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Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung

„ASS zusätzlich zu Marcumar / Falithrom einnehmen?"

Bislang 25 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Dienstag, 15.05.2012)

ASS zusätzlich zu Marcumar / Falithrom

Vor einiger Zeit wollte in der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung eine Herzpatientin mit Vorhofflimmern und einer Stent-Implantation in der Vorgeschichte wissen, ob in ihrem Fall ASS plus Marcumar bzw. Falithrom eingenommen werden sollte, wie es ihr Hausarzt meinte, oder ob ihr Kardiologe Recht hat, der anderer Meinung war und ASS als überflüssig ansah. Die Frage, die wir bereits in HERZ HEUTE abgedruckt hatten, wird von der Herzspezialistin Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung beantwortet.

Die Frage: „Ich bekam im November 1998 im Herzen einen Stent und muss seitdem ASS nehmen. Seit Mai 2009 habe ich vermehrt Herzrhythmusstörungen und war deshalb im August 2009 in der Klinik, wo als Ursache Vorhofflimmern festgestellt wurde. Seitdem muss ich zusätzlich Falithrom zur Vorbeugung gegen Schlaganfall nehmen.

Mein Kardiologe sagte mir, dass ich ASS weglassen soll. Mein Hausarzt (Allgemeinmedizin) besteht aber darauf, dass ich beide Mittel weiterhin nehmen soll. Dazu würde ich gern Ihre Meinung wissen.″
Inge P., Töging am Inn

Die Experten-Antwort:

Da Sie Ihren Stent bereits 1998 erhalten haben und wegen Vorhofflimmerns Falithrom einnehmen müssen, ist es nicht notwendig, dass Sie zusätzlich ASS (Acetylsalicylsäure) einnehmen.

Sie können ASS also absetzen, wie Ihr Kardiologe es bereits empfohlen hat. Es ist allerdings wichtig, dass Sie Ihren INR-Wert immer sehr genau einstellen, zwischen 2 und 3, optimalerweise bei 2,5. Damit haben Sie einen ausreichenden Schutz und können das erhöhte Blutungsrisiko, das mit der Kombinationstherapie verbunden ist, vermeiden.

PD Dr. med. Thomas Voigtländer
Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf

Autorin: Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu den klinischen Spezialgebieten der Herzexpertin zählt u. a. die Antikoagulation bzw. Gerinnungshemmung bei Herzpatienten.

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Bislang 25 Kommentare zu diesem Beitrag

Ralf L. aus Blankensee (20.04.2012): Habe selber einen Herzinfarkt gehabt und weiß wie es ist. 5 Minuten später wäre ich tot gewesen.

Ernst Pape aus Bad Pyrmont (30.03.2012): Die Seite ist sehr hilfreich.

Horst Christian L. aus Hamm (13.03.2012): Meine Medikament gegen Vorhofflimmern und hohen Blutdruck: Multaq 400, Phenprocoumon, Ramipril 2x 5. Nun höre und lese ich von Xarelto. Was meinen Sie über einen Wechsel? Seit 3/4 Jahr ohne Vorhofflimmern. Die Blutwerte befinden sich im Normalbereich. Erbitte Ihre Empfehlung und Grüße Sie! Horst Christian L.

Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur eigenen Herzerkrankung können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Antworten an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht möglich sind.

Dr. Stein (28.02.2012): Die amerikanischen Leitlinien sehen dies anders und empfehlen ASS 75-81 mg zusätzlich zur oralen Antikoagulation!?

Antwort von Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihre Anmerkung. Ihre Aussage trifft für die früheren amerikanischen Leitlinien zu. In den neusten amerikanischen Leitlinien von 2012 hingegen, besteht eine völlige Übereinstimmung zu den von mir gegebenen Empfehlungen, dergestalt, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern und stabiler KHK oder 12 Monate nach Stent-Implantation die alleinige Therapie mit Vitamin K-Antagonisten empfohlen wird (Referenz: J. J. YOU et al., Chest 2012;141:e531S – e575S, „Antithrombotic Therapy for Atrial Fibrillation, Antithrombotic Therapy and Prevention of Thrombosis, 9th ed: American College of Chest Physicians Evidence-Based Clinical Practice Guidelines“, speziell zum Falle des Patienten siehe S. e 533S).

Nochmals vielen Dank für Ihre Anmerkung und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

Anonym (20.01.2012): Auch ich stehe vor diesem Problem. Bekomme wegen einer Halsschlagader-OP ASS und Marcumar, seit Jahren wegen Vorhofflimmern.

M. M. aus Naumburg (19.09.2011): Es ist immer hilfreich, wer, wie ich schon den 3. Defi. in nur 5 Jahren bekommen hat, ist über jede Information dankbar.

Helmut R. aus Kaarst (22.08.2011): Ich nehme nach Herzinfarkt (1984)und Bypass-OP (1985) seit 1990 ASS 100 protect. 2008 wurde eine schwere Gastritis, offenbar als Folge von ASS diagnostiziert. Seitdem nehme ich Pantozol 40, um den Magen zu schützen. Nachdem 2011 Herzflimmern festgestellt wurde - mit Elektroschock beseitigt - soll ich Marcumar nehmen. Die hier gestellte Frage, kann man bei Einnahme von Marcumar auf ASS verzichten, wurde mir leider bisher nicht beantwortet. Dem Sonderheft Gerinnungshemmung der Deutschen Herzstiftung entnehme ich, dass man dort die Auffassung vertritt, dass ASS weggelassen werden soll, da eine kombinierte Gabe das Blutungsrisiko um 50 % erhöht (s. auch Heft 2/2007 Prof. Dr. Klepzig). Angesichts der zahlreichen Beiträge zu diesem Thema, rege ich an, die Frage: "Soll neben Marcumar ASS verordnet werden" in einer der nächsten Ausgaben zu behandeln. Das Sonderheft "Gerinnungshemmung mit vielen Fragen und Antworten" ist sehr empfehlenswert.

Walter Stoll aus Aßlar (24.03.2011): Die Experten-Antwort trifft genau meine Meinung.

Friedhelm K. (18.03.2011): Nach einem MRT-Check "Herz" wurde mir vom behandelnden Arzt gesagt, dass ich ASS 100 zusätzlich zu Plavix nehmen müsse. Ein halbes Jahr später bei der jährlichen Untersuchung durch den Kardiologen, der mich nach der derzeitigen Medikamenteneinnhame fragte, meinte er, ich könne ASS 100 fortlassen. Wer hat nun Recht?

Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur eigenen Herzerkrankung können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Antworten an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht möglich sind.

Klaus Max M. aus Berlin (12.03.2011): Für mich besonders wichtig ist der Rat eines Facharztes, in diesem Fall also der Kardiologe, denn ich gehe einfach davon aus, dass er besser informiert ist und in der Praxis häufiger mit diesen besonderen Patientenfällen zu tun hat.

P. S. aus Obermichelbach (11.03.2011): Auch mir wurde nach einer Katheterablation in der Klinik empfohlen, zusätzlich zu Marcumar ASS einzunehmen. Allerdings hat mir mein Hausarzt bestätigt, dass ich ASS nicht zusätzlich nehmen muss. Es beruhigt mich, dass ich dies hier bestätigt bekommen habe.

Wilhelm K. aus Paderborn (10.03.2011): Vor 4 Jahren sollte bei mir infolge meiner ständigen Herzrhythmusstörungen mit chronischem Vorhofflimmern in Bad Oeynhausen eine Katheter-Ablation durchgeführt werden, wobei dann aber eine 2-Gefäßerkrankung mit mehreren hochgradigen Stenosen festgestellt wurde. Statt der Ablation wurden mir dann 2 "beschichtete Stents" (Drug-Eluting) eingesetzt und weitere Stenosen wurden dilatiert! Unter anderem musste ich dann ab sofort neben dem Marcumar für 1 Jahr PLAVIX-Tabletten (Clopidogrel) und zusätzlich auch Aspirin 100 Protect einnehmen!
Nach diesem Jahr wurde PLAVIX abgesetzt, da die Stents offenbar gut eingewachsen waren! Marcumar wurde abgesetzt, da in dieser Zeit der Gamma-GT-Leberwert bis auf 186 gestiegen war. Stattdessen wurde mir seitdem "Coumadin" (Warfarin-Natrium) mit Aspirin 100 Protect weiterhin verordnet, wonach sich die Leberwerte wieder normalisierten!
Als Grund für die weitere Einnahme von Aspirin 100 neben dem Coumadin wurde mir mitgeteilt, dass der Wirkstoff "Acetylsalicylsäure" weiterhin Thrombosen in den "beschichteten Stents" verhindern solle. Ich bin jetzt 70 Jahre alt und soll diese Medikation bis zum Lebensende nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm K.

Helga B. aus Halle (10.03.2011): Ich finde es sehr gut, dass man wichtige Fragen stellen kann und sie korrekt beantwortet werden. Ich bin auch schon sehr beraten worden.

Dieter S. aus Vellmar (10.03.2011): Als Herzpatient weiß man nicht mehr, was man glauben soll! Ich soll (Herzinfarkt-Stent-Vorhofflimmern-ICD-Träger) laut Klinik, Kardiologe und Hausarzt ASS und Marcumar nehmen. Jetzt diese Aussage.

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HAVA aus Bochum (10.03.2011): Ich mache Marcumar Selbstbestimmung, und habe damals in der Schulung bei meinem Kardiologen sofort gelernt, kein ASS mehr könnte gefährlich werden. Aber leider sind manche Hausärzte sehr nachlässig und weisen Ihre Patienten nicht darauf hin. Vor allem bei Kopfschmerzmitteln, die oft als Kombinationspräparat gegeben werden, ist oft ASS drin. Da wird viel zu wenig drauf hingewiesen. Da die Blutungen unter beiden Präparaten doch schon heftig sind bei Verletzungen, ich möchte dann nicht in einen schweren Autounfall verwickelt werden. Bei mir verändern sogar Voltaren und Diclofenac den INR-Wert stark, meine Arzt bestätigte das, er sagte aber, bei jedem Patienten wäre das verschieden. Darum mache die Selbstbestimmung einmal die Woche, halte meinen Wert immer zwischen 2-3 INR.

Hubert B. aus Wiesloch (09.03.2011): Wie so oft, sind sich die Experten in dieser Sache mal wieder nicht einig! Ich habe von den Ärzten unserer Universitätsklinik bei koronarer Herzerkrankung, nach Herz- OP 1986, 3 Bypässe, 6 Stents, nach nun auftretenden Herzrhythmusstörungen, einen 2 Kammer Cardioverter/ Defibrillator implantiert bekommen!
In Kombination wurden nach dem letzten Stent und in Verbindung mit Herzrhythmusstörungen, sowohl 1 x Aspirin 100 Protekt, 1 x Clopidogrel 75 mg und Marcumar 3 mg (1/2 tablette /Tag) verordnet! Clopidogrel wurde nach 6 Monaten wieder abgesetzt! Die Kombination von Aspirin 100 Protect und Marcumar bleibt bestehen!
Offensichtlich wirken beide Medikamente auf ihre Art und ist die Wirkungsweise des einen, nicht mit der Wirkungsweise des anderen Medikaments gleichzusetzen! Irgend welche gesundheitlichen Nachteile haben sich bei der beschriebenen Medikamenten-Kombination bisher nicht ergeben!

Hans D. aus Zürich (09.03.2011): Habe das gleiche Problem und die gleiche Medikation, werde auch meinen Kardiologen fragen, der jedoch nur die Empfehlung eines Herzspezialisten der Uni Zürich wiedergegeben hat. Also Marcumar plus Aspirin Cardio. Ist Cardio mit ASS gleichzusetzen? Der INR-Wert soll um die 2,0 gehalten werden.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Reinhold R. aus Hameln (09.03.2011): Nach Vorhofflimmern und Stent OP Okt. 2010 muss ich u. a. Marcumar, ASS und Clopidogrel 75 mg nehmen.

Thorsten-Michael W. aus Pinneberg (09.03.2011): In der Antwort heißt es, das erhöhte Blutungsrisiko könne bei einem INR Wert zwischen 2 und 3 vermieden werden. Was bedeutet das? Gibt es also kein erhöhtes Risiko bei z.B. Zahnextraktionen, anderen OPs oder größeren Verletzungen?

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

Kavai aus Friedberg (09.03.2011): Perfekte Empfehlung. Man muß erst noch die neuen Präparate wie Pradaxa und Xarelto abwarten, inwieweit sie als Alternative zu Phenprocoumon eingesetzt werden können. Ich selbst (Vorhofflimmerpatient) nahm ASS über 5 Jahre mit dem Ergebnis, daß ein Schlaganfall eingetreten ist. Nehme jetzt Marcumar und fühle mich vor Thrombosen sicher.

Dietrich L. (81 Jahre) aus Berlin (09.03.2011): Mehrere Jahre habe ich ASS 100 protect eingenommen. Nach Vorkammerflimmer-Attacken nehme ich seit 1/2 Jahr Multaq 400 und tägl. 1 Tabl. Marcumar und keine ASS mehr. Der Erfolg war für mich überraschend positiv. Flecainid hatte übrigens nicht geholfen! mfG Dietrich L.

Horst L. (08.03.2011): 2006 ist bei mir zum 1. Mal Vorhofflimmern erkannt worden - mit 2 "Engstellen" in den Herzkranzgefäßen (nicht behandlungswürdig). Seit der Zeit musste ich über Jahre beides nehmen: ASS 100 und Falithrom. Habe oft Hämatome gehabt und vor allem an den Waden und Füßen rot gesprenkelte Haut. Es waren lauter geplatzte Kapillargefäße, was die Ärzte nicht erkannt haben. Erst, nachdem ich Falithrom absetzen durfte, waren diese Erscheinungen vorüber und die Lebensqualität deutlich verbessert. Nach meiner 1. Katheterablation ist es momentan umgekehrt: Kein Ass 100, aber Falithrom.

P. aus Leipheim (08.03.2011): Ich habe Marcumar erst seit 2 Wochen, weil ich wieder mein halbjährlich auftretendes Vorhofflimmern hatte. Godamed mußte ich absetzen, weil nicht so schützend wie Marcumar. Nun habe ich aber schon bei Halsweh etwas Blut im Auswurf gehabt. Es ging wieder weg mit der Erkältung, aber es ist schon beängstigend, wie leicht man jetzt bluten kann.

Gert G. aus Allershausen (08.03.2011): Bei mir ist es umgekehrt. Vorhofflimmern seit Mai 2010. Drug Stent seit Febr. 2011. Ich muß ASS und Marcumar nehmen.

A. F. aus Oldenburg (08.03.2011): Ja, sehr hilfreich und informativ. Ich selber habe einen Stent und muß 3 verschiedene Blutverdünner einnehmen. Marcumar, ASS und Clopidogrel 75mg.

 
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