Sprechstundenfrage

Kawasaki-Syndrom: Was tun bei Aneurysmen?

Lesen Sie hier, was hinter der Bildung von Aneurysmen steckt und warum regelmäßige Kontrollen besonders wichtig sind.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Bei meinem Sohn wurde im Januar das Kawasaki-Syndrom festgestellt. Seitdem sind wir im Kinderherzzentrum in Behandlung. Letzten Montag waren wir wieder dort und sie haben festgestellt, dass sich die Herzkranzgefäße wieder erweitert haben. Jetzt sind wir schon bei 4 Millimeter. Mein Sohn ist acht Jahre alt, wiegt 40 Kilogramm und ist 1,41 Meter groß. Jeden Morgen nimmt er ASS 100mg. Meine Frage ist: Wie schlimm kann es jetzt noch werden? Oder kann man da jetzt was machen? Muss er operiert werden am Herzen? Ich mache mir große Sorgen um ihn. (Sophia E., Berlin)

Expertenantwort:

Beim Kawasaki-Syndrom handelt es sich um eine Entzündungsreaktion der Gefäße. Dabei können auch die Herzkranzgefäße betroffen werden. Typisch sind dann das Auftreten von Erweiterungen (Aneurysma) und Einengungen (Stenosen) im Bereich der Herzkranzgefäße. Nach der primären Therapie ist die Gabe von ASS bei einem nachgewiesenen milden Aneurysma die Methode der Wahl. Wie sich Aneurysmen entwickeln, kann nicht vorhergesagt werden. Bei rund 50 Prozent der Patienten kommt es jedoch zu einem spontanen Rückgang der Aneurysmen. Wichtig sind deshalb regelmäßige Echo-Kontrollen. Eventuell kann auch eine Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiographie) nötig werden, wenn Tests wie das Belastungs-EKG einen Sauerstoffmangel des Herzgewebes (Ischämie) vermuten lassen. Die Kontrolluntersuchungen werden von den Kollegen in Abhängigkeit ihrer Einschätzung festgelegt. Die Behandlung erfolgt standardisiert nach den Richtlinien der American Heart Association.

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