Hintergrund

Initiativen, Kooperationen und Präventionsprojekte

National und international gut vernetzt

Aktualisiert: 23.06.2021

Im Sinne der Patienten arbeiten wir in Deutschland, Europa und international mit anderen Organisationen zusammen. Mit diesem Netzwerk aus Initiativen, Mitgliedschaften und Partnern erreichen wir mehr für die Herzforschung und die Aufklärung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Die europäische Charta für Herzgesundheit

Gemeinsam gegen die Todesursache Nummer eins in Europa: Dem Ziel der ersten Europäischen Charta für Herzgesundheit, europaweit das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich zu senken, haben sich jetzt namhafte medizinische Fachgesellschaften in Deutschland verpflichtet. Auf europäischer Ebene wurde die Charta von der European Society of Cardiology und des European Heart Network entwickelt und lanciert, mit Unterstützung der Europäischen Kommission und des WHO-Regionalbüros für Europa. Hierzulande ist die Deutsche Herzstiftung Initiatorin der Charta.

Bild von dem Projekt Skipping hearts

Prävention in Schulen

Die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein zentrales Anliegen der Deutschen Herzstiftung e.V. Die Vorbeugung richtet sich dabei an Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersgruppen, deren Lebensqualität durch viel mehr flächendeckende Präventionskampagnen verbessert werden könnte. Daher fördert die Herzstiftung seit Jahren viele verschiedene Präventionsprojekte und setzt sich selbst aktiv für die Gesundheitsförderung ein.

Unsere Präventionsprojekte

Um Kinder zu motivieren sich mehr zu bewegen, hat die Deutsche Herzstiftung e. V. das Präventionsprojekt „Skipping Hearts“ initiiert. Denn wer bereits von Kind an einen gesunden Lebensstil (Bewegung, gesunde Ernährung) pflegt, verringert das Risiko, im Alter am Herzen zu erkranken. An Grundschulen wird in einem kostenfreien zweistündigen Basis-Kurs die sportliche Form des Seilspringens – das „Rope Skipping“ – eingeführt und zahlreicheSprungvariationen, die allein, zu zweit oder in der Gruppe durchgeführt werden können, vermittelt. Zusätzlich bietet die Herzstiftung Schulen ein kostenloses Materialpaket an, mit dessen Hilfe das Training eigenständig fortgeführt und auf einen internen Schulwettkampf hingearbeitet werden kann.

Tabak ist die größte Ursache für vermeidbare Krankheiten und frühzeitigen Tod in Europa. Um einen Einstieg ins Rauchen möglichst zu verhindern, setzt die Herzstiftung auf frühe Aufklärung. Das Projekt „Rauchzeichen“, das im Rhein-Main-Gebiet angeboten wird, richtet sich an 12 bis 13-jährige Schülerinnen und Schüler, die in einer Doppelstunde von Ärzten über die Risiken des Rauchens aufgeklärt werden. Auf dieser Grundlage werden sie befähigt, eine eigene Entscheidung zu treffen.

Des Weiteren unterstützt die Deutsche Herzstiftung e. V. das globale Netzwerk „Aufklärung gegen Tabak“. In dem Netzwerk sind über 700 Medizinstudierende ehrenamtlich organisiert und bieten interaktive und altersgerechte Lehrangebote für Siebtklässler an.

„Lebensretter sein“ – das Wiederbelebungsprojekt der Herzstiftung und des DFB

In Deutschland versterben jährlich ca. 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Auch deshalb, weil Laien als Ersthelfer vor Ort häufig nur unzureichend reanimieren oder aus Angst vor Fehlern lieber gar nichts machen. Nur etwa 45 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes führen eine Herzdruckmassage durch. Eine Sofortmaßnahme, ohne die der/die Betroffene kaum Überlebenschancen hat. Das muss dringend geändert werden!

Dazu haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Herzstiftung (DHS) im Herbst 2015 das Gemeinschaftsprojekt „Lebensretter sein – Fußballer lernen Wiederbelebung“ gestartet: ein Projekt, im Rahmen dessen Laien-Reanimationsschulungen für Fußballer und Fußballerinnen durchgeführt werden. In Kurzschulungen von 90 Minuten werden Vereinsmitgliedern in Theorie und Praxis verdeutlicht, welche Rettungsmaßnahmen bei einem Herzstillstand durchgeführt werden müssen. Workshopleiter oder Herzspezialisten aus dem Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung erläutern in einer theoretischen Einführung den Aufbau und die Funktionsweise des Herzens sowie die Ursachen und Symptome eines Herz-Kreislauf-Stillstandes und die Vorgehensweise im Notfall. Im darauffolgenden Praxisteil dürfen sich die Teilnehmer in der Herzdruckmassage üben und werden in der Anwendung eines Automatisierten Externen Defibrillators (AED) geschult. An dem Projekt beteiligen sich aktuell sechs Fußball-Landesverbände (Baden, Westfalen, Mittelrhein, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen).

Postkarte von beherzt handeln

BEHERZT HANDELN: Die Herzgesundheit braucht politische Unterstützung

Über drei Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Herzerkrankung. Weil sie und ihre Angehörigen eine stärkere Stimme in der Politik benötigen, hat die Deutsche Herzstiftung als größte Patientenvertretung für Herzkranke gemeinsam mit den Fachgesellschaften das Aktionsbündnis BEHERZT HANDELN initiiert. Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. med. Claudia Schmidtke, MdB und Patientenbeauftragte der Bundesregierung, macht sich das Aktionsbündnis stark für die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Deutschland.

Die Botschaft von BEHERZT HANDELN richtet sich direkt an die politischen Entscheidungsträger mit der Forderung, eine nationale Herz-Kreislauf-Strategie in den Koalitionsvertrag der kommenden Bundesregierung aufzunehmen. Ganz besonders wichtig aus der Sicht der Deutschen Herzstiftung und ihrer rund 110.000 Mitglieder ist die Stärkung der Patientenorientierung. Aber auch andere Handlungsfelder wie z.B. mehr Prävention und Früherkennung, Erhöhung der Ausgaben für die Herzforschung, Digitalisierung und Innovation gehören nach unserem Dafürhalten zwingend in Parteiprogramme und Koalitionsverträge.

Handeln auch Sie und machen Politiker in Ihrem Wahlbezirk auf die Ziele des Aktionsbündnis aufmerksam. Die Postkarte von BEHERZT HANDELN können Sie hier bestellen.

Studie: Risikovorhersage und Vermeidung des plötzlichen Herztods

In Europa sterben jährlich circa 350 000 bis 700 000 Menschen am plötzlichen Herztod. Oftmals sind die Betroffenen bereits durch einen erlittenen Herzinfarkt vorbelastet. Bisher wird Patienten zum Schutz vor einem plötzlichen Herztod ein Defibrillator implantiert, wenn nach dem Herzinfarkt die gemessene Auswurfrate ihres Herzens (Ejektionsfraktion) bei einem Herzschlag unter 35 Prozent des Herzvolumens gefallen ist. Viele dieser Menschen werden den Defibrillator aber nie brauchen oder erleiden sogar eine Komplikation. Auf der anderen Seite entfällt der Großteil der Todesfälle auf Patienten mit über 35 Prozent Auswurfrate, denen nach aktuellen europäischen Leitlinien kein Defibrillator eingepflanzt wird beziehungsweise die nicht geschützt werden. Hier tritt die medizinische Forschung seit zehn Jahren auf der Stelle. Mit dem Projekt PROFID, das von Professor Dr. Gerhard Hindricks und seinem Team vom Leipzig Heart Institute koordiniert wird, soll nun erstmals ein personalisierter Ansatz etabliert werden. In enger Zusammenarbeit mit insgesamt 21 internationalen Institutionen in zwölf Ländern wird nach wirksamen Entscheidungskriterien für die Implantation eines Defibrillators gesucht, die das Risiko eines plötzlichen Herztodes minimieren. Im Fokus stehen eine bessere Absicherung der gefährdeten Patienten und die Vermeidung von nutzlos implantierten Defibrillatoren. Auch die Deutsche Herzstiftung ist Partnerin des Projekts, das im Januar 2020 gestartet und auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt ist. Ihre Aufgabe ist es, für die Verbreitung der Studienergebnisse in der Öffentlichkeit zu sorgen.

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