Herzstiftungs-Sprechstunde zu Marcumar

„Häufige Blutkontrollen beim Arzt sind für mich schwierig. Soll ich daher auf einen der neuen Gerinnungshemmer wechseln?“

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Marcumar Blutkontrollen beim Arzt
Marcumar: Regelmäßige Blutkontrollen beim Arzt können schwierig sein.

Um nicht ständig die Gerinnung kontrollieren zu müssen, wollen mittlerweile viele Menschen auf einen der neuen Gerinnungshemmer umsteigen. Ob ein solcher Wechsel grundsätzlich in Frage kommt, hängt dabei nicht zuletzt von der Erkrankung ab, wegen der die Gerinnung gehemmt werden muss. Hinweis: Ist ein Umstieg nicht zu empfehlen, gibt es gute Möglichkeiten, die regelmäßigen Kontrollen beim Arzt deutlich zu reduzieren, wie Sie dieser Sprechstunden-Antwort entnehmen können.

Die Sprechstunden-Frage im Wortlaut: "Im Jahre 2007 wurde ich am Herzen operiert. Ich erhielt einen Bypass sowie einen biologischen Aortenklappenersatz. Seither sind immer wieder Episoden von Vorhofflimmern aufgetreten. Deswegen wurde mir, um Schlaganfällen vorzubeugen, Marcumar verordnet. Weil ich meine krebskranke Frau zu Hause pflege, kann ich nicht so oft zur Blutkontrolle fahren. Deshalb erhielt ich vom Kardiologen die Empfehlung, auf einen der neuen Gerinnungshemmer Pradaxa, Xarelto oder Eliquis umzusteigen. Welcher der neuen Gerinnungshemmer ist in meinem Fall angeraten?" (Alexander H., Flensburg)

Die Experten-Antwort:

Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf
Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf

Bei diesem Thema ist es wichtig zu wissen, dass keiner der neuen Gerinnungshemmer bisher bei Patienten mit biologischen oder mechanischen Herzklappen zugelassen ist.

Hinsichtlich der Studienlage sei erwähnt, dass bei Patienten mit mechanischen Herzklappen eine Untersuchung existiert, die vorzeitig wegen der großen Zahl der Komplikationen abgebrochen werden musste. Bei Patienten mit biologischen Herzklappen gibt es dagegen noch keine entsprechenden Studien.

Fazit: Aufgrund der Studienlage kann bei Menschen wie Ihnen mit biologischer Herzklappe keine Empfehlung für einen der neuen Gerinnungshemmer ausgesprochen werden. In Ihrem Fall ist der Wirkstoff Phenprocoumon, der in Deutschland z. B. unter dem Namen Marcumar, Phenprogamma oder Falithrom vertrieben wird, als das sicherste Medikament anzusehen.

Um Ihrer schwierigen Situation Rechnung zu tragen, dass Sie aufgrund der Pflege Ihrer krebskranken Frau nicht regelmäßig zur INR-Kontrolle zu Ihrem Arzt fahren können, ist Ihnen dringend zu raten, die Selbsttestung der Gerinnung im Rahmen eines Schulungskurses zu erlernen, denn dann können Sie den INR-Wert regelmäßig selbst zu Hause kontrollieren.

Mit Selbsttestung besserer Schutz vor Schlaganfällen

Es hat sich gezeigt, dass Patienten, die die Selbsttestung nach einem Schulungskurs durchführen, sehr gut eingestellte INR-Werte haben und damit auch einen größeren Schutz vor Schlaganfällen. Dies sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen, denn Sie benötigen dafür das Einverständnis des Hausarztes, auch zur Vorlage bei der Krankenkasse wegen der Kostenübernahme. Die Herzstiftung kann Ihnen zudem Einrichtungen in Ihrer Nähe nennen, wo Sie an einem solchen Schulungskurs teilnehmen können. (Bitte schreiben Sie dafür einfach eine formlose E-Mail mit dem Betreff "Schulungskurse" an: bestellung@herzstiftung.de)

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Ratgeber zum Thema GerinnungTipp: Wichtige Fragen, die in der Vergangenheit in der Herzstiftungs-Sprechstunde zum Thema Gerinnungshemmung gestellt wurden, sind in dem 48-seitigen Herzstiftungs-Ratgeber ➞ Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern als mehrseitige Rubrik zusammengestellt. Beantwortet wird darin von verschiedenen Herzexperten z. B.:

  • Welche Schmerzmittel sind bei Marcumar-Einnahme ratsam?
  • Statt Medikamente: Gerinnung auf natürliche Weise hemmen?
  • Grippe-Impfung: Was bei Gerinnungshemmer-Einnahme beachten?
  • INR-Selbstbestimmung: Blut aus Finger oder Vene abnehmen?
  • Welche Ernährung ist unter Marcumar zu empfehlen?
  • Vorhofflimmern bei gleichzeitiger KHK: ASS-Tabletten weglassen?
  • Für wen sind die neuen Gerinnungshemmer zu empfehlen?
  • Marcumar: Sind 1 ½ Tabletten pro Tag zu viel?
Hinweis: Als Mitglied können Sie sich die mehrseitige Sprechstunden-Rubrik mit allen Experten-Antworten auch ➞ hier als PDF kostenfrei herunterladen.

Diese Sprechstunden-Frage hat beantwortet: Dr. med. Christa Gohlke-Bärwolf, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Zu den klinischen Spezialgebieten der Herzexpertin zählt u. a. die Antikoagulation bzw. Gerinnungshemmung bei Herzpatienten.

(Redaktion: Dr. med. Karl Eberius)

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Bislang 38 Kommentare zu dieser Sprechstunde

Wilma aus Umkirch (12.05.2016): Mache seit 2010/10 Selbstmessung, komme sehr gut zurecht. Bin unabhängig. (mech. Herzklappe u. Conduit).

Klaus-D. W. aus Gedern (11.05.2016): Sehr informativ!

Jan K. aus Berlin (01.05.2016): Und wie ist es, wenn ich keinen Klappenersatz hatte? Ich bekomme Marcumar nach dem Einsetzen einen Stents.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

H. K. aus Hamburg (26.04.2016): Mein Kardiologe hat mir Marcumar verschrieben, aber meine praktische Ärztin will die Teststreifen nicht aufschreiben, weil das nur der Kardiologe machen kann. Sie meint, dass ich mein Gerät zum Messen des INR wegwerfen soll. Sie würde dann alle 6 Wochen messen lassen?

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Hans-J. C. (25.04.2016): Ich bin vor 14 Jahren "marcumarisiert" worden und messe seitdem meinen INR-Wert selbst. Das hat unbedingte Vorteile: 1. Der "Schulungskurs" ist sehr einfach. 2. Die Messungen zu Hause werden nach ganz kurzer Gewöhnungszeit zu problemloser Routine. 3. Man kann die Intervalle zwischen den Messungen selbst bestimmen, hat dadurch eine engmaschige Kontrolle und erspart sich praktisch dadurch häufige Arztbesuche. 4. Außerdem kann man bei Selbstmessung schneller und besser auf eventuell auftretende Abweichungen des INR-Wertes, wie er zum Beispiel nahrungsbedingt auftreten kann, reagieren. Dadurch ist man relativ frei in der Auswahl der Nahrungsmittel. Fazit: Selbstmessung ist unbedingt zu empfehlen.

Kerstin A. aus Idstein (23.04.2016): Ich bin selbst Sick-Sinus-Patientin (Implantation Biotronik DR-T vor 2 J.) u. möchte gerne wissen, ob es aufgrund dieses "Fremdkörpers" nicht ratsam wäre, ebenfalls Blutverdünner (zur Vorbeugung) einzunehmen? Mein Kardiologe verneinte dies kürzlich. Mit freundlichen Grüßen, Kerstin A.

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Herta S. aus Bodenwöhr (19.04.2016): Ich nehme seit ca. 15 Jahren wegen Vorhofflimmern Marcumar. Da ich sehr schlechte Venen habe, wurde mir empfohlen die Blutgerinnung selbst zu messen. Seit 14 Jahren messe ich nun meine Werte und bestimme selbst, wie viel Marcumar ich nehme. Ich bin immer gut im Soll und mein Kardiologe ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Ich kann die Selbstmessung nur empfehlen.

Reiner S. aus Fürstenfeldbruck (18.04.2016): Informativ und lehrreich.

Hermann S. aus Zürich (18.04.2016): Wie oft muss die Blutkontrolle gemacht werden? Bei mir wird in Intervallen von etwa 4 Wochen gemessen.

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Achim F. aus Frankfurt am Main (18.04.2016): Nach meiner ersten Elektrokardioversion 2003 (es folgten wegen KHK und VHF noch viele weitere sowie auch noch 4 Ablationen) habe ich mit der Einnahme von Marcumar begonnen. Schon kurze Zeit später habe ich mit der Selbsttestung angefangen. Nach der sehr interessanten Schulung, kann ich dieses Verfahren nur wärmstens empfehlen. Wie schon Vorkommentatorinnen bemerkten, gewinnt man damit eine enorme Lebensqualität, gerade auch in Urlaubszeiten. Da ich keinerlei Probleme mit Marcumar habe, sehe ich keinen Grund, das Medikament zu tauschen.

Karin B. aus Wesseling (17.04.2016): Ich kann mich der Empfehlung zur Selbsttestung des INR nur anschließen! 2013 hatte ich meine zweite doppelseitige Lungenembolie nach einer tiefen Venenthrombose (werde dieses Jahr 50) und muss seitdem Phenprogramma nach INR einnehmen. Zum Glück habe ich gleich in der Klinik die Empfehlung zur Selbsttestung bekommen, die auch mein Hausarzt gleich unterstützt hat. Nach erfolgreicher Schulung (die auch die Krankenkasse zum großen Teil übernommen hat), messe ich seitdem selbst. Was bei mir ein Glück ist, denn zum einen habe ich sehr schlechte Venen (Blutabnahme ist bei mir immer sehr schwierig) und zum anderen bin ich berufstätig, so dass ich schon aus Zeitgründen nicht immer so häufig zur Bestimmung des INR zum Arzt könnte. Zudem ist meiner Meinung auch die Selbstbestimmung viel genauer, da ich hier die Dosierung viel besser dem jeweiligen Wert anpassen kann. Wenn man diese Gründe seinem Arzt nennt, sollte dieser die Selbstbestimmung auch unterstützen, so dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Bodo (17.04.2016): Die Informationen waren sehr hilfreich u.a., da bei mir ein Eingriff wegen Vorhofflimmern mit Hilfe der Kathetertechnik geplant ist.

Uwe Heinz E. aus Penzberg (17.04.2016): Ich führe die Selbst-Testung seit einiger Zeit selbst durch und bin damit sehr zufrieden, weil ich mich im 8-tägigen Zyklus messen kann. Ist sehr einfach zu handhaben.

Viktor S. aus Hainburg/D., Österreich (17.04.2016): Wann darf der biologische Gerinnungshemmer "Nattokinase" genommen werden?

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Ohne Namen (17.04.2016): Die Selbsttestung ist die beste Möglichkeit sich den Alltag zu erleichtern, da die Arztkontrollen wegfallen. Die Schulungskurse sind sehr gut organisiert. Man hat bei der Selbsttestung einfach ein gutes Gefühl, dass der zu erreichende INR-Wert passt.

Joachim W. aus Löhne (17.04.2016): Da ich seit 20.11.15 Marcumar nehmen soll, bin ich für jeden Hinweis dankbar. Ich weiß, dass die Möglichkeit besteht den INR Wert selbst zu ermitteln. Jedoch hat meine Kasse bzw. der MDK noch keine Kostenzusage erteilt.

Meinfried B. (17.04.2016): Als Ex-Marcumarpatient 1,5 mg x6 und 1x0 dauerte es 9 Tage, bis ich auf einem Quick von 50 war und alle 4-6 Wochen Labor. Heute nehme ich Eliquis, welches bei der Gerinnung deutlich besser ist. Dass hier die Erfahrungen bei anderen Problemstellungen noch sehr mangelhaft sind, hat mich schon etwas erschreckt.

Margret J. aus Usingen (17.04.2016): Arbeite seit mehr als 10 Jahren mit Selbstkontrolle bezügl. INR und bin immer gut eingestellt, wie gelegentliche Kontrollen beim Hausarzt beweisen. Brauche Marcumar wg. Vorhofflimmerns und möchte weder darauf noch auf Selbstkontrolle verzichten.

Thomas U. aus Unna (17.04.2016): Seit 16 Jahren nehme ich Marcumar ein. Mit den Jahren hat sich eine gewisse Resistenz eingestellt: Anfänglich waren es 7 x 3 mg. Jetzt bin ich bei 11 x 3 mg pro Woche. Mein Kardiologe berichtete sogar von einem Fall, bei dem der Patient 14 x 3 mg Marcumar einnehmen musste. Marcumar soll ja eine 68%ige Sicherheit geben vor einem Schlaganfall geschützt zu sein, wohingegen Aspirin Protect nur eine Sicherheit von 28 % geben soll, habe ich gelesen. Bei kleinen Verletzungen hilft mir immer ein Pflaster als "Druckverband". Meine Leberwerte sind deutlich erhöht (76 - 100 IU/l). Im Ultraschall waren die Leber und die Gallengänge unauffällig. Seit mehr als 10 Jahren verzichte ich auf Alkohol und konsumiere nur 1/3 der früheren Speisenmenge. Ich bin mir nicht sicher, ob das mit dem Marcumar oder der Einnahme von Metformin (2 x 1000 mg/Tag) zusammenhängt und ob Mariendistel helfen kann. Ich messe den INR selbst, weil ich Angst habe, dass es bei Ärzten zu Fehlmessungen kommt, wie bereits geschehen. 7 Elektroschocks und 1 Ablation waren bei mir erfolglos. Mein Kardiologe wollte meinen Verdacht, dass mein Vorhofflattern in Vorhofflimmern übergegangen ist, bei bestehendem Reizdarmsyndrom, nicht bestätigen. Bei Vorhofflimmern hätte im Bereich der Lungenvene verödet werden müssen (s. Bericht Prof. Meinertz über seine Eingriffe in Bordeaux). Die für Vorhofflattern vorgesehene Verödung im rechten Vorhof war nach 4 Tagen wirkungslos. Leider hat der Operateur mein Reizdarmsyndrom vorab nicht behandeln wollen.

Reiner J. aus Schwarzenborn (17.04.2016): Seit meinem Aortenklappenersatz (mechanisch) im August 2009 im HKZ Rotenburg/Fulda - sehr zu empfehlen -, benutze ich zur Selbstbestimmung des INR den Inratio2 und die Teststreifen von Alere in der 48er Packung. Ich messe aufgrund von teilweise großen Schwankungen den Wert an jedem Sonntag und stelle daraufhin die jeweilige Tagesdosis für die kommende Woche ein. Diese Werte dokumentiere ich in einer von mir entworfenen Tabelle in Excel, und drucke sie für meine Hausärztin einmal im Quartal aus. Zum Vergleich lasse ich den INR auch einmal im Quartal durch eine Blutabnahme beim Arzt feststellen. Läuft bestens. Hinzuweisen ist darauf, dass Alere keine Garantie mehr für die Richtigkeit der Werte gibt und in 2014 einen riesen Aufriss damit veranstaltet hat - für mich unverständlich. Der Wert aus dem Fingerblut und dem Venösen liegt, gem. meiner Schulung für dieses Gerät, bei einem zu vernachlässigten Wert, m. E., von max. 0,2. Eine vierteljährliche Untersuchung durch einen Arzt/Labor ist nach meiner Erfahrung in Verbindung mit der Selbstbestimmung mehr als ausreichend, halbjährlich reicht auch aus. Ich muss halt vierteljährlich zum Aderlass und lasse den INR dann halt auch mitbestimmen. Nach einer OP muss man die Dosis natürlich erst wieder langsam anpassen. Dies geschieht zur Sicherheit in dem man gleichzeitig ein Thrombosemittel spritzt und tägl. Messung mit dem Inratio2 durchführt. Für mich persönlich kann ich nach 7 Jahren nur sagen, dass die Selbstbestimmung eine tolle Sache ist. Mein Baujahr ist 1954. Therapeutischer Bereich 2 - 3.

Jacques G. aus Bickenbach (17.04.2016): Auf mein Verlangen hat mein Arzt Assistentinnen für den INR Schnelltest ausbilden lassen, statt Blutentnahme, ein Picks im Finger spart dem Arzt Zeit und schont das Krankenkassenbudget.

Brigitte M. aus Berlin (17.04.2016): Ich bekam vom Kardiologen wegen Vorhofflimmern Marcumar verordnet. Nach der Einstellung vom Hausarzt durfte ich dort an einer Schulung teilnehmen. Nach dieser bekam ich das Gerät CoaguChek, welches die Krankenkasse bezahlte, verordnet. Seit dem messe ich den INR-Wert selber und bin sehr zufrieden. Es macht richtig Spaß und schont die Venen. Komme gut damit zu recht. Den Selbsttest mache ich jeden Montag. Es ist schön, nicht immer zum Blutabnehmen den Arzt aufzusuchen. Man sollte allerdings alle 6 Monate eine Blutuntersuchung machen lassen, auf Anraten des Hausarztes.

V. aus Friedberg (17.04.2016): Habe früher Phenprocoumon verwendet, nehme aber seit längerem Apixaban und habe eine gute Verträglichkeit. Aber bitte keine Kombination mit ASS, das wäre des Guten zuviel. ASS ja, aber nicht bei VHF. „Das Bessere ist des Guten Feind.“

Horst K. aus Büttelborn (17.04.2016): Nehme seit 2011 Marcumar und bin INR-Selbstbestimmer. Komme damit sehr gut zurecht, da ich meine Dosierung selbst regele. Bin damals sehr gut eingestellt worden. Es gibt nicht viel Bewegung in meiner Toleranzzone. Gebe aber Regelmäßig meine Werte bei der Herzkontrolle ab.

Ohne Namen (17.04.2016): Mir wurde beim Krankenhaus bereits offeriert, dass ich mein Blut selbst messen soll. Bei der anschließenden Reha war wegen Ferien genauso wie im Krankenhaus kein Termin zur Schulung wegen Urlaub. Später habe ich die Schulung beim Kardiologen verwirklicht. Die Schulung war praxisnah. Ich messe jetzt seit 5 Jahren selbst. Mein Arzt hat mir das Rezept ausgestellt und ich musste es von der Kasse vorher genehmigen lassen. Die laufenden Kosten trägt die Krankenkasse auch. Alternative Tabletten sind riskanter, da lt. Arzt nur bei der Messung eine genauere Überwachung möglich ist.

Angelika S. aus Warendorf (17.04.2016): Ich habe Vorhofflimmern und trage einen Schrittmacher. Seit 2010 nehme ich Marcumar. Die Blutkontrollen waren auch ein zeitliches Problem für mich, da ich noch voll berufstätig bin. In einer Zeitschrift habe ich dann von der Möglichkeit der Selbstkontrolle gelesen. Mein Hausarzt hat mir die Adresse gegeben, wo diese Schulungen durchgeführt werden. Seit 2011 kontrolliere ich meinen INR-Wert selbst. Die Selbstkontrolle hat mir Sicherheit im Umgang mit Marcumar gegeben und auch ein Stück Lebensqualität zurückgebracht. Urlaub, kleine operative Eingriffe (z. B. beim Zahnarzt) etc. sind Dank der Selbstkontrolle kein Problem. Meine Krankenkasse (AOK) hat die Kosten für die Schulung übernommen. Außerdem wurde bzw. werden mir von meiner Krankenkasse das Testgerät, die Teststreifen und die Stechhilfen kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich vertrage Marcumar sehr gut und werde demzufolge nicht auf einen anderen Gerinnungshemmer umsteigen. Ich kann die Selbstkontrolle des INR-Wertes jedem empfehlen.

Sigrid P. aus Hannover (17.04.2016): wichtig zu wissen, in Spanien ist kein Marcumar erhältlich, Bevorratung ist dringend angezeigt, im schlimmsten Fall ist ein Urlaubsabbruch angesagt.

Peter K. aus Krefeld (17.04.2016): So genau war ich bisher nicht über die Hintergründe bei Gerinnungshemmern informiert.

Heiner S. aus Bremerhaven (17.04.2016): Ich nehme Marcumar seit 20 Jahren (künstliche Aortenklappe) im Selbsttest (einmal jährlich Arztkontrolle). Bei wöchentlichen Kontrollen, manchmal auch öfter, kann ich sofort auf Veränderungen reagieren. Für mich ist nur nicht erklärbar, warum dieses wichtige Medikament trotz Zuzahlungsbefreiung seit einigen Monaten mit zusätzlich über 5,00 Euro bezahlt werden muss.

Angelika S. aus Bremen (17.04.2016): Ich teste selbst und das klappt gut, aber ich lese trotzdem, was Sie schreiben, man lernt nie aus z.B. bezüglich Ernährung und Marcumar oder auch anderer Medikamente.

Gerd W. aus Berlin (17.04.2016): Messe meine Gerinnungswerte (INR) seit 2 Jahren mit dem Alere INRatio 2 selbst, und bin damit durchgehend im therapeutischen Idealbereich.

Hartmut G. aus Wachtberg (16.04.2016): Ich habe seit 16 Jahren Vorhofflimmern und nehme Marcumar in Abhängigkeit vom Ergebnis des wöchentlichen Selbsttests ein. Den Selbsttest führe ich nach einer kurzen Schulung ohne Probleme von Beginn an durch. Ich hatte das Glück, dass mein behandelnder Kardiologe mir die Selbstbestimmung uneigennützig von Anfang an sofort empfohlen hatte. Durch den Selbsttest erreiche ich eine hohe Genauigkeit in meinem therapeutischen Bereich (INR 2 bis 3) und bin von Arztbesuchen zwecks Gerinnungstest unabhängig. Ich würde mich niemals auf Xarelto etc. (auch aus Kostengründen) umstellen lassen.

Silke G. aus Eckernförde (16.04.2016): Ich (weibl., 49 Jahre jung) nehme Marcumar seit 4 Jahren, da ich eine Genmutation habe (Faktor-V-Leiden) und nach einer Aneurysma-OP und einem Hörsturz eine tiefe Beinvenenthrombose hatte. Da meine Gefäße nicht die besten sind und sehr tief liegen, waren Blutabnahmen immer ein Angang und nicht selten war ich hinterher zerstochen (4 Anläufe an 4 verschiedenen Stellen). Das hat zusätzlich dann auch immer sehr viel Zeit erfordert, die ich als berufstätige und alleinerziehende Mutter nicht wirklich hatte. Seit 1 Jahr nun bestimme ich meinen INR selbst einmal die Woche (statt zuvor nur alle 4 bis 6 Wochen). So kann ich auf Schwankungen viel besser reagieren und fühle mich auch viel sicherer, da mein INR zu jeder Zeit im Rahmen der empfohlenen Bandbreite liegt. Ich kann es jedem nur empfehlen, seinen INR selbst zu bestimmen! Ein Umstieg auf die neue Generation Gerinnungshemmer kommt für mich nicht in Frage, da bei diesen Wirkstoffen meines Wissens noch keine Erfahrungen nach Langzeiteinnahme vorliegen.

Gunda T. (82 Jahre) aus Kiel (16.04.2016): Ich bin seit einigen Wochen auf Lixiana umgestiegen. Es ist ja eine Erholung nicht immer zum Quick-Test zu müssen. Ich hatte nach einem Herzinfarkt 2009 Vorhofflimmern und bekam Marcumar. Bis jetzt habe ich keine negativen Begleiterscheinungen bei der Einnahme mit dem neuen Präparat. Es geht mir gut.

Christine B. aus Blankenheim (16.04.2016): Ich kann nur jedem empfehlen die Selbsttestung bei Einnahme von Gerinnungshemmern durchzuführen. Das ist meine Art von Freiheit, auch bei längeren Urlaubsreisen unabhängig zu sein.

Gabi G. aus Neuhaus/Peg. (16.04.2016): Vor Jahren hatte ich Marcumar wegen einer Thrombose eingenommen und sehr gut vertragen, auch keine stärkeren oder längeren Regelblutungen gehabt. Allerdings musste ich damals zur wöchentlichen Blutentnahme wegen der Dosierungseinstellung. 2014 erhielt ich Xarelto aufgrund einer Pulmonalvenenisolation. Ich hatte während dieser Zeit Symptome wie bei einer Herzschwäche (Atemnot bei der geringsten Belastung, Spaziergänge waren nicht möglich (!!!) und die Treppe zu meiner Wohnung kam ich nur mit zweimaliger Atempause hoch). Das merkte ich erst, als ich das Mittel 3 Monate nach dem Eingriff am Herzen absetzen konnte, aber ich werde Xarelto definitiv nie wieder nehmen!!! Lieber gehe ich wöchentlich zum ärztlichen Labor ...

Volker B. aus Alsenz (16.04.2016): Ich nehme nach einem mechanischen Aortenklappenersatz bereits seit 18 Jahren Marcumar und teste mich auch selbst. Dies ist relativ problemlos. Manchmal habe ich auch schon überlegt, auf die neuen Gerinnungshemmer umzustellen. Es war für mich sehr hilfreich zu erfahren, dass die neuen Gerinnungshemmer bei Patienten mit mechanischen Herzklappen noch nicht getestet und deshalb auch nicht zu empfehlen sind.

Almuth J. (Mitglied der Herzstiftung seit 1996) aus Dortmund (16.04.2016): Ich habe 2003 bei einer 2. Herzklappen-OP (Aortenklappe) eine Bioklappe bekommen, mit der ich bis heute (86 Jahre alt) zufrieden bin. Ich habe anfangs Iscover genommen und bin auf Ärzterat hin, auf Xarelto umgestiegen. Es geht mir gut.

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