Interview

Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 impfen?

Ein Faktencheck mit dem bekannten Kinderkardiologen Professor Dietmar Schranz aus Frankfurt.

Aktualisiert: 23.08.2021

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Die EMA (Europäische Arzneimittel Agentur) hat die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna für alle Kinder Ende Juni 2021 zugelassen; eine generelle Empfehlung der ständigen Impfkommission (STIKO) zur Impfung aller Kindern ab 12 Jahren erfolgte Mitte August; zuvor beschränkte sich die Empfehlung auf Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen – unter anderem bei bestimmten angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen. Schon zuvor hatte die Sächsische Impfkommission für die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff für alle Kinder ab 12 Jahren plädiert, ebenso wie die Bundesregierung, da ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. Daten von Anfang August zeigen, dass bereits gut jeder fünfte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren eine erste Impfung erhalten hat, bei gut 10 % wurde sogar schon die zweite Dosis verimpft.

Doch nach wie vor wird heftig über Nutzen und Risiken einer Covid-19-Impfung bei Kindern und Jugendlichen debattiert. Wie sicher ist die Impfung – auch mit Blick auf spätere Folgen? Und wie groß ist im Verhältnis dazu das Risiko für Kinder, schwer an Covid-19 zu erkranken und/oder Long-Covid zu bekommen? Was ist mit jüngeren Kindern und Kindern mit vorgeschädigten Herzen? Das sind typische Fragen, die Eltern wie auch Kinderärzte bzw. Kinderkardiologen derzeit umtreiben.

Prof. Schranz

Experteninterview zu den aktuellen Fakten

Kinderkardiologe Professor Dr. med. Dietmar Schranz, Emeritus der Justus-Liebig-Universität Gießen, ehemaliger Leiter des Hessischen Kinderherzzentrum Gießen & Frankfurt und langjähriges Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, hat zu den wichtigsten bekannten Fakten in einem Interview Stellung genommen.

In der Zulassungsstudie von Comirnaty® (Impfstoff von Biontech/Pfizer) für Kinder und Jugendliche (12-15 Jahre) wurden 2200 Probanden randomisiert, entsprechend erhielten 1100 eine Impfung. Es wurde eine Wirksamkeit von 100 % für das Verhindern einer Covid-19-Erkrankung ermittelt. Bei den Nebenwirkungen wurden vor allem akute Impfreaktionen an der Einstichstelle beschrieben, zudem Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber, die in der Regel nach  1-2 Tagen wieder verschwanden. Nur bei 0,6 % der Geimpften kam es zu stärkeren, aber ebenfalls nicht anhaltenden Reaktionen auf die Impfung. In einer Vergleichsgruppe von 16-25-Jährigen wurden diese bei 1,7 % der Probanden nach der Covid-19-Impfung beschrieben. Fakt ist auch, das jüngere Impflinge deutlich mehr Antikörper nach Covid-19-Impfung bilden als ältere Menschen, und zwar etwa 50 % mehr.

Bis Ende Juli 2021 erhielt das für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für Deutschland insgesamt 731 Meldungen über den Verdacht einer Nebenwirkung nach einer Impfung mit Comirnaty (Biontech/Pfizer) bei Jugendlichen. Gemeldet wurden zum größten Teil lokale Reaktionen an der Einstichstelle und bekannte Allgemeinreaktionen. Rechnerisch seien das bezogen auf die Gesamtzahl der Impfungen 0,54 Meldungen auf 1000 Impfdosen bzw. 0,09 schwerwiegende Meldungen auf 1000 Impfdosen, so das PEI. Als schwerwiegende Reaktion wurde am häufigsten eine Myokarditis/Perikarditis berichtet. 

Wie wirksam und sicher ist eine Covid-19-Impfung bei Kindern ab 12 Jahren?

Prof. Schranz: Die derzeitige Faktenlage ist eindeutig. Im Kontext der Pandemie ist eine Impfung mit RNA-Impfstoffen für Kinder und Jugendliche (derzeit von >12Jahre) effektiv und im Vergleich zu einer alternativen Corona-Infektion sicher. Mit der anstehenden Pandemie mit der Delta- oder weiteren Varianten muss, auch bei Kindern, mit einer Infektion aller Nicht-Geimpften gerechnet werden.

Bei den Nebenwirkungen stehen vor allem lokale Reaktionen im Bereich der Applikationsstelle im Vordergrund. Lokale und auch leicht systemische Reaktionen treten nahezu zwangsläufig auf, sie können als Zeichen der gewünschten Antigen (Ag)-Antikörper (AK) Reaktion gewertet werden, ausgelöst durch den 1-2-tägigen Verbleib der mRNA im Oberarm. Wenn der Arm schmerzt, ist das keine schlimme Nebenwirkung. Im Gegenteil: Wenn es zu gar keiner inflammatorischen Reaktion kommt, muss man beinahe an ein Impfversagen denken, wie dies theoretisch der Fall sein könnte bei einem Wirkungsverlust des Impfstoffs bei Unterbrechung der Kühlkette. Im Zweifel ist nach der 2.Dosis auch eine Antikörperbestimmung sinnvoll (Eigenerfahrung). Die millionenfachen Erfahrungen mit den mRNA-Vakzinen bei geimpften Erwachsenen und auch bei Minderjährigen (>12Jahre) in den USA und Israel und mittlerweile auch Deutschland bestätigen die gute Verträglichkeit und Wirksamkeit.

Ist besondere Schonung nach einer Impfung bei (herzkranken) Kindern nötig?

Prof. Schranz: Nein. Das Verhalten nach einer Impfung kann man bei Kindern wie bei den Erwachsenen handhaben. Wenn es stärkere Inflammationsreaktionen gibt, dann wartet man diese in gewisser Schonung ab bis vollständige Symptomlosigkeit besteht. Ich würde allerdings davon absehen vor Angst von Schmerzen oder Fieber, eine prophylaktische antientzündliche oder schmerzlindernde Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika, d.h. zum Beispiel mit der Einnahme von Ibuprofen in einer Dosierung zur Schmerzbehandlung vorzunehmen: Die Immunantwort mit Antikörperbildung kann reduziert werden. Herzkranke Kinder, die unter einer chronischen Medikation stehen, sollten diese weiter einnehmen, vor allem auch solche zum Thromboseschutz. Dazu gehört vor allem niedrig-dosiertes Aspirin (ASS 1-2mg/kg 1x/Tag) wie es z.B. Kinder mit einer Fontan-Zirkulation einnehmen, falls sie keine Antikoagulationsbehandlung haben. Auch anderen Kindern mit kardiovaskulärem Risiko, die keine Antikoagulation erhalten, empfehle ich aus eigener Erfahrung eine niedrig-dosierte ASS-Prophylaxe. 

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Sind Impfnebenwirkungen möglich, die sich erst viel später zeigen?

Prof. Schranz: Unter Berücksichtigung des Impfmechanismus mit mRNA-Impfstoffen kenne ich keine Hypothese, auch nicht von Infektions-Immunologen (z.B. Prof. Leif Erik Sander von der Charité), die eine Langzeitnebenwirkung begründen könnte. Dies scheint mir ja auch der große Vorteil, der als wirksam getesteten mRNA-Impfstoffe zu sein. Bei einem mRNA-Impfstoff wird eine einzelne Information in den Ribosomen des Zytoplasmas (nicht über den zusätzlichen Weg über den Zellkern) umgesetzt und ein Teil des Spikeproteins des Covid-19 Virus gebildet. Gegen dieses dann präsentierte Viruseiweiß werden die Antikörper gebildet. Die mRNA bleibt dabei nur Stunden, maximal 1-2 Tage, im Körper erhalten. Bei den mRNA-Impfstoffen könnte höchstens gegen das verwendete nano-Lipid, das zum Einkapseln der empfindlichen mRNA verwendet wird, theoretisch eine Reaktion erfolgen. Aber nach allem, was es dazu an Informationen gibt, ist dies ebenfalls nahezu ausgeschlossen.

Somit sind die von Impfgegnern manchmal angeführten möglichen Langzeitnebenwirkungen, wie die einer Narkolepsie nach Schweinegrippe-Impfung, nicht möglich. Diese Nebenwirkung beruhte auf dem Adjuvans, einem wirkverstärkenden Zusatzstoff, was eine völlig unterschiedliche Impftechnik ist. Eine mRNA Impfung ist mit einer natürlichen Infektion mit dem Corona-Virus weder in Schwere noch Ausprägung vergleichbar, sie ist übersetzt eine „Infektion-light“. In Summe kann ich mich dem „Advisory Committee on Immunization Practices“ (ACIP) und der Bewertung durch das CDC (Centers of Disease Control) für eine Impfung von 12-17 Jahren nur anschließen: Wenn es eine Impfung mit 100 % Wirksamkeit bei Kindern gibt und praktisch keine relevanten akuten Nebenwirkungen und vor allem auch mit keinen Langzeitnebenwirkungen zu rechnen ist, dann muss man sich umso mehr die Risiken durch eine Infektion in einer Pandemie vor Augen führen. Von den anderen Folgen der Pandemie durch Lockdown und Schuleinschränkungen ganz zu schweigen. Herzkranke Kinder wurden und werden von ihren Eltern vor Kontakten extrem geschützt. Ähnliches habe ich früher als junger Arzt bisher nur bei weggesperrten Leprakranken in Pakistan erlebte. Daher hoffe ich auch auf baldige und entsprechende Ergebnisse bezüglich der laufenden Impfstudien mit Dosisfindung bei Kindern von 6 bis 12 Jahren und sogar auch bei Säuglingen.

Bei einem Kind wird ein EKG geschrieben
© shutterstock Covid-19 hat sich als eine Erkrankung erwiesen, die auch das Herz von Kindern beeinträchtigen kann. Im EKG ist dann eine verringerte Pumpfunktion des Herzens nachweisbar.

Gibt es Kinder mit angeborenen Herzfehlern, die eher nicht geimpft werden sollten?

Prof. Schranz: Nein. Im Gegenteil. Professor Hans-Heiner Kramer aus Kiel, und ich haben der STIKO (Ständige Impfkommission) auf Anfrage eine zusätzliche Liste zukommen lassen mit denjenigen Kindern mit Herzerkrankungen, die aus unserer Sicht und der der „British Heart Foundation“ ein besonderes Covid-19-Risiko haben.

Demnach ist bei folgenden Patienten ein erhöhtes Komplikationsrisiko im Falle einer Corona-Infektion anzunehmen:

  • Einkammerherzen in der sog. Fontan-Zirkulation (Anmerkung: mit Abstand größte Gruppe!!)
  • verminderte Lungenperfusion (Zyanose, Ruhe-Sättigung < 85%)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • Herztransplantation
  • schwere Begleiterkrankungen des Herzfehlers (chronische Lungen-, Leber-, Nieren-Erkrankung)
  • Immunschwäche (u.a. Di George Syndrom, Asplenie, Trisomie 21)
  • vorbestehende Koronarprobleme

Aus den USA und Israel kamen die ersten Daten, dass vor allem bei jungen Männern unter 30 Jahren nach einer mRNA-Impfung Herzbeschwerden auftraten, die einer Myokarditis ähnelten. Nach Durchsicht der Daten hat im Juli 2021 der Ausschuss für Risikobewertung (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee, PRAC) beschlossen, Myokarditis und Perikarditis als mögliche Nebenwirkung in die Fach- und Gebrauchsinformationen beider mRNA-Impfstoffe aufzunehmen. Der PRAC betont aber zugleich, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis der mRNA-Impfstoffe weiterhin positiv ist.  Zudem wurden 95 % der Fälle als mild beschrieben, wenn überhaupt, war nur ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig. Zum gleichen Schluss kamen US-Forscher, die die bisherigen Impfdaten bei Kindern und Jugendlichen bis Mitte Juni 2021 ausgewertet haben. Die in der renommierten Fachzeitschrift „Circulation“ publizierte Studie zieht als Fazit, dass Kardiologen das Potenzial für Myokarditis und Perikarditis bei Patienten mit Brustschmerzen innerhalb einer Woche nach der Covid-19-Impfung zwar berücksichtigen sollten – insbesondere bei Teenagern und jungen Erwachsenen. Die Risiko-Nutzen-Analyse mit Blick auf mögliche Folgen einer Covid-Infektion und die damit verbundenen möglichen Komplikationen spreche jedoch für die Impfung aller ab 12 Jahren. Auch Gewebeuntersuchungen, wie sie aktuell in Tübingen im Rahmen eines von der Deutschen Herzstiftung geförderten Projekts nach Zeichen einer Myokarditis untersucht werden, geben keinen Anlass zu erhöhter Sorge.

Auch das für die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bewertete im August 2021 das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die mRNA-Impfstoffe wegen der Seltenheit der Berichte als positiv. Dem Institut wurden bis Ende Juli bislang 24 Fälle (22 bei Jungs, 2 bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren) einer möglichen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach Impfungen mit der Bion­tech-Vakzine Comirnaty gemeldet. Die Fälle seien häufiger nach der zweiten Impfung beobachtet worden.  

Wie ist das Myokarditis-Risiko einer Covid-19-Impfung in Anbetracht der Pandemie zu sehen?

Prof. Schranz: Aktuelle Stellungnahmen von kinderkardiologischen und pädiatrischen Fachgesellschaften aus dem angloamerikanischen Raum verweisen darauf, dass SARS-CoV-2-infizierte Kinder ein 10-fach höheres Risiko haben, eine Myokarditis zu entwickeln, als dies nach einer Impfung der Fall ist, die ja zudem deutlich schwächer ausgeprägt ist. Bei einer SARS-CoV2 Infektion besteht dabei auch das Risiko eines Multiorgan Inflammationssyndroms (MIS-C), das potenziell lebensbedrohlich ist. Mit der Diagnose Myokarditis tue ich mich als Kinderkardiologe zusätzlich schwer. Das Angriffsziel des Covid-19-Virus ist weniger die Myokardzelle (wie bei Coxsackie-B-Viren), sondern das Gefäßendothel (ähnlich wie bei einer Infektion mit Parvovirus B 19, dem „Ringelröteln“-Virus); die Innenschicht (Endothel) hat auch den höchsten ACE-2-Rezeptorbesatz, die Andockstelle des Covid-19-Virus. Daher sollte man eher von einer Vaskulitis mit sekundärer Myokarditis sprechen; die Entzündung (Inflammation) wird deshalb auch als „Endothelitis“ beschrieben. Die Delta-Variante hat noch eine viel höhere Bindung an die ACE-2-Rezeptoren. Die Virologin Professor Sandra Ciesek aus Frankfurt rechnet z.B. mit einer 1000-fach höheren Viruslast, dementsprechend nicht nur mit einer höheren Infektiosität, sondern auch mit stärkeren Gefäßschäden mit höherem Risiko von Thrombosen und deren Folgen.

Nach mir vorliegenden Daten ist davon auszugehen, dass es zusammengefasst etwa bei einer von 100.000 Impfungen von Mädchen und Jungen unter 16 Jahren zu einer Myokarditis-ähnlichen Reaktion nach Impfung kommt. Diese Reaktion ist in der Regel kurzfristig, innerhalb von 2 Tagen selbst-limitierend oder mit z.B. Ibuprofen gut behandelbar. Dagegen ist bei einer SARS-CoV-2-Infektion mit einer Herzbeteiligung bei 40-60 von 100.000 Kindern zu rechnen. Sollten wir alle 3 Millionen Kinder zwischen 12 und 15 Jahren vollständig impfen und setzt man ein Geschlechterverhältnis von 1:1 voraus, dann würde es nach einer Impfung zu einer vorübergehenden „Myokarditis“ bei 10 Mädchen und 90 Jungen kommen. Sollten jedoch in der Pandemie sich alle 3 Millionen Kinder infizieren, ist bei etwa 1000 Kindern mit einer wirklichen und qualitativ ausgeprägten Vaskulitis mit sekundärer Myokarditis zu rechnen, das heißt mit einem Schweregrad, der mit den Folgen einer Impfung nicht vergleichbar ist.

Eine britische Studie hat jüngst gezeigt, dass bei Kindern im Alter von 5 bis 17 Jahren mit Covid-19 nur selten langandauernde Symptome aufgetreten sind. Fast alle waren nach einer Woche wieder gesund und hatten auch insgesamt wenig Symptome. Vor allem Müdigkeit und Geruchsstörungen gehörten zu den Symptomen, die etwas länger anhielten. Forscher der US-amerikanischen CDC ermittelten wiederum, dass eine Covid-19-Erkrankung offensichtlich bei Kindern und Jugendlichen vor allem dann schwer verläuft, wenn Betroffene zusätzlich andere Erkrankungen haben. Die Auswertung der Daten von 43.465 Covid-Patienten im Alter unter 18 Jahren aus Notaufnahmen von US-Kliniken – ein Viertel davon mit mindestens einer Grunderkrankung – ergab: jeder Zehnte wurde stationär aufgenommen, davon wurden etwa 30 % auf eine Intensivstation verlegt und 6,4 % mechanisch beatmet. 38 Kinder starben. Die stärksten Risikofaktoren für eine stationäre Einweisung waren Typ-1-Diabetes und starkes Übergewicht. Die stärksten Risikofaktoren für einen schweren Verlauf ebenfalls Typ-1-Diabetes sowie angeborene Herzfehler.

Dies deckt sich mit weltweit erhobenen Daten von 1044 Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH), die mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Eine wichtige Erkenntnis dabei: Ausschlaggebend für die Gefährdung ist weniger der Herzfehler an sich, sondern andere, davon unabhängige Risikofaktoren wie Diabetes, männliches Geschlecht und Übergewicht sowie pathophysiologische Aspekte, die mit dem Herzfehler zu tun haben.

Zugleich warnten amerikanische Forscher des CDC, Infektionen mit SARS-CoV-2 unter Jugendlichen auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn nach einer anderen Analyse sind Krankenhausaufenthalte wegen Covid-19 bei Jugendlichen zwar selten, insgesamt aber dreimal so häufig wie bei Influenza. Auch hier hatten rund 70 % der zwischen Januar und März 2021 in ein Krankenhaus mit einer Covid-19-Infektion aufgenommenen Patienten mindestens eine Grunderkrankung.

Die deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) hat seit Januar 2020 bis August 2021 insgesamt für Deutschland und Österreich 1680 Fälle von Kindern mit Covid-19 erfasst, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, davon 1594 auf Normalstation und 84 (rund 5%) auf einer Intensivstation. 0,3 % der Kinder sind gestorben. Nach DGPI-Angaben hatte etwa ein Viertel der Erkrankten bei Entlassung noch Restsymptome. 

Wie hoch ist das Risiko für Kinder, schwer an Covid-19 zu erkranken?

Prof. Schranz: Dies ist die Faktenlage. Sie bezieht sich allerdings überwiegend auf Infektionen mit dem Wild- und Alpha-Typ von SARS-CoV-2, und im unterschiedlich ausgeprägten „Lockdown“. Als Kinderkardiologe, der mit den Patienten unmittelbar zu tun hat, ist jedes Kind und dessen Eltern konkret. Ich denke da an zwei Kinder, die mit ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) behandelt werden mussten, (von denen eines starb), an alleine in Frankfurt 5 von 10 wegen Covid-19 beatmete Kinder, an die vielen Beratungsgespräche mit Niedergelassenen und in Kinderkliniken, etwa darüber, was bei einem Kind mit hohen d-Dimer- und Troponin-Werten mit und ohne echokardiographischen Zeichen einer Herzschwäche zu tun ist, oder an einen Säugling mit lebensbedrohendem PIMS (pediatric inflammatory multisystem syndrome = Entzündungserkrankung mehrerer Organe). Vor diesem Hintergrund sind Statistiken, die am „grünen“ Tisch erstellt werden, nur dahin gehend wichtig, um zu klären, wie am besten einer solchen Erkrankung entgegenzutreten ist und wie sie verhindert werden kann! Wir haben einen großartigen Impfstoff, ein unglaubliches Geschenk, und wir diskutieren über Luftfilter in Milliardenhöhe, anstatt Danke zu sagen und alle Kinder und Erwachsenen zu impfen. Das Geld der Luftfilter wäre zur Impfung in Afrika besser investiert, da nur weltweite Impfungen Mutationen verhindern helfen, und damit auch bei uns!!! Geht man zudem davon aus, dass in unserer Bevölkerung etwa 20 % der Kinder irgendeinen Risikofaktor mit sich tragen, würde sich nicht nur zum Selbst-Schutz, sondern aus solidarischer Sicht ein Impfen aller Kinder lohnen! Viele Jugendliche und sogar Kinder würden sicherlich sofort zustimmen, wären sie nicht durch Erwachsene zum Teil negativ beeinflusst.

Zu den schweren Komplikationen, auf die sich das Augenmerk von Kinderärzten und Kardiologen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion richtet, gehört vor allem eine Erkrankung, die den ganzen Organismus betrifft: PIMS (pediatric inflammatory multisystem syndrome), auch MIS-C (multisystem inflammatory syndrome in children) genannt.

PIMS/MIS-C ist ein schweres Krankheitsbild mit Entzündungen des gesamten Organismus, das in seltenen Fällen bei Kindern und Jugendlichen in der Regel einige Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 beobachtet wurde – auch bei Kindern ohne vorherige Covid-Symptome. Entzündungen treten auf Haut und Schleimhäuten, im Herz und Magen-Darm-Trakt, in Lunge, Leber und Nieren auf. Bei vielen Kindern ist die Herzfunktion eingeschränkt (besonders des linken Ventrikels), ebenso sind die klinischen Zeichen einer Myokarditis häufig und Abnormitäten der Herzgefäße. Kritisch ist vor allem eine resultierende Schocksymptomatik, ähnlich wie bei einer schweren Blutvergiftung (Sepsis), die dann eine intensivmedizinische Behandlung, zum Teil mit Beatmung, erfordert. Behandelt werden die Betroffenen unter anderem mit Immunglobulinen, immunmodulatorischen Medikamenten (Kortison) und niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS), um Schäden des Herzens vorzubeugen. Einzelheiten der Erkrankung sind noch unklar.

Auch zur Häufigkeit gibt es derzeit wenig verlässliche Daten. Die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI) hat zwischen dem 27.5.2020 und 01.08.2021 insgesamt knapp 400 Fälle in ihrem PIMS-Register gemeldet bekommen, bei denen andere infektiologische Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Dabei hat sich ein Erkrankungsgipfel Ende Dezember 2020 gezeigt, der parallel zur Spitze der Covid-19-Krankenhauseinweisungen bei Kindern und Jugendlichen aufgetreten ist. In den meisten Fällen ist PIMS am Ende glimpflich verlaufen, bei unter 10 % der Kinder waren nach DGPI-Angaben bei der Entlassung noch Folgeschäden (v.a. bezogen auf Herz und Kreislauf) nachweisbar. Kein Kind ist bei dieser Beobachtung gestorben.

Die relativ gute Prognose bestätigt auch eine amerikanische Studie, bei der 45 Kinder mit MIS-C (mittleres Alter 9 Jahre) über mehrere Monate nachbeobachtet wurden. Im Krankenhaus wurden bei ihnen hohe Konzentrationen von Entzündungsmarkern, häufig auch eine unnormal niedrige Lymphozytenzahl im Blut festgestellt (Lymphozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen und wichtig für die Abwehr). 80 % der Kinder hatten zudem Herzschäden, darunter auch schwere Komplikationen wie Herzschwäche oder eine Erweiterung der Koronararterien („Kawasaki-like“). Die meisten Kinder reagierten jedoch schnell auf die Gabe von Steroiden und Immunglobulinen und konnten innerhalb von fünf Tagen aus der Klinik entlassen werden. Nach der Entlassung normalisierten sich innerhalb weniger Wochen die Entzündungswerte und die Zeichen einer Herzschädigung (= kardiovaskulären Marker). Nach vier Monaten hatte nur ein Kind noch milde Einschränkungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Kriterien entwickelt, die für die Diagnose MIS-C sprechen.

  • Alter 0–19 Jahre
  • Fieber über mindestens 3 Tage
  • Anzeichen einer Erkrankung von mindestens 2 verschiedenen Organen (Haut, Schleimhäute, Augen, niedriger Blutdruck oder Schock, Herzerkrankung, Blutgerinnungsstörungen, akute Magen-Darm-Beschwerden, Lunge)
  • erhöhte Entzündungswerte
  • keine andere Erklärung
  • Hinweis auf eine Infektion mit dem Corona-Virus (durch Virusnachweis, Bestimmung von Antikörpern oder Kontakt zu einer infizierten Person)

Wie hoch ist das PIMS-Risiko als schwere Covid-Komplikation?

Prof. Schranz: Auch wenn, wie oben erwähnt, statistisch nur „wenige“ Kinder schwer betroffenen sind, so ist trotz hoher Heilungsrate ein MIS-C/PIMS doch ein äußerst gravierendes Erkrankungsbild entsprechend einer ausgeprägten Gefäßentzündung im gesamten Körper. Man könnte postulieren, dass dieses Entzündungssyndrom dem körperspezifischen Verteilungsmuster von ACE-2-Rezeptoren, an die das SARS-CoV-2-Virus andockt, entspricht. Am Herzen kann dies mit der Bildung von gefährlichen Gefäßaufweitungen (Aneurysmen), kritischen Durchblutungsstörungen und Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder schließlich Herzversagen einhergehen. Jedenfalls ist das Schicksal eines Kindes und seiner Familie damit verbunden – und dies nicht nur im akuten, sondern möglicherweise auch im Langzeitverlauf. Speziell als Kinderarzt muss daher der Schwerpunkt auf dem Vermeiden einer SARS-CoV-2-Infektion / -Erkrankung liegen, unabhängig davon, ob es sich um ein vorerkranktes Kind oder um ein zuvor völlig gesundes Kind handelt. Bei entsprechender Veranlagung (siehe männliche Dominanz bei Covid-19-Erkrankung), die zurzeit leider noch nicht bestimmbar ist, besteht ein potenzielles Risiko auch für ein MIS-C.

Bemerkenswert – und wahrscheinlich ein Effekt der familiären Schutzmaßnahmen bei Kindern mit gesundheitlichem Risiko – ist die Beobachtung, dass in amerikanischen Studien ein PIMS/MIS-C zu etwa 60 % bei Kindern ohne Risiko (im Durchschnitt bei 8-Jährigen) beschrieben wurde.

SARS-CoV-2 Infektionen im Kindes- und Jugendalter verlaufen in aller Regel milde. Dafür rücken nun mögliche mittel- bis langfristige Folgeerkrankungen einer akuten Infektion – häufig als Post-Covid oder Long-Covid bezeichnet – verstärkt in den Fokus. Es handelt sich bei Long-Covid nicht um ein einheitliches Krankheitsbild. Häufige Symptome sind anhaltende Erschöpfungszustände (Fatigue), Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung und Herzrhythmusstörungen. Insgesamt ist die Symptomatik variabel und der Zeitraum schwankt zwischen Wochen und Monaten. Auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie bestätigt, dass bisher aussagekräftige Daten zu Häufigkeit und spezifischen klinischen Symptomen dieses Krankheitsbildes fehlen. Hinweise gibt es nur aus einigen wenigen Erhebungen, so zum Beispiel aus der Schweizer Langzeitstudie „Ciao Corona“ mit 1355 Schülerinnen und Schülern (Alter im Mittel 11 Jahre). Die Ergebnisse zeigten: Mindestens ein Symptom über mehr als 12 Wochen gaben 4 % der Infizierten und 2 % der negativ auf SARS-CoV-2 Getesteten an. Die häufigsten Symptome bei den Infizierten waren Müdigkeit (3 %), Konzentrationsschwäche (2 %) und Schlafstörungen (2 %). Britische Forscher haben zudem Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion und PIMS (pediatric inflammatory multisystem syndrom) unter die Lupe genommen. Nach ihren Daten waren nach einem halben Jahr die meisten PIMS-Symptome verschwunden, nur 6 Kinder hatten zu diesem Zeitpunkt noch Magen-Darm-Beschwerden und 2 ein verändertes EKG. Am auffälligsten waren generell Fatigue und Muskelschwäche bei den Kindern mit PIMS.

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet zudem von einer Studie aus Sachsen, bei der 1560 Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen hinsichtlich des Auftretens und der Häufigkeit von Long-Covid-Symptomen untersucht und befragt wurden. Insgesamt konnte dabei kein Unterschied in Auftreten und Häufigkeit von typischen Long-Covid-Symptomen zwischen der Gruppe der Schülerinnen und Schülern mit (12 %) und der Gruppe ohne Nachweis einer durchgemachten Infektion (88 %) nachgewiesen werden.

Was ist zu Long-Covid bei Kindern und Jugendlichen bekannt? 

Prof. Schranz: Aus meiner Sicht wird erst „nach“ der Pandemie das Problem „Long-Covid“, ob es im direkten oder indirekten Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion bestand, relevant und aufgerechnet werden. Es ist zu befürchten, dass da einiges an Problemen zurückbleibt. Doch ich hoffe, ich täusche mich.

Kind schlägt sich die Hände an den Kopf
© zakalinka - stock.adobe.com Müdigkeit und körperliche Erschöpfung werden am häufigsten als Nachwirkungen einer Covid-Infektion bei jungen Menschen genannt.

Bisher gibt es keine Zulassung für einen Impfstoff, der bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden könnten. Die Studien laufen jedoch. Mit ersten Daten ist im September zu rechnen.

Diese Firmen prüfen Impfstoffe bei Kindern

Biontech/Pfizer (mRNA-Impfstoff): Die Zulassung für 12-15-Jährige ist in Europa bereits erfolgt. Das Dosierungsschema ist wie bei Erwachsenen (2x 30 Mikrogramm im Abstand von mindestens 3Wochen). Seit März 2021 läuft auch eine Studie mit Kindern ab 6 Monaten bis 12 Jahre. Es gibt dabei eine Einteilung in drei Altersgruppen: 5 bis unter 12 Jahre, 2 bis unter 5 Jahre, 6 Monate bis unter 2 Jahre. Sie erhalten altersadaptiert entweder 2 x 10 Mikrogramm (ab 5 Jahre) oder 2 x 3 Mikrogramm (jüngere Kinder). Erste Daten sollen im September vorliegen.

Moderna (mRNA Impfstoff): Der Impfstoff hat die EU-Zulassung für Kinder ab 12 Jahre Ende Juli erhalten. Zudem ist eine Studie gestartet mit Kindern zwischen 6 Monaten und unter 12 Jahren. Getestet wird bei den Kindern ab 2 Jahren eine Dosis von 50 oder 100 Mikrogramm (Erwachsene erhalten 100 Mikrogramm). Bei Kindern unter 2 Jahren wird die Reaktion auf 25, 50 oder 100 Mikrogramm überprüft.

AstraZeneca (Vektor-Impfstoff): Die geplante Studie mit Kindern zwischen 6 und 18 Jahren ruht aktuell.

Janssen (Vektor-Impfstoff): Für den Herbst ist eine Studie mit Jugendlichen geplant, außerdem Studien mit Kindern von 2-11 Jahren, Kindern unter 2 Jahren und Kindern ab 1 Jahr

Novavax (Protein-Impfstoff): In den USA läuft eine Studie mit Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren.

CureVac (mRNA-Impfstoff): Geplant ist zunächst eine kleine Untersuchung mit 12-17-Jährigen.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat die Unternehmen Biontech, Moderna, AstraZeneca, Janssen und Novavax verpflichtet, ihre Impfstoffe auch für Minderjährige zu erproben. Die Ergebnisse müssen bis 2024 vorliegen, bzw. 2025 (Novavax).

Sollten auch Kinder unter 12 Jahren geimpft werden? Wie?

Prof. Schranz: Es ist gut, dass die westlichen Impfstoff-Firmen sogar verpflichtet werden, Impfstudien einschließlich Dosisfindung auch bei Kindern aller Altersgruppen durchzuführen. Die derzeitige Frage vor allem vieler Eltern herzkranker Kinder, ob ich eine Impfung bei den jüngeren Kindern für ratsam halte, würde sich bei entsprechen positiven Ergebnissen, wie bei den 12-16-Jährigen hoffentlich erübrigen. Generell ist aus meiner Sicht dazu folgendes zu sagen: Sollte in den laufenden Studien Ergebnisse herauskommen, wie die bei den 12-16-Jährigen, dann würde ich nach Zulassung unabhängig von weiteren Empfehlungen nicht nur herzkranke Kinder, sondern alle Kinder impfen lassen. Gespannt bin ich allerdings, was bei der Impfstudie bei den 1-5-Jährigen herauskommt; vielleicht ist das die einzige Altersgruppe, die keinen zusätzlichen Impfschutz benötigt. Das Immunsystem der Kita- und Kindergartenkinder scheint sich in einem immunologischen „Dauertraining“ mit vielen Erregerkontakten und Kreuzreaktionen zu befinden. Sie haben daher einen relativ hohen natürlichen Schutz.

Grundsätzlich würde ich nach bisherigem Wissensstand das Impfen von Risiko-Patienten in der Gruppe von 6-12-Jährigen auch jetzt schon bejahen. Gerade weil bei den schweren Endothelentzündungen im Rahmen eines PIMS/MIS-C auffällig viele achtjährige Kinder betroffen waren. Gäbe es einen so sicheren und effektiven Impfstoff auch zur Vermeidung eines in der Tat seltenen „idiopathischen“ Kawasaki-Syndroms (Koronarläsionen) oder gegen das Parvo-B19 Virus (die häufigste Ursache für eine Vaskulitis/Myokarditis bedingte dilatative Kardiomyopathie, eine Erkrankung des Herzmuskels mit Vergrößerung der Herzkammern bei Kindern), dann würde ich mir einen solchen ebenfalls für Kinder aller Altersgruppen, vor allem für Säuglinge wünschen.

Da schon in den nächsten Wochen mit validen Daten der Impfstudien auch bei jüngeren Kindern zu rechnen ist, würde ich zunächst abwarten, die Kinder mit Risiko unter 12 Jahren zu impfen (im Einzelfall nicht), um dann auch mit optimaler Dosierung sicher sein zu können und nicht nur Risikokinder, sondern auch alle anderen Schulkinder zu impfen.

Experte

Professor Dr. med. Dietmar Schranz
Bild von Prof. Schranz

Zum Weiterlesen

  1. Fragen und Antworten zu Risiken durch Covid-19-Erkrankung und Impfung
  2. Experten der Deutschen Herzstiftung beantworten erste Fragen zur Covid-19-Impfung.
  3. Wie diagnostizieren Ärzt/innen eine Myokarditis, welche Symptome gibt es und wie ist die Prognose? Alle Fakten zur Herzmuskelentzündung im Überblick.

  • Long-term Symptoms After SARS-CoV-2 Infection in Children and Adolescents, JAMA. Published online July 15, 2021. doi:10.1001/jama.2021.11880 

  • Safety, Immunogenicity, and Efficacy of the BNT162b2 Covid-19 Vaccine in Adolescents, July 15, N Engl J Med 2021; 385:239-250, DOI: 10.1056/NEJMoa2107456