Sprechstundenfrage

Kann ich mit Vitamin D Herz­-Kreis­lauf-­Erkrankungen vorbeugen?

Viele Menschen nehmen Nahrungs­ergänzungsmittel ein, um Herz­-Kreislauf­-Erkrankungen vorzubeugen. Was ist speziell zur Vitamin-D-Einnahme bekannt?

Frau schaut im Supermarkt nach Vitaminen
terovesalainen - stock.adobe.com

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Man liest überall viel über Vitamin D. Auch in der Werbung wird Vitamin D immer stark angepriesen. Ich würde gerne wissen, ob Vitamin D auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hilft. Und: Sollte man sich den Vitamin-D-Wert bestimmen lassen? (Melanie B., Bruchsal)

Experten-Antwort:

Nach meiner Ansicht macht die Messung von Vitamin D wenig Sinn und ist überflüssig, von begründeten Ausnahmefällen einmal abgesehen. Nach den derzeit genutzten Normwerten für 25-Hydroxy-Vitamin-D, der Vorstufe von biologisch aktivem Vitamin D im Körper, hätten 80 Prozent aller Deutschen einen Vitamin D-Mangel. Nach dem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gilt derzeit, dass Erwachsene etwa fünf Mikrogramm Vitamin D pro Tag aufnehmen sollen, Menschen im Alter über 65 Jahren eher 20 Mikrogramm, weil dann die körpereigene Synthese abnimmt. Meiner Meinung nach macht daher eine Supplementierung am ehesten im höheren Lebensalter Sinn, allerdings ist auch in diesem Alter der Nutzen einer Vitamin-D-Gabe nicht wirklich klar.

Im letzten Jahr wurden z.B. die Ergebnisse einer sehr großen Studie berichtet, in der geprüft wurde, ob eine Supplementierung mit Vitamin D vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und  Krebs schützt. Weder diese Studie noch vorherige, kleinere Studien konnten einen Nutzen der Vitamin-D-Supplementierung im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse zeigen. Grundsätzlich ist zu Vitamin D zu sagen, dass es eigentlich ein körpereigenes Hormon ist und der Körper die Vorstufe von Vitamin D auch selbst in der Haut bei Sonnenbestrahlung bilden kann – das macht 80 bis 90 Prozent der notwendigen Vitamin-D-Versorgung aus.

Für eine ausreichende Versorgung genügt es laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung, Gesicht, Hände und Arme zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche für zehn bis 25 Minuten unbedeckt der Sonne auszusetzen. In den Wintermonaten greift der Körper auf Vitamin D zurück, das er im Fett- und Muskelgewebe gespeichert hat.

Experte

Prof. Dr. med. Hans Hauner
Portrait von Prof. Hans Hauner

Ihre Mitgliedschaft

Gruppe von Menschen
  • Sie unterstützen aktiv die patientennahe Herzforschung
  • Sie erhalten unsere Zeitschrift im Abo nach Hause
  • Sie werden zu informativen Veranstaltungen eingeladen
  • Sie können unsere Ratgeber direkt online lesen

Werden Sie Mitglied bei der Herzstiftung!

Mit nur 36 Euro im Jahr können Sie Mitglied der Deutschen Herzstiftung e.V. werden und die Arbeit der Herzstiftung unterstützen.

Mehr erfahren

  1. Warum künstliche Präparate sogar schaden können, lesen Sie hier.
  2. Nehmen Sie Vitamintabletten, um Ihr Herzkreislauf-Risiko zu senken, sollten Sie die Einnahme beenden. Hier lesen Sie, wann Vitaminpräparate schaden.

    Helmut Gohlke

    Prof. Dr. med.

  3. Woran erkennt man die koronare Herzkrankheit? Wie wirken Medikamente? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Broschüre der Herzstiftung.

0 Kommentare

Sie sind bereits Mitglied? Loggen Sie sich ein, um für alle sichtbar als verifiziertes Mitglied zu kommentieren.

Folgende Angaben werden zusammen mit Ihrem Kommentar veröffentlicht. Alle Felder sind dabei optional und editierbar. Für mehr Details lesen Sie bitte die Datenschutzhinweise

Überprüfen Sie bitte das Recaptcha.