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Herzrhythmusstörungen
Wichtige Infos für Betroffene
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Herzschrittmacher austauschen „Wie gefährlich ist der Eingriff?“
Empfehlung
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Sprechstunde zu „Herzschrittmacher austauschen“
Herzschrittmacher austauschen: „Wie gefährlich ist der Eingriff?“
Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)
Ist das Austauschen eines Herzschrittmachers gefährlich? Um dieses Thema drehte sich kürzlich eine interessante Frage in der Herzstiftungs-Sprechstunde. Hier die Antwort, die wir neben zahlreichen anderen Experten-Antworten zu Herzerkrankungen bereits in HERZ HEUTE 1/2012 abgedruckt hatten.
Die Frage: „Meine Mutter (93-jährig) ist Herzschrittmacher-Trägerin. Bei ihr steht in Kürze ein Wechsel des Herzschrittmachers an. Werden bei dem Wechsel auch die Elektroden, welche zum Herzen führen, ausgetauscht? Wenn ja, wie werden sie gelöst? Wir als Laien stellen uns vor, dass diese Elektroden nach sechs Jahren doch schon eingewachsen sind. Wie belastend und risikoreich ist dieser Eingriff für einen älteren Menschen? Gibt es Alternativen? Wie lange wird der Krankenhausaufenthalt sein?“ (Anne-Maria A., Bad Wörishofen)
Die Experten-Antwort:
Bei einem Wechsel des Schrittmachers wird nur das Schrittmachergerät ausgetauscht, die Elektroden, die zum Herzen führen, können belassen werden.
Im Rahmen dieser Operation werden die Elektroden vom alten Schrittmachergerät gelöst. Das neue Schrittmachergerät wird mit den bisherigen Elektroden verbunden. Da in den allermeisten Fällen keine Veränderung an den Elektroden erforderlich ist, stellt dies nur einen relativ kleinen Eingriff dar.
In den meisten Fällen ist ein Krankenhausaufenthalt von etwa zwei Tagen ausreichend. Auch für einen älteren Menschen stellt ein Herzschrittmacher-Wechsel keinen sehr belastenden Eingriff dar.
In den seltenen Fällen, in denen es zu einem Defekt der Elektroden gekommen ist, werden in der Regel neue Elektroden eingesetzt und die alten Elektroden belassen, da das Lösen eingewachsener Elektroden, wie Sie richtig anmerken, meist einen größeren Eingriff darstellt. Eine Entfernung alter Elektroden ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn eine Infektion im Bereich dieser Elektroden besteht.
Wenn Sie regelmäßig interessante Fragen aus unserer Sprechstunde lesen wollen, empfehlen wir Ihnen die Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ HEUTE, die Sie als Mitglied 4x pro Jahr frei Haus geliefert bekommen und die neben Experten-Berichten zu neuen Therapie-Methoden auch immer eine umfangreiche Sprechstunden-Rubrik enthält. ➞ Alle wichtigen Infos zur Mitgliedschaft
Autor: Prof. Dr. med. Bernd Nowak ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Arzt im Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt am Main. Zu den klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten des Kardiologen zählen insbesondere Herzrhythmusstörungen und die Implantation von Herzschrittmachern.
Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag
Kavai aus Friedberg (10.03.2012): Aufgrund einer Infektion im betreffenden Gebiet, müsste die Ein- oder Zwei-Kammer Elektrode entfernt werden. Nun sind die Enden dieser Elektroden bereits ins Septum eingewachsen. Welche Möglichkeiten bestehen, um optimal zu reagieren? Bei Elektrodendefekt ohne Infektion, werden die Kabel im Vorhof oder im Ventrikel rechts belassen. Also werden zusätzlich ein bis zwei neue Elektroden gelegt. Nimmt hier nicht die Herzklappe zwischen Vorhof und Herzkammer Schaden?
Reinhold P. aus Bochum (07.03.2012): Der Hinweis ist meiner Meinung auch wichtig für ICD-Patienten. Insbesondere bei Patienten, die einen Medtronic ICD mit Sprint Fidelis Sonde implantiert haben. Medtronic spricht immer davon, dass der Austausch der "eventuell" defektanfälligen Sonde gefährlicher für den Patienten ist, als Abwarten und engere Kontrolle. Bei mir wurde, wie Prof. Nowak oben empfohlen hat, die defekte Sonde, welche mir 12 inadäquate Schocks verabreichte, stillgelegt und parallel dazu eine neu Sonde gelegt. Auch meine Ärzte sahen in dieser Lösung die für den Patienten ungefährlichste Lösung. Und stören tuen mich die ca. 20 Gramm im Körper auch nicht. Die einzige Frage, die ich mir stelle, ist, warum empfiehlt Medtronic ein in meinen Augen so hohes Risiko (Abwarten!! ), wenn es diese einfache Möglichkeit gibt?
Rudi Schunk (17.02.2012): Passen die Elektroden auch auf das neue Gerät?
Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung
Heinz Joachim Kühne aus Aachen (07.02.2012): Der Hinweis ist aufklärend. Eine treffende Aufklärung wird der Patient vor der Auswechslung nochmals im Krankenhaus erhalten. Heinz Kühne, Aachen
Margit L. aus Dresden (06.02.2012): Ich finde die Informationen immer sehr hilfreich und für den Laien äußerst interessant. Sie helfen, Unsicherheiten abzubauen und beruhigen dadurch auch den Betroffenen. Außerdem räumen sie auch mit manchem Falschwissen und Vorurteil auf. Ich habe sowohl für mich als Herzinfarktpatientin als auch für meine Mutti als schwer herzkrank hier schon sehr viele Informationen aus wirklich berufenem Mund abgefragt. Herzlichen Dank! Auch dieses Wissen hilft ungemein, gesund zu bleiben oder gesünder zu werden.
Herbert aus Fürstenfeldbruck (05.02.2012): Groß war das Entsetzen, als mein Arzt mir eröffnete, dass es in meinem Fall (Sick-Sinus-Syndrom nach Hinterwandinfarkt bei sehr langsamer Herzfrequenz) nicht ohne einen Herzschrittmacher weiter gehen kann. Doch bereits nach wenigen Wochen im Anschluss an eine kleine Operation (Schrittmacherimplantation) hatte ich mich an meinen kleinen "Helfer" gewöhnt. Heute gibt er mir auch psychische Sicherheit, denn ich weiß, ich kann mich auf mein "Kasterl" verlassen. Nunmehr habe ich den Apparat schon knapp vier Jahre in der rechten Schulter. Durch die mehrjährige Stimulation bei Unregelmäßigkeiten in der Herzfrequenz scheint mein Herz "erzogen" worden zu sein, denn die Arrhythmien wurden weniger in jüngster Zeit. Ich weiß jedoch, dass die Elektronik auch keine Wunder vollbringen kann; viel Bewegung, gesunde Ernährung, Medikamenteneinnahme und Mäßigung in der Lebensweise bleiben unabdingbar für mich - obschon ich zwischendurch auch mal "fünf gerade sein lasse"! Ich möchte nur jedem "Kandidaten" für einen Herzschrittmacher Mut machen. Optimismus darf sein :-))
Margret H. aus Aachen (05.02.2012): Sehr gute hilfreiche Antwort. Da wird mir die Angst genommen.
Vogt (04.02.2012): 2006 wurde mir ein Defi implantiert. Gelten hier die gleichen Bedingungen?
Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Nachfragen an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht beantwortet werden können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihr Mitarbeiter-Team der Deutschen Herzstiftung
Günter H. aus Nordstemmen / Nds. (04.02.2012): Bei mir steht demnächst ein Wechsel des Defis an, nach 7 Jahren. Wünschenswert wäre ein aufladbarer Akku ... im neuen Gerät.
Adolf-Friedrich S. (03.02.2012): Hallo, mein Schrittmacher wurde gewechselt. Das hat ungefähr eine Stunde gedauert. Danach mußte ich noch eine Stunde ruhen; dann konnte ich nach Hause gehen. Mit freundlichen Grüßen. Adolf-Friedrich S.
Fr. R. aus Bad Lippspringe (03.02.2012): Habe nicht gewußt, daß die Elektroden bei einem Austausch belassen werden können. Die Information hat mich sehr beruhigt, zumal mein Sohn (24) letztes Jahr einen Herzschrittmacher bekommen mußte.



