Aus der Sprechstunde der Deutschen Herzstiftung

„Kann ASS zu Übergewicht führen?”

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ASS und Übergewicht

ASS gehört bei vielen Herzerkrankungen zu den wichtigsten Medikamenten. Eines unserer Mitglieder hatte unter einer langjährigen ASS-Einnahme jedoch eine Gewichtszunahme von 1-1,5 kg pro Jahr bemerkt und deshalb in unserer Sprechstunde gefragt, ob ASS die Fettverdauung stört und somit an der Gewichtszunahme schuld ist.

Die Experten-Antwort:

Es ist nicht bekannt, dass die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) zu einer Gewichtszunahme von
z. B. 1 kg pro Jahr führt.

Eine mangelhafte Fettverdauung durch ASS spielt hier sicherlich keine Rolle. Denn bei einer mangelhaften Fettverdauung würde der Magendarmtrakt weniger Fett aufnehmen und deshalb das Körpergewicht eher abnehmen und nicht wie geschildert ansteigen.

Um die Ursache einer unklaren Gewichtszunahme wie im vorliegenden Fall herauszufinden, bietet sich vor allem eine genaue Überprüfung der Essgewohnheiten an, was bei vielen Betroffenen überaus hilfreich ist.

  • Bei genauem Hinsehen findet sich dann oft ein zu häufiger Konsum von Süßigkeiten, Snacks (Kartoffelchips etc.) oder Alkohol, wodurch das Körpergewicht schleichend ansteigen kann.

  • Oft ist auch der Genuss von zu viel Wurst oder Käse für eine zu hohe Kalorienzufuhr bzw. die Zunahme des Körpergewichts verantwortlich.

  • Nicht vergessen sollte man außerdem, dass auch ein übertriebener Obstkonsum zu Übergewicht führen kann.

Hinweis: Die Zunahme des Körpergewichtes mit dem Alter ist fast als die Regel anzusehen. Denn die spontane Stoffwechselgeschwindigkeit nimmt mit den Jahren ab, ebenfalls die körperliche Aktivität: Wenn man also die gleiche Menge isst wie früher, nimmt man zu!

Würde man davon ausgehen, dass sich das zusätzliche Gewicht von 1,5 kg in dem hier geschilderten Fall z. B. über drei Jahre angesammelt hätte, wären das pro Tag umgerechnet etwa 10-15 kcal, die mehr aufgenommen als verbraucht wurden. Das ist eine Kalorienmenge, die auch mit aufwendigen Verfahren nicht messbar ist!

Mein Tipp: Essen Sie eine halbe Scheibe Brot weniger, lassen Sie gelegentlich ein Glas Bier oder Wein aus und verlängern Sie Ihren täglichen Spaziergang um 15 min; damit müssten Sie Ihre 1,5 kg bald wieder los werden.

•••

TippEin weiterer guter Tipp ist außerdem die Mittelmeerküche, die nicht nur in hohem Maße die Gesundheit fördert, sondern auch noch ausgezeichnet schmeckt. Leckere Gerichte dieser immer beliebteren Ernährungsform finden Sie in dem Kochbuch Mediterrane Küche, das Sie bei der Deutschen Herzstiftung anfordern können » Weiter zum Kochbuch.

Professor Dr. med. Helmut Gohlke

Autor: Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Mitglied im Vorstand der Herzstiftung und emeritierter Chef­arzt der Abt. Klinische Kardiologie II im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Zu seinen Schwer­punk­ten zählt insbesondere die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. ➞ Weitere Experten-Beiträge von Professor Helmut Gohlke

(Redaktion: ebe)

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Bislang 9 Kommentare zu diesem Herzstiftungs-Beitrag

Robert H. B. aus Ostsachsen (03.05.2017): Seit über 10 Jahren muss ich mit ASS 100 leben, aber eine Gewichtszunahme habe ich nie feststellen können!

Renate S. aus Bargteheide (22.03.2017): Vor drei Jahren war mein Cholesterin auf 300 angestiegen. Ich sollte daher Cholesterinsenker nehmen. Ich habe meinen Hausarzt gefragt, ob es keine andere Lösung gäbe, nein, nur Tabletten helfen. Daraufhin habe ich mit einer Fachärztin der Krankenkasse gesprochen. Ihr Rat war, Ernährung ändern und wieder Sport treiben. Nach vier Monaten war ich zur Blutuntersuchung. Der Cholesterinwert war auf 200 gesunken. Habe ich viel Stress und schlechten Schlaf, steigt auch der Cholesterinwert wieder an.

W. K. aus Mühlhausen (10.03.2017): Ich nehme seit bestimmt 13 Jahren ASS und noch einige andere Medikamente auf Grund meiner Herzgeschichte. Eine Gewichtszunahme habe ich nicht bemerkt, die kam eher nach den Wechseljahren. Inzwischen hat sich auch das wieder erledigt, ich bin wieder bei meinem Normalgewicht von 55 kg und halte dies seit Jahren. Mal so 7 Tage aufschreiben, was man tatsächlich in sich reinstopft, wenn man das dann mal betrachtet, denkt man anders. Und wenn man dann noch wie Cleopratra auf dem Sofa liegt, muss man sich nicht wundern.

S. aus Buxtehude (08.03.2017): Ich hatte am 1.1.2016 einen Infarkt, wobei sich zum Glück nur ein Gefäß dicht gesetzt hatte. Auch ich nehme ASS und kann sagen, dass ich mein Gewicht bei 73-74 kg halte. Viel Bewegung und kontrolliertes Essen, wie in der REHA gelernt, sind die Eckpunkte. Man muss seine Gewohnheiten von früher um 180° ändern.

Ohne Namen (08.03.2017): Bewegen, bewegen, bewegen ist mein Patentrezept!

L. aus Düsseldorf (07.03.2017): Ich nehme ASS seit einem Herzinfarkt vor ca. 7 Jahren und habe den gleichen Eindruck, dass ASS meinen Stoffwechsel negativ beeinflusst bzw. habe schon überlegt, ob meine schleichende Gewichtzunahme mit ASS zusammenhängt. Ich esse eher weniger als früher und kaum Süßigkeiten, ich fahre viel Fahrrad und bewege mich viel, ich ernähre mich gesund. Was stimmt hier nicht?! Vlt. sollte man doch eine Studie machen!

K. aus Hamburg (27.02.2017): Manchmal macht es aber genau die Medikamentenkombi. Ich wurde mit 5 Kilo mehr nach 3 Wochen Reha und Ernährungsberatung entlassen, ohne ersichtlichen Grund. Jetzt habe ich die Cholesterintabletten nach Nahrungsumstellung abgesetzt und schon verändert sich mein Stoffwechsel, und der Sport, den ich bisher gemacht habe, zeigt Wirkung. Leider ist damit mein Fazit: Manchmal sind es eben doch die Medikamente.

Elisabeth G. aus Graz (22.05.2014): Nehme seit einem halben Jahr Marcoumar. Vertrage es sehr gut, glaube kaum, dass man durch Marcoumar allein eine Gewichtszunahme bekommen kann. Hatte Thrombose, Lungenembolie. Es war ein schlimmes Erlebnis, Krampfadern sieht man kaum bei mir, habe Stauungsdermatitis an den Beinen, Lupusinhibitor wurde auch festgestellt bei der genauen umfangreichen Blutuntersuchung, und habe Diabetes, bin bis jetzt mit dem Medikament zufrieden, bin froh, dass mir das Leben gerettet werden konnte, im Moment habe ich auch keine Angst und Bedenken dem Medikament gegenüber.

Margarete L. aus Köln (05.05.2014): Sehr geehrte Damen und Herren, ich nehme an, dass ASS-Patienten evtl. auch mit Beta-Blockern versorgt sind. Kann es ein, dass diese für die Gewichtszunahme verantwortlich sein können? Ich habe einmal in einer Radio-Sendung zum Thema "abnehmen" gehört, dass dies, wenn man viel Wasser trinkt zum Erfolg führen kann - dies soll allerdings nicht für Beta-Blocker-Anwender gelten. Herzliche Grüsse M. L.

Antwort der Deutschen Herzstiftung: Vielen Dank für Ihren Kommentar. Für Fragen zu diesem Thema können Sie am einfachsten die » Sprechstunde der Herzstiftung nutzen, da unsere Herzexperten an dieser Stelle keine Nachfragen beantworten können. Alles Gute und herzliche Grüße! Ihre Deutsche Herzstiftung

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