Sprechstundenfrage

Ständig Reizhusten: Ihre Medikamente können schuld sein

Bei bestimmten Herz- und Blutdruck-Medikamenten ist Reiz­hus­ten eine häu­fi­ge Ne­ben­wir­kung, die man je­doch in fast allen Fällen ganz ein­fach ver­hin­dern kann.

Die Sprechstundenfrage im Wortlaut:

Seit einem Jahr habe ich mit hohem Blutdruck zu kämpfen. Mein Arzt hat mir Ramipril verordnet. Seither ist der Blutdruck zwar gut eingestellt, aber ich habe dauernd Hustenanfälle und schlafe schlecht. Welche Möglichkeit besteht, diese sehr unangenehme Nebenwirkung auszuschalten? (Waltraud R., Eschwege)

Experten-Antwort:

Das Ihnen verschriebene Ramipril gehört wie Enalapril und Lisinopril zur Gruppe der ACE-Hemmer, die zu den wichtigsten Medikamenten bei der Behandlung eines erhöhten Blutdrucks und bei einer Herzschwäche zählen.

Die häufigste Nebenwirkung der ACE-Hemmer ist ein Reizhusten, der in der Tat wie von Ihnen beschrieben sehr unangenehm sein kann.

Wichtig ist es in solchen Fällen, den ACE-Hemmer nicht einfach ersatzlos abzusetzen, da ACE-Hemmer in vielen Fällen für einen hohen Schutz der Blutgefäße und verschiedener Organe wie etwa dem Herz sorgen. Stattdessen lässt sich der ACE-Hemmer bei Reizhusten durch einen Wirkstoff aus der Gruppe der sog. Sartane ersetzen wie z. B. Candesartan, Valsartan, Losartan oder Irbesartan. Die Wirkung der Sartane ist dabei mit der Wirkung von ACE-Hemmern vergleichbar, allerdings mit dem großen Unterschied, dass in der Regel kein Reizhusten als Nebenwirkung zu erwarten ist.

Soweit die von Ihnen angesprochenen Schlafprobleme von den Hustenanfällen verursacht werden, sollte sich mit dem Wechsel auf ein Sartan natürlich auch der Schlaf bessern.

Fazit:

Sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt darauf an, dass Sie seit der Einnahme des ACE-Hemmers verstärkt Hustenreiz haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Ihnen dann angeboten, auf ein Sartan zu wechseln.

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7 Kommentare

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J. Leipzig

Sehr gut,hat mir weiter geholfen,leide unter reizhusten,sehr unangenehm

Reingard Buxtehude

Bisher bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass mein seit Jahren andauernder Reizhusten mit der Einnahme von Ramipril in Zusammenhang stehen könnte.

Margarete A. Mainz

Ihre Anregung wegen des Reizhustens den Hausarzt anzusprechen, ob ich neben Telmisartan 40 mg/12,5 mg Tabletten, Metoprolosuccinat 23,75 mg Retardtabletten, Nitrendipin-ratiopharm 10 mg jeweils 1 Tabl. weiterhin Godamed 100 mg ASS 1 Tabl. einzunehmen, weiterhin sinnvoll ist, werde ich umsetzen. Ich bin 82 Jahre alt, wiege 58 kg und mir geht es gut. Ich gehe noch regelmäßig 2 x wöchentlich zum Kieser-Training und fahre zum Einkaufen mit dem Fahrrad.

Carmen B. Zittau

Sehr hilfreich da ich genau diese Symtome habe jedoch wollte meine Ärztin mit der Umstellung, weil es Vorschrift sei erst mit diesen Medikament zu beginnen. Jetzt habe ich 2 Monate diesen Reizhusten und Schlafstörung und finde das nicht Lustig. Ich hoffe das sie diesen Monat endlich umstellt.

Manfred C. Ahrensburg

Die Einnahme von Ramipril 5mg hat bei mir anhaltenden Hustenreiz, besonders nachts, ausgelöst. Ich glaubte zu ersticken, von mangelden Schlaf abgesehen.Ein Wechsel auf Candesar plus 16 mg: kein Husten mehr, Blutdruck im grünen Bereich. Bin zufrieden.

Lange Cottbus

Ich werde morgen meinen Hausarzt damit konsultieren. Danke

Peter R. Karlsruhe

Gerade bei Candesartan hat sich bei mir Reizhusten und Nasennebenhöhlenentzündung ergeben.