Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung

Blutdruck natürlich senken: Was hilft am effektivsten?

Blutdrucksenkung ohne Medikamente: An erster Stelle stehen regelmäßige Bewegung und Sport / Tipps für einen besseren Schutz vor dem Infarkt

(Frankfurt a. M., 10. November 2016) Von den ca. 20 Millionen Erwachsenen mit einem hohen Blutdruck in Deutschland werden viele Patienten nicht ausreichend behandelt, obwohl ein nicht oder nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche deutlich erhöht. „Leider pflegen viele Betroffene nicht konsequent genug einen gesunden Lebensstil, der die Grundlage für die Hochdrucktherapie ist und die Zahl der Medikamente oder die Höhe der Dosierung der Medikamente verringern kann“, stellt Prof. Dr. med. Ulf Landmesser vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin fest. So wird Hochdruckpatienten als Erstes zu regelmäßigen Ausdaueraktivitäten geraten, wenn sie den Blutdruck ohne Medikamente senken möchten. Welche wichtigen Punkte aber zu beachten sind, etwa bei Sport und gleichzeitiger Einnahme von Blutdruckdrucksenkern, erläutert der Herzspezialist in einem Interview in dem neuen kostenfreien Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“. Der Band kann unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html angefordert werden oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de oder per Telefon unter 069 955128-400.
Neben Sport und Bewegung behandelt der Experten-Ratgeber weitere wichtige Punkte der Blutdrucksenkung auf natürlichem Wege, die sich in Kombination positiv auf die Therapie auswirken (Normalisierung des Körpergewichts, Salzreduktion, gesunde Ernährung, Beschränkung des Alkoholkonsums, Rauchverzicht und Stressbewältigung).

Welche Art Ausdaueraktivität und in welcher Dosis?
Dass regelmäßige Bewegung den Blutdruck senken kann, am besten an fünf Tagen in der Woche zu je 30 Minuten, ist durch Studien belegt. Für die natürliche Blutdrucksenkung stehen an erster Stelle Ausdaueraktivitäten mit mäßiger Ausdauerbelastung. Geeignet für Hochdruckpatienten sind lockeres Joggen, schnelles Gehen, Wandern, Schwimmen oder Radfahren; auch Tennis, wenn es nicht mit zu viel Ehrgeiz gespielt wird. Prof. Landmesser betont, dass grundsätzlich die Belastung spürbar sein sollte, der Puls aber nicht zu stark steigen dürfe. Auch sollte der Blutdruck bereits vor Aufnahme des Ausdauertrainings gut eingestellt sein. „Bei Werten über 160/95 mmHg sollte man kein Training beginnen.“ Für Sport und Bewegung spricht außerdem, dass sie das Risiko für Diabetes und Krebserkrankungen (Darm- oder Brustkrebs) senken und eine positive Wirkung in der Stressbewältigung und bei depressiven Verstimmungen zeigen.

Ergänzendes Krafttraining: auch gut gegen Diabetes
Ein mäßiges Krafttraining ergänzend zum Ausdauertraining kann von Nutzen sein. Denn ein Krafttraining stärkt die Muskulatur und eine größere Muskelmasse wirkt sich günstig auf den Stoffwechsel aus. Dadurch verringert sich die Insulinresistenz, die häufig bei Menschen mit Bluthochdruck und Vorstufen von Diabetes beobachtet wird. Allerdings sollte das Krafttraining in Maßen betrieben werden und unter fachkundiger Anleitung erfolgen, rät Prof. Landmesser. „Pressatmung muss vermieden werden, weil sie den Blutdruck erhöht.“

Ist Sport möglich, wenn zusätzlich KHK, Herzschwäche oder Diabetes vorliegen?
Bluthochdruck geht oft einher mit Begleit- oder Folgeerkrankungen wie koronare Herzkrankheit (KHK), Diabetes oder Herzschwäche. Auch hier sollten Patienten sportlich aktiv sein, aber vorher mit ihrem Kardiologen den optimalen Trainingspuls feststellen und besprechen, welche Sportart für sie geeignet und welche Trainingsintensität möglich ist, um den gewünschten Effekt zu erzielen und Komplikationen zu vermeiden.
Wichtig: Generell sollten sich Hochdruckpatienten von einem Internisten, Kardiologen oder Sportarzt für ihren optimalen Trainingspuls untersuchen lassen. Dies gilt ebenso für Gesunde über 45 Jahre, die nach langer Passivität wieder Sport treiben möchten.


Gesunder Lebensstil: Was tut dem Herzen gut?
Die medizinischen Leitlinien empfehlen zur Blutdrucksenkung neben regelmäßiger Ausdauerbewegung (an fünf Tagen pro Woche je 30 Minuten), Rauchstopp, wenig Alkohol (Männer max. 20-30 Gramm pro Tag, Frauen max. 10-20 Gramm) und eine gesunde Ernährung (Mittelmeerküche), geringe Salzzufuhr von max. 5 Gramm pro Tag. Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Beim Taillenumfang sollten Männer weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm anstreben. Allerdings sollte eine Gewichtsabnahme in Absprache mit dem Arzt, in kleinen Schritten und in Anpassung an die individuelle Situation des Betroffenen erfolgen. Tipps unter www.herzstiftung.de/ Blutdruck-natuerlich-senken.html

Neuer Ratgeber: Wie tief sollte der Blutdruck gesenkt werden? Was muss man über die Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern wissen? Darüber informiert der neue Experten-Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“ Der Band (56 S.) kann angefordert werden unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html oder per Tel. 069 955128-400 oder E-Mail: bestellung@herzstiftung.de

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36/2016
Informationen: Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
Fax: 069/955128-345
wichert@herzstiftung.de
koenig@herzstiftung.de
www.herzstiftung.de



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