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Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung
„Ist Trainieren in den Morgenstunden ungesund?”
Bislang 27 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Dienstag, 15.05.2012)

Wenn Sie demnächst wieder Sport treiben, dann wird es Sie sicherlich interessieren, welche Tageszeit zum Trainieren am besten geeignet ist. In unserer Sprechstunde wurden wir dazu vor einiger Zeit gefragt, ob man z. B. die Morgenstunden für Übungseinheiten meiden sollte, weil dann die Gefahr für eine Herzüberlastung am größten sei. Ob das stimmt, beantwort Dr. med. Frank Sonntag vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Die Frage: „Seit drei Jahren gehe ich jeden Morgen nach einem kleinen Frühstück joggen. Jetzt habe ich in einem Apothekenkalender folgendes gelesen: Der Rhythmus des Körpers unterliegt einer inneren Uhr. Der späte Nachmittag und der frühe Abend sind die beste Zeit, um Sport zu treiben. Fitnesstraining, Tennisspielen, Fußball, Joggen und viele andere Sportarten fallen dann besonders leicht. Die Gefahr einer Herzüberlastung ist dagegen morgens am größten. Abgesehen davon profitiert unser Körper fast gar nicht vom morgendlichen Kreislauftraining. Soll ich nun die Laufzeit auf den Nachmittag legen – im Sommer problematisch wegen Ozon und Wärme? Sport am Abend führte bei mir zu Einschlafstörungen. Was raten Sie?”
Werner H., Magdeburg
Die Experten-Antwort:
Dass der menschliche Körper von morgendlichem Kreislauftraining fast gar nicht profitiert, ist eine Aussage, für die es sicherlich keine Beweise gibt. Zu weit geht auch die Aussage, dass körperliche Betätigungen am Morgen mit der Gefahr von Herzüberlastungen verbunden sind. Schon allein die Tatsache, dass sich von den über 6.000 Herzgruppen in Deutschland ein sehr großer Teil am Samstagvormittag zum gemeinsamen Herzsport versammelt, mag Ihnen als Hinweis dienen, dass ein Training in den Morgenstunden von Herzspezialisten nicht als schädlich angesehen wird.
Da gerade bei Ausdauersportarten oft Kleinigkeiten darüber entscheiden, ob man motiviert ist und zum Trainieren geht oder vielleicht doch lieber auf der Couch liegen bleibt, kann ich Ihnen nur raten, sich beim Sporttreiben keine unnötigen Fesseln anzulegen, insbesondere nicht durch unbewiesene Aussagen, wonach diese oder jene Tageszeit für Sport gefährlich sei.
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Trainieren Sie also immer zu den Zeiten, zu denen Ihnen der Sport persönlich am meisten Freude bereitet und Ihnen die Aktivitäten optimal in Ihren Tagesablauf passen, was durchaus auch die Morgenstunden sein dürfen.
Darüber hinaus sei angemerkt, dass z. B. auch ein Training in den Abendstunden je nach Individuum Nachteile haben kann. Denn manche Menschen bekommen nach abendlichem Training Einschlafstörungen, was Ihnen viele Sportler bestätigen können, die z. B. im Rahmen einer Mannschaftssportart an spätere Trainingszeiten gebunden sind. Und auch der Mittag oder frühe Nachmittag kann im Einzelfall Nachteile haben, z. B. wenn es im Sommer sehr heiß ist und dadurch der Körper überlastet wird.
Tipp der Deutschen Herzstiftung: Wenn Sie selbst gerne mit Ausdauersport beginnen möchten, dann empfehlen wir Ihnen dafür unsere bewährten Tipps zum Einstieg in den Ausdauersport.
Autor: Dr. med. Frank Sonntag ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu den Schwerpunkten des Kardiologen und Sportmediziners zählt u. a. der Einfluss von Bewegung auf Herzerkrankungen.
(Redaktion: ebe)
Bislang 27 Kommentare zu diesem Beitrag
Planert aus Wettin-Löbejün (29.11.2011): Ich gehe am liebsten am Morgen walken, danach bin ich fit für den Tag und besser motiviert.
Müller (25.10.2011): Ich trainiere 6-7x/Woche 40-50 Min. i.d.R. morgens ab 6.30 Uhr. Erst so komme ich in den nötigen Tagesrhythmus und meine PAVK geschädigten Beine in die nötige Ausgangsform für einen guten Tag.
Manfred Grichnik aus Gladbeck (09.09.2011): Ich bin 76 Jahre alt, leite seit mehr als 20 Jahren in den Morgenstunden eine Karategruppe mit Älteren und trainiere auch selbst mit. Die Intensität der Übungen ist der Leistungsfähigkeit der Teilnehmer angepaßt, die sich in der Gruppe nach dem moderaten Training auch wohlfühlen.
Gerfred Boldt aus Bad Zwischenahn (26.02.2011): Ich laufe seit 7 Jahren jeden Morgen (nur wenn unter Minus 6 Grad nicht) zw. 8 und 12 Kilometer, gleich nach einem kleinen Frühstück. Ich messe Puls und Geschwindigkeit. Wenn ich die gleiche Leistung am Abend erbringe, dann kann ich nur sehr schlecht schlafen. Seit 1 Jahr bin ich auch DEFI-Träger. Mir geht es gut und ich kann mich beim Laufen gut auf den Tagesablauf einstimmen. Gerfred Boldt - Bad Zwischenahn
Werner Scheffel (18.02.2011): Ich trainiere generell am frühen Vormittag und das schon einige Jahre. Es hat mir bisher immer gut getan und mein Körper hat dies auch nicht als negativ empfunden!
Hubert Czock aus Erkrath (02.02.2011): Ich habe mindestens 30 Jahre tagtäglich zwischen 06.30 und 07.30 gejoggt bzw. geradelt und war topfit für Beruf und Sport.
Vaith aus Friedberg (27.01.2011): Die offizielle Bestätigung, daß Laufen, Nordic Walking, Joggen zu jeder Tageszeit durchgeführt werden kann. Da die meisten Hypertoniker medikamentös gut eingestellt sind, dürfte auch kein pathologisch erhöhter morgendlicher Blutdruck auftreten.
Vaith aus Friedberg (21.01.2011): Eine echte Analyse zur Frage. Man muß sich nicht selbst kasteien, zu welcher Uhrzeit man Sport treibt. Der Anstieg eines physiologischen Blutdrucks in den frühen Morgenstunden ist als Kompensation des Organismus auf die Leistungsanforderung des neuen Tages einzustufen.
Eugen M. aus Hördt (20.01.2011): Ich gehe 2 mal in der Woche morgens um 9 oo Uhr in ein Fitnessstudio. Es tut mir gut und ich habe damit keine Schwierigkeiten.
Johann aus Gillig (03.12.2010): Frühsport, d. h. Gymnastik und Waldlauf ist für mich die beste Vorbereitung für den Tag. Dieses Ausdauertraining ist gut für mein schwaches Herz und hat mir sogar schon den Tablettenkonsum ordentlich reduziert.
Laufer aus Rankwitz (25.11.2010): Man soll Sport treiben, wenn man dazu Lust hat. Ein Frühaufsteher bevorzugt sicherlich die Morgenstunden, ein Morgenmuffel wird andere Tageszeiten vorziehen. Dass Sport zu bestimmten Tageszeiten ungesund sein soll, habe ich noch nie gehört. Ich kann bestätigen, dass ich Einschlafstörungen habe, wenn ich spät abends zum Sport gehe. Alle kreislaufanregenden Aktivitäten (auch Sauna abends) bekommen meinem Schlafrhythmus nicht. Ich bin dann hellwach. Ich benötige ca. 2 Stunden Ruhe nach sportlichen Aktivitäten, um dann schlafen zu können. Den Artikel fand ich gut und kann den Inhalt nur bestätigen.
Marianne N. aus Heiligenhaus (06.11.2010): Ich gehe regelmäßig zwei mal in der Woche ins Fitness-Studio und mache dort neben dem Gerätetraining zuvor 30 Min. Ausdauertraining. Samstags walke ich mit meinem Mann direkt nach dem Frühstück zwei Stunden und am Sonntagmorgen gehen wir bis zu drei Stunden wandern, Morgens bin ich besonders motiviert und hätte gar keine Lust nachmittags oder abends solche Leistungen zu vollbringen. Ich fühle mich - trotz Herzschrittmacher und Tambocor-Einnahme - dazu in der Lage. Ich bin 66 Jahre alt.
Barbara W. (28.10.2010): Seit 4 Jahren betreibe ich 2 mal wöchentlich 1 Stunde Nordic-Walking. Diese Stunde gehe ich ausschließlich am Vormittag. Es tut gut, vor dem Mittag das Bewußtsein zu haben, ich habe heute schon etwas für meine Gesundheit getan. Außerdem gehe ich 1 mal wöchentlich zum Reha-Sport ins Fitness-Studio. Das ist dem Tagesablauf zum Nachmittag angepasst. Also, Sport am Morgen finde ich optimal.
Anna-Lena aus Chemnitz (21.09.2010): Es ist einfach nur schön, wenn man mit seinem Partner in den Morgenstunden joggt, anschließend duscht und danach ausgiebig in der Gewissheit frühstücken kann, schon etwas für die Fitness und Gesundheit getan zu haben...
Prof. Friedhelm Schönfeld aus Berlin (07.09.2010): Ich bin am Mittag, wo ich normalerweise gerne eine Schlafruhepause einlege, am mühelosesten weit leistungsfähiger als am Morgen und staune immer wieder über die Selbstverständlichkeit mit der das passiert.
Gerda Loy aus Augsburg (28.06.2010): Danke für die Bestätigung meiner eigenen Einschätzung. Wenn es gefährlich wäre, würden die ganzen Rehakliniken Fehler machen und das kann ja nicht sein.
Edgar Mehlhorn aus Eisenach (25.06.2010): Gute Information. Bringt bzw. gibt Sicherheit!
Otto Schütz aus Hildrizhausen (23.06.2010): Ich habe 4 Bypässe und einen Defi, treibe mindestens 2 mal in der Woche 2 Std. Sport (Nordic Walking) am Nachmittag. Habe noch nie irgendwelche Beschwerden nach dem Sport gespürt. Oft fahre ich auch Sonntag morgens mit dem Fahrrad ungefähr 30 km und habe danach auch keine Beschwerden. Somit kann ich ihren Kommentar bestätigen.
Renate Moers aus Lüneburg (23.06.2010): Ich mache mein Nordic Walking-Training immer morgens zwischen 9 und 10 Uhr und es bekommt mir sehr gut.
Herfter aus Stutensee (23.06.2010): Ich jogge dreimal die Woche morgens immer gegen 7 Uhr. Bin in dem KHK-Programm, habe keine Beschwerden, laufe Halbmarathon und fühle mich wohl.
Hans Joachim Struck aus Raben Steinfeld (22.06.2010): Vor 3 Jahren habe ich 3 Bypässe erhalten. Ich stehe meistens um 07.00 Uhr auf und gehe dann eine Stunde im Wald am See im flotten Schritt Spazieren oder fahre mit dem Fahrrad auch eine Strecke am See ca. eine Stunde. Beides bekommt mir gut.
Helga Barth aus Halle (22.06.2010): Regelmäßig gehe ich Mo., Mi. u. Fr. von 8-10 Uhr in das Reha-Fitness-Zentrum. Wenn ich später gehen würde, wäre ich dann schon zu angeschlagen, da ich noch an Arthrose leide. Früh macht es mehr Spaß, da ist man noch ausgeruht.
Hans-Jörg Pamp (22.06.2010): Ich trainiere seit 13 Jahren 7 Tage in der Woche auf dem Heimtrainer 1/2 Stunde direkt nach dem Aufstehen und mir fehlt etwas, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht geht. Danach duschen und frühstücken und es bekommt mir gut.
Rolf Häcker aus Rheinstetten (22.06.2010): Guten Tag, seit über drei Jahren walke ich in einer kleinen Gruppe am Montagmorgen 8.30 Uhr für 1 Stunde, zusätzlich zu einer Walkingstunde am Donnerstag 18 bis 19 Uhr. Das Walken am Morgen verursacht mir die größere Freude, von der ich den restlichen Tag gutgelaunt leben kann. Zum Glück rät die Herzstiftung nicht ab von dem Walken morgens.
A. Scharf aus Pinneber (22.06.2010): Nach meinem massiven Vorderwandinfarkt Halloween 2003 (ein Stückchen Herzmuskel oberhalb der Herzspitze habe ich eingebüßt - null Kontraktion) treibe ich nun seit mehr als 6 Jahren mehr oder weniger regelmäßig (2 bis 5 mal wtl.) Ausdauersport (Joggen 20 - 30 Min., Inliner 60 Min., Schwimmen 40 x 25 m und Radfahren 60 Min.).
Ganz wichtig dabei ist, das eigene Gefühl dabei entscheiden zu lassen, zu welcher Tageszeit (ob 5.00 Uhr morgens oder 20.00 Uhr abends), welche Sportart, wie lange betrieben wird. Eine Zwanghaftigkeit führt nur zu einer Verkrampfung und eine solche ist kontraproduktiv. Die Intuition / das Bauchgefühl ist dabei der beste Ratgeber. Darauf sollte man stets achten und in sich selber hineinhören. Dann kann es zu keiner Überforderung kommen und ggf. immer wieder den Arzt zu Rate ziehen. Lieber einmal mehr als zu wenig, weil man das nächste Mal vielleicht nicht zu den Glücklichen 50 % gehören kann.
Sicherlich muss man hin und wieder auch mal den inneren "Schweinehund" überwinden, aber im Vordergrund sollte immer der Spaß am Sport stehen. Das Wohlfühlgefühl hat sich immer wieder auch nach einer Überwindung eingestellt. Die Gewohnheit macht´s.
Mit dieser Lockerheit und Einstellung bin ich bisher prima zu recht gekommen. Und gesundheitlich geht es mir heute sehr gut!
Fritz Schlett aus Großostheim (22.06.2010): Da ich selbst in den Morgenstunden (08.30 Uhr - 10.00 Uhr) in einer koronaren Herzsportgruppe Sport treibe, kann ich sagen, daß es mir persönlich sehr gut tut und ich dadurch keinerlei Beschwerden habe.
Rolf Jaksties aus Dahn (22.06.2010): Sie haben mit diesem Artikel eine lange schon bestehende Unsicherheit aufgelöst! Danke!



