Sprechstundenfrage

Verlieren Potenzmittel irgendwann an Wirkung?

Ist bei einer Impotenz zu befürchten, dass Medikamente wie Viagra irgendwann nicht mehr helfen? welche Ursachen kommen für das Fortschreiten einer Impotenz in Frage? Die Antwort, die Sie vielleicht auch schon in HERZ HEUTE gesehen haben, gibt Prof. Dr. med. Michael Böhm vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Die Sprechstunden-Frage im Wortlaut:

"Vier Urologen und zwei Kardiologen können mir nicht erklären, warum ich an einer erektilen Dysfunktion leide. Seit 2 Jahrzehnten ist mein Blutdruck gut eingestellt, sonst habe ich keine Erkrankungen. Ich bin 54 Jahre alt, wiege 82 kg bei einer Größe von 180 cm, nehme morgens ein Sartan, bin Nichtraucher, Sportler, esse mediterran, trinke wenig Alkohol, meine Lebensführung ist bewusst.

Ich hatte bisher eine super vertraute Sexualität mit einer Traumfrau ohne Stress und Leistungsdruck. Ich befürchte, dass Potenzpillen mir bald nicht mehr helfen. Die Aufrechterhaltung der Erektion wird immer problematischer. Können Sie mir helfen?"  (Christoph P., Magdeburg)

Experten-Antwort:

Eine erektile Dysfunktion kann durch Gefäßveränderungen, aber auch durch Hormonstörungen hervorgerufen werden. Wenn sogenannte Potenzpillen wie Viagra (PDE-5-Inhibitoren) wirksam sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine erektile Dysfunktion ihre Ursache in den Gefäßen hat.

Hierbei sind die kleinen Gefäße betroffen. Ursachen hierfür sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die müssen bei Ihnen abgeklärt werden ebenso wie die Frage, ob Sie an Diabetes leiden. Dann kommen nervliche Ursachen in Frage (sog. diabetische Neuropathie).

Außerdem muss sichergestellt sein, dass Sie keine Gefäßverengung im Bereich des Beckens haben. Dadurch würde nicht genug Blut im Urogenitaltrakt zur Verfügung gestellt werden, um eine angemessene Steifheit des Glieds zu erreichen.

Potenzpillen: Kein Wirkverlust bei längerer Anwendung

Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Kardiologen und Urologen. Ich gehe davon aus, dass auch ein Hormonstatus schon erhoben wurde. Nichts spricht bei Ihnen gegen PDE-5-Inhibitoren. Diese dürfen nur dann nicht eingenommen werden, wenn Sie mit Nitraten oder Molsidomin behandelt werden. Dass die Potenzpillen bei längerer Anwendung ihre Wirkung verlieren, ist nicht zu befürchten.

Experte

Prof. Dr. med. Michael Böhm
Portrait von Prof. Michael Böhm

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3 Kommentare

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P. W. Solingen

Ja, wie immer leicht und verständlich.

W. S. Erkenschwick

Nach einem 2. Herzinfarkt mit Herzstillstand und Reanimation beeinflussten die verschriebenen Medikamente stark meine Errektionsfähigkeit. Mein Kardiologe hat mir dann grünes Licht für einen PDE-5 Blocker gegeben. Unsere Wahl fiel dann auf das Medikament TADALAFIL, Anfangsdosis 5mg. Mit der Wirkung war ich aber nach einigen Monaten der Bedarfseinnahme nicht 100% zufrieden, so dass nun auf eine 20 mg Dosierung/Tablette erhöht wird.

Sophia T. Berlin

Mein Freund war beim Urologen und hat diverse Sachen getestet letztendlich hat es uns sehr geholfen den Stress zu mindern, gesünder zu essen, das rauchen aufzuhören und diverse weitere Sachen, wir sind dem Ratgeber von "webseite" gefolgt, ich hoffe das jeder der darunter leidet, seine Probleme in den griff bekommt, ganz zur not gibt es ja mittlerweile auch Medikamente.