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Tipps gegen Kreislaufprobleme und andere Hitze-Auswirkungen

Worauf sollten Herzpatienten an sehr heißen Sommertagen achten?

Bislang 12 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)

Hitze Herz Extrem heiße Sommertage können insbesondere für Menschen mit Herzproblemen eine große Herausforderung sein. Nicht selten kommt es zu vermehrter Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bis hin zu Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt daher Menschen mit einer Herzerkrankung, im Sommer ein paar wichtige Tipps zu beachten.

Herzpatienten, die im Sommer unter den höheren Lufttemperaturen leiden, können ihren Kreislauf oft schon mit ein paar einfachen Maßnahmen deutlich entlasten. Hilfreich ist vor allem die simple Empfehlung, ausreichend zu trinken. „Denn beim Schwitzen können schnell einige Liter Flüssigkeit und mit ihr Kochsalz und die Elektrolyte Kalium und Magnesium verloren gehen”, betont Prof. Dr. med. Thomas Wendt vom Kardiocentrum Frankfurt am Main und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung.

Hinweis: Menschen, die wegen einer Herzschwäche normalerweise nicht so viel Flüssigkeit aufnehmen dürfen, sollten an heißen Tagen ebenfalls etwas mehr trinken. Bei Unklarheiten über die korrekte Menge ist mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten. Die Trinkmenge sollte bei Herzkranken zwei Liter pro Tag nicht übersteigen. Wer sich nicht sicher über die richtige Trinkmenge ist, kann sich am Abend wiegen. Die Trinkmenge ist genau richtig, wenn das Körpergewicht unverändert geblieben ist. Wer trotz Flüssigkeitszufuhr abgenommen hat, sollte mit seinem Arzt die Dosierung der Entwässerungsmittel herabsetzen, erklärte der Kardiologe Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Becker von der Deutschen Herzstiftung in einem Medienbericht der dpa.

Bier oder Fruchtsäfte?

Tipp: Erfrischungsgetränke nicht zu kalt trinken, da dies bei manchen Menschen die körpereigene Wärmeproduktion anregen kann.

Bei der Getränkewahl sollte man wissen, dass alkoholische Getränke eine Zusatzbelastung für den Kreislauf sein können. Denn Alkohol kann die Flüssigkeitsausscheidung der Nieren erhöhen und auf diese Weise die Austrocknung des Körpers vorantreiben.

Deutlich besser geeignet sind z. B. leckere Fruchtsäfte, die sich mit Mineralwasser verdünnen lassen. Auch Gemüsebrühen können empfehlenswert sein, um den Kochsalzverlust bei starkem Schwitzen auszugleichen. Dieser Rat gilt allerdings nicht für Menschen, die einen schwer einstellbaren Blutdruck haben und in diesem Zusammenhang eine salzarme Ernährung bevorzugen müssen.

Tipp: An heißen Tagen das Sportprogramm in kühlere Parkanlagen oder Waldabschnitte verlegen, wo sich z. B. schöne Spaziergänge oder Walking-Einheiten anbieten. Auch Fahrradtouren, bei denen der Fahrtwind für Kühlung sorgt, sind zu empfehlen.

Auch im Sommer sollte man nicht auf sportliche Aktivitäten verzichten, die zu den wichtigsten Bausteinen eines gesundheitsfördernden Lebensstils gehören. Allerdings ist es im Hochsommer empfehlenswert, höhere Belastungen auf die kühleren Morgenstunden oder auf den späten Abend zu verschieben, da die pralle Mittagssonne schnell zur Überhitzung des Körpers führen kann.

Mediterrane Küche ideal für warme Tage

Auch die Essgewohnheiten lassen sich im Sommer unkompliziert an die höheren Temperaturen anpassen. Um den Körper an warmen Tagen nicht unnötig zu belasten, bieten sich statt wenigen üppigen Mahlzeiten z. B. viele kleine Portionen an, die sich gut über den Tag verteilen lassen.

Bewährt hat sich im Sommer allen voran die mediterrane Ernährungsweise, die viel frisches Obst und Gemüse beinhaltet und damit auch an heißen Tagen gut verträglich ist. Empfehlenswerte Rezept-Tipps finden Sie regelmäßig in unserem Newsletter oder in gebündelter Form auch im Koch- und Ernährungsbuch der Deutschen Herzstiftung.

Blutdruck-Medikamente im Sommer anpassen?

Besonderheiten gibt es im Sommer auch bei einigen Medikamenten zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für Diuretika z. B. bei einer Herzschwäche oder für Blutdrucksenker bei Bluthochdruckerkrankungen. Teilweise müssen die Dosierungen dieser Medikamente in den Sommermonaten etwas reduziert werden. „Herzkranke Patienten sollten deshalb die Dosierung der verabreichten Medikamente von ihrem behandelnden Arzt überprüfen lassen”, rät Prof. Wendt.

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Bislang 12 Kommentare zu diesem Beitrag

Siegfried W. aus Recklinghausen (04.02.2012): Danke für die Info, interessant wäre es mal zu wissen, welche Regionen in Deutschland am besten geeignet sind für Leute mit einer Herzerkrankung, vielen Dank im voraus.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung

W. aus Salzbergen (27.07.2011): Sehr hilfreich, Herzleistung bei mir 40 % und Hitze nicht gut bei mir.

Else A. aus Hoyerswerda (22.07.2011): Ich war mit meiner Herzsportgruppe gesamt 5 km in Hitze wandern. Es war für mich sehr anstrengend, kenne das auch zu den Sportstunden. Ich habe für mich die Bremse gefunden, wenn es nicht mehr geht, mach ich Pause. Fahre damit ganz gut. Blutdruck und Puls wird vor jeder Sportstunde gemessen. Muß dazu sagen, vor dem Herzinfarkt im letzten Jahr habe ich viele Jahre keinen Sport betrieben.

Sylvia aus Berlin (25.06.2011): Ich habe am 31.5.2011 meinen zweiten Herzinfarkt (der erste war im März versteckt) gehabt. Da ich seit dem total verunsichert bin, war auch wegen einer Panikattacke vor kurzem wieder im KH. Mir wurde gesagt, ich solle nicht über eineinhalb Liter Flüssigkeit trinken. Da haben mir die Angaben hier jetzt doch geholfen. Da ich auch noch Diabetikerin bin, schreit mein Körper, gerade bei Hitzegraden nach Flüssigkeit. Wenn es dann doch an die zwei Liter sein dürfen, bin ich schon beruhigter, denn an die Menge habe ich mich im Laufe des Diabetes gewöhnt. Vielleicht ist in mir auch noch so viel Unsicherheit, da ich mich noch gar nicht mit den Herzinfarkten identifizieren kann. Liebe Grüße Sylvia

Heide Zawallich aus Hamburg (01.02.2011): Ja, sehr informativ. Einige Punkte waren mir bekannt, wurden aber durch den Beitrag gefestigt. Andere waren nicht so bekannt und runden nunmehr mein Wissen ab. Danke

Renate M. aus Pforzheim (13.08.2010): Die Informationen fand ich sehr interessant, da ich selber an Herzmuskelschwäche leide und es mir in der heißen Zeit gar nicht gut ging.

Edith G. aus Goldbach (07.08.2010): Durch die Informationen der Deutschen Herzstiftung hat sich meine Lebensqualität erheblich verbessert. Gerade auch die Informationen bezüglich der Sommermonate sind wieder sehr hilfreich und bestätigt mich in der Fortsetzung meines angepassten Lebensstils mit einer Herzerkrankung.

Renate M. aus Lohfelden (04.08.2010): Da ich seit März erst von meiner Herzinsuffizienz weiß und ich nur aus dem Internet gelesen habe, dass man nicht so viel trinken darf (Info vom Arzt habe ich nicht), war ich mir ziemlich unsicher, ob ich bei dieser Hitze mehr trinken durfte oder nicht... Deshalb finde ich diesen Hinweis hier sehr informativ... so wie alle anderen auch.

Martin Hasselbring aus Seevetal (03.08.2010): Ja, die Information ist nützlich, aber auch hier wie bei allen anderen Ratschlägen mit entsprechendem Hinweis: Der Hinweis auf die Abstimmung mit dem behandelnden Arzt ist für Kassenpatienten wenig hilfreich, die Wartezeit bei den niedergelassenen Kardiologen beträgt in der Regel drei bis vier Wochen.

Christine de Garcia aus Freiburg im Breisgau (02.08.2010): Als Herzpatientin kann ich sagen, dass die o. g. Info sehr wichtig ist! Vielleicht noch ein kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung: sich der Hitze anpassen d. h. nachgeben und viel Ruhemomente einplanen, kaum körperliche Belastung. Das fällt in unserer schnelllebigen Zeit gar nicht so leicht, wirkt aber wahre Wunder.

Werner aus Saarwellingen (02.08.2010): Heiße Sommertage. Habe das alles mitgemacht wie oben beschrieben.

Roswitha Richardt aus Buseck-0ppenrod (02.08.2010): Als Herz- und Schrittmacherpatientin und Betreuerin der Herzselbsthilfegruppe Gießen und weites Umland, finde ich o. g. Information äußerst hilfreich vor allem für Patienten, die nicht so informiert sind. Es ist immer wieder wichtig sich aufs Neue zu informieren.

 
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