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Calciumantagonisten bei Angina pectoris

Gefäßerweiternde Nitrate können ihre Wirkung verlieren. Doch es gibt Alternativen.

Zur Dauertherapie einer Angina pectoris verordnen Ärzte häufig langwirksame Nitrate. Die Wirkstoffe können jedoch zur Gewöhnung führen, d.h. sie verlieren ihre Wirkung. Dann können Kalziumantagonisten eingesetzt werden. 

Angina pectoris: Die Blutgefäße mit Nitraten weiten 

Bei Angina pectoris verengen sich Herzkranzgefäße aufgrund von Ablagerungen (Plaques). Ärzte verordnen zur Behandlung der Schmerzen langwirksame Nitrate. Sie setzen im Körper Stickstoffmonoxid (NO) frei und entspannen die Gefäßmuskulatur. Blutgefäße erweitern sich, und der Blutdruck sinkt. Typische Anfälle treten nur noch selten auf. Doch unser Körper kann sich an diese Arzneistoffe gewöhnen. Es kommt zur Nitrattoleranz. Hier spielen wahrscheinlich freie Radikale eine Rolle, die die Wirkung der Nitrate abschwächen. Eine Möglichkeit, hier vorzubeugen, sind Nitrat-Einnahmepausen von zwölf Stunden. 

Calciumantagonisten – die alternative Medikation zur Langzeitbehandlung 

Alternativ stehen heute Kalziumantagonisten zur Verfügung. Sie verändern den Einstrom von Kalziumionen in die Gefäßmuskelzellen. Die Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck sinkt. Mitunter führen Kalziumantagonisten zu Kopfschmerzen, Schwindel, zu einer Gesichtsrötung und zur Wassereinlagerung in den Beinen (Ödembildung). Je nach Wirkstoff kann der Herzschlag langsamer oder schneller werden. 

Für welche Medikamente sich die Ärzte entscheiden, orientiert sich am gesamten Krankheitsbild und daran, wie die betroffene Person die Medikamente verträgt. 

Herz-Tipp:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, falls Nebenwirkungen auftreten. Setzen Sie keine Medikamente selbst ab.  

Expertin

Prof. Dr. med. Christiane P. Tiefenbacher
Portrait von Prof. Christiane Tiefenbacher

Sprechstundenfrage

Abbildung von Medikamenten
Erfahren Sie, ob man bei einer Angina pectoris statt Nitrotabletten wegen der Bildung freier Radikale lieber Calciumantagonisten einnehmen sollte.

Rainer Böger

Prof. Dr. med.

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