Bluthochdruck
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Bluthochdruck
Aktuelle Frage aus der Online-Sprechstunde
„Stimmt es, dass Rote Bete-Saft den Blutdruck senkt?“
Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung
„Muss ich an heißen Sommertagen meine Blutdruck-Medikamente reduzieren?”
Bislang 10 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)
Wärme führt zur Erweiterung von Blutgefäßen und kann auf diese Weise den Blutdruck senken. Ist es daher sinnvoll an heißen Sommertagen weniger Blutdruck-Medikamente einzunehmen? Hier die Antwort aus unserer medizinischen Sprechstunde.
Frage: „Ich nehme Bisoprolol 5 und Blopress 8 ein und habe damit normalerweise einen Blutdruck von 140/90 mmHg. Im Sommer habe ich nun bei Temperaturen um 30 °C festgestellt, dass mein Blutdruck auf etwa 110/80 mmHg gesunken war. Wie soll ich mich verhalten? Soll ich an heißen Tagen die Dosis der Blutdruckmedikamente reduzieren?”
Meret C., Zweibrücken
Die Experten-Antwort:
Wie Sie richtig beobachtet haben, kann die Wirkung von Blutdrucksenkern bei hohen Außentemperaturen verstärkt werden. Denn unter Wärme ist es möglich, dass der Blutdruck durch Erweiterung der Blutgefäße absinkt, was je nach Ausmaß der Blutdruckreduktion zu Schwindel und Schwäche führen kann.
Unter bestimmten Umständen – z. B. bei einem längeren Aufenthalt in den Tropen – kann es dann durchaus richtig sein, wegen der Hitze weniger blutdrucksenkende Medikamente einzunehmen bzw. die Dosis einzelner Medikamente zu reduzieren, wenn man feststellt, dass der systolische Blutdruck auf oder unter 110 mmHg absinkt.
Hitze nur über wenige Tage?
Anders sieht es allerdings aus, wenn sich die Hitze nur für wenige Tage einstellt, wie es in unseren Breiten meist der Fall ist. Dann ist eine Dosisreduktion im Allgemeinen nicht sinnvoll, da sonst der Blutdruck beim nächsten Temperaturrückgang schnell über die ursprünglichen Werte hinaus ansteigt.
Blutdruck täglich kontrollieren
Es ist aber sicher richtig, auch in einer nur kurzen Hitzeperiode den Blutdruck täglich zu kontrollieren und bei systolischen Blutdruckwerten von oder unter 110 mmHg, die mit Schlappheit oder Schwindel einhergehen, die Dosis der Medikamente zu reduzieren. In Ihrem Fall würde ich dann allerdings nicht sofort alle blutdrucksenkenden Medikamente reduzieren, sondern zunächst nur die Dosis von einem der beiden Medikamente, wobei sich für solche Änderungen immer eine Rücksprache mit dem jeweils behandelnden Arzt empfiehlt. Außerdem sollten im Anschluss regelmäßig tägliche Kontrollen des Blutdrucks erfolgen, um die Auswirkungen der Dosis-Veränderungen genau im Blick zu haben.
Autor: Prof. Dr. med. Dieter Klaus ist Herzspezialist und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu seinen medizinischen Schwerpunkten zählt u. a. das Thema Bluthochdruck und Herzerkrankungen.
(Redaktion: ebe)
Bislang 10 Kommentare zu diesem Beitrag
JS aus Berlin (12.05.2011): Danke für den Hinweis. Warum erklärt mir das mein Kardiologe nicht, wenn er weiß, dass ich demnächst nach Ibiza reise und erst neu in der Thematik bin?
Alfred B. aus Kemberg (28.02.2011): Ja, das war konkret und deshalb hilfreich.
Charlotte J. aus Frankfurt a. Main (25.09.2010): Ich habe in diesem Sommer rein gefühlsmäßig bei Blutdruckwerten von 110 oder 120 zu 54 alle Medikamente abgesetzt. Dies hielt ungefähr 3 Monate an und war dann sehr überrascht, als es kühler wurde und der Blutdruck stieg ziemlich schnell wieder an. Heute weiß ich, dass man das nicht machen darf. Herzlichen Gruß Charlotte J., Frankfurt.
Renate M. aus Pforzheim (13.08.2010): Die Informationen fand ich sehr interessant, da es mir auch in der heißen Zeit ziemlich schwindlig war. Einmal bekam ich über Nacht auch Wasser und hatte hohe Blutdruck- u. Pulswerte. Habe aber Gott sei dank eine tolle Kardiologin, bei der ich sofort ohne Termin kommen konnte.
Helmut Clas (07.08.2010): Der Blutdruck sollte grundsätzlich über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, um zu einer richtigen Beurteilung zu kommen. Sporadische Abweichungen können durch nichtjustierte Messgeräte entstehen...
Franz M. aus Haar-Gronsdorf (04.08.2010): Ich kann dem nicht zustimmen. Mein Blutdruck morgens 165/80, nachmittags 140/75. Erhielt am 23.04.09 3 Bypässe, trotz Nichtraucher, Nichttrinker Mittelmeerkost und 3 Mal die Woche 5 KM Joggen (74 J.), Cholesterin in den letzten 20 J. immer unter 200 mg. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?
Gerhard S. aus Obernzell (03.08.2010): Das bestätigt meine Erfahrungen bei 2 Monaten Aufenthalt auf den Philippinen. Tägliche Messungen morgens und abends. Ramipril 10 mg auf 5 mg.
Angela L aus München (02.08.2010): Sehr geehrte Damen und Herren, den Beitrag fand ich ausgezeichnet. Da ich sehr gute Freunde habe und zwei davon Mediziner sind - einer Orthopäde und mein Jugendfreund Neurologe und Psychiater, habe ich für meine Probleme immer eine explizite Hilfe. Der Orthopäde ist mir wegen einer Humerus majus Abrissfraktur der linken Schulter eine Hilfe und mein Jugendfreund (war Ltd. Oberarzt f. Neurologie und Psychiatrie -jetzt pensioniert) ist für meine Blutdruckprobleme eine große Hilfe. Ich bekam im Febr. 2008 einen Koronarstent (Drug eluting Stent) in der rechten Herzarterie und musste 1 Jahr lang Plavix 75 mg und ASS 100 einnehmen, danach nur noch ASS. Bin bei Prof. Dr. Schömig in Behandlung. Für den Blutdruck nehme ich Concor 1,25 mg 1 - 0 - 0 und Diovan 80 1/2 - 0 - 0. Ein bisschen kenne ich mich in der Medizin aus. Ich war selber MTA an der TUM Klinikum rechts der Isar im Forschungslabor und später beim Prof. Dr. med. Peter Maurer, Sohn vom Prof. Dr. Georg Maurer bei dem ich auch schon in den 70ger Jahren gearbeitet habe. Zudem war ich 25 Jahre mit einem Gynäkologen verheiratet. Vielen herzlichen Dank für den guten Beitrag!
Christa K. aus Frankenthal (02.08.2010): Ja, finde ich sehr gut. Habe hochgradige Herzmuskelschwäche.
E. Bartz aus Burgthann (02.08.2010): Wenn ich bei Hitze längere Zeit unterwegs bin, reduziere ich um eine halbe Tablette z. B. bei Beloc zok mite. Die Tab. sind auch ganz einfach zu teilen, aber wie gesagt nur, wenn ich lange unterwegs bin und es alles ein bisschen zu anstrengend wird.



