Findet man nach ei­nem grip­pa­len In­fekt nicht bald wie­der zum ge­wohn­ten Leis­tungs­ver­mö­gen zurück, kann dies ernst zu neh­men­de Ur­sa­chen ha­ben und ei­nen bal­di­gen Arzt­be­such emp­feh­lens­wert ma­chen.

Hinweis: Als Mitglied haben Sie die folgende Experten-Antwort evtl. schon in HERZ HEUTE gesehen, die allen Mitgliedern automatisch zugeht und in der regelmäßig wichtige Fragen aus der Herzstiftungs-Sprechstunde veröffentlicht werden.

Die Sprechstunden-Frage: Seitdem ich vor 2 Wochen einen schweren grippalen Infekt durchgemacht habe, der auch mit Antibiotika behandelt wurde, ist mein Blutdruck zu niedrig. Ich leide unter Müdigkeit und ständiger Schwäche in den Beinen. Bei Spaziergängen und bei der Hausarbeit muss ich jetzt Ruhephasen einlegen.

Seit mehreren Jahren nehme ich morgens und abends je 1 Beloc Zok mite und 1 Valsartan 80 mg. Damit habe ich gute Blutdruckwerte und wenig Herzstolpern. Ich bin 77 Jahre alt, normalerweise recht aktiv, spiele noch Tennis-Doppel und besuche einen Yogakurs. Zurzeit macht mir aber sogar die Treppe zu unserer Wohnung große Schwierigkeiten.

Der jetzige Zustand ist für mich ungewöhnlich. Ich dachte zuerst, es sind die Folgen des Infekts. Aber könnte nicht mein Herz betroffen sein? Leider habe ich erst in zwei Monaten wieder einen Termin bei meinem Kardiologen. (Sabine L., Bad Bertrich)

Die Experten-Antwort:

Dr. med. Vinzenz von Kageneck
Dr. med. Vinzenz von Kageneck.

Es ist gut möglich, dass Sie von dem Virusinfekt noch geschwächt sind und es sich dabei um die üblichen Nachwirkungen handelt. Dennoch sollten Sie unbedingt jetzt sofort bei Ihren Ärzten einen Termin erbitten, um eine Herzbeteiligung nicht zu übersehen.

Es muss untersucht werden, ob bei Ihnen eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) vorliegt, die möglicherweise für die Schwäche verantwortlich ist. Dazu dienen in erster Linie EKG, Ultraschall (Herzecho), Laborwerte und gegebenenfalls eine Kernspintomographie des Herzens (MRT).

Sollten diese Untersuchungen die Vermutung einer Herzmuskelentzündung erhärten, ist eine Herzmuskelbiopsie, d. h. eine Probenentnahme aus dem Herzmuskel, am besten geeignet, die Diagnose zu sichern, was heutzutage in vielen Fällen unkompliziert mit einem Katheter möglich ist, der über eine Armvene eingebracht wird. Dabei ist eine Biopsie immer dann sinnvoll, wenn es sich um eine akute Entzündung handelt und durch die Biopsie auch tatsächlich ein Hinweis auf die richtige Therapie zu erwarten ist. Im Falle eines geschwächten Herzmuskels empfehle ich Ihnen dann auch, sich den ➞ Herzstiftungs-Ratgeber zur Herzschwäche zu besorgen, der wichtige Informationen zum Umgang mit einer Herzschwäche enthält.

Wichtig: Eine vermehrte Abgeschlagenheit nach einem grippalen Infekt sollte man insbesondere dann ärztlich abklären lassen, wenn sich klinische Hinweise auf eine Herzbeteiligung zeigen. Dazu zählen z. B. neu aufgetretene Wasseransammlungen in den Beinen (=Ödeme), ein Druckgefühl in der Brust, ein unregelmäßiger Puls oder dass man auf einmal bereits bei geringen Belastungen und deutlich schneller als gewohnt außer Atem gerät. Zudem sollte man wissen, dass die Gefahr für eine Herzmuskelentzündung vor allem dann hoch ist, wenn man sich bei einer Virusinfektion, sei es eine Grippe oder ein Darminfekt, nicht so lange schont, bis man sich wieder ganz gesund fühlt.

Diese Sprechstunden-Frage hat beantwortet: Dr. med. Vinzenz von Kageneck, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie.

Redaktion: Dr. med. Karl Eberius

Ihre Meinung

Fanden Sie die Sprechstunden-Antwort auf dieser Seite zum Thema »Schwäche nach grippalem Infekt« hilfreich?

Dürfen wir Ihren Kommentar mit Ihrem Namen und Wohnort auf den Internetseiten der Herzstiftung veröffentlichen? (Der Nachname wird mit dem ersten Buchstaben abgekürzt.)


Hinweise zum Datenschutz

Bislang 27 Kommentare zu dieser Sprechstunde

Eva-Maria N. aus Essen (09.06.2018): Schnupfen, Husten schon lange. Ab 10.2. in Essen dumpfes Gefühl im Kopf. Schlimmer werdender Husten, Schnupfen, 40 Fieber. 6.3. "Rippenprellungen", "Hämatome", Sinusitis. Gründonnerstag, 29.3.018: "Beginnende Lungenentzündung“, so der Radiologe. 30 Tab. Penicillin fand ich zu wenig aufgrund der Vorbehandlung. Als es zu Ende war, am Sonntag 8.4.018, fuhr ich zum Notarzt in das Krupp-Krankenhaus, Essen: "Temperatur um 38+/- und Schwäche, damit müssen Sie noch 3-4 Wochen rechnen. Schonung." Da mir das nur bedingt vergönnt war, nicht für mich ausreichend lange, bekam ich kranke Füße, Ödeme in den Unterschenkeln dick wie nie, Folge: Kompressionsstrümpfe.

Monika P. aus Oldenburg in Holstein (09.04.2018): Nur der Hausarzt weiß das scheinbar nicht, es heißt lapidar: Das wird schon wieder!

Ursula aus Abensberg (21.03.2018): Sehr hilfreich, weil man eine solche Antwort auf die vielen Fragen von keinem Arzt bekommt.

R. D. aus Frankfurt am Main (20.03.2018): Bisher wurde ich von Grippe oder einer Infektion verschont. Die Sprechstunden-Fragen und besonders die Antworten sind immer interessant. Es gibt mir Kraft zu wissen, wo ich mich informieren kann.

Ralf B. aus Varel (19.03.2018): Da ich selbst gerade von einer Grippe betroffen war, erkundigt man sich lieber einmal etwas genauer und checkt einmal, wie mögliche Symptome zu bewerten sind. Vielen Kollegen geht es ähnlich, wenn man sich umhört, d.h. sie sind auch von der Grippe betroffen und/oder parallel von einem grippalen Infekt.

B. aus Konstanz (18.03.2018): Nach einem schweren, grippalen Infekt im Dezember und wiederholt im Januar hatte ich gleiche Symptome, die - etwas milder - bis heute auftreten. Eine komplexe Untersuchung in einer Herz-Klinik (einschl. Katheter-Untersuchung) hat aber keine Erklärung für meine Probleme gebracht. Auch der Lungenarzt fand meine Lunge i.O. Nun stehe ich da, und weiß nicht weiter: Nach einer Stunde langem Nordic-Walking ging mein Blutdruck auf 92/70 mmHg herunter, mein Puls schnellte auf 125 hoch, einen anderen Tag war es nach dem Frühstück, also in Ruhe, ähnlich. Man kann wirklich verzweifeln …

Willi T. aus Borken (17.03.2018): Im Moment habe ich die gleichen Probleme.

Mete I. aus Istanbul (17.03.2018): Die Information war sehr hilfreich!

Dieter H. aus Melle (16.03.2018): Alle Ihre Hinweise sind sehr gut und ermöglichen mir den fachlichen Abgleich mit den Informationen meines "Haus"-Kardiologen.

Hartmut J. aus Schleusingen (16.03.2018): Die Informationen in diesem Newsletter sind für uns Herzkranke sehr aufschlussreich und interessant. Ich bedanke mich sehr herzlich für alle Ausführungen.

Dieter H. (16.03.2018): Ein sachlicher Beitrag zu einer für jeden möglichen Komplikation!

Annelise L. aus Berlin (16.03.2018): Gute Erklärung. Erhole mich nach einem grippalen Infekt auch immer langsam.

M. S. (15.03.2018): Als KHK-Patient sollte Mann oder Frau sich nach eine Grippe immer richtig auskurieren und nicht übermütig werden. Der Bericht ist es sehr gut und lehrreich. Danke und weiter so.

Hans L. aus Vecindario / Gran Canaria, Espana (15.03.2018): Hallo, dieser Bericht hat mir sehr geholfen, da bei mir alle die geschilderten Befunde vorliegen. Hinzufügen muß ich, daß ich mich noch bis Ende April auf Gran Canaria aufhalte. Beim Arzt war ich schon, auch wegen der Ödeme. Nächste Woche werde ich abermals zu diesem Arzt gehen und ihm diesen Bericht, den ich ausdrucken werde, vorlegen. M.f.G. Hans L.
PS: Ich werde dieses Jahr 77. Seit 2013 habe ich einen Stent.

Franz-Josef aus Halle (Saale) (15.03.2018): Genau das gleiche Problem habe ich auch.

Christiane P. aus Darmstadt (15.03.2018): Es ist ein informativer Artikel, der Orientierung zum Umgang mit diesen Symptomen gibt. Ich habe auch seit 2,5 Wochen eine Grippe, konnte auch aufstehen und Spaziergänge machen, aber seit gestern geht das nicht mehr. Schwäche in den Beinen, Blutdruck hat kurz verrückt gespielt, Druck im Bronchialbereich und Schmerzen oberhalb der Brust und Herzklopfen.

Franz-Karl N. aus Fulda (15.03.2018): Sehr gut erklärt. Sehr gute Ausführungen und Tipps. Vielen Dank.

Heiner J. aus Rüsselsheim (15.03.2018): Mir gefällt die verständliche Sprache, verbunden mit eindeutigen Empfehlungen.

Eva H. aus Köln (15.03.2018): Gut verständlich erklärt. Ich hatte als Folge einer echten Grippe eine Myocarditis. Schonung ist ganz wichtig!

Klaus-Peter E. aus Chemnitz (15.03.2018): Der Hinweis ist, bezogen auf die aktuelle Grippesituation, sehr hilfreich und wichtig!

Bernd S. aus Biesheim, Frankreich (14.03.2018): Habe selbst eine Bronchitis lt. eines Hausarztes und Antibiotika bekommen. Bin dann am Freitagabend in die Herzklinik Bad Krozingen gegangen und habe wegen Druckbereich im Brustbein, Atemnot und Hustenreiz mich untersuchen lassen. Hatte vor einem Jahr einen Hinterwandinfarkt AV-Block 3. Es wurden dann Bronchitis, Lungenentzündung und eine Herzbeutelentzündung festgestellt. Wasseransammlung in der Lunge und dem Herz wurde beim Ultraschall erkannt. Mit Antibiotika und Ent­wässerungs­medi­kamenten wurde in 11 Tagen eine Gesundung erreicht. 2 Wochen lang habe ich mich geschont und bin wieder genesen. Der Entzündungswert war bei 25,7 und bei der Entlassung 5,6. Fazit: Erkältungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, insbesondere bei Herzproblemen, denn das Herz kann stark in Mitleidenschaft geraten. Dem Ärzteteam und Pflegern möchte ich herzlich danken. Bernd S.

Renate V. aus Rastede (14.03.2018): Danke für die ausführliche Information. Sie war für mich sehr hilfreich.

Elke R. aus Petershagen (14.03.2018): Danke für die ausführliche Erklärung, zumal meine Mutter über ähnliche Symptome nach einer starken Grippe-Infektion klagt und bei ihr der nächste Arzttermin ansteht.

Elisabeth Z. aus Ulm (14.03.2018): Vielen Dank, für den sehr leicht verständlichen Hinweis.

Jutta aus Kornwestheim (14.03.2018): Super erklärt.

Andrea T. aus Ottweiler (14.03.2018): Ich bin herzkrank und hatte vor 8 Wochen eine Herzkatheter-Untersuchung am rechten Handgelenk. Diese war sehr schmerzhaft. Kann man keine leichte Narkose bekommen, so wie bei einer Magen-Untersuchung? Das wäre sehr erträglicher.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Gundolf K. aus Hamm (14.03.2018): Sehr gut, ausführlich und verständlich.

Informationsdienst

für Betroffene und Interessierte

069 955128-400

Mo-Do 9 bis 17 Uhr und Fr 9 bis 16 Uhr

Tipp

Nichts mehr verpassen

Herz-Infos

Wenn Sie WhatsApp auf Ihrem Handy nutzen, können Sie damit kostenfrei wichtige Tipps zu Herzkrankheiten erhalten:

➞ Auf WhatsApp verbinden

Empfehlung

Experten-Ratgeber zu Vorhofflimmern

Herz-Infos

Wie kann ich Vorhofflimmern
erkennen? Wie wirken Marcumar
und die neuen Gerinnungshemmer?
Für welche Patienten ist eine
Katheterablation sinnvoll?
Antworten auf diese Fragen bietet
Ihnen der neue 136 Seiten starke
Experten-Ratgeber. Sichern Sie sich schon jetzt hier

➞ Ihr kostenloses Exemplar

Herzstiftungs-Sprechstunde

Haben Sie Fragen zu Ihrer Herzkrankheit?

Sprechstunde

© istockphoto.com/lovleah

Bei Fragen zu Ihrer Herzkrankheit können Sie als Mitglied unsere ➞ Online-Sprechstunde nutzen.

Spenden

Ich möchte die Arbeit der Herzstiftung unterstützen:

 (weiter zur Datenergänzung)

Aktuelle Mitglieder-Zahl

100.000

Die Herzstiftung wurde 1979 ge­grün­det und hat heute mehr als 100.000 Mitglieder (ein­schließ­lich 1.700 Eltern herz­kran­ker Kinder).
➞ Vorteile der Mitgliedschaft u. Online-Antrag
➞ 6.140 Meinungen zur Mitgliedschaft

Herzrhythmusstörungen

Wichtige Infos für Betroffene

Herzrhythmusstörungen

Worauf kommt es bei welcher Herzrhythmusstörung an? Diese und viele weitere Fragen beantwortet ausführlich der 144-seitige Sonderband, den die Herzstiftung allen Menschen mit Rhythmusstörungen emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Band ➞ hier kostenfrei herunterladen.

Bluthochdruck

Tipp: Sonderband für Betroffene

Sonderband-Bluthochdruck

Was muss man über die Ne­ben­wir­kun­gen von Blutdruck-Medikamenten wissen? Welche Ernährung hilft bei einem Blut­hoch­druck? Das und vieles mehr beantwortet der Son­der­band, den die Herz­stiftung Men­schen mit einem zu hohen Blutdruck emp­fiehlt. Als Mitglied können Sie sich den Sonderband ➞ hier kostenlos bestellen.

Aktuelle Medizin-Beiträge

Empfehlung

Sonderband zu KHK
und Herzinfarkt

Abbildung KHK-Herzinfarkt-Sonderband

Dieser Sonderband ist allen Menschen mit einer KHK oder einem Herzinfarkt zu empfehlen. Aus­ge­wie­se­ne Herzspezialisten er­läu­tern darin aus­führ­lich die wichtigsten Therapien bei ei­ner koronaren Herzkrankheit und nach einem Herzinfarkt. Mitglieder können den Son­der­band hier kostenlos bestellen.

Tipp

Sonderdruck „Stress“

Sonderdruck Stress

Schützen Sie Ihr Herz und la­den Sie sich als Mit­glied auch folgende Herzstiftungs-Experten­schriften zum Thema Stress he­runter:

  • Sonderdruck Stress (inkl. prak­ti­schen Bei­spie­len und Zu­satz­er­läu­te­rungen, wie man sein Herz im Alltag vor Stress schützen kann)
  • Wie Stress den Blutdruck erhöht (mit wei­te­ren in­te­res­san­ten Tipps, um ge­fähr­li­chem Stress zu ent­kom­men)

Tipp: Wenn Sie noch kein Mit­glied sind, können Sie dies hier un­kom­pli­ziert nachholen und damit gleich die Ge­bühr für den Son­der­druck spa­ren. Alle Infos zur Mitgliedschaft

Tipp für Herzpatienten

Exklusive Zeitschrift zu Herzerkrankungen

HERZ HEUTE

In HERZ HEUTE geben un­ab­hän­gi­ge Herz­ex­per­ten, die z. B. als Chef- oder Oberärzte an Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken tätig sind, wertvolle Rat­schlä­ge zu Herz­krank­hei­ten (wel­che neuen The­ra­pien tatsächlich zu em­pfeh­len sind oder wie Be­trof­fe­ne ihre Er­kran­kung selbst po­si­tiv be­ein­flus­sen können).
Mitglieder bekommen die ex­klu­si­ve Zeitschrift, die nur über die Herz­stif­tung und nicht am Kiosk erhältlich ist, kostenfrei 4x/Jahr im Abon­ne­ment nach Hause ge­lie­fert.
Weiter zum Archiv

Empfehlung

Herzschwäche-Sonderband

Abbildung Herzschwäche-Sonderband

Allen Menschen mit einer Herz­schwäche empfiehlt die Herz­stif­tung den Sonderband „Das schwa­che Herz”, in dem aus­ge­wie­sene Herzspezialisten ausführlich die wichtigsten Therapien bei einer Herz­schwä­che erläutern. Für wei­tere Infos zu dem 160-seitigen Son­der­band bitte » hier klicken.

Kurzer Online-Test

Kennen Sie Ihr Herzinfarkt-Risiko?

Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Testen Sie hier Ihr Risiko: ➞ Zum Online-Test