Sprechstundenfrage

WPW-Syndrom: Was bedeuten Kopfschmerzen?

Erfahren Sie hier, was Kopfschmerzen mit der Erkrankung zu tun haben können und welche Behandlungen möglich sind.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Mein Sohn Roman ist nun dreieinhalb Jahre alt und bei ihm wurde vor zwei Jahren WPW (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) festgestellt. Es war ein reiner Zufallsbefund. Der Kinderkardiologe meinte, wenn er fünf sei, dann könnte man überlegen, ob man diese Herzrhythmusstörung mit einer Hochfrequenzablation behandelt. Am Freitag ist Folgendes passiert: Roman klagte etwas über Kopfweh, aber ich brachte ihn zum Kindergarten, weil ich dachte, er hat nur keine Lust dorthin zu gehen. Nach einer halben Stunde ging mein Handy, und ich düste zurück. Die Betreuerin sagte, dass er auf einmal kreidebleich wurde und sehr, sehr weiße Lippen bekam. Als ich ankam, ging es ihm wieder besser. Die Kinderärztin untersuchte ihn mittags und konnte nichts feststellen. Eben sprach ich mit dem Kardiologen, und er sagte, er könne es natürlich nicht mehr sagen, ob es ein Herzrasen war. Muss ich jetzt immer Angst haben, dass dies wieder passiert? Und wie sieht es mit dem heißen Wetter aus? Kommt das da schneller? Was ist, wenn es nachts passiert? Allerdings hatte er ja nie Herzrasen und sollte daher nur einmal im Jahr zur Kontrolle kommen. Ich bin sehr beunruhigt und mache mir schlimme Sorgen. Ich hatte bisher nie Glück und habe so Angst, was jetzt auf uns zukommt. Ich arbeite und mache mir nur Sorgen. Bitte gebt mir eure Erfahrungen. (Petra N., Konstanz)

Expertenantwort:

Nach Rücksprache mit ihrem Kinderkardiologen besteht bei Roman ein verborgenes WPW-Syndrom. Das heißt Roman hat eine zusätzliche elektrische Verbindungsbahn zwischen Vor- und Hauptkammer. Sie leitet aber nur rückwärts. Damit kann zwar noch ein Herzrasen ausgelöst werden; die gefährlichere Form der Rhythmusstörung, nämlich Vorhofflimmern mit schneller Überleitung auf die Kammer, ist damit aber nicht möglich. Somit besteht für Ihren Sohn keine akute Lebensgefahr durch die Leitungsbahn. Ein Herzrasen hält das Herz in dem Alter eine Zeit lang ohne Folgen gut aus. Wie schon geplant, kann man bei Roman später, wenn die Bahn noch aktiv sein sollte, im Rahmen einer elektrophysiologischen Untersuchung die Leitungsbahn veröden. Sinnvoll sind regelmäßige Kontrollen mit Langzeit-EKG beim Kinderkardiologen. Ob die Episode im Kindergarten etwas mit dem WPW-Syndrom zu tun hat, ist eher zweifelhaft.

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