Sprechstundenfrage

Trekkingtour trotz Aortenklappenprothese

Ist trotz Aortenklappenprothese und regelmäßiger Marcumareinnahme eine Trekkingtour nach Nepal möglich?

Die Sprechstunden-Frage im Wortlaut:

Ich bin 26 Jahre alt und trage seit 14 Jahren eine mechanische Aortenklappenprothese. Daher nehme ich täglich Marcumar ein und führe wöchentlich selbst Gerinnungskontrollen mittels CoaguChek durch. Der INR-Wert liegt konstant zwischen 2,5 und 3. Stärkere Blutungen sind noch nie aufgetreten. Demnächst plane ich eine dreiwöchige Trekkingtour in Nepal, die in kleinen Etappen bis auf 5000 Meter Höhe führen wird. Wie soll das Gerinnungsmanagement während des Aufenthaltes im Hochgebirge am besten ablaufen? Wegen der gesteigerten Erythropoese werde ich vermutlich eine höhere Dosis an Marcumar einnehmen müssen als üblich? Sind weitere  Besonderheiten zu beachten? (Harald G., Berlin)

Experten-Antwort:

Sie sind offenbar fit und wollen trotz Ihrer Aortenklappenprothese und Marcumartherapie eine Trekkingtour in Nepal angehen. Sie führen die Gerinnungskontrollen selbst durch und erreichen stabile Werte. Jetzt fragen Sie sich, ob eine solche Trekkingtour Veränderungen in Ihrem Blut bewirken wird mit der Folge einer nötigen Anpassung der Marcumardosis. Tatsächlich sollten Sie in Nepal häufiger als sonst kontrollieren – nicht wegen der erhöhten Erythropoese, sondern wegen der Umstellungen bezüglich Klima, Ernährung und Wasserhaushalt. Bitte achten Sie darauf, dass Sie Messgerät und Messstreifen während des Fluges in der Kabine mit sich führen. Die niedrigen Temperaturen in den Gepäckräumen schädigen die Messstreifen. Mit unseren besten Wünschen für eine erfolgreiche Tour.

Experte