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Wie oft sind unsere Gene an hohen Cholesterinwerten schuld?

Gerne schieben wir unseren Genen etwas in die Schuhe. Hören Sie, wie häufig bei hohen Cholesterinwerten die Veranlagung tatsächlich eine Rolle spielt.

Bild von einer Blutbahn, die durch Plaques verengt ist
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Zu viel Cholesterin im Blut ist der wesentliche Risikofaktor für das Verkalken unserer Gefäße. Und damit verbunden ist die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall. Oft ist leider unser Lebensstil schuld – aber hohe Cholesterinwerte können auch vererbt werden. Und dann leiden die Gefäße schon besonders früh. 

Betroffene mit einer sogenannten familiären Hypercholesterinämie frühzeitig zu erkennen, ist daher enorm wichtig, um sie vor einem vorzeitigen Infarkt schützen zu können. Wie viele Menschen betroffen sind, was sich gerade in der Früherkennung Neues tut und was an Behandlung nötig ist, darum geht es in dieser imPULS-Folge mit Professor Stephan Baldus vom Universitätsklinikum Köln. Hören Sie rein!

Nach Schätzungen sind in Deutschland bis zu 270.000 Menschen Träger des Gendefekts für eine Familiäre Hypercholesterinämie (FH), eine angeborene Störung des Lipidstoffwechsels. Die Dunkelziffer der Personen mit der genetisch vererbbaren und lebensbedrohlichen Stoffwechselkrankheit ist jedoch vermutlich viel höher. In Deutschland sind nur weniger als ein Prozent der Betroffenen mit dieser Erbkrankheit diagnostiziert, die zu massiv erhöhten LDL-Cholesterinspiegeln im Blut führt und unbehandelt noch vor Erreichen des 35. Lebensjahres zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Unterschieden werden im wesentlichen dabei zwei Formen:

  • homozygote FH: seltene Form, bei der die Genveränderung – meist das Gen für den LDL-Rezeptor – sowohl auf dem von der Mutter als auch vom Vater stammenden Chromosom vorhanden ist;  LDL-Konzentration über 400 mg/dl bis über 1000 mg/dl möglich. Bereits im Kindesalter kommt es oft  zu einer ausgeprägten Arteriosklerose. Unbehandelt erreichen Betroffene, bei denen der LDL-Rezeptor gar nicht funktioniert, selten das 18. Lebensjahr. Betroffen sind in Deutschland davon insgesamt etwa 300 Menschen.
  • die heterozygote FH: häufigere Form, bei der die Genveränderung nur auf einem der elterlichen Chromosomen vorhanden ist; meist verbunden mit Funktionseinschränkung des LDL-Rezeptors. LDL-Konzentration meist über 200 mg/dl bis 450 mg/dl. Unbehandelt besteht ein hohes Risiko für vorzeitige Gefäßverengungen und für einen frühen Herzinfarkt vor dem 60. Lebensjahr. Betroffen ist hier etwa einer von 250 Menschen in Deutschland.

Experte

Prof. Dr. med. Stephan Baldus
Portrait von Prof. Stephan Baldus

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Mediziner sitzt vorm Mikroskop
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