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LongCovid: Wer leidet besonders unter Langzeitfolgen?

Im dritten Jahr der Corona-Pandemie zeichnet sich ab, dass viele Erkrankte noch lange Beschwerden haben. Hören Sie, was zu den Ursachen bekannt ist.

Frau mit Schnwindel durch LongCovid
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Herzrasen, Gedächtnisprobleme, Muskelschwäche und lähmende Erschöpfung. Bis zu 30 Prozent der an Covid-Erkrankten geben nach der Infektion anhaltende Beschwerden an, die sich an ganz unterschiedlichen Stellen im Körper zeigen. 200 verschiedene Symptome sind beschrieben worden. Inzwischen hat das Phänomen auch einen Namen: LongCovid, bzw. PostCovid.

Nachgewiesen ist, dass LongCovid, bzw. PostCovid offenbar Frauen häufiger trifft. Doch viele weitere Aspekte der Langzeitfolgen sind noch nicht geklärt. Im Gespräch mit dem Marburger Kardiologen Prof. Bernhard Schieffer und seiner Kollegin Dr. Ann-Christin Schäfer, die sich beide intensiv mit den Langzeitfolgen von Covid – und in seltenen Fällen – auch einer Impfung auseinandersetzen, geht es darum, was schon zu den Ursachen bekannt ist und wie bisher Betroffenen geholfen wird.

Was ist PostCovid und was PostVac?

Manche Menschen, die an Covid-19 erkranken, können – ähnlich wie bei anderen Infektionskrankheiten – noch Wochen bis Monate nach der überstandenen SARS-CoV-2-Infektion gesundheitliche Probleme haben.

Bestehen die Beschwerden für mehr als 4 Wochen nach der akuten Infektion oder kommen neue hinzu, für die es keine andere Erklärung gibt, spricht man von LongCovid. Sind nach mehr als 12 Wochen immer noch Beschwerden vorhanden, wird dies als PostCovid bezeichnet. LongCovid hat sich generell als Überbegriff für anhaltende Beschwerden nach der Infektion etabliert.

Daneben gibt es eine kleine Zahl an Patienten, die über sehr ähnliche langanhaltende Beschwerden, wie Herzrasen, Gedächtnisstörungen und chronische Müdigkeit berichten, die in Zusammenhang mit einer Covid-Impfung aufgetreten sind. Für dieses Phänomen steht der Begriff PostVac.

Hilfe für Betroffene

Da die Beschwerden sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, ist die Suche nach der konkreten Ursache sehr schwer. Sowohl PostCovid als auch PostVac sind sogenannte Ausschluss-Diagosen. Das heißt: zunächst wird versucht, andere Erkrankungsursachen mit ähnlichem Beschwerdebild auszuschließen. Eine erste Anlaufstelle für Betroffene ist zunächst der behandelnde Hausarzt.

Es gibt aber auch speziell eingerichtete Sprechstunden, wie zum Beispiel am Fatigue Zentrum der Berliner Charité oder an der Spezialambulanz des Universitätsklinikums Marburg, bei der sich Menschen sowohl mit schwerwiegender Symptomatik nach Infektion wie auch Impfung mittlerweile melden können. Weitere Anlaufstellen gibt es an der Uniklinik Köln und in Erlangen. Allerdings sind solche Angebote gerade für PostVac-Betroffene noch recht selten und die Wartelisten dementsprechend lang.

Experte

Prof. Dr. med. Bernhard Schieffer
Bild von Prof. Schieffer

Expertin

Dr. med Ann-Christin Schäfer
Pressefoto von Frau Dr. Schäfer

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Mediziner sitzt vorm Mikroskop
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1 Kommentar

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Nadine Ton Wachtendonk

Sehr geehrte Herzstiftung . Vielen dankbfür ihren podcast mit Prof schieffer und Frau Dr schäfer. Ich bin selber seit 16 monaten post vac Betroffene. Vielen dank für ihre Aufklärung.