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Die Entzündung stoppen – den Herzinfarkt verhindern

Team-Prof-Rath
© Universitätsklinikum Tübingen Das Team der Forschungsgruppe (v.l.): Madhumita Chatterjee, PHD; Dr. med. Dr. med. univ. Dominik Rath, PD; Dr. med. Monika Zdanyte; Dr. med. Patrick Groga-Bada

Hilfe für KHK-Patienten

Die koronare Herzerkrankung (KHK) ist eine chronische Erkrankung, die sich entwickelt, wenn eine bindegewebige Verhärtung der Schlagadern (Arteriosklerose) besteht. Trotz des medizinischen Fortschritts ist die Behandlung dieser chronischen Gefäßentzündung bisher unbefriedigend. Weder eine Bypassoperation noch das Einsetzen von koronaren Stents kann das Fortschreiten dieser Erkrankung aufhalten. Deshalb unterstützt die Deutsche Herzstiftung e.V. einen erfolgversprechenden Forschungsansatz. Wissenschaftler versuchen die Wirkungsmechanismen bei Arteriosklerose zu entschlüsseln, um dann entzündungshemmende Medikamente entwickeln zu können.

Erfolgversprechende Forschungsansätze: Medikamente könnten helfen

Neue Forschungsansätze konzentrieren sich jetzt auf entzündungshemmende Medikamente, die eine Behandlung der Arteriosklerose wesentlich verändern könnten. Seit langem ist bekannt und erforscht, dass Entzündungsprozesse bei der Entstehung einer Arteriosklerose eine Rolle spielen. Nun haben jüngste wissenschaftliche Studien gezeigt, dass hier Medikamente einen positiven therapeutischen Effekt auf die Prognose von Herzpatienten haben können. 2017 ist es in einer Studie zum Herzinfarkt (CANTOS-Studie) erstmals gelungen, mit dem Arzneistoff Canakinumab das relative Risiko für Herzinfarkt bei KHK-Hochrisiko-Patienten um 15 Prozent zu senken. Die in dieser Studie publizierten Ergebnisse sind noch moderat, lassen jedoch hoffen. Um eine neue Therapieform für die präventive Kardiologie entwickeln zu können, braucht es dringend weitere Forschung. Denn noch wissen wir zu wenig über die Entzündungsprozesse, die an einer Arteriosklerose beteiligt sind.

Koronare Herzerkrankung (KHK): Sechs Millionen Menschen leiden daran

Bei der koronaren Herzerkrankung (KHK) lagern sich sogenannte arteriosklerotische Plaques in den arteriellen Blutgefäßen ab und verengen die Koronararterien. Die Folge: Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Wie genau eine Arteriosklerose entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sind Schäden der inneren Arterienschicht Ausgangspunkt des Krankheitsgeschehens. Über kleinste Verletzungen gelangt Cholesterin in die Gefäßwände. Das kann zu Entzündungsreaktionen und Oxidationen führen. Das Beschwerdebild der koronaren Herzkrankheit kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Charakteristische Symptome sind bei körperlicher Anstrengung Kurzatmigkeit und Brustschmerzen. Verschließt sich ein Koronargefäß ganz, kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.  

Bild von Prof. Rath
© UniversitätsklinikumTübingen Dr. med. Dominik Rath, Oberarzt Angiologie, UniversitätsklinikumTübingen

Das neue Forschungsziel: Herzinfarkt verhindern

Forscher der Universität Tübingen untersuchen zurzeit, welche Prozesse beim Fortschreiten einer Arteriosklerose sowie bei dem Beseitigen von Gefäßschäden ablaufen. Bisherige Studien lassen vermuten, dass dabei das Chemokin CXCL14 eine entscheidende Rolle spielt. Chemokine sind kleinste Proteine. Der Körper produziert sie zum Beispiel bei einer Verletzung, Infektion oder Entzündung. Ihre Freisetzung lockt Immunzellen an. Chemokine wirken also wie ein Alarmsignal und sie sind für das effektive Arbeiten des Immunsystems verantwortlich. Die Wissenschaftler möchten das Chemokin CXCL14 besser verstehen lernen und hoffen dadurch grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen. Ihr Ziel ist es, dass zukünftig chronisch erkrankte Herzpatienten durch antientzündliche Therapien wirksamer vor Herzinfarkten geschützt werden können. CXCL14 kann die Angiogenese (Entstehung neuer Blutgefäße) signifikant beeinflussen.  

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