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„Stimmt es, dass Rote Bete-Saft den Blutdruck senkt?“

Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Dienstag, 15.05.2012)

Rote Bete Wirkung auf den Blutdruck

Kann man zur Blutdrucksenkung auch einfach Rote Bete-Saft trinken? Zu diesem Thema ging eine interessante Frage in der Herzstiftungs-Sprechstunde ein. Die Antwort, die wir auch in HERZ HEUTE 1/2011 abgedruckt haben, gibt Prof. Dr. med. Dieter Klaus vom Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung.


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Die Frage: „Stimmt es, dass täglich ½ Liter Rote Bete-Saft den Blutdruck senkt? Welche Nebenwirkungen gibt es? Ist eine Daueranwendung ratsam?″

Olga S., Ohrdruf

Die Experten-Antwort:

Eine englische Studie bei 14 (!) Freiwilligen hat gezeigt, dass das Trinken von ½ Liter Rote Bete-Saft den systolischen Blutdruck 24 Stunden lang um etwa 5 mmHg senkt.

Der Effekt beruht darauf, dass Rote Bete Nitrate enthalten, die durch den Speichel zu Nitrit reduziert werden, was die Gefäße erweitert und dadurch den Blutdruck senkt.

Langzeituntersuchungen über die Blutdruckeffekte von Rote-Bete-Saft bei Hochdruckkranken sind mir nicht bekannt. Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Daher kann man das Trinken von Rote-Bete-Saft einem Hochdruckkranken nur als Versuch einer ergänzenden Maßnahme empfehlen.

Als alleinige Therapie dürfte Rote-Bete-Saft für eine Senkung des Blutdrucks bei Hochdruck nicht ausreichen – wie dies auch für den Genuss dunkler Schokolade oder das Trinken von Hibiskustee gilt, die ebenfalls den Blutdruck leicht senken.

Als nichtmedikamentöse und langfristig erfolgreiche Maßnahme haben sich zur Blutdrucksenkung dagegen in vielen Studien Gewichtsabnahme bei Übergewicht, viel Bewegung, wenig Alkohol sowie eine kochsalzbeschränkte Ernährung bewährt.

Besonders auf die Beschränkung der Kochsalzaufnahme wird viel zu wenig geachtet. Salz kann eingespart werden, wenn Fertigprodukte, Pökelwaren und Fischmarinaden gemieden, Schinken, Wurst und Käse sparsam konsumiert werden und wenn beim Kochen möglichst kein Salz, sondern Gewürze (kochsalzfrei!) verwendet werden. Auch sollte man darauf verzichten nachzusalzen. So kann beim Hochdruckkranken durch Reduktion der Kochsalzaufnahme auf 6 g am Tag (im Durchschnitt werden heute 10-15 g aufgenommen) ein Abfall des systolischen Blutdrucks von etwa 5-7 mmHg erreicht werden.

Die Mittelmeerküche (viel Obst und Gemüse, fettarme Milchprodukte, wenig rotes Fleisch, mehr Fisch) senkt nachweislich über lange Zeit einen erhöhten Blutdruck in gleichem Ausmaß. Sie ist ebenfalls kochsalzarm.


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Professor Dr. med. Dieter Klaus

Autor: Prof. Dr. med. Dieter Klaus ist Herzspezialist und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu seinen medizinischen Schwerpunkten zählt u. a. das Thema Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

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Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag

Anonym (10.04.2012): Professioneller kann eine Antwort nicht sein - Danke!

Manfred Liepe aus Erding (06.04.2012): Was ist unter dem Begriff rotes Fleisch zu verstehen und was fällt unter diesen Begriff? Was ist mit Marmelade, auch diese ist in vielen Fällen rot?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

W. F. aus Pulheim (31.03.2012): Der rote Beete-Saft ist ein gutes Getränk, welches ich sehr gerne trinke, weil er einfach gut schmeckt. Wegen meinem erhöhten Blutdruck bin ich gut eingestellt mit Ramipril und Verapamil. Meine Werte liegen bei 125/72. Ich ernähre mich mediterran, hierzu nutze ich auch die Rezepte Ihres mediterranen Kochbuches, welches ich ausgezeichnet finde. Ansonsten bewege ich mich viel an der frischen Luft und fühle mich recht wohl. Ihren Bericht fand ich informativ, herzlichen Dank.

Angela P. aus Diepholz (09.03.2012): Ich nehme seit 10 Jahren Blutdrucksenker und würde niemanden empfehlen einfach seine Medikamente abzusetzen für so einen Versuch mit Rote Beete Saft. Aber Rote Beete Saft trinke ich regelmäßig weil ich ihn gerne mag und er hat sehr positive Auswirkungen auf mein Allgemeinbefinden. Ich bin fitter nicht mehr so müde und ausdauernder.

R. Birke aus Erlangen (17.07.2011): Allerdings frage ich mich, ob nicht auch die gekochte o. rohe Knolle im Salate genauso wirkt wie der Saft u. welche Inhaltsstoffe hier die pharmakol. Wirkung haben (Unterschiede in Konzentration u. Zusammensetzung der vers. Zubereitungsarten).

Anja Winkler aus Großheide (14.07.2011): In der Bevölkerung gibt es immer wieder so genannte "Wundernahrungsmittel", die einen durchschlagenden Erfolg haben sollen. Bei näherem Hinsehen jedoch, hat das Wundernahrungsmittel nicht den gewünschten Erfolg erzielt, weil es vollkommen überbewertet wird. Wenn Rote Bete-Saft die gleiche Wirkung wie Blutdrucksenkende Medikamente hätte, wäre es ein Wundernahrungsmittel und wahrscheinlich unbezahlbar. Nichtsdestotrotz schmeckt er sehr gut und richtet keinen Schaden an und kann weiterhin ohne Bedenken genossen werden. Ich fand den Bericht sehr gut.

Walter Eckert aus Bayreuth (26.06.2011): Es Stimmt, Rote Bete-Saft senkt den Blutdruck. Die Wirkung liegt nicht nur an Nitraten. Rote Bete-saft ist auch Reich an Kalium, was auch eine Senkung des Blutdrucks bewirkt. Er enthält auch die Vitamine B6, B12 und Folsäure, was einen zu hohen Homocysteinspiegel senkt.

Hans Adams aus Leverkusen (20.06.2011): Der Saft von Roten Beten ist wohl genauso stark bzw. wenig wirksam wie die starke Einschränkung des Salzkonsums, vielleicht wie alle "bewährten Methoden" zusammen. Beide Verfahren, die vielleicht ein Zehntel des Problems lösen... (180-130) mmHg / 5mmHg = 10
Gibt Hans Adams zu bedenken.....

Siegfried L. aus Steinheim (18.06.2011): Ich bin 57 Jahre und nehme seit einem Jahr keine blutdrucksenkende Medikamente mehr ein. Mein Blutdruck bewegt sich seitdem bei 110/80, davor 130/90. Ich habe bei einer Körpergröße von 178 cm ein zu hohes Körpergewicht von 198 kg und zu wenig Bewegung. Ihre Beiträge finde ich sehr gut.

Albert Wiedenmann aus Frankfurt am Main (17.06.2011): Vor kurzem hatten sie berichtet, dass auch grüner Tee den Blutdruck senken kann, gibt es da weitere Erkenntnisse über die Wirksamkeit? Ich trinke seit etwa 2 Monaten morgens grünen Tee statt Kaffee und beobachte, dass sich mein Blutdruck eher leicht senkt. Albert Wiedenmann

Ruth Hanna V. aus Denia Spanien (16.06.2011): Ich bin 79 Jahre alt und habe Atherosklerose besonders in beiden Carotid-Arterien. Die rechte Arterie ist total blockiert, nachdem sie operiert wurde. Ich hatte öfters einen Blutdruck von 180/90 und höher. Sonst um die 150/80. Seit ich Edta nehme habe ich meistens um die 130/70. Ich nehme auch täglich einen Riegel dunkle Schokolade und seit 5 Jahren auch täglich eine 40 mg Tablette Lercadip. Edta nehme ich seit ca. 7 Monaten. Ruth H. V.

 
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