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Herzschrittmacher: „Worauf muss ich achten, wenn ich in den Urlaub fliege?“
Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag (Stand: Mittwoch, 16.05.2012)
Sind Sicherheits-Kontrollen am Flughafen für Menschen mit einem Herzschrittmacher gefährlich? Kann sich das Schrittmacher-Aggregat beim Sonnen am Strand aufheizen und kaputtgehen? Hier die Antworten des Herzspezialisten Prof. Dr. med. Bernd Nowak vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Die Frage:„ Vor einem Jahr wurde mir ein Herzschrittmacher implantiert. Worauf muss ich achten, wenn ich in diesem Sommer in den Urlaub fliege?″
Friedrich T., Hamburg
Die Experten-Antwort:
Grundsätzlich muss überlegt werden, ob durch eine etwaige kardiale Grunderkrankung eine Einschränkung der Reisetauglichkeit vorliegt.
Bezüglich des Schrittmacheraggregates sind folgende Punkte von Bedeutung:
- Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen müssen sich Herzschrittmacher-Patienten vorher melden. Es wird dann eine manuelle Kontrolle durchgeführt, da die Aggregate einen Alarm im Metalldetektor auslösen können. Der Hand-Metalldetektor darf nicht schnell hintereinander über das Aggregat geführt werden, da es zur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung kommen kann.
- Patienten mit implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren dürfen ein Sonnenbad nehmen. Eine Beeinflussung des Aggregates durch die Wärme oder durch UV-Strahlen ist nicht zu erwarten. Auch der Besuch einer Sauna ist möglich. Voraussetzung ist jedoch, dass durch die zugrunde liegende Herzerkrankung oder die aktuelle Medikation keine Einschränkungen bestehen. Grundsätzlich sollten Herzpatienten beim Sonnenbaden aber eher zurückhaltend sein. Ein Sonnenbrand im Bereich der Aggregattasche muss durch entsprechende Maßnahmen (Kleidung, Sonnenschutzcreme) vermieden werden, da es ansonsten potentiell zu Irritationen der Aggregattasche kommen kann.
- Sofern ein Tauchurlaub geplant ist, müssen Herzschrittmacher-Patienten beim Tauchen wichtige Einschränkungen beachten, insbesondere bei Tauchgängen in tiefere Gewässer. Denn der erhöhte Druck unter Wasser, der sich im Körperinneren vom Gewebe auf den Herzschrittmacher fortpflanzt, kann ab bestimmten Tiefen Gewebsflüssigkeit in den Herzschrittmacher pressen und auf diese Weise Schäden an der Elektronik verursachen. Es wird daher generell von Tauchtiefen über 5 Meter abgeraten.
- Sofern die Reise in eine Gegend mit nur unzureichender medizinischer Versorgung führt, sollte die letzte Aggregat-Kontrolle nicht länger als 6 Monate zurückliegen. Ebenso sollte sich der Patient erkundigen, wo in seiner Urlaubsregion bei Problemfällen eine Schrittmacherkontrolle möglich ist. Dies kann über die Herstellerfirma der Aggregate in Erfahrung gebracht werden.
- Generell können auch Patienten mit Herzschrittmachern einen unbeschwerten Urlaub genießen.
Autor: Prof. Dr. med. Bernd Nowak ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Arzt im Cardioangiologischen Centrum Bethanien in Frankfurt am Main. Zu den klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkten des Kardiologen zählen insbesondere Herzrhythmusstörungen und die Implantation von Herzschrittmachern.
Bislang 11 Kommentare zu diesem Beitrag
Karin (29.01.2012): Ich war bereits mehrmals mit meinem Herzschrittmacher (im Juli 2011 implantiert) in der Sauna und spürte überhaupt keine Beeinträchtigungen.
Annegret E. aus Oberhausen (08.09.2011): Ich fand die Information hilfreich! Trage seit Oktober 2010 einen Defi! Fahre nächste Woche nach Berlin und habe schon durch die Firma Biotronic die Adresse der nachsorgenden Klinik! Das klappte super gut!
Adolf-Friedrich S. (08.09.2011): Ich trage seit 2001 einen Schrittmacher. Mein Herz war vollkommen kaputt. Im Juni d. J. habe ich einen neuen Schrittmacher bekommen, war allerdings der Meinung, dass ich den nicht mehr benötige. Habe durch Jogging, richtig essen und Nahrungsergänzungen wie 200 mg Q 10, Mineralstoffe, Vitamine, Lachsöl usw. mein Herz wieder geheilt. Bei der letzten Schrittmacherprüfung hat mein Kardiologe gestaunt; er sagte mir, dass mein Herz zu 99 % alleine arbeitet. Der Schrittmacher muss nur noch 1 % leisten.
Ivan Torrico aus La Paz - Bolivien (07.09.2011): Sehr gut. Aber moeglicherweise ist auch wichtig, ein bisschen ueber andere Situationen zu sprechen. Beispielsweise, was passiert, falls der Patient wahrend des Urlaubs ein TAC braucht. Natuerlich ist diese nicht so haeufig, aber kann passieren und die typische Frage, was passiert mit dem Mikrowellenherd. Vielen Dank.
Edgar M. aus Eisenach (06.09.2011): Die Information ist für mich wertvoll und bringt mehr Sicherhalt! Danke!
Karl-Heinz W. aus Hamburg (02.09.2011): Seit sechs Jahren trage ich einen Defi. Bisher keine besonderen Vorkommnisse. Vor drei Jahren wurde ich mit zwei hintereinander folgenden Schlägen überrascht. Jetzt weiß ich wenn es mal soweit ist.
Heinz H. aus Bernau a. Chiemsee (22.08.2011): Seit ich einen Schrittmacher im März 2011 bekommen habe, hat sich meine Lebensqualität und Belastbarkeit deutlich verbessert. Der Mut zu mehr Aktivitäten hat sich um 100 % erhöht.
Helmut M. aus Norden (21.08.2011): Wichtig war für mich, der Hinweis aufs Sonnenbaden. Zwei Fragen noch zum Herzschrittmacher: Gibt es Erfahrungen beim Tragen eines Rucksacks? Und warum kann bei mir ein CT gemacht werden, aber kein MRT?
Danke für eine Antwort. Freundliche Grüße Helmut M.
Hinweis der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zur eigenen Herzerkrankung können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da Antworten an dieser Stelle aus technischen Gründen nicht möglich sind.
Heinz V. aus Lahr/Schwarzwald (21.08.2011): Es liegen bei mir infolge zu kurzer Tragezeit noch keinerlei gesicherte Erkenntnisse vor, es traten aber auch noch keinerlei Probleme auf.
Hans Z. aus St. Leon-Rot (21.08.2011): Trage seit sieben Jahren einen Schrittmacher. Habe bisher keine Einschränkungen beim Urlaub in warme Länder erfahren.
R. aus Senden (19.08.2011): Da ich einen habe, sind das gute Nachrichten. Danke



