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Allen Menschen mit einer KHK oder einem Herzinfarkt empfiehlt die Herz­stif­tung den Sonderband „Medikamente, Stents, Bypass - Therapie der koronaren Herz­krank­heit”, in dem aus­ge­wie­se­ne Herzspezialisten aus­führ­lich die wichtigsten Therapien bei ei­ner koronaren Herzkrankheit und nach einem Herzinfarkt er­läu­tern. Mitglieder können den Son­der­band hier kostenlos bestellen.

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Nach Bypass-Operation: „Welche Bewegungen sind erlaubt? Wie lange sind Schmerzen normal?“

Bislang 22 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 22.02.2012)

Bypass-Operation

Nach einer Bypass-Operation müssen Betroffene einiges beachten. Wie sollte man sich z. B. verhalten, wenn nach der OP Taubheits- oder Druckgefühle im Brustbereich auftreten? Welche Bewegungen sind nach der Operation erlaubt? Und was kann man selbst dazu beitragen, damit sich die Bypässe im Laufe der Zeit nicht verschließen? Die Antworten darauf, die wir bereits in HERZ HEUTE 2/2011 veröffentlicht haben, gibt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Friedhelm Beyersdorf vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Die Frage: „Vor drei Monaten habe ich sechs Bypässe bekommen. Ist es normal, dass der Brustkorb so weh tut und dass man ein Druckgefühl hat? In der linken Brust habe ich noch immer ein Taubheitsgefühl, weil mir dort auch die Arterie für die Bypässe entnommen wurde. Oder bin ich vielleicht zu ungeduldig?

Ich hätte auch gern gewusst, welche Bewegungen ich jetzt machen darf und welche noch nicht.

Man ist ja so verunsichert. Ich habe natürlich Angst, dass die Bypässe wieder zugehen. Was kann ich tun? Mit Sport habe ich jetzt angefangen und bin in einer Herzsportgruppe.″
Mechthild H., Esslingen

Die Experten-Antwort:

Wie Sie berichten, haben Sie vor drei Monaten sechs Bypässe bekommen, und der Brustkorb tut Ihnen jetzt noch weh. Sie beschreiben ein Druck- und ein Taubheitsgefühl und fragen, welche Bewegungen Sie machen können.

Zunächst einmal ist das Taubheitsgefühl im Bereich der linken Brustseite normal. Dies entsteht dadurch, dass die linke Brustwand-Arterie entnommen wurde. Erfreulicherweise wird sich aber dieses Taubheitsgefühl im Laufe der nächsten Wochen und Monate vollständig zurückbilden, so dass dies jetzt jeden Tag besser wird. Auch ein Druckgefühl im Brustkorb ist zur Zeit sicherlich noch normal.

Drähte nach der Bypass-Operation entfernen?

Sollte dieses Druckgefühl aber nach sechs Monaten immer noch anhalten, könnte man überlegen, ob man die Drähte, mit denen der Brustkorb verschlossen wurde, wieder entfernt. In seltenen Fällen kann dies der Grund dafür sein, dass dort Schmerzen entstehen.

Wann den Oberkörper wieder normal bewegen?

Auf Ihre Frage, welche Bewegungen man jetzt machen kann, kann man sagen, dass nach drei Monaten üblicherweise das Brustbein vollständig verwachsen ist. Da Sie noch ein gewisses Druckgefühl im Brustkorb haben, würde ich noch vier weitere Wochen warten. Dann aber können Sie letztlich alles wieder machen, da das Brustbein bis dahin endgültig verwachsen sein sollte.

Nach der Bypass-Operation: Was kann man selbst tun?

Darüber hinaus schreiben Sie auch, dass Sie Angst davor haben, dass die Bypässe wieder zugehen. Dies ist durchaus dann gegeben, wenn die Risikofaktoren nicht einwandfrei eingestellt sind:

  • Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die Blutfette und den Blutdruck im Normalbereich halten und dies auch immer wieder kontrollieren.
  • Sollten Sie an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, muss auch hier eine einwandfreie Einstellung erfolgen. Sollten Sie rauchen, müssen Sie unbedingt damit aufhören.
  • Darüber hinaus ist drei- bis fünfmal die Woche Ausdauerbewegung (flottes Gehen, Joggen, Radfahren etc.) wichtig. Sport in der Herzsportgruppe ist sehr zu empfehlen.
Prof. Friedhelm Beyersdorf

Autor: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Friedhelm Beyersdorf ist Herzchirurg und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu den Schwerpunkten des Herzspezialisten zählt u. a. die chirurgische Behandlung der KHK, Herzklappenerkrankungen, Kardiomyopathie, Herzinsuffizienz sowie Herz- und Kunstherztransplantationen.

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Bislang 22 Kommentare zu diesem Beitrag

Karl-Heinz J. aus Lippstadt (19.02.2012): Ich stehe kurz vor einer Bypass-Operation und informiere mich natürlich über alles was ich in Erfahrung bringen kann und habe vor allem auf diesen Seiten einiges in Erfahrung bringen können.

Bogdoll aus Frankfurt/Main (23.01.2012): Einfach klasse, wie alles erklärt wird und dazu noch, es versteht jeder.

Uwe S. aus Hamburg (15.12.2011): Im Oktober 2003 wurden mir nach Hinterwand-Infarkt vier Bypässe eingesetzt. Nach rd. einem Jahr wurde bei einer Angiografie festgestellt, dass drei Bypässe vollständig und einer zu 75 % verschlossen waren. Seit dem Infarkt habe ich das Rauchen konsequent eingestellt, der Blutdruck war gut eingestellt, kein Diabetes, Cholesterinwerte sehr niedrig (um die 150 mg), allerdings niedrige HDL-Werte (35), hoher Triglycerid-Wert (340). Therapie: Weiterhin konservative Behandlung. 1 Jahr später (Nov. 2005) Vorhofflimmern - Februar 2006 Einsetzen eines Stent. Bewegungsmangel ist vorhanden, da ich Angst haben muss, dass Stuhl-Inkontinenz eintritt. Alter im Jahr 2003 62 Jahre, Größe 178cm, Gewicht 81 kg. Gewicht aktuell 99,3 kg. Was könnte also die Ursache für die Restenose nach nur 1 Jahr sein?

Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur eigenen Herzerkrankung können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Antworten an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht möglich sind.

Arno S. aus Bad Sooden-Allendorf (09.10.2011): Vor zwei Jahren habe ich eine Zweifach-Bypass-OP im HKZ Rotenburg/Fulda erhalten. Ca. 4 Wochen nach der OP war ich vollständig beschwerdefrei. Ich achte allerdings auf meinen Blutdruck und ernähre mich entsprechend, wobei ich schon mal ein Glas Rotwein trinke. Wichtig ist eine altersgem. Bewegung im Freien und die Einhaltung der vorgegebenen Medikamentierung. Leider vermisse ich Informationen über Verhaltensmaßnahmen nach einer solchen OP.

Joachim Graessner aus Bönningstedt (06.10.2011): Es ist hilfreich, schon einmal Gehörtes schwarz auf weiß zu lesen.

Horst P. aus Eschwege (05.10.2011): Ich habe nach mehr als einem Jahr nach der 3-fach-Bypass-OP immer wieder stechende Schmerzen über dem Herzen, aber auch auf der rechten Seite, vor allem beim Bücken und Schuhe binden und oftmals, wenn ich mich seitlich drehe. Eine Ultraschalluntersuchung am Herzen hat ergeben, dass dennoch alles in Ordnung ist.

Laura P. aus Hagen (01.10.2011): Hallo. Ich bin 19 Jahre alt und habe vor 6 Monaten einen Bypass bekommen. Dazu wurde mir die A. mammaria entnommen. Ich habe immer noch ein Taubheitsgefühl. Und ein Stechen beim Einatmen auf der rechten Brustseite. Die Rippen stehen auch etwas hervor fühlen sich "angeschwollen an" und es besteht eine Treppe es fühlt sich an, als wäre der Brustkorb nicht richtig zusammen gewachsen. Mein Arzt sagte es ist nicht schlimm, ich sollte nochmal wieder kommen zur Kontrolle diesen Monat. Ich mache mir sehr sorgen ... Ist das gefährlich? Meinen Sie ich muss nochmal operiert werden?

Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur eigenen Herzerkrankung können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Antworten an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht möglich sind.

Lothar W. aus Usedom (25.09.2011): Ich finde den Beitrag sehr interessant, da mir mitgeteilt wurde, dass der Brustkorb nicht wieder zusammenwächst und die Stabilität nicht mehr gegeben ist. Nun bin ich eines Anderen belehrt worden und froh. Da ich regelmässig TT spielen gehe, sind die Bewegungen mit dem rechten Arm nicht schädlich.

Anonym (23.09.2011): Der Hinweis ist sehr nützlich, da ich durch eine Herzoperation total verunsichert war. Ich hatte Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb, was natürlich auch durch die Drähte verursacht worden sein könnte. Vielen Dank für den Hinweis!

Nieves de Y. aus Paderborn (22.09.2011): Tausende Dank für Ihren Kommentar, Dr. Beyersdorf. Es war sehr hilfreich! Für uns Herzkranken ist es SEHR WICHTIG, wie Sie betonen, Ausdauerbewegung.

Franz M. aus Grünwald (21.09.2011): Ich kann dem Kommentar des Herrn Prof. Beyersdorf nur zustimmen. Meine Erfahrung ist ähnlich dem des Kommentars.

Bernhard O. aus Issum (20.09.2011): Meine Bypass-Operation liegt 7 Monate zurück und ich habe jetzt erstmals wieder die Sauna und ein Thermalbad besucht. Es ist mir gut bekommen, den Druck im Wasser habe ich allerdings stärker als früher empfunden. Ich hoffe, das ist normal oder?

Wolfgang (20.09.2011): Was kann man selbst tun? Nach einer Bypass-Operation 2005 hatte ich täglich ca. 30 Minuten Ausdauersport (Nordic Walking) betrieben. Es ging mir relativ gut, jedoch hatten sich zwei Bypässe wieder verschlossen. Seither habe ich bei Belastung wieder Durchblutungsstörungen (Angina Pectoris). Da bekam ich den Rat, die Dauer meiner sportlichen Tätigkeit auszuweiten. Heute fahre ich ca. 5 Mal die Woche zwischen 1 und 1 1/2 Stunden Fahrrad oder gehe walken. Immer so schnell wie es gerade geht. Die Leistungsgrenze teste ich täglich aus. Das treibe ich nun schon 3 Jahre so und es geht mir sehr gut. Gemütliches Umherlaufen oder Fahren hilft sicher nicht. Meine Belastbarkeit hat sich seither deutlich verbessert. Ich stehe voll im Berufsleben und kann auch körperliche Arbeit wieder in einem vernünftigen Maß ausüben. Darum ist jedem zu raten - täglich Ausdauertraining - mindestens 1 Stunde.

Michael K. aus Burgbrohl (20.09.2011): Den Antworten kann ich nur zustimmen. Auch bei mir war nach 3 Bypässen diese Ungewißheit vorhanden. Man wird ungeduldig, hat viele Fragen, wie es weiter geht. Hier macht die Auswahl eines guten Kardiologen für die Nachbehandlung einen wesentlichen Teil der Gesundung aus.

P. aus Köln (20.09.2011): Ich hatte Ende März 2010 einen Herzinfarkt und eine anschließende 5-fach-Bypass-OP und habe heute noch ab und an Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust. Besonders sind diese Symptome da, wenn sich das Wetter ändert. Ich habe das Gefühl, dass Herzpatienten nach einer Bypass-OP allein mit ihren Fragen gelassen werden. Zum Thema Herzinfarkt ist viel Lektüre zu finden, aber zum Thema Bypass-OP und vor allen Dingen die Zeit danach gibt es zu wenig Aufklärung.

Anonym (20.09.2011): Nu weiß ich Bescheid! Fazit für mich... noch mehr Sport und das Auto stehen lassen!

A. K. aus Kerkrade/Niederlande (20.09.2011): Ich habe vor 10 Monaten ebenfalls 6 Bypässe aus Brustarterien erhalten. Auch ich habe anfangs Angst gehabt. Im Nachhinein habe ich jedoch festgestellt, dass die Angst unbegründet war. Mittlerweile mache ich das, was ich vorher auch gemacht habe. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich jetzt Medikamente (Betablocker, Aspirin, Cholesterinsenker, Blutdrucksenker) nehmen muss, wobei bis jetzt noch keine Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Peter A. aus Hamburg (19.09.2011): Da ich selbst Betroffener bin, fühle ich mich bestätigt, in dem was ich heute tue. Sport und Bewegung an jedem Tag, es sei denn man fühlt sich nicht. Die körperliche Bewegung führt dazu, dass man sich besser fühlt. Zumindest bei mir war es so. Dann grübelt man auch nicht, sondern lebt wieder mit Freuden. Ärztliche Kontrollen sind natürlich auch wichtig. Wenn der beh. Arzt sie vorschlägt, sollte man sie auch wahrnehmen.

P. aus Hamburg (19.09.2011): Ich hatte 3 Bypässe 2002 bekommen. Fahre fast täglich Fahrrad. Bin in der Herzsportgruppe, lasse mich halbjährlich durch den Kardiologen mit Belastungs-EKG untersuchen, Watt-Werte von 75 auf 175 in den Jahren gesteigert, alle Vierteljahr Blutuntersuchung dmp. Bisher alles i. O. Blutdruck etwas erhöht. Tabletteneinnahme wird geändert.

Bernhard K. aus Wilhelmshaven (19.09.2011): Super!! Seitdem ich Informationen von der Herzstiftung erhalte, lerne ich mit meiner Krankheit umzugehen.

Manfred Kraus aus Geislingen/Steige (19.09.2011): Die Darstellung ist sehr praxisbetont und habsolut hilfreich

Peter Hinz (19.09.2011): Klare und präzise Antworten.

 
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